Claudia am 04. Januar 2011 — 5 Kommentare

Start 2011: Bloggen ohne Google, Sehnsucht nach Struktur und ein wohlschmeckender Fleischersatz

Sowohl zum Jahresende hin als auch in der ersten Neujahrstagen hatte ich außergewöhnlich viel zu tun. Und damit meine ich gar nicht die Arbeiten an den beiden neuen Blogs (Unverbissen Vegetarisch und Kunst-des-Alterns), sondern eher die „Brotjob-Front“. Ist ja auch gut so, doch führte das dazu, dass ich mich an den zwei, drei wirklich freien Tagen auch richtig habe hängen lassen: nix Sinnvolles getan, keine ordentlichen Jahresendreden im Diary und auch kein Wellnessprogramm. Sogar das Fitness-Center hab ich geschwänzt!

Ein Blogger-Leben ohne Google?

Weil ich es aber nicht lassen konnte, das neueste Blog zu verlinken, obwohl es gestalterisch noch „in Arbeit“ ist, kamen da tatsächlich schon Besucher, die auch Kommentare schrieben. Ganz ohne Google, denn für Suchmaschinen ist das Blog ja noch gesperrt.

Das brachte mich auf die Idee, daran vorläufig nichts zu ändern. Gibt es ein Blogger-Leben OHNE Google? Das kann ich jetzt ja einfach mal ausprobieren. Immerhin war das Thema „Kunst des Alterns“ mit Abstand das meist gewünschte in der Leser-Umfrage aus dem letzten Jahr. Auch in persönlichen Gesprächen mit Menschen unterschiedlichen Alters fand das Vorhaben großen Zuspruch. Also werde ich ein paar Monate langausprobieren, ob nicht Menschen ganz ohne (Such-)Maschinen ein Blog tragen können – sprich: verlinken, weiter sagen, ver-facebooken, twittern etc.

Brauch‘ ich mehr Struktur und Disziplin?

Meine Aktivitäten begleitet immer schon der wiederkehrende Wunsch nach mehr Struktur und Disziplin. Ich tanze gern auf sehr verschiedenen Hochzeiten und hab‘ mir angewöhnt, das nicht als Fehler, sondern als Vorteil anzusehen. Bin nun mal nicht die von einer einzigen Sache faszinierte Vollzeit-Käferforscherin, sondern folge fluktuierenden Interessen und bin glücklich, wenn sich einiges davon zu einer gewissen Nachhaltigkeit verdichtet.

Klar, dass ich mich dadurch immer von 10.000 Dingen umstellt fühle, die ich jetzt als nächstes tun könnte, wollte, sollte – und nie und nimmer alle schaffe. Ich hab‘ mit allerlei ToDo-Listen und Wochenplänen experimentiert, doch bin ich meist bald wieder beim „Navigieren auf Sicht“ gelandet. Das bedeutet: ich arbeite das Dringliche und Unvermeidliche ab und ergebe mich drum herum dem Lustvollen.

Viele Ideen fallen dabei auch wieder unter den Tisch und werden niemals umgesetzt. Deshalb hab‘ ich mir jetzt einen Flipchart zugelegt: da kann ich pro Projekt zumindest mal aufmalen und notieren, was mir so einfällt – und zwar so, dass es auch im Blick bleibt. :-)

Die große Entdeckung: Seitan – ein Fleischersatz, der den Namen auch verdient!

Im Rahmen meines Interesses an einer anderen, für Mensch, Tier und Umwelt weniger Schaden bringenden Ernährung hab‘ ich eine Entdeckung gemacht, die ich gerne aus dem Veggie-Ghetto heraus holen würde: Seitan als Fleischersatz. In gar nicht komplizierter Weise lässt sich aus Weizenglutenmehl ein pflanzliches „Fleisch“ herstellen, mit dem man viele der traditionellen Gerichte zubereiten kann, an denen auch mein eigenes Fleisch-Esser-Herz hing: Schnitzel und Steaks, Burger, Braten, Geschnetzeltes, Bolognaise etc.

Seiten ist fettfrei, kalorienarm, cholesterinfrei – und BILLIG!! Ich hab‘ jetzt einen 5-Kilo-Sack zuhause, der hat 13 Euro gekostet. Daraus kann ich unter Zugabe derselben Menge Flüssigkeit (=10 Kilo) etwa 30 bis 35 Kilo „Vleisch“ herstellen. Das nenne ich mal einen „Krisenvorrat“!!!!

Wer von meinen Stammlesern mal Berlin besucht, ist – mit entsprechender Voranmeldung – herzlich zu einem Seitan-Gericht eingeladen! (Nur Rezepte, die bereits von Fleisch-Essern getestet und für gut befunden wurden).

Genug von „diesem und jenem“ – so soll man ja gar nicht bloggen, sondern immer hübsch ein Thema pro Artikel! Das ist mir für den Moment aber egal, und wer das jetzt liest, hat es ja wohl auch durchgestanden! :-)

Diskussion

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5 Kommentare zu „Start 2011: Bloggen ohne Google, Sehnsucht nach Struktur und ein wohlschmeckender Fleischersatz“.

  1. Da bin ich ja auch gespannt. Ob überhaupt so viele quergeschossen über Google zu Blogs wie Deine kommen? Du wirst es vielleicht schon streckenweise analysiert haben… Nun ein Live-Test. Wie gesagt: bin gespannt…

  2. Da stellen sich doch als aufmerksamer Leser gleich mehrere Fragen zu den nicht näher erwähnten Kriterien:
    a) wie und ab wann ist man Stammleser
    b) was heißt „entsprechende Voranmeldung“ und vor allem
    c) Wie groß dürfen die Gruppen max. sein, die bei dir antanzen?

    Nein, war Spaß. Aber erste Erfahrung im neuen Jahr:
    bloggen kann ganz schön gefährlich werden :)

  3. @Cräcker: das Diary lag immer so bei 50:50. In den anderen geht der Google-Anteil schon mal bis 80/90%.

    @Menachem: ich dachte an Einzelpersonen. Alles Nähere dann bei der Anmeldung. :-) DU bist natürlich Stammleser!

  4. Verständlich das man an den freien Tagen einfach mal nichts machen möchte. Wie schmeckt Vleisch nun? Ich kann mir gar nicht vorstellen, das etwas auf Getreidebasis wie richtiges Fleisch schmeckt?

  5. @Ursula: wie ich festgestellt habe, ist die „gefühlte Fleischnähe“ eine Sache von Konsistenz und Würzung. Viele Alternativen kommen in der Konsistenz nicht nah ans Fleisch, der Eindruck bleibt „brotig-bröckelig“. Gerade DAS ist beim Seitan / Weizenfleisch anders: während des Kochens verändert sich der zunächst wabbelig-zähe Grundteig zu etwas, das – so finde ich – dem Fleisch sehr nahe kommt. Etwas weicher, ja. Aber eben kein bisschen brotig-bröckelig. So richtig Eiweißmäßig…
    Der Geschmack kommt durch die Würzung, da muss man einfach klotzen statt kleckern, dann stimmt das!

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