Claudia am 16. Juli 2009 — 64 Kommentare

1-Euro-Jobs: demütigende, sinnlose Beschäftigungen

„Sinndichte“ hieß die 1-Euro-Job-Maßnahme, zu deren Abschlussversanstaltung ich kürzlich eingeladen war: einer der unzähligen „Maßnahmeträger“ in Berlin, die für die ARGE (früher Arbeitsamt) Projekte zur Beschäftigung von Arbeitslosen durchführen, hatte ein ganzes Jahr lang Künstler mit weitgehend sinnfreien Tätigkeiten beglückt, deren spärliche Ergebnisse nun präsentiert wurden. Ein paar Bilder zierten die Wände, kleine Ton-Statuen standen auf Tischen, die Wände der Räume waren im Lauf der Maßnahme gestrichen worden, und ein „Konzept“ für bessere Lampen war zu bewundern, das die bahnbrechende Idee präsentierte, die vorhandenen kalten Neonröhren mit Japan-Papier zu ummanteln – auf dass das kalte, deprimierende Licht noch ein wenig dunkler werde.

Alles, was ich sah, hätte binnen zwei, drei Monaten von einer stringent arbeitenden Gruppe locker geschafft werden können. Den Rest der Zeit verbrachten die Teilnehmer wartend, plaudernd, „recherchierend“ oder mit veralteten und nicht in ausreichender Zahl vorhandenen Computern, Scannern und Druckern kämpfend.

Stricken und puzzeln

Der Name „Sindichte“ ist der reine Hohn, denn wenn etwas solchen 1-Euro-Job-Veranstaltungen fehlt, ist es der SINN des Tuns. Der ist nämlich tatsächlich verboten: Was die in einer solchen MAE-Maßnahme (MAE = Mehraufwandsentschädigung = 1-Euro-Job) beschäftigten Arbeitslosen tun, darf keine „normale Arbeit“ sein, denn die Billig-Jobber sollen mit ihrem Einsatz ja nicht den noch bezahlt Arbeitenden Konkurrenz machen.

Eine Gratwanderung, die dazu führt, dass die „Beschäftigten“ oft genug zur reinen Beschäftigungstherapie verdammt sind: in der gestrigen Sendung von ARD-exklusiv (Die Armutsindustrie, leider ist nur ein Trailer online!) wurden Beispiele gezeigt, dass es einem regelrecht schlecht werden konnte: da puzzeln Menschen monatelang gebrauchte Puzzle-Spiele zusammen, um sie auf Vollständigkeit zu überprüfen, andere häkeln und stricken Strampler, weil in unserem Land die Frühgeborenen angeblich frieren – und die mit solchen „Maßnahmen“ immer verbundenen Weiterbildungseinheiten bieten Inhalte, die mit beruflicher Qualifikation oft gar nichts zu tun haben.  Das sei ganz in Ordnung so, sagte eine Projektleiterin, es gehe ja um den GANZEN MENSCHEN und man mache die Leute hier eben nicht nur „fit für den Markt“, sondern auch „fit fürs Leben“.

Gestandene Erwachsene, oft mit guter Berufsausbildung und umfangreicher Erfahrung, werden in den Maßnahmen dazu gezwungen, das Mathe-Wissen der 9. Klasse nachzuholen, zum x. Mal Bewerbungsschreiben und Lebenslauferstellung zu üben und alles in allem mehr als die Hälfte der Zeit einfach dumm rumzusitzen, weil es nicht wirklich etwas zu tun gibt.  Im sogenannten „Profiling“ (ein Name für eine mehrwöchige Maßnahme) soll angeblich die Qualifikation des Arbeitslosen erfasst werden – eine Sache, die doch eigentlich der Betreuer beim Job-Center im Gespräch sehr viel spezifischer erledigen könnte. Aber nein, es werden Leute mit den unterschiedlichsten Berufen wochenlang mit Fragebögen und Unterrichtseinheiten traktiert, die für die Mehrheit der Betroffenen komplett sinnlos, ja sogar ziemlich demütigend sind. Die Ergebnisse haben denn auch keinerlei Relevanz und werden einfach zu den Akten gelegt. (Eine sinnvolle Betreuung des Einzelnen existiert ja sowieso nicht, denn die Betreuer wechseln schnell, es gibt Zuständigkeitsüberschneidungen und fast nie weiß einer, was der andere letztens noch vom Arbeitslosen forderte).

Disziplinierung und Schönung der Statistik

In der ARD-Sendung wurde schön heraus gearbeitet, dass es bei all diesen MAE-Maßnahmen zu allerletzt darum geht, die Leute in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Sie sollen lediglich beschäftigt werden und ihre „Arbeitsfähigkeit“ beweisen, indem sie bereitwillig und pünktlich Monate lang sinnlose Dinge tun. Zudem fallen alle so Beschäftigten aus der Arbeitslosenstatistik – schön für die Politik, so kann man ERFOLGE zeigen! Und keiner der Betroffenen wehrt sich, denn sie hätten ja nur mehr Repressalien von Seiten der ARGE zu befürchten, wenn sie auch noch aufmucken würden.

Dieser ganze, aus meiner Sicht menschenunwürdige Beschäftigungszirkus kostet eine Unmenge Geld und die Maßnahmeträger werden stetig mehr. Sie bekommen pro Betreutem ca. 500 Euro – zusammen mit den Lohnkostenzuschüssen für die Einstellung Langzeitarbeitsloser addiert sich das auf 7 Milliarden Euro pro Jahr (wenn ich die Zahlen in ARD-Exklusiv richtig erinnere).

Wes‘ Brot ich ess…“

Besonders deprimierend finde ich auch, wie verblendet die Sozialarbeiter, Projektleiter und Geschäftsführer der Maßnahmeträger das falsche Lied der „Förderung für den Arbeitsmarkt“ mitsingen. Andrerseits auch verständlich: Sie sind es ja, die täglich hunderttausende Menschen weitgehend sinnfrei beschäftigen müssen, Menschen, die alles andere als freiwillig diese „Maßnahmen“ besuchen – da muss man sich schon selber einreden, man täte etwas Sinnvolles, sonst bliebe nur die Wahl, hinzuschmeißen und selber auch arbeitslos zu sein.

Derzeit werden, wie ich höre, die MAE-Maßnahmen herunter gefahren zugunsten von Weiterbildung. Ob das eine Verbesserung ist, wird sich erst zeigen – sind es doch diesselben „Träger“, die nun auf Weiterbildung umsatteln. Ich fürchte, die Weiterbildung wird genauso „sinndicht“ sein wie das, was bisher geboten wurde.

Gibt es Alternativen?

Ja sicher, man muss sie nur wollen. Zum Beispiel könnte man ganz damit aufhören, Beschäftigung zu veranstalten und statt dessen gemeinnützige NACHFRAGE organisieren – mit den Mitteln des Internet wäre das heute locker machbar. Stadt- und Bezirksverwaltungen wie auch gemeinnützige Vereine (die NICHT die „Beschäftigung“ zum Thema haben!) könnten Arbeitskraft-Anforderungen und ganze Projekte an eine gemeinsame Jobbörse melden, die dann von interessierten Arbeitslosen selber ausgewählt werden könnten. Völlig sinnfreie Jobs würden so gar nicht erst nachgefragt. Bisherige Projektleiter der Träger könnten logistisch tätig sein, informieren und beraten, sowie sehr spezifische Weiterbildungen vermitteln.

Man könnte auch bestimmte Bereiche ganz für diesen 2.Arbeitsmarkt reservieren, so dass dort das Verdrängungsproblem entfällt. Wir hätten dann ein „bedingtes Grundeinkommen“, das jeder Abeitsfähige erhält, der in diesem (wirtschaftlich unproduktiven, aber sozial wichtigen) Sektor x Stunden arbeitet – wer es nicht tut, bekäme weniger.

Oder man streicht einfach die ganze Arbeits(losigkeits-)Verwaltung und führt ein Bürgergeld ein, das über das Finanzamt ausbezahlt wird (negative Einkommenssteuer). Das FDP-Programm finde ich in diesem Punkt gar nicht schlecht, wenn es auch gewiss nicht schon das ist, was man sich als Optimum wünschen würde.

Diskussion

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64 Kommentare zu „1-Euro-Jobs: demütigende, sinnlose Beschäftigungen“.

  1. das ist verdammt deprimierend!
    meine schwester musste auch solche maßnahmen über sich ergehen lassen.
    zum glück hat sie mit über 50 jetzt wieder einen ihr entsprechenden job gefunden. man kann da aber echt nur von glück reden.
    gruß von sonia

  2. […] katastrophale Situtation der Arbeitsmarktpolitk mit ihren oft sinnlosen und demütigende Maßnahmen wird gut beschrieben, man erfährt auch vieles über die neuen BEZ-Stellen […]

  3. Grauenvoll dass Menschen so wenig Eigenliebe-verantwortung besitzen damit sie sich so erniedrigen lassen.
    Hier wäre doch reichlich Eigenintitivative gefragt.
    Unglaublich sowas!!!

