Thema: Netzwelt

Claudia am 06. Oktober 2018 — 3 Kommentare

Postfaktische Debattenkultur: Blocken statt Argumentieren

Wer meine Blogs und Tweets liest, weiß, dass ich nicht zu jenen gehöre, die gerne Streit vom Zaun brechen oder gar mit beleidigenden Sprüchen herum trollen. Ich pflege eine – heute evtl. altertümlich wirkende – Gesprächskultur: den Austausch von Argumenten, untermauert von Fakten und Belegen. Dabei stelle ich immer öfter fest, dass es Leute gibt, die offenbar gar nicht mehr mit dieser Form klassischer Debatten zurecht kommen. Anstatt ein kontroverses Gespräch fotzusetzen, werden meine Kommentare nicht mehr frei geschaltet und auf Nachfrage per Tweet werde ich „blockiert“. Weiter → (Postfaktische Debattenkultur: Blocken statt Argumentieren)

Claudia am 25. August 2018 — 11 Kommentare

Aus der Blogpause rein in die Empörung

Es gäbe ja so viel zu bloggen, doch irgendwie bin ich in den letzten Wochen nicht dazu gekommen. Nicht, dass es an Zeit gemangelt hätte, viel zu oft versacke ich in der Freizeit vor der Mediathek, wenn ich nicht grade im Garten die anhaltende Dürre bekämpfe. Im Gartenblog ist immerhin ein „Gartengeplauder über Tomaten, Beete und die kleingärtnerische Nutzung“ erschienen und heute hab‘ ich mal wieder gegen die Verunsicherung rund ums Verlinken angeschrieben. Ist schon gruslig, wie das zunehmend enger werdende gesetzliche Regelwerk Bloggern die Lust am Bloggen nimmt! Weiter → (Aus der Blogpause rein in die Empörung)

Claudia am 30. Juni 2018 — 3 Kommentare

Das Jahr, in dem wir den Datenschutz hassen lernten: eine Krankenhaussprechstunde

Neulich in der Charité, Campus Benjamin Franklin in Berlin Steglitz-Zehlendorf. Mein Hausarzt hatte mich überwiesen, als ich ihm mit einer Hinterfragung seines Tuns auf die Nerven ging. Nach einer gefühlten halben Weltreise quer durch die Stadt (1 Stunde) und weiteren 30 Minuten Verirrung im Gebäudekomplex war ich endlich am Ziel.

„Warten Sie hier im Gang, ich bringe Ihnen gleich was zum Ausfüllen“, sagte die sehr kompetent wirkende Fachkraft, die mich empfangen und mein Kärtchen verdatet hatte. (Diese „Gesundheitskarte“, die angeblich mal die Digitalisierung der Medizin bringen sollte, aber auch nach 23 Jahren nicht mehr ist als ein Milliardengrab – auch so ein deprimierendes Thema!). Weiter → (Das Jahr, in dem wir den Datenschutz hassen lernten: eine Krankenhaussprechstunde)

Claudia am 06. Juni 2018 — 6 Kommentare

Krass: EuGH macht Seitenbetreiber für Facebooks Datenschutzverstöße verantwortlich

Die Netzwelt ist aufgestört: nach dem Start der neuen europäischen Datenschutzverordnung (DSGVO), die seit 25.5. gilt und jede Menge Pflichten für ALLE Webseitenbetreiber mit sich bringt, rammt nun eine Entscheidung des EuGH einen weiteren Pflock ein: Alle, die eine „Fanseite“ bei Facebook nutzen, sind für die Datenschutzverstöße des Zuckerberg-Imperiums mitverantwortlich. Und das, ohne selbst irgend einen Einfluss darauf zu haben, wie Facebook Daten erhebt und des weiteren mit diesen Daten umgeht.

Wie das? Die Mitverantwortlichkeit entstehe bereits durch die Entscheidung, eine solche Seite zu errichten, meint der EuGH. Denn jede solche Seite ermöglicht es, auf die gesammelten Daten der User zuzugreifen und Zielgruppen-genaue Werbung zu schalten. Daten, die Facebook über seine User sammelt – innerhalb und außerhalb von Facebook, auch von „Partnerunternehmen“ werden Daten beigesteuert.

Z.B. wird mir auf meiner Gartenblog-Seite bei FB jedes Mal, wenn ich etwas poste, angeboten, eine „Kampagne“ für kleines Geld zu starten, damit mein Beitrag von mehr Menschen gesehen wird. Die Zielgruppeneinstellung bietet dazu viele Möglichkeiten und sieht z.B. so aus:

Zielgruppe bestimmen im Formular bei FB

Nun ist das Daten sammeln an sich nicht illegal, sofern es nach den Datenschutzgesetzen regelkonform abläuft. Facebook behauptet, sich an die Regeln zu halten, da man als User die Möglichkeit hat, die Daten-basierte Werbung abzuwählen (so gehts). Das Tracking selbst wird man damit jedoch nicht los, eine Übersicht darüber, wem FB Daten weiter gibt, hat man erst recht nicht. Und irgendwelche Möglichkeiten, User entsprechend der #DSGVO VOR dem Besuch einer Seite genau zu informieren, wie sie getrackt werden, gar ein Einverständnis abzuholen, gibt es für Seitenbetreiber nicht. Weiter → (Krass: EuGH macht Seitenbetreiber für Facebooks Datenschutzverstöße verantwortlich)

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