Claudia am 27. Dezember 2025 — 38 Kommentare

KI: Ihr werdet assimiliert!

Die „Debatte“ um KI-Nutzung in Blogs kocht immer wieder hoch. Ich setze „Debatte“ in Anführungszeichen, weil ich mit diesem Begriff noch immer „gesittet“ assoziiere – sorry, das ist noch so eine unzeitgemäße Verschaltung im Hirn! Dass ich damit ziemlich aus der Zeit falle, zeigt mir grade der Blogpost Lernt diskutieren, ihr Kacklappen! von Martin [mthie® spaces]. Ein spritziger Rant, garniert mit Pöbeleien wie „Kacklappen“, „Idioten“, „Fotzköppe“) und einem Plaidoyer für größtmögliche Toleranz im Umgang mit dem, was andere im Rahmen einer Diskussion so schreiben:

„Denkt in der Diskussion ausschließlich über die Fakten nach und scheißt auf den Ton, scheißt auf die Ausdrucksweise. Fakten sind die einzig wichtigen Dinge in der Diskussion. Wenn ihr keine mehr habt, die nicht auf Gefühlen basieren, habt ihr die Diskussion verloren.“

Zum Vergleich: Wenn ich auf X ab und an mal Bock habe, irgend einem Verirrten begründet und belegt zu widersprechen (sachlich) und er irgendwann nur noch pöbelt und dann aufgibt, sehe ich ihn als Looser. ER ist es ja, der keine Argumente mehr hat, denn er pöbelt mich nur noch an, ha!

Der Unterschied: Gerade die Pöbelei entsteht aus „Gefühl“ oder zielt darauf ab, sie zu erregen! Derlei Titulierungen der Gegenüber sind gerade keine rationalen Diskussionsbeiträge, sondern Beschimpfungen, Herabsetzungen, Beleidigungen, die in Online-Debatten (anders als am Stammtisch!) auf recht unterschiedlich sensible Gemüter treffen. Das zu berücksichtigen und auf verbale Ausfälligkeiten zu verzichten, gehört für mich zum „guten Ton“ in einem Forum, dass keine Schlagabtausch-Arena sein will, sondern ein Ort des friedlichen Austauschs.

Dieser Blogbeitrag wurde breit grinsend verfasst“ hat Martin ans Endes des Blogposts geschrieben. Schon klar, dass er nicht nur Pöbler ist, sondern halt gerne mal „ausdrucksstark“ ranted! Ich schreibe das hier auch nicht, weil ich ein Sensibelchen bin, sondern weil ich ihm in einem wichtigen Punkt zustimme: Wir brauchen diese Diskussionen über KI, die gerade dabei ist, unsere Lebenswelten zu durchdringen. Gerade deshalb möchte ich, dass Debatten im Ton erträglich bleiben, für alle. Und nicht nur im Ton, sondern auch bei den Aussagen wünsche ich mir, dass man einsieht, wenn man sich einen Fauxpas geleistet hat und nicht noch  in ein Fettnäpfchen nach dem anderen tritt!

Werden wir assimiliert?

Das wiederkehrende Thema „KI im Blog“ ist bei aller Wichtigkeit, die es für Bloggende hat, nur ein winziger Aspekt eines Megathemas, mit dem wir uns auseinandersetzen MÜSSEN. In vielen Lebensbereichen bestimmen Algorithmen und KIs bereits, wíe die von Menschen geschaffenen Dinge und Inhalte auszusehen haben, um auf ihren Plattformen die Chance zu bekommen, bemerkt zu werden. Wie weit das geht, erzählt Matthias Zehnder auf eindrückliche Weise in seinem 14-minütigen Video „Werdet wie die Kinder, nicht wie die KI„. Ich hoffe, er hat nichts gegen ein Langzitat, das mich gleich kalt erwischt hat:

„Auf der Straße begegnen mir manchmal diese Instagram Gesichter. Übermäßig vergrößerte Lippen, scharf modellierte Wangenknochen, ein klar definiertes Kin, übervolle Wangen. Am Handybildschirm mag das gut aussehen, weil die Handykera mit einem Weitwinkelobjektiv filmt und das Gesicht etwas verzerrt. In der Realität wirkt es nur lächerlich.

So verzerrt wie diese Gesichter aussehen, klingen mittlerweile viele Texte auf LinkedIn und auch so mancher Zeitungstext. Voll großspuriger Floskeln, voller gewichtiger kürzestsätze ohne viel Inhalt, aber mit vielen Gedankenstrichen. Das ist der Chat GPT Stil. Verrückt dabei ist, dass das kein zuverlässiges Zeichen mehr dafür ist, dass hier tatsächlich die KI am Werk war. Mittlerweile haben sich Menschen den KI Stil selbst zu eigen gemacht. Sie schreiben auch ohne KI wie die KI. Das Instagram Gesicht und die KI Sprache sind zwei Beispiele dafür, wie wir uns der Technik anpassen, statt umgekehrt auf unsere Menschlichkeit zu beharren. Mein Aufruf zum Jahresende lautet deshalb: „Werdet wie die Kinder, nicht wie die KI.“

Mit „kalt erwischt“ meine ich eine eigene Erfahrung mit Claude 4,5 Sennet, die KI, die ich (über Perplexity pro) für Auftragstexte über vielerlei Pflanzen und Gehölze einsetze.

  • Habe der KI mittels Beispieltexten „meinen Stil“ beigebracht, dennoch formuliert sie allzu oft Sätze, die noch so ein „Anhängsel“ haben, getrennt vom Vorherigen mit einem langen Bindestricht. Es hört sich oft recht prägnant und stimmig an, entspricht irgendwie der satzzeichenlosen assoziativen Denke im eigenen Kopf. Dennoch redigiere ich das mittlerweile weg, eben weil es so exzessiv genutzt wird und recht klar als KI-Schreibe erkennbar ist.
  • Bis hierhin ist für mich noch alles ok, die Texte sind noch immer meine, im Ergebnis nicht anders als in Vor-KI-Zeiten, die im kommerziellen Sektor lange schon „SEO-optimiert“ geschrieben werden mussten. (Großspurige Floskeln und andere Nervereien verlangt zum Glück niemand von mir, denn ich muss keine Verkaufstexte schreiben).
  • „Kalt erwischt“ hat mich Zehnders Rede, weil ich mich mittlerweile schon dabei ertappt habe, dass ich aus eigenen, völlig selbst, frei und spontan ins Blog geschriebenen Texten die langen Bindestriche wegredigierte!

Bedeutet: Ich bin offenbar nicht mehr so frei, letzte Satzteile mit Bindestrich anzufügen, obwohl das – eigentlich! – zu meinem Stil gehört, nicht ständig, aber gelegentlich. Indem ich versuche, ganz gewiss nicht „a la KI“ zu schreiben, verwehre ich mir Ausdrucksweisen, die mir früher, vor KI-Zeiten, selbstverständlich in die Tasten flossen. Nicht gut!

Wir müssen das Menschliche in uns verteidigen, sonst werden wir zu funktionierenden Rädchen in der alles nivellierenden KI-Wirtschaft!

Wieder spontan sein wie die Kinder, fordert Zehnder in seiner großartigen Weihnachtsansprache. Die enthält jede Menge Beispiele für unsere Unterwerfung unter die Dogmen der KI-gesteuerten Algorithmen. Es lohnt sich, hinzuhören, denn so manches machen wir womöglich schon mit, ohne je darüber nachzudenken, ob wir es wirklich wollen.

So ganz bin ich nicht fürs „Werden wie die Kinder“, siehe oben: Gepöbel mag‘ ich nicht!:-) Gleichwohl ist es eine schöne Metapher für das Menschliche, das wir im Spiegel der KI suchen bzw. neu (er)finden müssen. Die bisherige Identifikation als „Homo sapiens sapiens“ ist wohl nicht mehr ausreichend, denn in Sachen „Wissen“ hat „Künstliche Intelligenz“ bereits jeden einzelnen Menschen überflügelt.

***

Update 27.12.:

Noch ein Beispiel zum Thema, verkündet vom „Mythenmetzger“ in „Verstörende Weihnachten“, ab Min. 14.43:

Ich habe auch eine tolle Weihnachtsüberraschung bekommen, denn es ist nun raus, wie der neue Algorithmus die Videos bewertet. Und zwar macht er das in den ersten drei bis sechs Sekunden. Und wenn man da seinen Vorgaben nicht vollgeleistet, ist man sozusagen schon raus aus den Weiterempfehlungen.

Hier noch mal die kleine Vorgabe für die ersten Sekunden:

  • Ein Satz, der zentral benennt, worum es im Video geht.
  • Ein visuelles Element, das irritiert oder neugierig macht.
  • Keine Intros, keine Logos, keine Musik oder Vorspiele und damit auch keine Begrüßung.

Nur wenn das erfüllt ist, dann lässt einen der Algorithmus erstmal weiterkommen! Ich würde meine Videos also dann auch etwas umgestalten müssen. Wir müssen uns von der liebgewonnenen Abfolge etwas verabschieden. Aber dass ich euch nicht mehr begrüße, da kann ich nur sagen, du kannst mich mal kreuzweise Algorithmus!