  4. […] diese demütigenden und sinnlosen Beschäftigungen schreibt Bloggerin Claudia Klinger in ihrem digital diary, bezeichnenderweise über ein Projekt namens “Sinndichte”. Zudem berichtet sie über […]

  5. Allerdings, war auch einmal zu einem „Profiling“ eingeladen, – woraufhin ich mich weigerte, der Einladung zu folgen, u.a. mit Hinweisen auf die offenbar dürftige Kompetenz des halbseidenen „Maßnahmeträgers“. Ganz klar ein paar smarte Yuppies mit frischem „Bachelor“ von der Manager-Privatakademie oder ähnlich, die offenkundig nur scharf auf die ARGE-Kohle waren. Was sich besonders, so meine Argumentation, an dem lachhaften Denglish-Gefasel (dessen korrekte Übersetzung buchstäblich zum totlachen war) auf dem Prospekt zeige, aus dem hervorginge, daß diese Leute, die mich (Aklademiker, zweifach) „fördern“ sollten, ungeachtet sprachlicher Wichtigtuerei nicht einmal richtiges Schulenglisch beherrschten.

    Das wurde akzeptiert, und die Arge trennte sich später dann auch von dieser „Firma“.

    Später kam noch einmal eine Einladung, und ich ging hin. Genau wie oben beschrieben, und besonders eklig: der Knebelvertrag, die „Zustimmung“ der Hartz-IV Opfer zu allem möglichen, – unter Androhung von Hilfeentzug bei Nicht-Unterzeichnung. Erpressung also. Unglaublich, – wozu dann ein „Vertrag“, wenn es de facto eine ultimative Anordnung ist? Ich hab´s einfach nicht unterschrieben, und es ging später dann auch irgendwie unter.

    Später hatte ich noch monatelang Emil-Verkehr mit der Dozentin. Interessierte mich. Sie hatte sich Mühe gegeben, war ausgesprochen fleißig; eine Ex-DDR Lehrerin, Papa war Kapitän gewesen, – ein auch politischer Vertrauensposten einst in Honny-Land, es darf darüber nachgedacht werden. Jetzt war sie in der Wolle gewaschen, alles so schön bunt hier, jeder kriegt seine Chance (böses Gelächter damals unter den Geförderten) usw. Am Ende haben wir schließlich (genauer: sie) die Korrespondenz im Streit aufgegeben. Ich hatte allerdings auch heftig vom Leder gezogen, und ihr böse auf den Zahn gebohrt. Weil ich es mal ganz genau wissen wollte.

    Fazit: Trostlos! Das System hat viele Helfer, wie immer, und Profiteure natürlich, keine „Reform“ ohne daß man lange nach denen suchen müßte, die sich daran eine goldene Nase verdienen, mit Hilfe ihrer politischen Freunde und auf Kosten der Betroffenen: Private Schulungsinstitute (im Arbeitslosengeschäft), Krankenhausbetreiber, Pflegedienste, Krankenkassenvorstände, Ärzte, Apotheken (Umsätze exorbitant gestiegen seit der „Gesundheitsreform“), private Rentenversicherer (Propagandafeldzug von Rürup, Riester und anderen Koofmichs für ihre Freunde bei Allianz & Co. gegen die angeblich „nicht mehr bezahlbare“ staatliche umlagenfinanzierte Rente, wobei unverhohlene Korruption und Verlogenheit zum Himmel stinken) und, und, und…

    Übrigens, in den letzten 15 Jahren sind private Vermögen und Einkommen in allen Bevölkrungsgruppen nahezu gleich geblieben oder leicht gesunken; niemand hat also wirklich von der Politik dieser Jahre profitiert. Außer – und zwar in atemberaubendem Maße -, den etwa zehn Prozent der „Leistungsträger“ und Millionäre, – der „Elite“ der nebenbei bemerkt ca. 80% des gesamten Volksvermögens gehört.

    Ergo Leute: wenn ihr wirklich etwas ändern wollt, wählt sie nicht mehr, keinen von ihnen, der CDUSPDFDPGrünen-Einheitspartei! Auch wenn ihr weder Sozialisten noch „Rechtsradikale“ seid, – wählt meinetwegen die Linke oder die NPD. Die werden schon nicht gleich den Bundeskanzler stellen. Und später wird man weitersehen.

  6. Solche Situationen entstehen doch für jeden einzelnen nur weil sich solche Menschen in die eigene Opferolle selbst begeben. Wie kann ich mich als Mensch denn so demütigen lassen? Ich kannte ebenso Leute, die es ersteinmal NICHT einsahen, auch mal ANDERE ARBEITEN, als dass was sie gelernt hatten, ANZUNEHMEN. Zumindest gibt es einem die Chance, SICH SELBST zu ernähren und nicht den „VATER STAAT“ um was zu betteln. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung denn ich verrichte Arbeiten, die ich garnicht gelernt habe, mit anderen Worten, ich verrichte „niedrigere Arbeit“, aber ich kann damit meine Miete ect. bezahlen. Nun ja, auf Opfer schaut man ja schneller und es gibt reichlich Grund, diese zu bedauern. Eigenidee, Eigeninitiative ist gefragt. Mich wundert in diesem Staat Deutschland nix mehr. Das Soziale wird m. Erachtens hier bald eh ein Ende haben. Die Anfänge laufen ja bereits auf Hochtouren.

  7. Anstatt Arbeitslosen die Verrichtung „niedriger Arbeiten“ zu Hungerlöhnen schmackhaft zu machen, würde ich lieber all die Niedrig-Löhner mal die Besen hinwerfen sehen, um nur zu einem ordentlichen Mindestlohn wieder anzutreten!

    Für die Förderung der Eigeninitative bin ich SEHR, allerdings bedeutet das für mich nicht die Arbeit an der eigenen Devotheit, um mich besser ausbeuten zu lassen und das auch noch toll zu finden. Sondern eher Wege in die Selbständigkeit, da gibts ja heute viel mehr machbare Möglichkeiten als früher!

    Aber gemeinerweise hat die Koalition die gut laufende ICH-AG ganz ohne Aufhebens wieder abgeschafft – dabei war sie erfolgreicher als alle anderen „Instrumente aktiver Arbeitsmarktpolitik“, die eine saumiese Bilanz haben.

    Liebe Yona, ich weiß, wie du es meinst. Aber die große Zeit der Selbstveränderung scheint mir vorüber – es ist wieder mehr Weltveränderung angesagt! Sie hat es nötig.

  8. Liebe Claudia,

    Zitat:“Anstatt Arbeitslosen die Verrichtung “niedriger Arbeiten” zu Hungerlöhnen schmackhaft zu machen, würde ich lieber all die Niedrig-Löhner mal die Besen hinwerfen sehen, um nur zu einem ordentlichen Mindestlohn wieder anzutreten!“
    Für die Förderung der Eigeninitative bin ich SEHR, allerdings bedeutet das für mich nicht die Arbeit an der eigenen Devotheit, um mich besser ausbeuten zu lassen und das auch noch toll zu finden.
    Zitatende

    …….dem stimme ich dir voll zu. Für 5 Euro oder gar 1 Euro die Stunde zu arbeiten, würde mir im „Traum“ nichtmal einfallen denn schließlich bin ich mir selbst ebenso „was wert“ und ich weiß ebenso gut,dass ich sehr gute Arbeit abliefere, also ist das auch mein gutes Recht meinen „Preis“ dafür zu verlangen. Meine Arbeit wird nach Tarif bezahlt.

    Den Anspruch dass wir Menschen bräuchten um „die Welt“ zu verändern, dem kann ich persönlich nichts abgewinnen. Meines Erachtens muss sich der Mensch selbst verändern damit sich „die Welt“ auch verändern kann.

    So wie es zurzeit aussieht, „fordern“ Menschen andere, aber selbst wollen sie nichts tun und das ist m. E. gerade „von Übel“ egal in welcher Gesellschaftsschicht. Nach dem Motto: Wasser reden, Wein trinken.

    Jeder Einzelne ist eben gefragt aber wie sollte jeder Einzelne gefragt sein wenn er sich nicht angesprochen fühlt? Warum lassen Menschen mit sich so umgehen? Wo ist denn da die Intelligenz? Warum gehen die 1 Euro Jobber nicht nach Berlin und setzten sich vor den Bundestag wenn es doch nichts besseres an Arbeit für sie gibt? Was hat denn dann ein Ein Euro Jobber noch zu verlieren?

    Irgendwann werde ich mal ein Buch schreiben, glaube ich.

  9. Das ist doch endlich mal ein guter Bericht! Ich wünschte mehrere Leute würden endlich mal wieder aufwachen, oder mehr Blogs berichten aus diesen Tiefen der Arbeitslosigkeit und die Nutznieser der Massnahmen. Es ist eigentlich noch schlimmer, aber „DIE“ Wahrheit kann ich gar nicht auf meinen Blog schreiben ,ohne das gleich der Anwalt kommt.

