Thema: Weltgeschehen

Claudia am 16. Juli 2009 — 64 Kommentare

1-Euro-Jobs: demütigende, sinnlose Beschäftigungen

„Sinndichte“ hieß die 1-Euro-Job-Maßnahme, zu deren Abschlussversanstaltung ich kürzlich eingeladen war: einer der unzähligen „Maßnahmeträger“ in Berlin, die für die ARGE (früher Arbeitsamt) Projekte zur Beschäftigung von Arbeitslosen durchführen, hatte ein ganzes Jahr lang Künstler mit weitgehend sinnfreien Tätigkeiten beglückt, deren spärliche Ergebnisse nun präsentiert wurden. Ein paar Bilder zierten die Wände, kleine Ton-Statuen standen auf Tischen, die Wände der Räume waren im Lauf der Maßnahme gestrichen worden, und ein „Konzept“ für bessere Lampen war zu bewundern, das die bahnbrechende Idee präsentierte, die vorhandenen kalten Neonröhren mit Japan-Papier zu ummanteln – auf dass das kalte, deprimierende Licht noch ein wenig dunkler werde.

Alles, was ich sah, hätte binnen zwei, drei Monaten von einer stringent arbeitenden Gruppe locker geschafft werden können. Den Rest der Zeit verbrachten die Teilnehmer wartend, plaudernd, „recherchierend“ oder mit veralteten und nicht in ausreichender Zahl vorhandenen Computern, Scannern und Druckern kämpfend.

Stricken und puzzeln

Der Name „Sindichte“ ist der reine Hohn, denn wenn etwas solchen 1-Euro-Job-Veranstaltungen fehlt, ist es der SINN des Tuns. Der ist nämlich tatsächlich verboten: Was die in einer solchen MAE-Maßnahme (MAE = Mehraufwandsentschädigung = 1-Euro-Job) beschäftigten Arbeitslosen tun, darf keine „normale Arbeit“ sein, denn die Billig-Jobber sollen mit ihrem Einsatz ja nicht den noch bezahlt Arbeitenden Konkurrenz machen. Weiter → (1-Euro-Jobs: demütigende, sinnlose Beschäftigungen)

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Claudia am 11. Juli 2009 — 11 Kommentare

Der Selbstversorger bloggt an seiner Stalltür

Dass Produkte immer schlechter werden, sind wir eigentlich schon gewöhnt. Im Marketing-Jargon nennt man es „Optimierung“, wenn es gelingt, mit immer weniger und schlechteren Materialien noch mehr Profit aus Dingen zu ziehen, die möglichst bald in den Zustand „Müll“ übergehen. Dann müssen wieder neue gekauft werden und was immer noch zu lange hält, gerät wenigstens aus der Mode. Was soll man auch machen in weitgehend gesättigten Märkten, um noch Wachstum zu erzeugen? Weiter → (Der Selbstversorger bloggt an seiner Stalltür)

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Claudia am 03. Juli 2009 — 16 Kommentare

Steuern: Eine Debatte, die nur ablenkt

Dieses Gezerre um Steuererhöhungen ja oder nein, wann oder doch lieber nicht, kotzt mich regelrecht an und trägt zu meiner Politikverdrossenheit in Bezug auf die „klassischen Parteien“ deutlich bei.  Es vermittelt den Eindruck, als gehe es den Bürgern immer nur ums Geld und kaum je um Inhalte: dem Schnäppchenjägervolk sein Schnäppchenwahlprogramm, so unglaubhaft das auch klingen mag angesichts der staatlichen Ausgaben in Sachen Krise.

Ich wünsche mir, dass unseren Parteien und Regierenden diese Neigung, das Volk für dümmer zu halten, als es ist, nochmal so richtig auf die Füße fällt! Gerade die Krise hat bei vielen einen Bildungsschub bewirkt: Aha, da knirscht was im Gebälk, da müssen wir glatt mal selber hinschauen, was eigentlich los ist…  – und nachdem nun fast jeder, der des Lesens mächtig ist, viel über den ganzen Krisenkomplex weiß und sich eine Meinung gebildet hat, kommen die Politiker daher, als seien alle noch immer mit Schlicht-Programmen (CDU: Steuern runter, SPD: Arbeitsplätze retten) zum richtigen Kreuzchen auf dem Wahlzettel zu bewegen. Wie armselig und beschränkt! Weiter → (Steuern: Eine Debatte, die nur ablenkt)

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Claudia am 21. Juni 2009 — 7 Kommentare

Zensursula sei Dank: Bye bye Politikverdrossenheit!

Dass ich das noch mal erleben werde, hätte ich nicht gedacht: aus dem Netz heraus entwickelt sich eine breite, außerparlamentarische Protestbewegung, die mit Verabschiedung des Zensurgesetzes nicht einfach wieder verstummen wird.