***

Und sonst:

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Diskussion

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38 Kommentare zu „KI: Ihr werdet assimiliert!“.

  1. Ob „assimiliert“, vermag ich nicht zu sagen.
    Aber KI macht etwas mit Menschen.
    Beispielsweise verwenden inzwischen Leute, die früher für ihr schönes Deutsch bekannt waren, inzwischen selbst dieselben Floskeln wie der Sprachautomat. Weil sie es tonnenweise im Netz lesen (müssen). Somit in den eigenen Sprachgebrauch übergeht.

    Der „lernende“ Sprachautomat nivelliert somit weiter nach unten statt nach oben.

    Das können wir jedoch als Chance begreifen. Indem wir uns durch beispielweise schönes Deutsch oder kreativ selbst gedachte Lösungen (mit oder ohne Unterstützung künstlicher Intelligenz) von der Masse abheben.

    In vielen Fällen heben wir uns bereits von der Masse ab, indem wir den Kopf nicht vor dem ersten Prompt ausschalten. Was uns wieder zum Assi(!)milieren bringt.

  2. 1. In einer der letzten Lanz-Talkrunden ging es ausschließlich um KI. Neben kompetenten Expertinnen war auch Sascha Lobo als Gast präsent. Ab Minute 33 demonstriert Lobo ein Gespräch mit seinem weiblichen Chat-Bot Ich fand dies lächerlich bis gruselig. Es würde sich für Interessierte lohnen, das komplette Video anzuschauen.
    https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-16-dezember-2025-100

    2. Zur Prüfung von hohlen, aufgebauschten Lallbackenteten gibt es das BlaBlaMeter: http://www.blablameter.de/ (schon etwas länger)

    3. Ich benutze weder KI noch ChatGPT. Nur einmal, als ich feststellen mußte, ob mein DELL-Notebook einen TPM-Chip an Bord hat (unter „Einstellungen“ negativ) , habe ich auf meinem Android-Smartphone die zwangsweise aufgeploppte und nicht deaktivierbare Meta-AI (blauer Ring) gefragt und bekam eine brauchbare und erfolgreiche Antwort, die ich bei Google nicht fand. TPM versteckte sich in BIOS und mußte nur aktiviert werden. Läuft.

  3. Natürlich sind Fakten in einer Diskussion das Wichtigste. Aber eben auch ein respektvoller Umgang miteinander. Zumindest, nach meiner altmodischen Sichtweise.
    Es gibt im Netz auch oft die Menschen, die „Immer offen und geraderaus“ im Profil stehen haben und sich so durch Diskussionen pöbeln. Für mich ist das nicht offen, sondern unhöflich und oft auch anmaßend.
    Daher würde ich eine Diskussion lieber mit Menschen wie Dir führen, liebe Claudia, als mit diesen „offenen“ Menschen meine Zeit zu belasten. Und ja, über den Einsatz von KI kann und soll man diskutieren, da können wir alle raus lernen. Aber doch bitte mit Restniveau.
    PS: Ich habe den Beitrag von Martin noch nicht gelesen, aber die von Dir zitierten Worte würde ich eher in eine Diskussion mit Freunden über Fußball, bei 2,3 Promille einsortieren, aber nicht in einen erwachsenen Austausch über wichtige Themen. Aber, was weiß ich alter Mann schon?
    Guten Rutsch!

  4. Hallo Claudia,

    ich schließe mich Tommis Kommentar voll und ganz an und möchte noch Folgendes ergänzen: Genau das, was du beschreibst, trifft den Kern: Es geht nicht darum, KI per se zu verteufeln. Vielmehr sollten wir unterscheiden, wie KI eingesetzt wird. Die Diskussion darf nicht in pauschale Vorwürfe gegen Blogger:innen abdriften, die KI als Hilfsmittel nutzen.

    Für mich persönlich ist es wichtig, dass Inhalte eigenständig entwickelt, bewusst erstellt und mit Herzblut verfasst werden. KI kann ein Werkzeug sein, beispielsweise zum Strukturieren, Korrigieren oder Brainstorming, aber der eigentliche kreative Prozess bleibt menschlich. Die Gefahr sehe ich in den automatisiert kopierten Inhalten ohne persönliche Auseinandersetzung.

    Danke für deinen Beitrag – er unterstreicht sehr schön, dass es in der Debatte um Qualität, Kreativität und Authentizität geht und nicht um ein generelles „Gut oder schlecht“ von KI.

    Liebe Grüße
    Lorenzo

  5. Es ist wie immer: Niemand will die eigentlichen Fakten rauslesen. Wieder gehen alle nur auf den Ton. Genau das, was ich im Artikel anprangere.
    Der eigentliche Witz ist doch, dass, auch wenn man mal etwas schärfer diskutiert, jeder seine eigene Meinung haben darf und man eben nach jener Diskussion auch miteinander einen trinken gehen können sollte.

    Die „virtuellen Kriege“ führen aber dazu, dass „der olle mthie eh immer nur rumpöbelt, mit dem wollen wir nix zu tun haben – schließt ihn gefälligst aus!“ (auch das ist wieder nur eine beispielhafte Darstellung meiner Aussage).

    Warum hab ich den Beitrag mit Pöbeleien runtergetippt? Um die Menschen herauszufiltern, die eben jene Unterscheidungen zwischen Gefühlen, dem Ton und den eigentlichen Fakten nicht hinbekommen. Eben jene Menschen und ihre innere Aufgeregtheit konnte ich seit gestern wirklich super beobachten. Es nagt an ihnen. Keiner von ihnen geht auf die Fakten ein. Es ist so lustig, die Wirkung zu sehen.

    Auf der anderen Seite ist die schweigende, zustimmende Mehrheit. Sie sitzt da und nickt. Aber damit sie nach außen nicht auffallen, geben sie mir still und heimlich ihre Zustimmung. Nur nicht öffentlich, sonst könnte ja jemand denken, man sei nicht empathisch genug.

    Die Blogosphäre ist in der Hinsicht frei von Rückgrat, weil der Großteil verlernt hat, wie Diskussionen funktionieren und wie man die Ergebnisse annimmt.

  6. Ähm… Die sogenannten „langen“ Bindestriche sind keine solchen, sondern Gedankenstriche. Seit die Rechtschreibung so schön „kreativ“ ist, scheint das keiner mehr zu wissen, und so werden die Striche gedankenlos in Texten verteilt – und zwar auch da, wo der echte Bindestrich angebracht wäre. Und die KI’s lernen es dann auch so.
    Bindestriche, wie der Name sagt, verbinden, Beispiel Internet-Cafe.
    Gedankenstriche haben – im besten (korrekten!) Fall – einen Leerschritt davor und danach und verbinden ganz richtig Gedanken, die Lücke erlaubt eine kurze Denkpause, Beispiele siehe oben, nach „verteilt“ und nach „haben“. Lorenzo hat beispielsweise auch einen in seinem Text, im letzten Absatz nach „Beitrag“, korrekt gesetzt.
    Ich gerate bei falsch gesetzten Bindestrichen, also mit Leerschritten, immer aus dem Takt. Ja, ich weiß, wir haben weißgott ganz andere Sorgen, aber wenn Sprache vor lauter Fehlern unverständlich wird, fehlt ein wichtiges Mittel zur Kommunikation.

  7. Man sollte sich die eigentliche Aussage von mthie mal genauer anschauen, denn diese sagt nur, dass wir aufhören sollten, uns unnötig in Diskussionen mit Nebensächlichkeiten und Empfindlichkeiten zu beschäftigen.

    Wir verschwenden aktuell so viel Zeit darauf, in Diskussionen darauf zu achten, niemandem zu nahe zu treten oder alles politisch so korrekt zu formulieren, dass das eigentliche Thema teils zu weit in den Hintergrund rückt. Natürlich ist der respektvolle Umgang miteinander essenziell, aber er sollte nie wichtiger sein, als das eigentliche Thema der Diskussion, und daher kann es passieren, dass man in einer hitzigen Diskussion auch einmal Dinge sagt wie: „Das ist doch völlig bekloppt!“ oder auch „Hast du Lack gesoffen?“.

    Natürlich verlangt dies auch, dass man sich nicht von allem direkt angegriffen fühlt. Meiner Meinung nach ist es leichter zu handhaben, als dieses ständige Überlegen, ob man etwas so sagen kann oder ob das Gegenüber sich instant wieder angegriffen fühlt.

  8. Ich verwende den Gedankenstrich – Halbgeviertstrich heißt er korrekt und diese Klugscheißer-Info nur, weil ich gleich einen benutzen wollte – schon immer gerne und hab mich auch schon gefragt, ob ich das jetzt lassen sollte, will ich doch nicht, dass man meine Texte für KI-generiert hält. Sind sie auch nicht. (Oh je, kurzer Satz!)

    Was ich mir aber tatsächlich schon mal überlegt hab ist, dass es ganz schön wäre, wenn die Menschen sich auch ein bisschen von der KI-Höflichkeit abgucken würden, das würde nicht schaden. Muss ja nicht ins ausufernd schleimende gehen…

  9. Erst mit @DerMorzi`s Kommentar verstehe ich so langsam, worum es eigentlich geht. Inhaltlich schließe mich den Kommentaren von @Tommi und @Lorenzo an, zumindest so lange, bis ich für mein Verständnis einsehend erklärend bekommen habe, warum eine Fakten- und Datenbasierende Diskussion einen respektvollen Umgang ausschließen bzw. unmöglich machen sollte?