  10. Das ist schon ein Zufall, gerade denke ich auch über einen Beitrag zum 1-Euro Job nach, weil nämlich das angebliche Politikergerufe nicht stimmt, dass diese 1-euro Jobs angeblich nicht in Konkurrenz zur Wirtschaft treten dürften.

    Fakt ist, dass es neben den sinnlosen Gequälten auch sinnlos Zufriedene gibt. Einen HartzIV Empfänger mit 2 Kindern und 1560,– Euro netto cash auf die Kralle, der noch gerne im 1-euro Job 160 Euro verdient, weil im Rahmen dieser tätigkeit auch mal hier und dort noch was dazu rausspringt – der hat mich ausgelacht als ich in fragte, ob er bei uns anfangen wollte. Wieso meinte der – ich komm mit 1700 euro super gut über die Runde. Arbeit – nein danke.
    Ich habe da finanziell überhaupt keine Anreizchance, oder vielleicht doch – vielleicht sollt ich ihm für das Scheibenputzen an der Tankstelle 3000,– netto anbieten.

    Aber: Das soll keine Pauschalierung sein, weil es in jedem System Gewinner und Verlierer gibt. Dies sollte nur mal einen Gewinner auf der ALGII Schiene zeigen, und einen Verlierer in einer kleinen selbständigen Firma.

  11. Menachem, da stimme ich dir ebenso zu.

    Solche Leute leben auf Kosten der Allgemeinheit, dadurch dass die Gesetze so sind wie sie sind. Einen Bedarf an wirklichem Ansporn, selbst zu schaffen, bleibt da sicherlich auf der Strecke.Mir hat mal jemand in der Vergangenheit wie folgt einen Spruch „gedrückt“ : “ Die Sonne scheint, die Sonne sticht, die Doofen geh´n zur Mittagschicht“.
    Zu diesem Thema könnte ich so manches „Faß aufmachen“.

    Dieses gesammte System stimmt hinten wie vorne nicht mehr.Es ist zuviel in Ungleichgewicht geraten.
    Die „Welt“ befindet sich gerade im Wandel.

  12. Hallo Claudia,
    sehr guter Aufsatz – danke. Ich meine, wer etwas fordert, sollte auch bereit sein dafür zu kämpfen!

    Bei uns ( arme, ländliche Gegend ), gibt es nicht genügend Leute, die bereit sind, vermögenden Witwen oder Ruheständlern, die es sich leisten können, bei der Gartenarbeit oder im Haus zu helfen ( natürlich gegen Bezahlung ).

    Wer eine Putzfrau sucht, bekommt diese NUR „schwarz“, da eine Versteuerung des Lohnes abgelehnt wird.

    Von einem „Einkaufservice“ für ältere Leute will ich gar nicht erst reden.

    Also trotz ärmlichem Umfeld gibt es für die „Reichen“ nicht genügend Möglichkeiten ihr Geld loszuwerden. Hier stimmt doch einfach etwas nicht.

    Gruß Hanskarl

  13. Auf Youtube gibt es die ganze Sendung

    http://www.youtube.com/watch?v=9XFFV9rb5w8

  14. Nachtrag: Nach ein wenig rumhören erfuhr ich, daß die gezahlten Löhne bei uns zwischen 11,- und 16,- Euro liegen – schwarz auf die Hand!

  15. @Yona, @alle: nein, den (zigtausenden!) Leuten, die in alle diesen Maßnahmen mitmachen, kann man m.E. nicht vorwerfen, dass sie tun, was die ARGE ihnen verordnet. Lies doch nur mal die Kommentare von Cem und Hanskarl und deinen eigenen! DAS ist es doch, was in der Regel über ALG2-Bezieher kolportiert wird: Faules Pack, das sich auf der Stütze zur Ruhe setzt und gar nicht ans Arbeiten denkt. Dass die überwältigende Mehrheit sehr wohl einen Job sucht, dass es sogar jede Menge Leute gibt, die für Geld arbeiten, das nicht zum Leben reicht (und deshalb „aufgestockt“ werden muss), findet kaum Erwähnung!

    Klar machen fast alle alles mit, was die ARGE verlangt, um sich nicht dem Drückeberger-Vorwurf auszusetzen! Dass man dann aber zu „Arbeiten“ verpflichtet wird, die total sinnbefreit sind, MUSS eigentlich als reine Schikane angesehen werden.

    @Cem, Hanskarl:

    Dass die „Stütze“ für eine 4-Personen-Familie 1560,- erreichen kann, ist m.E. korrekt und klingt nur dann „unangemessen“, wenn man das alleine auf den Mann bezieht und dann mit Niedriglöhnen vergleicht. Es ist aber heute nicht mehr Stand der Dinge, den Mann grundsätzlich als Ernährer zu sehen, der für Frau und Kinder alleine sorgt – und dem entsprechend gibt es für jedes einzelne Mitglied einer „Bedarfsgemeinschaft“ eine eigene Pauschale – und das ist richtig so!
    (Ich wehre mich auch dagegen, Paare als „Doppelverdiener“ zu bezeichnen: da ist nichts „doppelt“, sondern jede/r hat sein Einkommen – und eben auch einen eigenen Anspruch auf Sozialleistungen, ebenso wie Kinder.)

    Haushaltsvorstand: 347 Euro
    Ehepartner, Lebenspartner € 311.
    Kinder bis 14 Jahre 207 Euro,
    Kinder von 15 bis 18 Jahre 276 Euro.

    Hinzu kommt die „angemessene“ Wohnung + Heizkosten.

    Das sind nun wahrlich keine fürstlichen Zuwendungen und wer weiß, wie teuer das Leben mit Kindern ist, wird die Pauschalen eher für zu niedrig halten.

    In den 90gern und noch Anfang des Jahrtausends habe ich mich auch vom neoliberalen Zeitgeist erfassen lassen und sah vornehmlich die unflexiblen Leute in festgefahrenen Strukturen – Arbeitende genau wie Arbeitslose. Seither hat sich aber eine Menge geändert, ALHI wurde abgeschafft, es kam AGENDA 2010 und der Niedriglohnsektor, sowie flache Hierarchien, Verdichtung der Arbeit, Heuschrecken-Umwühlungen ganzer Unternehmen und vieles mehr.

    Der GIPFEL nun aber die Finanz- und Wirtschaftskrise, in deren Verlauf sichtbar wird, was für verantwortungslose Absahner in den oberen Etagen unserer Gesellschaft zugange sind! Denen man auch noch hunderte Rettungsmilliarden hinterher wirft, die dennoch nicht in der Realwirtschaft ankommen – na, ich will da jetzt nicht ausführlicher werden, ich denke, Ihr wisst, was ich meine.

    Damit ist bei mir ein ganzes Stück Identifikation und Loyalität mit dem (fordernden und in Wirklichkeit oft rein schikanösen) staatlichen Handeln in Bezug auf die aus dem Arbeitsprozess heraus Gefallenen den Bach runter gegangen! Ich denke, rede und schreibe heute nicht mehr darüber, dass alle endlich mal den Arsch hoch bekommen sollen und sich bewegen – es gab mittlerweile soviel Bewegung zu Lasten der Geringverdiener und Arbeitslosen, dass ich vollkommen davon Abstand nehme, in irgend einer Weise auf ihnen herum zu hacken!

    Angesichts dessen, wie sich die Arrivierten des Systems gegenseitig die Pfründe zuschustern, liegt mir jeglicher Empörungsimpuls gegenüber Arbeitsunwilligen mittlerweise FERNE! Sie richten wenigstens keinen Schaden an, leben von einem Minimum und wenn man sie in Ruhe ließe, könnte man auch noch die ganzen „Fördern-und-Fordern-Aufwendungen“ sparen, die ja oft genug die Zuwendung selbst übersteigt. Das aber tut man nicht, denn all die Maßnahmenveranstalter würden ja arbeitslos!

    Na, mich ruft mein Offline-Leben, das Thema führe ich aber demnächst fort!

  16. Noch etwas: allein die Schere der Einkommensentwicklung zwischen „oben“ und „unten“ hierzulande ist für mich mittlerweile obszön! Da werde ich den Teufel tun und „sinnlos zufriedenen Arbeitslosen“ ihre Stütze neiden!

