Claudia am 25. November 2008 — 3 Kommentare

Domian

Den wochentags zwischen ein und zwei Uhr Nachts im WDR laufenden Telefon-Talk mit „Domian“ hab‘ ich erst vor einem halben Jahr entdeckt, denn zu der Zeit schlafe ich normalerweise. Mittlerweile höre bzw. schaue ich ab und zu mal rein und bin jedes Mal schwer beeindruckt: einerseits von der unglaublich einfühlsamen und kompetenten Art, in der Jürgen Domian mit den extremsten Problemen umgeht, andrerseits von den Menschen, die da anrufen. Oft sprechen sie über Dinge, über die sie noch niemals mit irgend jemandem gesprochen haben – und angesichts der Berichte kann man das auch gut verstehen. Weiter → (Domian)

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Claudia am 17. November 2008 — 8 Kommentare

November

Eigentlich ist der November der Monat, in dem ein Urlaub am nötigsten wäre. Die immer kürzeren Tage mit immer weniger Licht machen die zunehmende Geschäftigkeit der Menschenwelt zur Last: wie schön wäre es, jetzt gar nichts tun zu müssen, das Absterben der Natur zu betrachten und sich den melancholischen Stimmungen hinzugeben. Unsere Altvorderen konnten das noch, damals in der bäuerlichen Welt. War die Ernte eingebracht, verarbeitet und verstaut, konnte man aufatmen: geschafft!

Wir Heutigen kennen diese Muße nicht mehr, sondern bleiben in Bewegung. Die weihnachtliche Konsumorgie verlangt in vielen Branchen deutlich erhöhten Einsatz und das Jahresende ist allüberall ein Horizont, bis zu dem noch einiges geschafft sein will. Volkstrauertag, Totensonntag – diese verinnerlichenden Feiertage sagen uns nichts mehr. Wer jetzt kränkelt, nimmt Tabletten und schiebt das Ausspannen in den Januar, den Monat mit den meisten Krankmeldungen.

Ich bin da kein bisschen anders, deshalb hat mich jetzt auch der allergische Schnupfen wieder im Griff, dieser seltsame Schnupfen ohne Erkältungsgefühl, nur mit Niesanfällen und laufender Nase. Und so humple ich also den Berg hinauf, den Berg aus Arbeiten, die unbedingt noch geschafft werden müssen – dieses Jahr.

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Claudia am 14. November 2008 — 8 Kommentare

SPAM-Kommentare

Offensichtlich liest keiner die „Warnhinweise“ über dem Kommentarfeld – bzw. es ist den Spammern scheißegal, was da steht! Täglich entferne ich hier inhaltsleere Lobhudeleien und nichtssagende Statements, die einzig deshalb gepostet werden, um den Link zu irgend einer kommerziellen Seite zu setzen. Wenn z.B. im Gartenblog oder im Webwriting-Magazin wenigstens ein thematischer Bezug zur verlinkten Seite zu erkennen ist, und gleichzeitig der Kommentar einen richtigen INHALT hat, lass ich das ja sogar mal stehen – aber HIER ist es echt eine Zumutung, was so alles „angelinkt“ wird!

Ich überlege, die Kommentare wieder auf „no follow“ zu stellen, doch bestraft das dann ALLE Kommentierenden gleich mit, was mir auch nicht gefällt. Ein Elend!

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Claudia am 05. November 2008 —

Obamas Sieg

Heute Nacht hab‘ ich bis zwei und dann wieder ab sechs die Wahl geschaut: es ist toll, so viele Menschen zu sehen, die sich mal richtig freuen! Noch nie hat mich eine amerikanische Präsidenten-Wahl so berührt: unglaublich, wie es Obama und all seinen Unterstützern gelungen ist, den „Glauben an das Gute“ auch in der Politik wieder aufleben zu lassen. Wobei ihn doch letztlich „das Böse“, nämlich die Finanzkrise, über die Ziellinie getragen hat.

Das große Geld hätte man ja eher bei den Republikanern vermutet, doch hatte McCain vergleichsweise wenig Wahlkampfgeld gesammelt und Obama konnte richtig klotzen. Er wird der erste Web 2.0-Präsident, denn die Art, wie er übers Netz Unterstützung, Spenden und engagierte Mitarbeiter sammelte, hat es so noch nie gegeben – sogar auf Twitter war er (bzw. seine Wahlkämpfer) aktiv. Weiter → (Obamas Sieg)

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Claudia am 02. November 2008 — 12 Kommentare

Und noch ein Weltuntergangsszenario…

…ist mir auf einer Surf-Tour begegnet: Eine „Doku“, die mal von ARTE & Phoenix ausgestrahlt wurde (Sender, von denen ich eigentlich viel halte), zeigt die Theorie der „wachsenden Erde“, die von der herrschenden Wissenschaft lange verworfen wurde. In dieser Sendung verbreitet ein Professor Meyl die Idee, dass eine magnetische Umpolung der Erde durch Sonnenaktivitäten anstünde, wobei sich die Erde „drehen“ und damit all die Wassermassen unseres blauen Planeten zeitgleich ins Schwappen käme – voilá, die Sintflut! (Für Besorgte: hier die Widerlegung).