    Und da bin ich auch bei DerMorzi, dass es natürlich schwieriger ist so zu schreiben, das sich der Gegenüber nicht angegriffen fühlt. Aber,- genau das verlange und erwarte ich auch von den Beiträgen, die ich lese. Die dem nicht entsprechen, lese ich maximal einmal.
    Und nein, für mich ist nicht in Ordnung, wenn es gerade bei unterschiedlichen Ansichten und Meinungen zu nahezu persönlichen Aussagen wie „Hast du Lack gesoffen“ kommt. Einer fehlenden oder nachlassenden Selbst- bzw. Emotionskontrolle möchte ich, gerade in unserer jetzigen Zeit, in keiner Art und Weise irgendeinen Vorschub leisten.

    Assimilation verstehe ich als „Anpassung“, unter Aufrechterhaltung traditioneller Gepflogenheiten und Werte, die in der Regel von den Älteren auf die Jüngeren, bzw. von Generation zu Genration weitgegeben werden. Und das ist für mich: verhandlungsfähig.

  10. Interessant ist zu beobachten, wie Menschen Meinungen äußern, und Verhalten bewerten, ohne die auslösende Diskussion verfolgt zu haben.

    Es ging dabei auch um Befindlichkeiten, ja. Es gab aber vorab einen regen Meinungsaustausch, auch mit klaren Worten und und recht harten Positionen. Und mit Fakten, die von beiden Seiten in die Diskussion geworden wurden. Das war absolut okay, trotz sehr verschiedener Standpunkte. Bis an einer Stelle eine Marginalisierung kam, welche einige in der Diskutanten persönlich getroffen hat. Es ging nicht mehr nur um ein „Hast Du Lack gesoffen“. Darüber hätten alle feixend hinweggesehen. Darüber sind dann die Emotionen, bei allen Beteiligten, mal für einen Abend übergekocht.

    In der Zeit, in der andere Blogbeiträge schreiben und sich anmaßen, darüber zu urteilen, ob die Menschen noch diskutieren können und wie sie das zu tun haben, haben sich die „Rivalen“ der Diskussion auf einen Konsens geeinigt, wie erwachsene Menschen das machen, und würden jetzt auch einen Kaffee oder ein Bier miteinander trinken, oder auch zwei, drei. Für die beteiligten Personen ist das Thema, nach aller Emotionalität, abgeschlossen. Aber schön, wenn Unbeteiligte sich darüber amüsieren und auslassen können. Und damit meine ich jetzt nicht Claudia hier, die am Rande an der Diskussion mit ihrer ausgewogenen Art beteiligt war.

    Ich hätte diesen Kommentar hier auch an anderer Stelle schreiben können, aber da ist es ja nicht erwünscht.

  11. @alle:
    Danke für Eure Kommentare! Mal eben kleines KI-Erlebnis vorab: Gestern wollte ich (am Handy) Gemini nach einem Gemälde fragen, von dem ich nichts erinnerte als das Motiv. Mir ging jedoch die Geschwätzigkeit der KI auf die nerven, die schon zu Begrüßung viel plapperte und mir das Gefühl gab, garnicht zu Wort zu kommen. Im Hintergrund sagte mein Besuch „Halt die Fresse!“, worauf Gemini antwortete:

    „Das war jetzt nicht besonders nett. Wenn du schlechte Laune hast oder dich über etwas ärgerst, können wir gerne darüber reden – aber bitte in einem respektvolleren Ton.“

    @Patrick: dieses Einsickern von Floskeln und Hohlbegriffen ist mir schon lange vor KI auf die Nerven gegangen, stammt meist aus Marketing und PR, aber auch vielen anderen Textsorten, die dünne Inhalte gerne duch Buzzwords aufpeppen.

    @Gerhard Keller: Danke für den Link, habe mir die Sendung gerade angesehen! Sie spricht all die massiven Problematiken an, die – abseits vom bloßen Texten – durch KI auf die Gesellschaft zugekommen sind. Anders als du nutze ich KI häufiger für Alltagsfragen, bekomme allermeist ein gute Antwort, versehen mit Links zu den Quellen – muss mich also nicht mehr durch den ganzen SEO-optimierten und mit Werbung oft fast unlesbar gemachte Texte wühlen, um VIELLEICHT meine Antwort zu finden!

    @Mthie: Deine Intention habe ich durchaus verstanden – und dich im übrigen hier auch nicht als Unsymphat dargestellt, der nur pöbelt! Ich habe allerdings sachlich dagegen argumentiert, weil ich nach wie vor der Meinung bin, dass eine Diskussion durch solche Anwürfe gegen Beteiligte nicht gewinnt, sondern Leute vertreibt, die so einen Umgang nicht ertragen wollen. (Siehe den Absatz „Der Unterschied…“). Warum sollte ich mich mit „Menschen anderer Meinung“ auseinander setzen, wenn sie mich – anstatt Argumente sprechen zu lassen – mit Dreck bewerfen? Und nebenbei stellt sich mir die Frage: Warum hast DU das nötig, wenn es dir doch jeweils um die Inhalte geht?

    @DerMorzi:

    „Wir verschwenden aktuell so viel Zeit darauf, in Diskussionen darauf zu achten, niemandem zu nahe zu treten oder alles politisch so korrekt zu formulieren, dass das eigentliche Thema teils zu weit in den Hintergrund rückt.“

    Also ich erlebe das nicht so, es fällt mir leicht, meine Meinung auszudrücken, ohne ausfällig zu werden. In zugegeben seltenen Fällen ist es mir auch mal gelungen, einen Pöbler zum sachlicheren Austausch zu bewegen – geht natürlich nur, solange es noch um Fakten geht. Auch sehe ich hier einen großen Unterschied zwischen einer Online-Debatte und Diskussionen im „Real Life“, wo man auch Gesichtsausdrücke und Körpersprache mitbekommt.

    @Lorenzo: So sehe ich das auch und nutze KI als Werkzeug, wenn ich sie zu brauchen meine. Zwei lange Schachtelsätze in diesem Post hab ich auf Grammatik prüfen lassen – hat gestimmt! :-)

    @Tommi: Ich habe darauf verzichtet, hier ellenlang jene Diskussion zu berichten, bin nur mit einem Halbsatz darauf eingegangen (als ich neben dem „Ton“ auch die Aussagen erwähnte). Das wäre hier zu ausufernd gewesen, zudem hab ich mich dazu auf deinem Blog geäußert, aber leider hast du den Beitrag gelöscht. Vor allem aber ging es mir HIER definitiv um den Ton, den Blogpost von Mthie, dem ich widersprechen wollte – und NICHT um die etwas anders gelagerte Diskussion in einem Bloggerforum.

    @Holly @Kerstin: Ja, ich meine Gedankenstriche, die in der aktuellen Debatte um KI-Schreibweisen eben meist als „langer Bindestrich“ bezeichnet werden. Deshalb hab ich das auch so genannt, eine Anpassung in der Begrifflichkeit zu Gunsten einer vermuteten Allgemeinverständlichkeit. Dass es ein „Halbgeviertstrich“ ist, hab ich noch nicht gewusst! :-)

    Zur Hoffnung, dass es nicht schaden könnte, wenn die Menschen sich auch ein bisschen von der KI-Höflichkeit abgucken würden, siehe mein obiges Gesprächserlebnis. Mich würde glatt interessieren, ob man die KI so vorab promten kann, dass sie unhöflich wird und mit Kraftausdrücken um sich wirft! :-)

    @Menachem: EIGENTLICH ging es mir darum, das Video zu kommentieren, das die massive Anpassung an KI und Algorithmen kritisiert. Aber wie das beim menschlichen Bloggen so ist, wählte ich als Aufhänger den gerade gelesenen Rant von Mthie. Das war offenbar suboptimal, denn er passt sich im Ton ja gerade NICHT an die KI an – lediglich unsere Übereinstimmung in Sachen „Wir brauchen diese Diskussionen über KI“ war mir Grund genug, meine Meinung zur Wirkung von Kraftausdrücke in der Debatte zum Besten zu geben.

  12. @Claudia

    Mir ging jedoch die Geschwätzigkeit der KI auf die nerven, die schon zu Begrüßung viel plapperte und mir das Gefühl gab, garnicht zu Wort zu kommen. Im Hintergrund sagte mein Besuch „Halt die Fresse!“,

    dieses Einsickern von Floskeln und Hohlbegriffen ist mir schon lange vor KI auf die Nerven gegangen, stammt meist aus Marketing und PR, aber auch vielen anderen Textsorten, die dünne Inhalte gerne duch Buzzwords aufpeppen.

    Das ist genau das, was ich hier im Kommentar meinte.

    Das geht ja schon seit Alexa und Ablegern so, dass dieses inhaltslose Geschwalle herumwabert und wenn ich mir so manche Konversation im „Business“ anhöre, sind deren Hohlphrasen von diesem Geschwätz so weit weg nicht. Da „machen Dinge Sinn“, „hat man ein Thema“ oder „nimmt etwas in seinem Koffer mit“ oder erledigt „zeitnah“ etwas – ergo nie. Das kann ich echt bald nicht hören und dann ist die Ausgabe solcher LLM und ähnlicher angelernter neuronaler Netzwerke genau dieser Sermon, in dem sich der Anwender dann die Körnchen echten Inhalts herauspicken darf.