  17. kann ich nur 100% unterschreiben. ich habe die sendung auch gesehen und war auch entsetzt, was qualifizierte menschen mit langer berufserfahrung da machen müssen. und wenn man dann noch hört, dass das auch noch extra geld kostet und nicht zu knapp, fragt man sich wirklich, was das ganze soll.
    wenn so viel gemeinnützige arbeit da ist, warum die leute nicht ganz normal zu staatsangestellten machen? meinetwegen befristet, aber zu einem normalen lohn! oder eben nur für so viele stunden, wie es unter berechnung eines angemessenen stundensatzes das arbeitslosengeld hergibt.

    das bürgergeld würde so viele probleme lösen, auch den ständigen sozialneid, der durchklingt, wenn menschen, die noch in beschäftigung sind, allen arbeitslosen pauschal unterstellen, dass sie nicht arbeiten wollen und nur faul auf der couch herumliegen, wenn man sie lässt. dabei kann es jeden jederzeit treffen, anscheinend haben das immer noch nicht genug menschen begriffen. und die immer weiter auseinanderklaffende lohnschere macht mich auch wütend. das ist der eigentliche skandal, nicht ein paar arbeitslose, die sich vielleicht mit dem alg einen faulen lenz machen. ich würde mit meinen steuern gern eine ganze kolonie solcher menschen mitfinanzieren, wenn es auf der anderen seite mehr lohngerechtigkeit gäbe. das alg ermöglicht schließlich kein leben in saus und braus, wer mehr will, muss sowieso arbeiten. und schwarzarbeit würde mit dem konzept der konsumbesteuerung, das beim bedingungslosen grundeinkommen diskutiert wird, abgeschafft werden.

    neulich habe ich von einem könig gehört (war es in tonga?), dessen untertanen alle ein häuschen und grund zum bewirtschaften hatten, der sie ernährte. seine untertanen wollten gar keine demokratie, als er sie fragte, ob er gehen soll. (wenn jemand weiß, welcher könig gemeint ist, freue ich mich über mehr info.)

    „die welt hat genug für jedermanns bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns gier.“ es ist so traurig, dass wir das bis heute nicht umsetzen konnten. wir können zum mond fliegen, aber sind nicht in der lage, jedem menschen auf der erde die elementaren grundbedürfnisse zu erfüllen?

    neulich habe ich auch gelesen (ich glaube, es war im heise-forum), dass wir am besten alle kündigen sollten und eigene, bessere firmen gründen.

    ja, warum eigentlich nicht? wer macht den anfang? man muss sich wirklich immer wieder klar machen, dass es eine alternative gibt, wenn nur genug menschen sich einig sind und sich zusammenschließen, um diese alternative zu verwirklichen.

  18. was hat ein 1-euro-jobber zu verlieren? na das alg. wenn jemand keine rücklagen hat und keine familie/freunde, die unter die arme greifen können, bleibt ja fast nur noch betteln, um irgendwie weiterhin wohnen und essen zu bezahlen. und was ist mit krankenversicherung? was machen überhaupt kranke menschen in der situation?

    ich bin auch sehr dafür, selbstständigkeit zu fördern, aber man muss auch die kirche im dorf lassen. nicht jeder ist in der lage, effektiv dienstleistungen zu verkaufen.

    allein der blick auf die obdachlosen in den städten ist ein sehr erfolgreicher angst-antreiber.

  19. Danke, Limone!

    Solche Gespräche verlaufen oft rund um das Bedürfnis, zu spalten und abzugrenzen: wie viele FAULE ARBEITSUNWILLIGE gibt es, die auf Kosten der Allgemeinheit leben, welche Arbeit ist zumutbar etc. usw.

    Ich sehe es einfach nicht mehr ein, wir sind so lange schon im Weltmaßstab ein stinkreiches Land und die paar Faulen sind es nicht, an denen unsere Wirtschaft krankt. Erst recht sehe ich es nicht mehr ein, nachdem ich nun in aller beeindruckenden Breite die Selbstbereicherung gewisser Kreise vorgeführt bekommen habe. Die ganze Weltwirtschaft geht den Bach runter, überall werden Gewinne privatisiert und Kosten und Lasten sozialisiert – aber es ist irgendwie selbstverständlicher und nahe liegender, nach UNTEN zu treten, als Wege zu finden, sich gegen dieses „OBEN“ zu wehren! Da fühlt man sich immerhin nicht so machtlos.

    So kommt es dann, dass jährlich zur Spargelerntezeit darüber räsonniert wird, wie man denn deutsche Arbeitslose zu dieser schweren körperlichen Arbeit zwingen könnte. Man will den Job den Polen nicht lassen, die das aufgrund heimischer Landwirtschaftserfahrungen mit links schaffen, sondern will lieber gefühlte Couch-Potatos unter den Arbeitslosen aufs Feld schicken, die sich völlig fertig am 2. Tag krank schreiben lassen, wenn sie überhaupt antreten. Woher kommt verdammt nochmal dieser Sadismus?

    Oder die Grundeinkommensdiskussion: Man schaut darauf, wem alles man es nicht gönnt, anstatt zu erkennen, das man selber sehr viel freier wäre, wenn man es bekäme!

    Was den Bedarf an Arbeitskräften angeht, der im Bereich Putzen, Ernten, Dienen, Pflegen weder wirtschaftlich noch mittels Zwangsmaßnahmen zu decken ist, wäre es doch äußerst nahe liegend, hier Menschen die Zuwanderung zu gestatten, die diese Arbeiten gerne machen würden. Für die das ein QUANTENSPRUNG an Lebensqualität bedeuten würde, verglichen mit den Umständen ihres Herkommens.

    Aber nein, das passiert allenfalls illegal (wenn auch nicht selten) – man will ja auch nicht „überfremdet“ werden, sondern letztlich lieber rein deutsch/europäisch schrumpfen und aussterben.

  20. das läuft alles zu einer entwicklung hin. wenn ich in 30 jahren meine rente bekommen soll, ist kein geld mehr da und dann gibt es eine suppe in der turnhalle.

  21. Hallo,
    ich habe eben zufällig diesen Bericht entdeckt. In der ARD-Mediathek findet man leider nichts darüber, bei Youtube allerdings schon. Einfach mal suchen. ;)
    LG

  22. Hallo Claudia,
    Deine wortreiche Eloge führt trotzdem nicht an den Tatsachen vorbei, die ich oben beschrieben habe. Mit dem Vorschlag, das „Land zu öffnen“ für diejenigen, die Arbeiten machen wollen, für die wir Deutsche nicht mehr finden können, bestätigst Du nur vielfältige Beobachtungen.

    Da wir Deutschen die desaströsen Auswirkungen der „Krise“ noch vor uns haben, werden sich die Paradigmen für uns Alle gewaltig verschieben – hin zur Not, wie man sie heute nur im Ausland kennt.

    Einige warten die Entwicklung ab, Andere aggieren – man wird sehen.

    Die Not macht erfinderisch. ( Volksmund )
    Notwendigkeit schafft die Möglichkeit. ( Hegel )
    Zur Not geht viel. ( unbekannt )
    Die normative Kraft des Faktischen. ( Carlo Schmidt )

    Gruß Hanskarl

  23. thema spargelernte: das hat mit sadismus eher nicht zu tun (eher von seiten der journalisten, die jedes jahr das thema begeister aufnehmen), sonder vielmehr mit geiz. denn die polen sind zu teuer geworden, die bekommen in england nämlich mehr als hier. und in polen sind weißrussen auf den feldern. die ganze landwirtschaft zeigt eigentlich deutlich, wie krank unser system im grunde genommen ist. löhne so niedrig, das man im eigenen land nicht von leben kann, was dazu führt, das sich die abwärtspirale europaweit immer weiter dreht. aber wehe, man denkt über alternativen nach, dann ist man gleich „neidisch“, „linkradikal“, „hoffnungsloser marxist“ oder ganz einfach ein „spinner“. lieber nach unten treten. das geht immer.

  24. Hallo Claudia,
    ja das Leute zu solchen Arbeiten „verpflichtet“ werden ist reine Schikane, dessen kann ich nur zustimmen.

    Ich verstehe aber nicht, dass sich solche Leute nicht wehren. Ich frage mich,wohin soll das denn alles noch führen? Diskutieren tun alle und getan wird nichts. Es scheint allen noch zu gut zu gehen, sonst würden die Leute „aufstehen“ und auch was ändern.

  25. […] Klinger es so gut auf den Punkt bringt, zitiere ich mal aus der Diskussion zu ihrem Artikel “1-Euro-Jobs: demütigende, sinnlose Beschäftigungen“: Angesichts dessen, wie sich die Arrivierten des Systems gegenseitig die Pfründe […]

  26. […] ist. So auch bei der Dokumentation “Die Armutsindustrie”, des WDR, über die Claudia Klinger, wie schon erwähnt, berichtet hat.Die Autorin Eva Müller hat in der boomenden Armutsindustrie […]

  27. […] hat der WDR vergangene Woche in einer erschütternden Reportage gezeigt. Leseempfehlung dazu: Claudia Klinger &  Santa […]

  28. Nur ein Traum…

    Mit Erstaunen nehme ich beim Spaziergang durch die Einkaufsstraßen zur Kenntnis, welch eine für eine mediale und politische Resonanz der Film des WDR „Die Armutsindustrie“ ausgelöst hat. Das durch diesen mehr als interessanten Film ausgelöste ges…

  29. Hallo Claudia,

    Schöner Artikel (naja, eher ein sehr bewegender), irgendwo bin ich jetzt trauriger UND mit meiner eigenen Aktion noch entschlossener. Schlimm genug, dass Menschen in 1-Euro-Jobs gezwängt werden. Ich möchte dazu noch anmerken, dass auch Menschen, die eine Festanstellung haben, dank unbezahlter Überstunden bei 1,50 Euro Nettostundenlohn landen können.

    lg,
    KelevraX

  30. @Yona: lies doch bitte mal den Kommentar Nr.18, in dem Limone deine Frage, was denn ein 1-Euro-Jobber zu verlieren habe, beantwortet hat!