Ich liebäugele mit dem Gedanken, eine kleine Seite mit versammelten Weltuntergangszenarien zu verfassen. Da kann ich dann drauf schauen, wenn ich mal mieser Stimmung bin und mich des Lebens freuen: Dass nämlich der viel gescholtene Alltag immer noch statt findet, ist ja das eigentliche Wunder unserer Existenz.

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Claudia am 01. November 2008 — 12 Kommentare

Kleine Meditation über den Alltag – ein Blitzlicht

Alltag, alle Tage, alltäglich – in diesen Worten schwingt so etwas Abwertendes mit, das mir gleich auffällt, wenn ich es hinschreibe. Fehlt noch „grauer Alltag“, was immerhin für den Moment stimmt, wenn ich so aus dem Fenster sehe. Doch gehört der Moment ja nicht zum Alltag, jedenfalls dann nicht, wenn ich ihn wahrnehme, wie es sich für ein „Blitzlicht“ gehört. Und das Wetter ist ja niemals „alltäglich“, sondern immer anders, veränderlich eben.

Was ist also mein Alltag? Habe ich als Selbständige überhaupt so etwas, da ich doch von früh bis spät selber bestimme, was ich wann tue und wie? In meinen Online-Kursen lasse ich manchmal einen Text schreiben mit dem Titel „ein ganz normaler Tag“. Die Hälfte der Teilnehmer tut sich damit schwer und findet kreative Wege, die Aufgabe zu umschiffen, anstatt sie buchstabengetreu zu bearbeiten. Fast, als wäre es ein wenig ehrenrührig, einen „Alltag“ zu haben. Schließlich sollen wir flexibel sein, kreativ, allem Neuen gegenüber aufgeschlossen, immer bereit, das Gewohnte auf dem Altar der Neuerungen zu opfern. Rasten heißt rosten, und wer will das schon? Weiter → (Kleine Meditation über den Alltag – ein Blitzlicht)

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Claudia am 30. Oktober 2008 — 5 Kommentare

Schamlose Gier

In seinem appellatorisch überschriebenen Artikel Gemeinsam agieren statt allein reagieren reflektiert „Thinkabout“ über die Gier nach MEHR als Phänomen in jedem Einzelnen, die sich in den letzten 15 Jahren zum beherrschenden gesellschaftlichen Trend etabliert hat: weniger Solidarität, weniger Gemeinschaft, dafür mehr individuelle Freiheit und Selbstverwirklichung – und alle (bzw. die allermeisten) waren damit einverstanden. Denn der Maßlosigkeit der Mächtigen, sagt Thinkabout, entspräche im Gefühl der Individuen „dass es auch für einen selbst ein bisschen mehr sein darf”, und führt dann eine Reihe von Beispielen an, denen kaum zu widersprechen ist. Weiter → (Schamlose Gier)

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Claudia am 27. Oktober 2008 — 16 Kommentare

Sieben Gründe, die Finanzkrise zu mögen

  1. Anders als sonst hat die Welt auf einmal ein gemeinsames Thema: die Finanzkrise lässt niemanden unberührt, auch wenn noch keine Folgen im persönlichen Leben spürbar sind. Man spricht mehr miteinander – das gilt für Staaten genauso wie für Personen, am Arbeitsplatz und auch ganz privat. Es ist wie an der Bushaltestelle: wenn der Bus ausfällt, beginnen die Wartenden miteinander zu reden.
  2. Die Finanzkrise ist lehrreich und lässt viele aus ihrer interesselosen Lethargie erwachen: auf einmal ist es spannend, zu lesen, wie die Finanzwelt verfasst ist und was da alles statt findet – und man kommt aus dem Staunen nicht heraus!
  3. Die neoliberale Ideologie und ihre Meinungsführerschaft in den letzten 15 Jahren ist am Ende. Wer jetzt noch „mehr Kapitalismus wagen“ will, macht sich lächerlich. Mit dem reuevollen Auftritt von Alex Greenspan ist vergangene Woche der letzte wichtige Apostel „vom Glauben abgefallen“.
  4. Das „Heuschrecken-Geschäft“ ist zum Erliegen gekommen, da es nicht mehr möglich ist, mit billigem Geld auf Pump Firmen zu kaufen, um sie dann auszuschlachten bzw. im Sinne des „Shareholder Value“ (und sonst nichts!) neu zu formieren.
  5. Auf einmal wird sichtbar, wie schnell und effektiv Politik agieren kann, wenns brennt! Die Bereitschaft der Regierten, ein „geht nicht“ oder „viel zu teuer / nicht finanzierbar“ einfach so hinzunehmen, schwindet.
  6. Es gibt keine „heiligen Kühe“ mehr, über alles kann wieder ganz grundsätzlich diskutiert werden – sogar über die „Systemfrage“.
  7. Die Verwundbarkeit unseres Wohlstands und unserer arbeitsteiligen, weitgehend von außen und dem „Rest der Welt“ abhängigen Lebensweise wird deutlich: wir können uns nicht mehr so einfach abwenden und sagen, das Elend anderer gehe uns nichts an.

Wer mag, kann die Aufzählung in den Kommentaren fortsetzen!

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