    Liegt vielleicht auch daran, dass ich als „Ossi“ und Arbeiter das 13.Abiturjahr West für die Schauspielschule nicht absolvieren musste, aber in etlichen Punkten bin ich bei mthie. Manchmal ist klare Ansage und die Kurzfassung einfach sinnvoll und nötig und da fällt auch mal etwas raus, was im normalen Umgang mit Dritten eben „nicht nett“ ist. Selber rante ich ja auch gerne;-)

    Es sollte nur eben nicht die bestimmende Form sein und/oder das Beleidigen um des Beleidigens willen, während der Inhalt entweder untergeht oder nicht vorhanden ist. Und gerade dieses inhaltslose Wischiwaschi ist manchmal mehr „Beleidigen“ und Abwerten seines Gegenübers als ein verwendeter Ausdruck.

    Das bereits oben erwähnte Blablameter nutze ich auch schon ewig und „KI“-Generiertes erreicht da als Test regelmäßig Spitzenplätze. Man gebe z.B. mal die Texte von irgendwelchen offensichtlich nicht mensch-geschriebenen Ratgeberseiten zu allen möglichen und unmöglichen Themen dort ein…

    Viele Grüße
    Thomas

  13. Vor allem aber ging es mir HIER definitiv um den Ton, den Blogpost von Mthie, dem ich widersprechen wollte – und NICHT um die etwas anders gelagerte Diskussion in einem Bloggerforum.

    Schon klar, hatte ich auch nicht anders aufgefasst. Alles gut. Der Beitrag bei mir ist auch wieder online. Ich hatte den (und ein paar andere) temporär entfernt.

    BTW: Eine schöne, interessante Diskussion hier.

  14. Beispielsweise verwenden inzwischen Leute, die früher für ihr schönes Deutsch bekannt waren, inzwischen selbst dieselben Floskeln wie der Sprachautomat. Weil sie es tonnenweise im Netz lesen (müssen). Somit in den eigenen Sprachgebrauch übergeht.

    Das ist nichts Neues. Das geschah schon vorher mit Anglizismen („macht Sinn“, „zwanzig-sechsundzwanzig“ etc.)

    Ähm… Die sogenannten „langen“ Bindestriche sind keine solchen, sondern Gedankenstriche. Seit die Rechtschreibung so schön „kreativ“ ist, scheint das keiner mehr zu wissen, und so werden die Striche gedankenlos in Texten verteilt – und zwar auch da, wo der echte Bindestrich angebracht wäre. Und die KI’s lernen es dann auch so.

    Es heißt im englischen Sprachraum oft, dass die KIs das durch Fanfiction-Webseiten gelernt hätten.

    Was ich mir aber tatsächlich schon mal überlegt hab ist, dass es ganz schön wäre, wenn die Menschen sich auch ein bisschen von der KI-Höflichkeit abgucken würden, das würde nicht schaden. Muss ja nicht ins ausufernd schleimende gehen…

    Als vor ein paar Wochen die Meldung herumging, dass man KI-Texte an der Höflichkeit erkennt, kamen es nicht umsonst zu Witzen wie „Dann wird das Digitale-Dienste-Gesetz daran schuld sein, dass die Dead-Internet-Theory Realität wird.“.

  15. „Es heißt im englischen Sprachraum oft, dass die KIs das durch Fanfiction-Webseiten gelernt hätten.“
    Interessant, das wußte ich nicht. Aber es ist logisch, daß die KI’s das lernen, was man ihnen vorgibt. Gibt man Mist ein, bekommt man auch genau den raus.
    Aber das Phänomen, daß Binde- und Gedankenstrich nicht mehr unterschieden werden können, ist schon älter, da war von KI noch keine Rede. Allgemein ist, auch jenseits von KI und Co. der Umgang mit der Sprache schlampig bis zur Sprachverhunzung. Manche Texte muß ich laut lesen, um den Sinn an den orthografischen und grammatikalischen Fehlern vorbei zu erkennen. Dazu noch überflüssige und falsch verwendete Anglizismen, Gendersterne, -Unterstriche oder -Doppelpunkte oder auch Worte, die ganz durch Sterne ersetzt werden – dann habe ich fertig gelesen und keine Lust mehr.

  16. Gibt man Mist ein, bekommt man auch genau den raus.

    In der IT auch scherzhaft als „GIGO-Prinzip“ bezeichnet. „Garbage in, garbage out“.

    Allgemein ist, auch jenseits von KI und Co. der Umgang mit der Sprache schlampig bis zur Sprachverhunzung.
    […]
    Dazu noch überflüssige und falsch verwendete Anglizismen, Gendersterne, -Unterstriche oder -Doppelpunkte

    Mit einem uralten IT-Witz formuliert:

    Anruf bei der Support-Hotline von Microsoft.

    „Guten Tag, ich habe ein Problem. Ich habe Windows 95 auf meinem Rechner…“

    „Das haben Sie bereits im ersten Satz gesagt.“

  17. Ich bin erstaunt, dass hier in der Kommentarleiste so viele User euphorisch über KI berichten. Wobei- das muss ich einschränken – es primär um Texte und Sprache geht. Und genau dabei benötige ich keine KI, denn Sprache ist stets im Wandel. Und der Umgang damit darf ruhig verschwenderisch sein. KI zielt dagegen auf Effizienz. Wer gerne schreibt, seien es längere Kommentare oder Blogbeiträge, hat Gelegenheit, ohne KI seine Kreativität zu testen. Wer viel liest, erweitert sein Vokabular. KI steht all dem im Wege. Ich bin mein eigener Lektor.

    Mehr als in der Abfassung von Texten wird KI in der Medizin bejubelt. Und ja. Es mag sein, dass sie dort in der Diagnostik Vorteile bringt. Aber auch hier ist Skepsis angesagt. Einige dermatologische Abteilungen in Kliniken haben sich zur Hautkrebsfrüherkennung einen 360 Grad angeschafft. 100 Kameras bilden die gesamt Körperoberfläche ab und gleicht diese später mit KI ab. Bei einer Bekannten, die seit Jahrzehnten immer wieder Keratome chirurgisch entfernen lassen muss, hat diese Maschine über 3.000 Hautläsionen festgestellt. Hier sehe ich die Gefahr der Überdiagnostizierung. Die Kosten in Höhe von 300 Euro werden von der GKV nicht übernommen.

    Kritisch sehe ich auch die Möglichkeiten, aufgrund von MRT- und CT-Bildern vor dem Hintergrund von zigtausend KI-Daten einen malignen Tumor zu identifizieren. Denn wer haftet, wenn sich nach der Op herausstellt, dass es sich nur um ein benignes Neoplasma handelte? Wer haftet? Die Anbieter von KI? Die Mediziner? Das Krankenhaus, dass sich dieser Maschine bedient? Und wie sieht es aus, wenn es am Ende unter Anwendung von KI intra- oder postoperative Todesfälle gibt?

  18. @Gerhard Keller: Das Thema „KI beim Bloggen“ ist ja in letzter Zeit viel diskutiert worden. Dabei hat sich jedenfalls niemand geoutet, Blogbeiträge „von KI schreiben zu lassen“. In der Regel nutzt man KI zur Recherche, zur Rechtschreibkorrektur, ab und an auch zur Verbesserung der Formulierungen, wie es Horst hier beschreibt.

    Die meisten Texte, die fürs Web geschrieben werden, entstehen allerdings nicht aus „Freude am Schreiben“, sondern sind spezifische Texte zu vorgegebenen Zwecken (Nachrichten, SEO-optimierte Sachtexte). Dabei ist KI ausgesprochen nützlich, denn man kann ihr den gewünschten Stil beibringen, Beispieltexte eingeben und vieles mehr, um dann bei „ähnlichen Themen“ recht viel von KI schreiben zu lassen. Ich mache das bei Auftragstexten auch, sonst hätte ich längst versuchen müssen, das Honorar (seit Jahren gleich) zu erhöhen – was in einer KI-Welt nicht gut durchsetzbar ist, selbst wenn man freundliche Auftraggeber hat, die die eigene Arbeit wertschätzen. Dennoch bin ich mit solchen Texten immer noch 60% der Zeit beschäftigt, bis sie meinen Ansprüchen genügen und mir unbekannte Fakten geprüft sind.

    Was die medizinische Nutzung angeht, gibt es auch wirklich tolle Erfolge, gerade in der Tumordiagnostik:

    „Die Genauigkeit der Methodik überraschte selbst die Forschenden. „Obwohl die Architektur unseres KI-Modells sehr viel einfacher ist als bisherige Ansätze und dadurch erklärbar bleibt, liefert es präzisere Vorhersagen und damit eine höhere diagnostische Sicherheit“, sagt Sören Lukassen. “

    „Höhere Genauigkeit“ bedeutet: im Vergleich zu bisherigen, mit mehr menschlicher Beteiligung erhaltenen Diagnosen. Wenn die KIs erst zugelassen werden, wenn das in genügend Tests bestätigt ist, sehe ich keinen Grund, das nicht zu nutzen. Das von dir genannte Beispiel ist klar ein Flop, was sicher alle Beteiligten auch erkannt haben! Dazu passt auch, dass die KHs diese Methode nicht übernehmen. Ich vermute, dass die Krankenhäuser derlei anbieten, um ihre Einnahmen zu steigern: Wenn die „360 Grad“ mal angeschafft ist, lohnt sich das vermutlich – aber sicher haben sie nicht an 3000 Stellen an der Patientin herumgeschnippelt!