    Dir scheint nicht klar zu sein, dass es dir als ALG2-Bezieher ganz leicht passieren kann, dass schon gleich mal 30% des eh schon geringen Monatssatzes (348,- oder so…) gestrichen wird. Da viele keinerlei Rücklagen haben, entsteht damit sofort ein massives Geldproblem – glaubst du, unter diesen Umständen sei es so easy, „aufzustehen und was zu ändern“? Zudem ist das sehr allgemein gesagt.

    WAS sollte denn so ein Maßnahmeteilnehmer auch FORDERN? Die Träger haben für all ihre „Angebote“ sozialarbeiterisch korrekt klingende Begründungen, alles ist politisch, rechtlich und institutionell abgesichert – und zudem ist die arbeitende Bevölkerung ja eh zu großen Teilen der Meinung, es schade den faulen Arbeitslosen sicher nicht, wenn sie ein wenig aufgestört und genervt werden. Und Weiterbildung klingt ja immer gut… (Hach, und wenn die Maßnahme dann auch noch „Sinndichte“ heißt…!)

  31. @KelevraX: der Kampf gegen die Niedrig- und Niedrigst-Löhne ist m.E. das, worauf man sich konzentrieren sollte. Dass es heute derart ausbeuterische Mini-Löhne gibt und vermehrt geben soll (!), ist ja gerade der Grund, warum immer wieder versucht wird, die Hartz4-Bedingungen noch weiter zu verschlechtern und immer mehr Druck auszuüben! Wie ich lese, will die FTP um 30% kürzen: es soll mehr Anreiz geben, auch die miesesten Jobs anzunehmen.

    Dafür kann man dann auch in der Bevölkerung leicht Zustimmung finden, die ja immer schnell dabei ist, den „arbeitsunwilligen“ Betroffenen zu schmähen, der sich offenbar für „niedere Arbeiten“ zu schade ist und lieber der Allgemeinheit faul auf der Tasche liegt.

    Sie merken gar nicht, dass sie so dabei helfen, den Boden für die Reduzierung ihres eigenen Lohn- und Gehaltsniveaus zu bereiten.

    *

    Die Tour mit den unbezahlten Überstunden ist eine Sauerei, ja! Und ganz ehrlich: ich würde lieber Hartz4 beantragen anstatt in einem angeblich normalen Job zu malochen, in dem ich auf diese Weise entgegen allem, was Recht ist, von der Privatwirtschaft ausgebeutet werde.

    Dann lieber bei „Sinndichte“ die Zeit tot schlagen!

  32. @Claudia, ich stimme dir in den allermeisten Punkten zu allerdings sehe ich das mit dem „sich nicht wehren können“ ein ganzes Stück anders. Gegen sinnentleerte 1 Euro Jobs kann man sich tatsächlich wehren. (Ich gehe jetzt mal nicht auf die gesetzlichen Grundlagen ein, darum geht es mir grade nicht) Dazu aber müssten sich mehr Menschen im ALG Leistungsbezug über ihre Rechte informieren, am Besten sich zusammen schließen und gegenseitig unterstützen. Ich selbst habe damit gut Erfahrungen gemacht. Ich will überhaupt nicht bestreiten, dass das Hartz-IV-System zermürben kann und auch tut, in die Resignation treibt, die ganze Situation schon schwierig ist UND ja, man kann was tun.

    Das ist ein Punkt über den ich schon eine Weile nachdenke. Am meisten erreicht man die Menschen noch mit Sozialberatung und selbst da nicht genug. Irgendwie scheint die verordnete „Vereinzelung von oben“ zu greife (Individualismuspropaganda: Wenn du es nur willst, kannst du es schaffen. usw.). Auch beobachte ich, dass den SachbearbeiterInnen bei der ARGE von Seiten der Leistungsbezieher fast vollständige Macht über sich zugestanden wird, die diese definitiv nicht haben. Mich erschreckt das, dass die Menschen sich so wenig wehren. Mir scheint es, als das, bei den Menschen, die ich kenne oder im Ehrenamt erlebt habe, die Energie nach innen geht, in die Selbstzweifel, in die Selbstanklage. Noch mal, ja ich kann das verstehen, ich hatte wirklich nicht nur gute Tage aber in mir gibt es einen Punkt, da dacht/fühlte/spürte ich immer wieder, dass es nicht geht, dass „sie“ mein Selbstwert/-gefühl definieren dürfen.

    Ich stimme dir zu, wir müssen gegen diese Niedriglöhne kämpfen, (Ursprünglich hieß dieses Gesetzeswerk „Reform zur Einführung eines Niedriglohnsektors in Deutschland“) aber auch gegen die Vereinzelung. Leider, so meine Erfahrung kann letztendlich nur jeder selbst seine Vereinzelung aufgeben. Damit meine ich, dass der erste Schritt von den Leuten selbst kommen muss.

    Es gibt ja jede Menge Erwerbsloseninitativen, die wirklich gute Aktionen starten. Ich wundere mich, warum nicht viel mehr sich denen anschließen. Wieso stehen nicht tausende vor den ARGEn z.B. an den Zahltagen? Wenn es keine vor Ort gibt, kann man sich im Netz sehr gute Unterstützung besorgen. Aber der zentrale Punkt meiner derzeitigen Überlegungen ist, wieso sich die Menschen so nachhaltig in die Resignation treiben lassen.

  33. Ich hatte die Tage einige Gespräche mit Mitarbeitern der Arbeitsagentur geführt. Was mir entgegen schlug, war nur Frust und eine gehörige Depression. Sie würden nur noch die Daten verwalten und könnten gar nicht mehr ihre originäre Arbeit erledigen. Als es darum ging, wie der Arbeitsmarkt in unserer Region gestaltet ist, entgleiste einer Dame der Satz: „Mist, nur Personalserviceagenturen mit Anzeigen!“

    Gerade mit den PSA hatte die Kommerzialisierung und Profitgier mit der Arbeitslosigkeit begonnen. Die „Agenda 2010“, maßgeblich forciert von der SOZIAL(??)demokratischen Partei war ihr Wegbereiter. Um die Dimension zu begreifen, muss man sich nur die Umsätze der vergangenen Jahre ansehen, die die Personalvermittlungsagenturen „erwirtschaftet“ hatten. In meinen Augen war eine ganz neue Form des altbekannten „Sklavenmarktes“ geschaffen.

    Wieviele PSA gibt es zur Zeit in D-Land? 30.000? Ich meine ja. Und wenn ich mir ansehe, wie deren Tarife und Zahlungsmodalitäten, die mit Zustimmung des DGBs vereinbart wurden, aussehen, dann ergibt sich das wirtschaftliche Gebaren um die Ein-Euro-Jobber als die logische Konsequenz daraus.

    Was mich aber wirklich erstaunt ist die Tatsache, wie apathisch und auch desinteressiert die Öffentlichkeit in diesem Punkt noch ist. Mir z.B. ist kaum ein Artikel in einem führenden Medium aufgefallen, der sich nur ansatzweise mit einer weiteren Recherche zu denen im Film aufgeführten Punkten befasst.

    Auch habe ich noch keinen Politiker gehört, der sich auch nur mit einem Wort zu den Vorwürfen des Films geäußert hat. Es wird weiterhin alles totgeschwiegen und ausgeblendet, so nach dem Kleinkind-Verhalten (Hände vor den Augen) : „Sehe ich dich nicht, siehst auch du mich nicht!“

    Traurig

  34. Apathisch und desinteressiert sind viele, solange etwas sie (vermeintlich) nicht betrifft. Doch jetzt leben wir in einer Zeit, in der viele fürchten müssen, dass es sie bald treffen kann – DESHALB ist es gut, JETZT wieder darüber zu reden!

    Neuerdings kontakten auch viel mehr Leute ihre Abgeordneten und fragen sie zu diesem und jenem – und im Wahlkampf antworten sie sogar, wenn auch verschiedentlich mit nichtssagenden Textbausteinen.

    Politiker äußern sich oft erst, wenn es ihnen schaden würde, es nicht zu tun (sie haben ja auch 120.000 Dinge am Laufen…). Es liegt an den Vielen, ob die Wenigen sich mit einer Sache befassen – und WIE.

  35. Liebe Claudia,

    wie schön, dass mal jemand darüber schreibt! Ich selbst bin vor einiger Zeit ohne Netz und doppelten Boden aus Hartz IV heraus in die Selbständigkeit gesprungen. Ohne Berufserfahrung, ohne Kredit, ohne Förderung, ohne alles. Habe ein paar Monate Kontakte und Aufträge angewärmt und habe mich dann einfach abgemeldet. Es hat funktioniert. Aber als Patentrezept würde ich es nicht bezeichnen. Die Zeit der Arbeitslosigkeit hat mich fast komplett zerbrochen. Noch ein bisschen länger und ich wäre wahrscheinlich vor den Zug gesprungen. Der Verlust der eigenen Würde und des Selbstwerts ist schier unfassbar. Das kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat. Deshalb berührt es mich nach wie vor, über dieses Thema zu lesen.