Ganz im Gegenteil, in vielen Menschen erwachte während der letzten Monate das Interesse an Politik auf jene ungemein inspirierende und motivierende Art, wie vor fast 3 Jahrzehnten mein eigenes politisches Interesse zustande kam: in Konfrontation mit absurden Vorgehensweisen der herrschenden Kreise und Parteiklüngel, die über hundertausendfache Proteste und sachlichen Rat vieler Experten einfach hinweg gehen. Mit einer Arroganz der Macht, die auf der Erfahrung basiert, dass ja nichts weiter droht: die Wählerkindlein werden es schon schlucken, wie sie ja meist alles schlucken, solange es ihnen (vermeintlich) am persönlichen Arsch vorbei geht. Weiter → (Zensursula sei Dank: Bye bye Politikverdrossenheit!)

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Claudia am 14. Juni 2009 — 3 Kommentare

Alles RIESIG in den USA

Die Inhalte des Web-Magazin MMNews bewertet ein Kommentator mit den Worten “ „1% Wahrheit, 99% Ideologie“. Oft genug empfinde ich das ganz genauso, lese aber trotzdem gelegentlich die unterhaltsamen, verlässlich ins Negative bzw. 150-prozentig Katastrophale überspitzten Artikel. Es ist ja das Schöne am Netz, das Feld der Meinungen in GANZER Breite mitzubekommen und nicht bloß die einander recht ähnlich gewordenen Mainstream-Medien. Weiter → (Alles RIESIG in den USA)

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Claudia am 11. Juni 2009 — 2 Kommentare

Warum die SPD so abbaut

Wähler sind nicht blöd und mit einfachen, ur-sozialdemokratischen Reflexen wie „Karstadt retten wegen der Arbeitsplätze“ nicht mehr wirklich zu überzeugen. Sogar 40% der SPD-Wähler straften die Partei bei der EUROPA-Wahl ab, „…nicht zuletzt, weil sie den Eindruck nicht los wurden, die SPD gebe zu leichtfertig staatliche Gelder in die Hände von Unternehmen… wie eine Umfrage von Infratest dimap ergab.“ (ARD-Nachrichten)

Wer heute mit links-populistischen Forderungen sympathisiert, wählt doch gleich DIE LINKE – und nicht den Tanker SPD, der offenbar zu keiner durchgehenden DEUTUNG des derzeitigen Geschehens in der Lage ist. Für viele hat die Partei ihre Glaubwürdigkeit in sozialen Fragen durch die Agenda 2010 und die Umstrukturierung des sozialen Netzes in den Schröder-Jahren verloren: Es wirkt einfach nicht authentisch und glaubhaft, wenn diejenigen, die Jahre lang „Hartz-IV-Empfängern Beine machen“ wollten und als „Genossen der Bosse“ den neoliberalen Umbau und Ausverkauf des Staates forcierten, nun auf einmal wieder ihr rotes Herz entdecken. Weiter → (Warum die SPD so abbaut)

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Claudia am 10. Juni 2009 — 27 Kommentare

Arbeitsplätze erhalten – warum eigentlich?

Warum gilt es als so selbstverständlich, dass Regierungen sich darum zu bemühen haben, Arbeitsplätze zu erhalten? Krassestes Beispiel war die Jahrzehnte lange Kohle-Subventionierung, heute wird der Autoindustrie mit Abwrackprämien und Kurzarbeit dabei geholfen, ihre Überkapazitäten nicht abbauen zu müssen. Und Karstadt / Arcandor hätte zumindest die SPD auch lieber an den Steuertropf gehängt, anstatt den Konzern mit den veralteten Geschäftsmodellen in die Insolvenz gehen zu lassen.

Was ist so toll daran, Menschen in einer Arbeit zu halten, die offensichtlich im Wirtschaftsprozess nicht mehr genug nachgefragt wird? Es gibt heute jede Menge Fachmärkte für Elektronik, Bauen&Basteln, Gartenbedarf – und Kettenläden für Mode, die die Leute weit attraktiver finden als ein Kaufhaus. Hinzu kommt der wachsende Internet-Handel, mit dem ein traditionelles Kaufhaus, das einst durch die Breite seines Sortiments glänzte, einfach nicht mithalten kann. Weiter → (Arbeitsplätze erhalten – warum eigentlich?)

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Claudia am 06. Juni 2009 — 6 Kommentare

Kommentare im Digital Diary: Update

Hier finden des öfteren wunderschöne, angenehm entschleunigte Kommentargespräche statt. Deshalb möchte ich das Kommentieren angenehm und ergonomisch machen, doch nicht alles klappt, was erstmal gut aussieht!

Der Editor, den ich eingebunden hatte, um ein paar Formatierungen und eine bequeme Verlinkung anzubieten, war jedoch alles andere als ein Erfolg! Fast niemand hat irgendwas formatiert, dafür gab es Probleme mit dem Verlinken – und so richtig funktioniert hat das PlugIn hier nie, denn die Eingabemaske (für die Links) zeigte seltsamsten Code, der eher abschreckte als sonst was!

Ersatzweise hab‘ ich nun das PlugIn WP Ajax Edit Comments in Betrieb genommen: jeder kann seinen Kommentar noch 20 Minuten lang verändern und z.B. Fehler oder versehentlich aus Textverarbeitungen übernommenen Code (das Zeichengewirr aus Winword z.B.) berichtigen.

Wär nett, wenn das ein paar Leute testen könnten! Auch weitere Vorschläge sind willkommen, falls Euch beim Kommentieren etwas fehlt.

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