    Was die Haftung angeht, ist diese gewiss „analog“ geregelt, also per Versicherung, die für Fehler von menschlichen Ärzten haftet – diese sind es ja, die für den jeweiligen Einsatz und die darauf folgenden Therapien verantwortlich sind.

  19. @Juri: danke für den Hinweis! :-) Hab einen guten Rutsch!

  20. Wer optimistisch ins kommende Jahr blickt, lag im vergangenen Jahr im Koma oder ist ein Ignorant.

    Allen ein geschmeidiges Hinübergleiten. Man liest sich.

  21. @gerhard

    denn Sprache ist stets im Wandel. Und der Umgang damit darf ruhig verschwenderisch sein. KI zielt dagegen auf Effizienz.

    Zum Glück kann man den „Sprachwandel“ im Text-Editor mit „Suchen und ersetzen“ auf Effizienz trimmen. Nur schade, dass es noch nichts gibt, mit dem man den „Sprachwandel“ auch aus Audio- und Video-Dateien herausrechnen kann.

    Das wäre cool.

  22. Wo ist bloß die alte Weisheit beim Bloggen geblieben nach der man

    „.. dort wo man sich nicht wohlfühlt weil einem etwas gegen den Strich geht einfach nicht mehr liest? ..“

    Ob nun kein – ein wenig – mehr – oder ganz viel KI in einem Blog steckt ist doch so verschieden, daß für jeden Geschmack eine Nische da sein sollte …!
    Die Eisenbahn war anfangs gleichermaßen umstritten wie KI …. und heute? Da ist eine Mehrheit überzeugt, daß sie eine sinnvolle Art der Fortbewegung ist.

    Alles immer sofort geklärt haben zu wollen mag möglicherweise *im Trend* sein – *gesund* für die geistige Ebene unseres Seins ist es nicht.

  23. Wolfgang von Sulecki: Der Eisenbahnvergleich passt nicht. Ich beziehe mich dagegen auf die Atomkraftwerke, über die viele sogenannte Experten uns versichert haben, sie seien sicher. Mit einem Gau sei höchstens alle 1000 Jahre zu rechnen. Tschernobyl und Fukushima haben das Gegenteil bewiesen.

    Individuell mag der eine oder die andere wie Claudia momentan noch ihre individuellen Vorteile aus der Nutzung von KI ziehen. Notwendig wäre aber eine Diskussion auf der Metaebene über die erheblichen Nachteile wie z.B. dass sich durch KI der Stromverbrauch nach Aussagen der Bundesregierung bis zum Jahr 20230 verdoppelt. Das ist aber nur ein Aspekt. Weitere wären die Vernichtung von Arbeitsplätzen, die Manipulation von Bildern und Videos als „Beweismittel“ und der Digitalzwang.

    Halb OT: Für Interessierte hier mal das Bekennerscheiben der Vulkangruppe zum Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin, in dem es nebenbei auch um die Gefahren durch KI geht:
    https://www.msn.com/de-de/politik/beh%C3%B6rde/stromterror-in-berlin-das-bekennerschreiben-im-wortlaut/ar-AA1TxiPw

  24. @ gerhard keller

    Gemeinhin hätte ihre Formulierung: „.. Der Eisenbahnvergleich paßt nicht ..“ freundlicher und weniger apodiktisch geklungen wenn Sie (beispielsweise) dort geschrieben hätten: „Aus meiner Sicht wäre ein Vergleich mit Atomkraftwerken passender gewesen, weil ….“
    So wie es da steht fühle ich mich düpiert, abgekanzelt, in eine imaginäre Ecke gestellt.

    Doch zur Sache:
    Aus statistischen Gründen sind zwei versagende AKWs – dazu noch jeweils aus menschlichem, nicht technischem Versagen, kein Beweis gegen die postulierte Sicherheit.

    Da wir hier von KI sprechen fragen wir doch ‚mal https://chat.mistral.ai und lassen uns die Fakten geben:

    „.. Aktuell gibt es weltweit etwa 410 bis 439 in Betrieb befindliche Atomreaktoren in 32 Ländern. Diese decken rund 10 % des globalen Strombedarfs ab. Die genaue Zahl schwankt leicht, da einige Reaktoren stillgelegt und neue in Betrieb genommen werden.
    Die Rate von gefährlichem Versagen ist schwer zu beziffern, aber die Geschichte der Atomenergie zeigt, dass schwere Unfälle – also solche mit erheblicher Freisetzung von Radioaktivität und schwerwiegenden Folgen – sehr selten sind. Seit Beginn der zivilen Nutzung der Kernenergie gab es weltweit nur zwei Katastrophen der höchsten INES-Stufe 7 (Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011) und einige wenige Unfälle der Stufen 4 bis 6. Die meisten Störfälle werden auf den Stufen 1 bis 3 eingestuft und haben keine schwerwiegenden Auswirkungen. Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit eines schweren Unfalls in einem einzelnen Reaktor sehr gering, aber nicht ausgeschlossen ..“

    Zur Meta-Ebene:
    Durch die digitale Entwicklung nicht aufzuhalten sind mehrere der Folgen – und es ist das Versagen der deutschen Politik den Handlungsbedarf nicht, oder mindestens nicht rechtzeitig, erkannt und durch Maßnahmen abgefangen zu haben [Stromverbrauch, Vernichtung von Arbeitsplätzen, Manipulation von Bildern etc., Digitalzwang].

    Die momentane Regierung versagt da wie schon zuvor die Regierungen Merkel mit CDU-und CSU-Pfeifen in zentralen Ministerposten (Seehofer, Karliczek, Scheuer, Dobrindt) die intellektuell ihrer Aufgabe nicht gewachsen waren.

    Manipulationen und Digitalzwang sind doch für diese Regierungen nachrangig gewesen – das Augenmerk lag eher auf „Bürger gläsern machen“, „ausspähen“, „schurigeln“, „die Obrigkeit achten lehren“. Andere europäische Länder sind uns weit voraus, so weit, daß diese Sorgen die Sie als Folgen beschreiben gar nicht erst aufgetaucht sind!
    Als ich 2000 in USA gearbeitet habe wurden hier noch Modems eingesetzt – dort war ich mit einem „KLICK!“ auf dem Laptop im Internet!

    Was den Energieverbrauch angeht ist die Frau Ministerin-Lobbyistin gerade dabei Milliarden zu verschleudern für Gaskraftwerke die niemand braucht, Wasserstoff-Förderung die mehr Energie verbraucht als sie generiert, und das als Reverenz an die heiligen KFZ-Konzerne die 20 Jahre Entwicklung hin zur Elektromobilität verschlafen haben …. während zugleich die Förderung der Erneuerbaren zurückgefahren wenn nicht ganz aufgehoben wird.

    Die globale Erwärmung wird weiter voran gehen, das ist ein unabänderliches Faktum – egal ob die Politiker die Fristen verlängern oder nicht angemessen reagieren, egal ob die Bevölkerung daran glaubt oder nicht.

    Was hierzulande fehlt ist das Bewußtsein daß Fakten nicht diskutabel sind, sondern das sind was ihr Name sagt: FAKTEN!

  25. @Gerhard Keller:der eine oder andere„? Ich kenne niemanden, der KI garnicht nutzt. Die Nützlichkeit ist so überwältigend riesig: Allein der Zugriff auf „das Wissen der Welt“ zu jeder Zeit und zu jedem Thema revolutioniert das Lernen / sich informieren – unfassbar beeindruckend.
    Dann die Art, wie Arbeit sich verändert: eigentlich alles, was langweilige Routine war, wird verschwinden – die „agentischen“ KIs werden immer fähiger, programmiert wird schon zu erheblichen Teilen von KI (auch übrigens bei den KI-Entwicklern, KI Claude entwickelt sich schon ein Stück selbst).
    Über die neuesten Entwicklungen und die Beschleunigung hab ich grade dieses Video gesehen: Nein, der Typ und seine Art ist mir NICHT sympathisch, ich schaue das trotzdem – wegen der Info-Dichte!

    „Notwendig wäre aber eine Diskussion auf der Metaebene über die erheblichen Nachteile“

    Dazu sehe und lese ich ebenfalls jede Menge, z.B. hier (Ohlsberg), hier (ARTE) oder hier („KI = das Biest“ aus der Bibel!) – nur als Beispiele von vielen.
    KI wird die Welt krass verändern, wie genau, wissen wir nicht. Und selbst, wenn der Bundestag oder das EÚ-Parlament das alles debattieren würde – wir haben nicht wirklich die Macht, oder? (Schon allein die VOR-KI-IT stammt wesentlich von US-Konzernen).
    Ich glaube allerdings nicht, dass sich ALLES Furchtbare, was da so prophezeit wird, wirklich eintritt – aber zweifellos wird sich die Arbeitswelt verändern, einige meinen gar, KI bringe das Ende des Kapitalismus.