    Zum Glück hat man mich damals mit idiotischen Maßnahmen verschont. 2005/2006 war das Geld für derlei verblödende Statistik-Fälscherei etwas knapper als heute. (Bzw. war der Wahlkampf gerade vorbei…) Was mir vor kurzem allerdings in Sachen Beschäftigungstherapie zu Ohren gekommen ist, hat mich schier sprachlos gemacht:

    Eine Freundin von mir hat gerade eine Stelle bei einem Bildunsgträger angetreten. Sie, selbst ewig arbeitslos und nur über die Zeitarbeit in Arbeit gekommen, coacht jetzt Arbeitslose in einem achtwöchigen Bewerbungstraining. Pro Woche müssen die arbeitslosen Teilnehmer 40 Zeitstunden (!) mit Bewerbungstraining verbringen. Sicher, Bewerbungen schreiben kann tatsächlich eine ganze Weile dauern. Aber gerade in „klassischen“ Berufen wie VerkäuferIn, HandwererIn, Sekretärin etc. ist Bewerben irgendwann Routine, die kaum mehr Variation erfordert. Es ist also offensichtlich, dass die Leute dort lediglich beaufsichtigt werden sollen. Viele der Teilnehmer müssen für diesen Stumpfsinn auch noch 30 Minuten pendeln (und es erstmal aus eigener Tasche bezahlen).

    Acht Wochen fand ich schon famos. Dann erzählte mir eine Freundin, sie hätte eine VIERMONATIGE Bewerbungskur verordnet bekommen! Sie hat letzten Herbst ihr Studium als Architektin beendet, hat seitdem als Freie in zwei Projekten gearbeitet und als die Projekte ausliefen, hat sie sich arbeitslos gemeldet. Dieses Projekt-Hobbing ist bei Architekten gang und gebe. Es hätte überhaupt keinen Grund zur Panik gegeben. Doch bereits bei ihrem ersten Gespräch mit dem Jobcenter (ihrem erstem Besuch dort überhaupt) bekam sie direkt dieses viermonatige Bewerbungstraining aufgebrummt, das sie nun jeden Tag besuchen muss. Ich bin froh, dass sie es gelassen nimmt. Ich glaube, ich wäre durchgedreht.

    Ich arbeite sehr gern. Aber das bedingungslose Grundeinkommen würde ich ohne mit der Wimper zu zucken unterstützen. Wie ich aus berufenem Munde weiß, gibt es erstaunlich viele Politiker, die dieses Konzept attraktiv finden. Leider fehlt ihnen die Courage, es auch öffentlich bzw. in Abstimmungen zu vertreten. Ein Grund mehr, dieses Thema z.B. durch Blog-Einträge im Gespräch zu halten!

    Herzliche Grüße,
    Christina

  36. Danke für deinen Beitrag, Christina – und Glückwunsch, dass du den Absprung geschafft hast!!

    Dein Bericht zeigt die dunkle Seite dieser „Beschäftigungsmaßnahmen“ sehr gut. Da werden erwachsene Menschen „beaufsichtigt“, die oft genug in schlecht beleuchteten Büroräumen an veraltetem Equipment auf gesundheitsschädlichen Stühlen rum sitzen müssen und Däumchen drehen – das Letzte, echt!!! Und alles, damit andere an ihnen verdienen bzw. damit sie aus der Arbeitslosenstatistik raus sind.

  37. Der ARD-Exclusiv Beitrag „Die Armutsindustrie“ kann hier heruntergeladen werden.

    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/die-armutsindustrie-profitiert-hartz-iv3332.php

  38. oh mann…. wenn ich sowas schon lese, koennte ich mich ewig ueber dieses Rumgeheule aufregen.
    Meine Guete, wenn man als junger Mensch gegen ein Abitur und eine anstaendige Ausbildung oder ein Studium entschieden hat (wer irgendein Nischenfach studiert hat, das von der Wirtschaft nicht nachgefragt wird, gehoert auch zu dieser Gruppe), der ist SICH SELBST SCHULD!
    Dann muss man solche Sachen ueber sich ergehen lassen und dankbar sein, dass man ueberhaupt etwas bekommt.
    Und 40 Std die Woche Rumsitzen und Bewerbungen schreiben soll anstrengend oder viel sein? Fuer das viele Geld, was man bekommt? Das ist doch sowas von laecherlich. …und sich dann auch noch ueber Politiker aufzuregen…

    Ich habe letztes Jahr ein Praktikum bei einem BT-Abgeordneten gemacht. Ich habe einen Monat lang Buergeremails beantwortet und andere Kleinigkeiten erledigt und das manchmal bis zu 12 Stunden am Tag.
    Ich kann aus Erfahrung sagen, dass
    1. Abgeordnete SEHR lange Arbeitszeiten haben, denn der Chef kam morgens immer vor seinen Mitarbeitern und ging auch nach uns.
    2. die Buergeranfragen z.T. echt so hirnlos sind, dass man als Antwort am liebsten antworten wuerde „lern‘ deine Muttersprache und lies eine andere Tageszeitung ausser Bild“.

    Ein nichtsnuetziger Arbeitsloser fuer den es eh schon zu spaet ist, bekommt mehr als viele meiner Freunde, dessen Eltern ihnen nicht das Studium finanzieren koennen und muessen am Ende auch noch die Haelfte zurueckzahlen! (Ob irgendeine Form von staatlicher Foerderung fuer sonstwen richtig ist, sei mal dahingestellt).
    Dazu regen sich ja auch viele auf, wenn Oekonomen in Studien beweisen, dass man mit dem ach-so-niedrigen Hartz IV-Satz ueber die Runden kommt, d.h. das von der Verfassung vorgesehene „Existenzminimum“ einem zugesichert wird.
    1. ich kenne viele Studenten, die keinerlei Unterstuetzung bekommen und neben ihrem Studium arbeiten muessen (in Jobs fuer die sie ja ueberqualifiziert sind!! …ich bezweifle sehr, dass sich unter denen viele finden, die sich zu fein sind im Supermarkt a.ae. zu arbeiten, einer solchen arroganten Betrachtungsweise und schon allein der Ueberlegung bin ich ausserhalb dieser „Ich bin ja so arm dran, ich muss zum Jobcenter und dort ein paar Stunden rumsitzen, sonst kriege ich kein Geld“-Heulerei eh noch nie begegnet) und am Ende genausoviel haben, wie jemand, der aufm Sofa hockt und sich beschwert, weil er sich seine 10 Packungen Marlboro die Woche nicht leisten kann von dem Geld des Staates. Und verhungert ist keiner von ihnen und sie tragen nicht 2 Jahre lang dieselbe Jeans (erwaehnenswert, da das oft als Argument gegen HartzIV kommt, dass man sich ja so wenig Kleidung kaufen kann… aber Existenzminimum ist Existenzminimum, dazu gehoeren nicht Markensachen und das auch bitte am besten in 20 verschiedenen Aufuehrungen, dafuer muss man ARBEITEN)
    2. fuer’s Nichtstun bezahlt werden und auch noch meckern ist dreist.
    Wenn mir jemand etwas z.B. zum Geburtstag schenkt, dann freue und bedanke ich mich. Ich werfe der Person nicht vor „du hast mir zu wenig geschenkt!“. Und dann schenke ich der Person auch etwas, wenn sie Geburtstag hat. So gesehen Leistung und Gegenleistung (natuerlich beruht das Beschenken anderer nicht auf diesem Gedanken, sondern dem, dass man der Person eine Freude machen will, aber objektiv gesehen ist das nichts anderes).
    Schenken ist freiwillig, genauso sind die staatlichen Sozialleistungen (jeder Art) aufgebaut: der Staat gibt so viel er fuer richtig haelt und sich leisten kann. DIe einzige Vorgabe ist, dass keiner Verhungert und eine Bleibe hat, ob die Leistungen in Geld oder in Natura erfolgen ist der Regierung freigestellt. (Insofern kann man sagen, dass all unsere Regierungen seit mehreren Legislaturperioden grundgesetzfeindlich mehr leisten, als sie haben).
    Entscheidet man sich (wie es ja in Dtl vorgesehen ist) dafuer, dass man geldliche Foerderung bietet, dann kann man den Beziehern auch vorgeben einen Kurs oder aehnliches zu besuchen (NICHT Zwangsarbeit iVm menschenunwuerdiger Arbeit, aber darunter fallen nicht ‚unterbezahlte‘ Jobs, die koerperlich anstrengend sind wie z.B. Reinigungskraft oder Lagerarbeiter, solange man nicht gezwungen wird mehr als 40 Std die Woche zu arbeiten).