    Danke für den Link. Ich habe diese elendlange Erklärung einem Freund laut vorgelesen – es ist so ausufernd, dass ich es nicht ganz geschafft habe. Ein schreckliches Pamphlet, weil diese Leute wirklich so verrückt sind, zu glauben, sie würden irgend etwas ändern, wenn 40.000 Berliner Haushalte 5 Tage im Kalten und Dunkeln sitzen!

    @Wolfgang v. Sulecki: Bezüglich der Atomkraft beginne ich tatsächlich umzudenken. Was mich SCHMERZT, denn „Anti-AKW“ war Teil meiner politischen Identität über Jahrzehnte!!! Nun, angesichts des Verlaufs der Dinge, der klar zeigt, dass MEHR Energie gebraucht wird und nicht weniger, dass technische Fortschritte, auch Erneuerbare et al daran nichts ändern (und Letztere nie alle Bedarfe zu jeder Jahreszeit beliefern können), wird es wohl so kommen müssen, dass AKWs wieder gebaut werden. Wenn nicht bei uns, dann halt anderswo, es hat ja schon angefangen. Gaskraftwerke mit gefraktem US-Gas sind ja nicht wirklich eine tolle Alternative. Sie emittieren zwar weniger CO2 pro kWh als Kohlekraftwerke, aber immer noch erhebliche Mengen. Vielleicht gibt es ja künftig bessere Reaktoren, die nicht so viel strahlenden Müll hinterlassen – ich meine, sowas gelesen zu haben (Thorium-Reaktoren?), hab mich aber nicht eingelesen. Das mit der Fusion scheint ja in absehbarer Zeit nichts zu werden.

  26. @Claudia

    „Ich kenne niemanden, der KI garnicht nutzt.“

    Doch hier, zumindest nicht wissentlich;-)

    Aber da sind wir wieder beim Punkt, was unter „KI“ verstanden wird und wo angelernte neuronale Netzwerke Sinn haben.

    Geht ja schon etwas aus dem Thema hinaus, aber „KI“ und AKW sehe ich in ihrem Wahrnehmen durchaus ähnlich. Der Nutzen und die Probleme darum stehen in keinem Verhältnis und ich denke und hoffe, dass zumindest diese Blase recht bald platzt, nach der in erster Linie die Marktschreier und daran angehängt die Medien das Thema befeuern und suggerieren, damit nahezu alle Probleme lösen zu können.

    Schaut man sich das ganze Konzept an, dann ist Kernenergie unabhängig von ihren Risiken nie! ein Gewinn gewesen, weil sie stets nur massiv subventioniert ihren vermeintlich billigen Strom erzeugt hat und solange die Dinger laufen, auch deren Reste weiter gelagert werden müssen. Das steht als gesamtgesellschaftlicher Aufwand sowohl finanziell als auch zeitlich in keinstem Verhältnis zu der Zeit, in denen sie Strom erzeugt habe. Faktisch war das von Anfang an eine Sackgasse, bei der nur um den Einsatz zurechtfertigen, die „Lösungen“ versprochen wurden, die es bis heute nicht gibt.

    https://www.boell.de/de/2025/02/17/atomstrom-ist-teuer-und-keine-loesung

    https://foes.de/publikationen/2020/2020-09_FOES_Kosten_Atomenergie.pdf

    Der Blödsinn mit Wasserstoff aus Erneuerbaren fällt da gleich mit rein, weil sich dieselbe Energiemenge mit weniger Kosten und ohne immense Wandlungsverluste durch ein paar Solarpaneele, Windräder und Batteriespeicher auch zubauen lässt. Das trifft auf Alternativen wie Fracking-Gas analog zu. Aber nachdem Trump sich mal wieder von seiner besten Seite gezeigt hat, geht hoffentlich auf, dass es nicht sinnvoll ist, sich statt von einem Diktaotr vom anderen abhängig zu machen oder weiter auf fossile Energie aus dem arabischen Raum mit seinen Abhängigkeiten zu setzen.

    Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Einsatz von „KI“, die speziell als LLM oder für ein paar lustige Bildchen/Videos und das ganze Gefake hintendran Unmengen an Energie verbrät und dabei noch Traffic für sich beansprucht, der vielleicht anderweitig auch sinnvoller genutzt wäre.

  27. @Thomas/Siewurdengelesen: die Rede vom „Platzen der Blase“ halte ich für SEHR überstrapaziert, vor allem wird da gewöhnlich nicht dazu gesagt, WAS EIGENTLICH da „platzen“ soll und wie!

    Dot.com war eine Blase, weil da viele Unternehmen ohne jegliches Geschäftsmodell total overhyped und entsprechend überbewertet waren. Deshalb „geplatzt“, aber das Internet hat tatsächlich die Welt verändert, die Überlebenden MIT Geschäftsmodell haben überlebt und wurden Techgiganten z.B. Amazon, eBay, Google.

    Die aktuell am Aufbau der KI-Infrastruktur Beteiligten sind „Schwergewichte“, die lange schon Geld verdienen – und wer noch nicht genug verdient (OpenAI, das aber dieses Jahr an die Börse geht und „abkassiert“), bekommt Geld von Nvidia, die im Geld schwimmen (75% „Marge“). Eine „Blase“ kann man in den immensen Investitionen in zu viele (?) Rechenzentren sehen, inkl. deren verschlungener Finanzierung. Aber selbst wenn davon nicht alles klappt und die Aktien gewaltige Einbrüche verzeichnen, wird KI (hier: alles was sich seit 2023 entwickelt hat) nicht wieder verschwinden.

    Der Energiebedarf – nicht allein durch KI, aber dadurch verschärft – ist ein Mega-Problem. China hat ALLES ausgebaut, Erneuerbare ebenso wie AKWs und Fossile. Die Elektrifizierung schreitet voran, trotz unseres bremsenden „Aus vom Verbrenneraus“ (kein „echtes“ Aus!). Google und Meta haben sich bereits AKWs für die langfristige Versorgung gesichert, etliche neue sind geplant, auch kleinere (KI-Übersicht). Trump hat die Genehmigungszeit 2025 auf 18 Monate begrenzt…. nun ja, sieht nicht so aus, als wär das alles ein totes Pferd.

    Auch Erneuerbare versorgen bereits Rechenzentren, aber es scheint bei weitem nicht zu reichen. Und wer würde sich wünschen, dafür Öl zu verbrennen? Geht erst recht nicht (CO²)!

    Die LLM-Kis haben sich übrigens massiv weiterentwickelt und sind bei weitem nicht mehr nur für „ein paar Bildchen“ oder Texte im Einsatz. Es gibt auch solche, die man selbst mit Daten füttern kann (z.B. lange PDFs, E-Books etc.), ein im Arbeitsalltag vieler sehr nützliches Tool, das dann selbstständig nach Vorgabe Exzerpe und andere Formate erstellt. Das man auch befragen kann und sich somit die Gesamtlektüre erspart, wenn nur ein Aspekt interessiert. Und man kann vernetzte Agentensysteme bauen, die dann vollautomatisch wiederkehrende Arbeiten erledigen, sowie alles in vorgegebene Formate bringen und nach Vorgabe „überall“ passend publizieren.
    Ich nutze ja recht wenig und im wesentlichen Recherche – aber das ist nur ein winziger Bruchteil der bereits erreichten KI-Fähigkeiten.

  28. Claudia: Danke für Deine ausführliche Antwort. Lass ich mir alles mal durch den Kopf gehen.

    Übrigens empfinde ich das hier insgesamt als eine angenehme Diskussionskultur.

  29. all: Die Verharmlosung der Atomkraftwerke teile ich absolut nicht. Anders als bei KI gab es seinerzeit große nationale und internationale Widerstandbewegungen. Die Anti-AKW-Aktionen waren wie bei Claudia Teil meiner politischen Biografie. Unter anderem regelmäßige Sonntagsspaziergänge um den THTR in Hamm-Uentrop durch das NRW-Bündnis und zwei Wochenenden am Chaoteneck in Wackersdorf. Widerstand gegen KI äußert sich meiner Wahrnehmung nach momentan nur in dem stillschweigenden Verzicht auf diese Technik. Institutionalisiert hat sich der KI-Skepsis und -kritik in Gestalt des Vereins „Digitalcourage“, Bielefeld, dessen Mitglied ich bin: https://digitalcourage.de/suche?keys=KI

    In den 1970er Jahren erschienen zahlreiche Bücher, die den atomkritischen Diskurs förderten. Genannt seien Grenzen des Wachstums (1972, erstellt im Auftrag des Club of Rome), Der Atomstaat (1977, Robert Jungk (1913–1994)), Sanfte Energie (1978, Amory Lovins (* 1947)), Müssen wir umschalten? (1978, Klaus Traube), Der Atomkonflikt (1979, Hrsg. Lutz Mez) und Friedlich in die Katastrophe (1971, Holger Strohm; 1981 bei Zweitausendeins erschienen).
    Frage; Ist das jetzt alles Altpapier wie mein Psyrembel seit es „Dr. Google“ gibt?