    Jetzt habe ich doch mehr geschrieben, als ich vorhatte…
    Zusammenfassend moechte ich nur erwaehnen, dass jeder, der etwas von der Gesellschaft bekommt (und die Sozialleistungen werden ja letztlich von den armen Dummen bezahlt, die arbeiten und horrende Sozialabgaben bezahlen damit auch ja alle eine Grundsicherung in Dtl haben), der soll der Gesellschaft auch etwas zurueckgeben. In welcher Form (gemeinnuetzige Arbeit, Schulungen/wobei die auch vom Steuerzahler bezahlt werden!!/, etc.) das geschehen soll, muss die Politik bestimmen.

    Ich wuensche natuerlich niemandem, dass er in die Arbeitslosigkeit geraet und auch nicht, dass es irgendeinem Menschen schlecht geht aufgrund von Obdachtlosigkeit oder Mangelernaehrung, weil sich derjenige kein Essen kaufen oder keine Wohnung leisten kann.

    Aber es ist letzlich eine Entscheidung (ja, Entscheidung und bewusste Wahl), die jeder fuer sich selbst macht. Arbeitslosigkeit oder ein unterbezahlter Job, der keinen Spass macht, sind selbst verschuldet.
    Eine gute Ausbildung oder ein Studium sind fuer jeden zugaenglich, der wirklich den Willen dazu hat und bereit ist zu lernen. (Ob es jetzt gut oder schlecht ist, dass die Hochschulbildung in Dtl fast ausschliesslich staatlich ist, lasse ich mal jetzt aussen vor).

    Man muss nur wollen UND bereit sein dafuer Opfer zu bringen.

  39. @38 fassungslos

    Arbeitslosigkeit oder ein unterbezahlter Job, der keinen Spass macht,
    sind selbst verschuldet.

    Man muss nur wollen UND bereit sein dafuer Opfer zu bringen.

    Bescheidene Frage: In welchem Jahrhundert lebst Du eigentlich?

    Ein Praktikum bei einem BT-Abgeordneten ist weder Qualifikation
    noch Berechtigung solchen Senf abzugeben.

    Ein nichtsnuetziger Arbeitsloser…

    Diese Wortwahl und auch die „Studentennummer“
    läßt mich zu einer letzten und direkten Frage kommen:
    Wer bezahlt Dich dafür solche Elaborate im Netz zu verbreiten?

  40. @38: Schließe mich nescio an und füge hinzu: ist ja typisch, dass du so eine Hass-Rede nicht mit deinem Namen bzw. Link zeichnest! Der Abgeordnete, bei dem du mal Praktikum gemacht hast, müsste sich fremdschämen.

    Du verbreitest kompletten Unsinn, denn zig Studien haben nachgewiesen, dass hierzulande die HERKUNFT weit mehr über den Zugang zu einem Studium entscheidet als irgend etwas anderes – schon gar nicht die „eigene Wahl“ eines jeden Einzelnen.

    Das aber war gar nicht Thema des Artikels, den du wohl auch kaum gelesen hast. Menschen bei Strafe des Existenzminimum-Entzugs zu sinnlosen Tätigkeiten zu zwingen, ist für mich das LETZTE und definitiv keine „Förderung“, sondern eine bloße kontrollierte Verwahrung – auf Kosten der Allgemeinheit. Denn diese nutzlosen Beschäftigungsprojekte verdoppeln ja mindestens die Kosten, dir für den Arbeitslose aufgewendet werden.

    Ich frage mich, woher deine Aggressionen kommen: selber wohl noch recht weit entfernt vom Job, der Freude macht?

  41. @nescio: nein, das ist es nicht, aber ich habe es FREIWILLIG und aus politischem Interesse gemacht und habe nur kommentiert, wie die Arbeit aussieht, da ich in einem Kommentar hier gelesen habe, dass sich die Politiker nicht um die Fragen ihrer Waehler kuemmern. Ich habe natuerlich fuer meine Bildung natuerlich nicht nur ein Praktikum gemacht, sonst muesste ich wohl auch zur „Zwangsverwahrung“.

    Dieses selbstbemitleidende „ich komme aus der Unterschicht, ich habe keinen Zugang zur Bildung“ ist wirklich das typische Argument von Leuten, die einfach keine Lust hatten sich ins Zeug zu legen. Ich kenne nicht wenige, die ein Stipendium bekommen haben (ja, das kann man auch mit arbeitslosen Saeufer-Eltern!!), weil sie wie verrueckt gelernt haben, an Wettbewerben von verschiedenen Stiftungen teilgenommen haben, weil sie GEKAEMPFT haben. Und auch gibt es genug andere (die Mehrheit wahrscheinlich), die ihr Studium selbst finanzieren. Klar, sie koennten sich auch mit einem Job bei McDonald’s/irgendwas anderem wozu man nicht viel Lernen braucht, zufriedengeben oder einfach mit dem Geld vom Staat. Aber sie tun’s nicht. Woher kommt dieses Vorurteil, dass alle Studenten reiche Eltern haben? (und diese reichen Eltern auch selbstverstaendlich das Familienunternehmen geerbt und sich ihr Geld nicht erarbeitet haben?)

    @claudia:
    1. Schaemen wuerde sich wohl nicht einmal irgendeiner von der SPD, der wuerde mich gleich nach Guantanamo schicken und seltsamerweise wuerde ich dann dort festgehalten, ohne die Genossen etwas davon wuessten, bis die Medien es aufgedeckt haetten. Das zu den „Sozialen“.
    Alle anderen (die Ex-Stasi Leute/Kommunisten und Nazis lasse ich weg, deren Ideologien sind es nicht wert, da menschenverachtend und totalitaer) wuerden in der Oeffentlichkeit diplomatische Floskeln aufsagen und sich in Wirklichkeit nicht dafuer interessieren oder feststellen muessen, dass das Thema so komplex ist, dass es unmoeglich ist eindeutige Prognosen oder Versprechen zu geben. Der Waehler, der von den sozialen Massnahmen betroffen waere, will so etwas gar nicht hoeren. Wieso denn auch, wenn er nichts von Wirtschaft versteht (dazu braucht man nur Interesse. Informationen gibt es in Buechern und Zeitschriften in der Bibliothek und die Mitgliedschaft ist fuer Empaenger von Sozialleistungen kostenlos).

    2. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Studium. Ich werde auch mit meinem Job zufrieden sein, denn ich arbeite sehr hart daran. Auch ich schliesse die Moeglichkeit nicht aus, dass ich arbeitslos werden koennte. Deshalb nehme ich jede Gelegenheit wahr, um neues zu lernen (z.B. Fremdsprachen – wer will, der kann! Buecher zum Lernen aller moeglichen Fremdsprachen gibt es kostenlos in der Bibliothek, anders habe ich Russisch auch nicht gelernt, es geht also). Ich tue es aus Eigeninitiative. Genauso das vorhin erwaehnte Praktikum. Ich verschwende meine Zeit nicht, deshalb mache ich waehrend meiner Semesterferien (also zwei mal im Jahr) ein mindestens 1-monatiges Praktikum – und die sind weder Pflicht noch werden sie entlohnt. Natuerlich ist so ein Praktikum keine eigenstaendige Qualifikation. Jedoch zeigt es Interesse, sowie Fleiss und Zielstrebigkeit. (Und es ist darueberhinaus eine wertvolle Erfahrung).

    Und nein, ich habe irgendeine Form von staatlicher Foerderung nicht einmal in Erawegung gezogen, denn wieso sollen andere fuer mein Studium zahlen?
    (Das sollte sich jeder Bezieher von sonstigen Leistungen fragen: „wieso sollte ich das Recht haben das Geld von anderen zu STEHLEN?“…denn was soll das anderes sein? – fremdes Eigentum ohne dessen Einwilligung zu entwenden ist DIEBSTAHL. Oder zumindest indirekt, denn stehlen tut der Staat, Anstifter sind die, die es fordern).
    Ich habe auch einen interessanten Job (jaaa, 2 Jobs! Uni UND auch noch die Arbeit in einer Buchhandlung). Meine Mutter unterstuetzt mich zwar (jaaa, eine ALLEINERZIEHENDE die ARBEITET und das auch noch mit zwei Kindern), aber ich gehoere sicherlich nicht zu den ueberprivilegierten der Gesellschaft. Selbst wenn das jetzt einige bejahen wuerden, weil man sich ja schon benachteiligt fuehlt, wenn der boese-boese Sozialstaat einem nicht das Grundrecht auf Marken-Kippen zusichert…
    Ich haette es ja auch lieber, dass man den Arbeitslosen statt (kostenloser! -was fuer ein Privileg!-) „Fortbildung“, was nuetzliches anordnen wuerde, damit irgendeine Form von Gegenleistung an die zahlenden Buerger zustandekommt.
    Das angesprochene Problem war aber nicht dieses, sondern dass die Kurse „demuetigend“ seien. Was soll daran demuetigend sein? Demuetigend waere es, wenn man die Leute zum Betteln oder zum Muelltonnenabsuchen schicken wuerde. Das tut aber keiner. Daran DENKT nicht einmal irgendjemand, denn es waere mit unserer Verfassung nicht vereinbar.