    Robert Jungk hat einmal gesagt, dass Atomkraftwerke und Demokratie sich gegenseitig ausschließen. Denn eine Technik, die im Fall eines Gau oder Supergau große Teile der Bevölkerung tötet und verseuchen und große Teile des Staatsgebietes unbewohnbar verstrahlt, ist mit dem Gedanken der Demokratie nicht vereinbar.

    Jede neue Profitnische des Kapitals hat in Schlepptau ihre Bescheidwisser (Experten), die uns die Nützlichkeit der Errungenschaft einreden und uns mit Annehmlichkeiten und Nützlichem anfüttern. Das dicke Ende, um es mit Worten von Siewurdengelesen zu sagen, die platzende Blase kommt noch. Nicht durch das Ende von KI wegen finanzieller Probleme, sondern durch die wissenschaftlich umstrittene „Technische Singularität“ ..https://www.techzeitgeist.de/ki-singularitaet-wie-nah-sind-wir-dem-moment-der-alles-aendert/

    Als Eingriff in meine digitale Selbstbestimmung empfinde ich zum Beispiel die zwangsweise installierte Meta AI auf meinem Smartphone. Sie lässt sich nicht deinstallieren. Und den neuesten Skandal, in dem sich zeigt, dass a) die Kontrolle versagt und b) KI-Verantwortung keinen Namen und kein Gesicht hat, kann man heute auf SPIEGEL-Online nachlesen:

    https://www.spiegel.de/netzwelt/apps/ki-chatbot-grok-zieht-frauen-und-kinder-digital-aus-gegen-ihren-willen-a-09d8ff07-d940-46e6-9a0a-792e7ae430fa

  30. @Gerhard Keller: ich „verharmlose“ AKWs bestimmt nicht und finde auch nicht, dass jetzt alles „Altpapier“ ist, was früher dazu geschrieben wurde. Immerhin sollen moderne Reaktoren ETWAS sicherer sein – was wie immer umstritten ist. Googles KI sagt dazu:

    „Technischer Fortschritt in modernen Anlagen:
    Passive Sicherheitssysteme: Im Gegensatz zu älteren Modellen nutzen moderne Reaktoren vermehrt physikalische Gesetze wie Schwerkraft oder natürliche Konvektion zur Notkühlung. Sie funktionieren auch ohne Stromzufuhr oder menschliches Eingreifen für einen gewissen Zeitraum.
    Schutz vor Kernschmelze: Moderne Konzepte verfügen oft über einen sogenannten „Core Catcher“ (Kernfänger), der im Falle einer Schmelze das radioaktive Material auffangen und kühlen soll, um eine Kontamination des Bodens zu verhindern.
    Widerstandsfähigkeit: Neue Anlagen sind meist besser gegen externe Einflüsse wie Flugzeugabstürze oder schwere Erdbeben gesichert als die im Durchschnitt über 30 Jahre alten Bestandsreaktoren. „

    • Zur „Technischen Singularität“: in Sachen „sapiens“ empfinde ich bereits die jetzigen LLMs und multimodalen KIs als zumindest MIR bei weitem überlegen! :-) Das Thema braucht aber einen neuen Post!
    • META/FB hab ich schon lang nicht mehr auf dem Handy. Seit die mein total harmloses Gartenblog (bloß weil ich einen Link gepostet hatte) als „missbräuchlich“ bezeichnet haben, ist FB für mich gestorben!
    • Zum Spiegel-Artikel: Habe mir alle Posts der letzten Tage dieses Users bis hin zum Bikinibild durchgesehen: Viele hunderte, lediglich dieses eine Bikinibild gabs von Seiten eines Kommentierers, keine Nacktheit, keine Pornos… Nach allem, was ich so absichtlich und beiläufig lese, sind die aktuellen KIs in Sachen „Nacktheit“ recht umfassend zensiert.

    Was ich grundsätzlich anzumerken habe: Es sind IMMER Menschen, die problematische Inhalte erzeugen. KIs haben keine „Absichten“. Das viel diskutierte „Alignmentproblem“, also der Versuch, die KIs dazu zu bringen, immer im Sinne menschlicher Werte zu agieren, ist deshalb nicht lösbar, weil die Menschheit es nicht fertig bringt, sich über diese Grundwerte zu einigen. Bezüglich FRAUEN, ihrer Rechte, Kleidung und Abbildung, gibt es z.B. keinen Konsens zwischen EU und Iran/Afghanistan.

  31. Die Unternehmen, die in diesem Bereich in erster Linie LLM und Co. verkaufen, machen Verluste und rennen weiter nach Investoren. Bei OpenAI wird jetzt schon angenommen, dass die bis 2030 weiter Miese machen. Andere Unternehmen wären bei so einer Defizitstrecke mit Ansage längst weg. Wie anders als eine Blase soll man das bezeichnen, wenn in eine Verlustbranche nach den Gesetzen dieser Gesellschaft weiter Kohle reinbläst?

    Gleichzeitig sind derzeit 95% der Projekte Flops, die mittels angelernter neuronaler Netzwerke effizienter arbeiten sollen.

    Bedenkt man dabei, dass seit gefühlt etwa 2 Jahren dieser ganze Hype medial marktschreierisch und dauernervend überall breitgetreten wird wie das achte Weltwunder, sehe ich da schon leichte Versatzstücke zwischen Realität und Anspruch, dazumal auch bei den Modellen das schon jetzt passiert wie im Software-Sektor allgemein, dass die Kunden kostenlos angefüttert werden und für weitere Features, die dann in manchen Arbeitsumfeldern tatsächlich Sinn haben und benötigt werden, drückt man ein Abo rein.

    Es gibt wie gesagt sinnvolle Anwendungen für diese Technik, das ist unbestritten. Der am ehesten wahrgenommene Teil mit LLM, Videos, Bildern usw. ist es im imdustriellen Bereich nicht und bei den eher geistigen Bereichen versagt das schön regelmäßig weiter. Wenn ich das, was dort präsentiert wird, mehr Zeit für die Kontrolle auf Tatsachengehalt benötigt, als ohne dies überhaupt nötig wäre, taugt das nicht.

    Auch bei der Kernkraft gab es von Anfang an Kritiker, die auf die Folgen hingewiesen haben. Das wurde angesichts des abzusehend steigenden Strombedarfs und auch im Hinblick auf die militärische Seite dieser Technik nur ignoriert, abgewiegelt und verschwiegen. Es gab Zeiten, da gab es auch keinen Smog mit saurem Regen und vergiftete Gewässer und man behauptete, einen „begrenzten“ Krieg mit Atomwaffen führen zu können.

    Bereits da wurde durch die gesamte Nutzdauer behauptet, dass die Technik sicher ist und man eine Lösung für die strahlenden Reste finden wird. Das wird nie passieren, weil es schlicht keine gibt. Es kann auch keiner garantieren, dass über die Millionen Jahre, wo das Zeug jetzt in einem nach wie vor nicht existierenden „Endlager“ liegen soll, wirklich nichts passiert, weil das einfach Dimensionen sind, die wir mit unserer Grütze nicht erfassen und politische Denke sowieso nur bis zur nächsten Wahl funktioniert.

    Und bereits da haben die „Marktschreier“ wie beim Thema fossile Energien gewusst um diesen Pferdefuss. Ohne die ganzen Subventionen und komplett eigenwirtschaftlich waren AKW nie rentabel und auch die „modernen“ werden es nicht sein. Der echten Strompreis wurde ja nie dafür gezahlt, dafür aber die meisten Unkosten bis zum Entsorgen durch die öffentliche Hand getragen. Wenn das jetzt in Form dieser Mini-Dinger (die den Strombedarf der KI-Klitschen m.E. gar nicht decken können) wieder propagiert wird, ist das ebenfalls Augenwischerei und Kniefall vor irgendwelchen Tech-Giganten, die zwar viel große Klappe haben, aber oft auch wenig Substanz.

    Große AKW wie Hinkley Point sind bereits im Bau Investruine und bringen ihre Kosten niemals rein.

    https://solarcluster-bw.de/de/news/news-einzelansicht/erneuerbare-energien-klar-im-vorteil-gas-und-atomstrom-wird-zunehmend-zum-teuren-luxus

  32. @Thomas/Siewurdengelesen: Deine offenbar grundsätzliche negative Haltung gegenüber KI werde ich nicht ändern, das ist mir klar! :-)
    Dennoch mache ich gerne ein paar Anmerkungen:

    1. Die von mir genutzte KI Perplexitx (pro / 20 Euro/Monat) halluziniert sehr wenig, da sie darauf ausgelegt ist, jede Behauptung mit Links zu unterlegen.
    2. Auch allgemein geht die Halluzinationsquote zurück, insbesondere seit den „Deep Thinking-Modellen“.
    3. Wer kritisiert, dass die KI-Unternehmen Verluste machen, sollte eigentlich nicht bemängeln, dass die Nutzung nicht immer kostenlos bleibt, sondern bei intensiverer Nutzung ein Abo erfordert.
    4. Dass es Zeit braucht, bis KI in Unternehmen den FINANZIELLEN Erfolg (darum ging es in der von dir zitierten Studie) verbessert, wundert nicht. Zum einen müssen die Mitarbeiter geschult werden, zum anderen müssen auch die Anwendungsprojekte sinnvoll geplant, Arbeitsabläufe verändert und entsprechende Strukturen geschaffen werden – wie etwa eine konsinstente Datenbasis, auf die die KI zugreift, die oft nicht vorhanden ist. (Hier ein Bericht zu den Gründen des Scheiterns mit positiven Beispielen)

    Während meines Studiums habe ich in vielerlei kleinen, mittleren und auch großen Unternehmen, sowie in Behörden gejobbt. Es waren (mit einer Ausnahme bei einem Zahnarzt) alles typische Bürojobs, die elend langweilig waren. Mich haben diese Erfahrungen so stark beeinflusst, dass ich wusste: So etwas will ich nicht mein ganzes Leben lang machen (auch nicht das, was die Chefs und Vorgesetzten taten!). Wenn vieles von alledem künftig von KI erledigt wird, sehe ich das jedenfalls nicht als Verlust! :-)

  33. Ich will mal ganz bescheiden eines vorwegschicken: Das Schreiben mit Gedankenstrichen hat sich die KI lediglich von mir und Claudia abgeschaut :)

    Mindestens muss ich aber sagen, dass mich das Schreiben über KI und den Bindestrich als ihr Merkmal nervt. Das ist doch Quatsch, viele Menschen schreiben schon lange so (woher das kommt, kann ich erklären, will aber nicht langweilen, frag doch ChatGPT). Außerdem sind das Schriftbild, die Satzstrukturen, Interpunktionspräferenzen etc. doch super schnell zu verändern und deswegen kein wirkliches Identifikationsmerkmal. Am Bindestrich wird die Welt nicht verblöden. Also, liebe Claudia, lass uns die Bindestriche weiter nutzen!

    Was mir auffällt: KI nimmt mir die Freude am Schreiben, wenn ich sie zu umfänglich nutze. Die Identifikation mit dem Geschriebenen geht verloren/kann gar nicht aufkommen. Ich habe Angst davor, dass die Menschheit die Lust verlieren wird, kreativ zu sein, selbst zu musizieren, zu schreiben, zu malen. Als nächstes würde sie dann nämlich auch die Rezeptionslust an Literatur, Musik und Malerei verlieren – wenn die Aura (Benjamin), wenn das Menschliche, die Seele aus den Dingen verschwindet, verschwindet auch unser Interesse an den Dingen.

    KI konsumiert dann nur noch KI und generiert daraus wiederum neue Artefakte. Das ist am Ende Kotproduktion und Kotkonsum (zu lasch für Martin?), also das Ende des Geistigen. Wenn unsere Leidenschaften sterben, lohnt es sich nicht zu leben. Aber dann kann das ja die KI übernehmen.

    PS: Claudia, dein Drang auf „Sitte“ finde ich wunderbar. Und er ist schon sehr traditionell: Als ich vor mindestens 20 Jahren meinen (aller?)ersten Kommentar hier hinterließ, wurde ich von dir zur Ordnung gerufen, mich doch bitte höflich und freundlich zu verhalten. Das hat mir imponiert.

  34. Deine offenbar grundsätzliche negative Haltung gegenüber KI werde ich nicht ändern, das ist mir klar! :-)

    Neee;-)

    Aber passt scho und hier noch etwas Satire zu „KI“:

    https://mastodon.social/@mhoye/115742732861618099

    Das trifft es ziemlich und da wo diese Technik Sinn hat, nämlich bei den von Dir erwähnten Routinen, wird sie zumindest nicht medial beworben bzw. bekommt man das gar nicht mit. Wie gesagt sind Stand jetzt 95% der Projekte mit KI schlicht Flops, weil sie im Verhältnis zum Aufwand keine Rationalisierung im versprochenen Ausmass bringen. Das mag tatsächlich an falschen Ansätzen, unsicheren Anwendern und ähnlichen Gründen liegen, in Summe ist es trotzdem (noch?) nicht die nächste Revolution der Arbeitswelt.

    Als dogmatischer Linker könnte ich ja noch diese Mehrwerttheorie vom alten Rauschebart Marx anpunkten, die da vielleicht etwas mit hineinspielt, aber ich hoffe, dass der Scherz an dieser Bemerkung zu erkennen ist.

    Mag auch sein, dass die Ergebnisse sukzessive besser werden, aber das Meiste dessen, was als „Produkt“ daraus zu sehen ist, sind für mich besagte Bildchen, Filmchen oder Murks-Texte auf tonnenweise auftauchenden Nullachtfuffzehn-Seiten im Netz. Garbage produziert Garbage…

    Verluste machen die AI-Unternehmen ja nicht nur, weil sie „operativ“ zu wenig einnehmen, sondern weil sie tonnenweise mit fiktiven Gewinnerwartungen und um den „Wert“ ihres Unternehmens aufzublasen, „Kapital“ erbetteln – Parallelen zum „Neuen Markt“ rein zufällig. Die bibbern nicht umsonst wie die Hasen, wenn „die Börse“ oder Kurse von so Firmen wie Nvidia in den Keller gehen.

    Wie o.a. wären andere Geschäftsmodelle da schon längst weg vom Fenster, weil sie rein einnahmen- und ausgabenbasiert nicht wirtschaftlich arbeiten oder für ihre Dienste sonst Preise nehmen müssten, die keiner bezahlen kann.

    Und noch ein netter Fail zum Thema AKW. Sind wir wieder beim WIssen der Betreiber um die Risiken…

  35. Wie gesagt sind Stand jetzt 95% der Projekte mit KI schlicht Flops, weil sie im Verhältnis zum Aufwand keine Rationalisierung im versprochenen Ausmass bringen. Das mag tatsächlich an falschen Ansätzen, unsicheren Anwendern und ähnlichen Gründen liegen, in Summe ist es trotzdem (noch?) nicht die nächste Revolution der Arbeitswelt.

    Da habe ich einen ganz anderen persönlichen Eindruck. Mein Beruf ist es, u.a. Software Engineers in Technologie-Firmen einzustellen. In 2025 wurden über ein Viertel weniger nachgefragt. Zum Jahreswechsel 2024/25 stieg die Zahl der arbeitslosen IT-Fachkräfte stieg um 31 % (ca. 11.600 Personen mehr als im Vorjahr, siehe Statista). Und das, obwohl überall Engineeringfähigkeiten für Digitalisierung benötigt werden. Das hat de neifachen Grund, dass viele grundlegende Aufgaben und auch Qualitätstests nicht mehr durch Menschen gemacht werden müssen.

    Also, Ihr Eindruck mag dort stimmen, wo Sie hinschauen, aber nicht überall.

  36. @Thomas/Siewurdengelesen @Gilbert
    Habe mal die Google-KI zum Stand der Dinge in der deutschen Arbeitswelt befragt:

    Rund 13 % bis 16 % der Unternehmen nutzen KI bereits fest im laufenden Betrieb. Dennoch sprechen Experten von einem „KI-Paradox“: Das Interesse ist riesig, doch die praktische Umsetzung hinkt dem Potenzial oft noch hinterher.

    Ausführlicher hier.
    Es dauert halt, KI in komplexe Arbeitsabläufe zu integrieren und die Mitarbeiter zu schulen. Ein Problem ist auch die schnelle Entwicklung, die zwar zu besseren Modellen führt, aber auch die Integration erschwert. Siehe dazu das aktuelle Video von Karl Ohlsberg, der als Warner und Bremser bekannt ist. Er hat jetzt Claude Opus 4.5 getestet und ist offensichtlich recht begeistert, nutzt es jetzt täglich.

  37. @Gilbert

    Beißt sich das nicht etwas mit der Aussage

    In der deutschen IT-Branche gab es zuletzt mehr als 96.000 Unternehmen mit rund 1,2 Millionen Beschäftigten. Trotz der wachsendenden Zahl an IT-Spezialist:innen, herrscht ein Fachkräftemangel in der Branche.

    auf derselben Seite?

    Beziehungsweise müßten 11.600 mehr arbeitslose IT-Beschäftigte im Gegenzug Stand Anfang 2025 etwa 45-46.000 insgesamt bedeuten bei 1.2 Millionen, die in dieser Branche arbeiten und die vermutlich angeblich auch „händeringend“ sucht. Dem stehen ca. 109.000 unbesetzte Stellen gegenüber.

    Die Frage ist klar sehr spitz, denn die Gründe liegen sicher auch anderswo, warum trotz des der Phrase vom angeblichen Fachkräftemangel diese Menschen keine Arbeit haben. Das da „KI“ als Ersatz der Grund ist, mag in Teilen stimmen, ist aber sicher nicht der Hauptgrund, auch wenn es seitens der Unternehmen gerne so angegeben wird. Für diese „einfachen Arbeiten“ und Tests brauche ich doch ganz sicher keinen Spezialisten. Das ist also ein sehr branchenspezifisches Thema und bei uns wurde die Anwendung, welche unsere Prozesse überwachen, auswerten und effizienter machen sollte, irgendwann wieder vom Rechner geworfen (u.a. aus Datenschutzgründen wegen Kritis, was ich von Anfang an bemängelt habe).

    Hier wird z.B. angegeben, dass 8% der Unternehmen Ki eben deshalb einsetzen, weil sie angeblich keine Fachkräfte finden.

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