    Na ja, eigentlich macht es ja eh keinen Sinn, dass ich ausfuehre, wieso ich diese Meinung vertrete. Sie resultiert jedoch nicht aus Selbstmitleid, sondern aus einer Auseinandersetzung mit dem Thema.

    Jedoch:
    Es ist schon interessant zu beobachten, dass immer mehr qualifizierte und in Dtl benoetigte Menschen auswandern, weil sie keine Lust auf Abzocke haben. Was tun, wenn irgendwann kein Arzt/Ingenieur/Jurist und sonstiger Steuerzahler mehr da ist, der statt seiner Familie auch noch 10 andere unterhalten will?
    (Berlin, Berlin, du bist so wunderbar… mehr als die Haelfte bezieht Leistungen vom Staat, Berlin ist chronisch pleite, keiner will hier investieren, immer weniger arbeitende Buerger wollen sich selbst zumuten weniger zu verdienen, als ihre Kollegen in West-Deutschland und erst recht die im Ausland).

  42. @41 fassungslos
    Deine Wortwahl und die Ansammlung an Vorurteilen geben
    deutlichen Einblick in Deine unter ach so beschwerlichen
    Umständen erworbenen Bildung.

    Ob es sich hier um eine ehrliche individuelle Meinungsäußerung
    handelt bezweifele ich. Da ich Texte ähnlicher Machart in
    anderen Blogs vorgefunden habe, gehe ich davon aus, es geht
    hier rein um Meinungsmache und Manipulation.

    Widerlich dafür auch noch „Silberlinge“ zu empfangen!

    OVER and OUT

  43. @nescio:
    wie blauaeugig gehst du durch die Welt? Denkst du wirklich, dass irgendein Steuerzahler viel anders denkt?

    Mein Weg ist nicht ausserordentlich „beschwerlich“, aber „beschwerlich“ scheint fuer dich ja nur derjenige eines jungen Menschen zu sein, der aus dem Ghetto, umgeben von Drogen, geschlagen von der Mutter und vergewaltigt durch den Vater, kommt. Jaaa, das ist ja auch die Mehrheit der Gesellschaft. Normale arbeitende Menschen gibt es nicht. Nein, Arbeit kriegt man ja auch nur, wenn man eh schon so viel Geld hat, dass man damit seine riesige Villa tapezieren kann.

    Selbst wenn ich dafuer bezahlt wuerde, dann waere es zumindest nicht erschnorrt.

    Na denn, viel Spass noch.

  44. http://www.youtube.com/watch?v=9XFFV9rb5w8

    Diesen Beitrag sollte man täglich auf allen Sendern ausstrahlen um dem Volk die Augen zu öffnen.

    Wie sich FIRMEN im Bund mit der ARGE auf nahezu kriminelle Art und Weise an den Arbeitslosen bereichern ist katastrophal.

    Reguläre Schwarzarbeit unter dem Deckmantel „GEMEINNÜTZIG“

    Warum schiebt der Staat diesen Machenschaften keinen Riegel vor?!? Was ist los in Deutschland …

  45. fassungslos: „Meine Guete, wenn man als junger Mensch gegen ein Abitur und eine anstaendige Ausbildung oder ein Studium entschieden hat (wer irgendein Nischenfach studiert hat, das von der Wirtschaft nicht nachgefragt wird, gehoert auch zu dieser Gruppe), der ist SICH SELBST SCHULD!“
    Aua. Und der studiert??? Mal abgesehen vom Inhalt des Ergusses strotzt sein Text vor Grammatik- und Rechtschreibfehlern.
    Außerdem gibt es eine Menge junger Leute, die gar nicht erst die Chance bekommen, sich für oder gegen was zu entscheiden. Davon abgesehen ist das Problem nicht, wofür oder wogegen man sich entscheidet. Das Problem ist m.E. eine Grundstruktur der Wirtschaft, in der einige wenige viel verdienen, und die anderen kaum überleben können. Soziale Marktwirtschaft stelle ich mir anders vor.

  46. probe

  47. Ach ich nehme an einer Diziplinierungsmaßnahme(MAW Projekt)
    teil.
    Seit einem Jahr.Wir haben sehr viele Kranke im Kurs.
    3 Herzinfarkte, mehrere Aklohol und Drogenkranke 5 TBC ler
    (nicht offen) diverse Lebezirrhosen, mindestens 5 psychisch
    sehr Kranke.Die wo sich noch einigermaßen halten können sind alles Kettenraucher.
    Arbeitslosigkeit macht krank, keine Frage und ist schon Strafe genug!
    Sogar eine schwer schizophrene die ständig wegen Ihrer Medikamente im Kurs schnarcht ist dabei.
    Auch gab es einen falschen Diplom Psychologen der gar kein Diplom hatte und von einem Richtigen Diplom Therapeuten enttarnt wurde. Vorher hatte er jede Menge Kursteilnehmer aus dem Kurs und ihren Bezügen gemobbt.
    Einige haben sich das leben genommen, laut aussage eines Kursteilnehmers.
    Hier habe ich mehrere Kurse zusammegefasst.
    Aber da stimmt es doch schon lange nicht mehr was hier so abläuft.
    Ich habe nichts gegen eine Arbeit auch nicht gegen einen
    ein Euro job wenn ich dadurch überleben kann.
    Aber ich fordere einen MENSCHENWÜRDIDEN UMGANG IN DER ARGE.
    Die laufen dort durch die Gänge und können nicht einmal zurückgrüßen!
    Fühlen sich wie die Götter.
    Auch Mitleid gibt es dort keines, wenn irgendein Detail nicht stimmt lassen die Dich eiskallt verhungern!!!!
    Ich habe in meinem Leben sehr schwer gearbeitet, hatte auch
    sehr viel Erfolg, habe aber immer mit den Schwachen, Armen und Obdachlosen geteilt und diese fast jeden Abend eingeladen.
    Nun hat es mich mit fast 5o Jahren selber erwischt und die Ängste sind extrem groß, auf der Straße zu liegen, bald.
    Auch ich hatte das Glück dass ich ein paar nette Leute gefunden habe die mir ein bisschen geholfen haben, aber nun
    sind diese nicht mehr da.
    Unglaublich wie gefühlos und brutal die Mitarbeiter der Argen sind die einem noch das Grundrecht auf ALG2 vorenthalten!
    Wirklich unglaublich.

  48. Noch dazu kommen in Deutschland die weitgehend zerstörten Familienstrukturen.
    Wo in viel ärmeren Länder die Familienmitglieder einspringen und sich gegenseitig helfen, da herrschen in Deutschland nur eiskallter Egoismus und Karrieredenken.
    Wir sollten uns in deutschland ein Beispiel nehmen wie in viel ärmeren Ländern die Menschen noch zusammenhalten, wenigstens in ihren Familien.
    Bei uns sind die Grundstrukturen in der Gesellschaft, nämlich deren kleinster Zelle, längst zerstört!
    Und so wundert es auch nicht, dass es zu globalkapitalistischen Auwüchsen kommt, in denen der Mensch und dessen Würde einzig am Geldbeutel ausgelesen werden!
    Ich empfehle einmal das gewerberegister anzusehen dort werden zu 85% Firmen gegründet, die nur dem einen Zweck dienen, besehende Firmen zu filletieren, die Sozial-Abfindungs und Rentenpläne zu exikutieren und die Betroffenen ins Prekariat abstürzen zu lassen
    Sic transit gloria mundi!

  49. @Norma Ray: die Unabhängigkeit von Familien und Clans ist gerade eine Errungenschaft des Sozialstaats, der bestimmte Versorgungsleistungen an Institutionen delegiert.

    Die Freiheit der WAHL, wem ich mich verbunden fühle und wem nicht, ist ein Wert, den ich durchaus für verteidigenswert halte! Man muss nicht mehr vor dem reichen Onkel buckeln, weil man nur in dessen Firma seine Lehre machen kann, und man muss auch nicht zu allen Familienmitgliedern nett sein, damit die für die Arztrechnung zusammen legen, wenn mal was ist.

    Es gab auch in der DDR eine von Wessis positiv bemerkte „menschliche Wärme“ – die entstand jedoch aus reiner Bedürftigkeit, weil man in der Mangelwirtschaft die Anderen dringlich brauchte (das begann schon beim telefonieren!).

    Die Familien der armen Länder halten zusammen, weil sie keine Alternative haben. Solche Zustände wieder haben zu wollen, ist ein deutlicher Rückschritt, den ich diesem Land nicht wünsche! (Schlimm genug, dass in DE noch immer HERKUNFT eine so große Rolle spielt)

    Familie ist nämlich nicht nur angenehm, sondern vielfach auch die Hölle.

  50. […] Claudia Klinger In der ARD-Sendung wurde schön heraus gearbeitet, dass es bei all diesen MAE-Maßnahmen zu allerletzt darum geht, die Leute in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Sie sollen lediglich beschäftigt werden und ihre “Arbeitsfähigkeit” beweisen, indem sie bereitwillig und pünktlich Monate lang sinnlose Dinge tun. Zudem fallen alle so Beschäftigten aus der Arbeitslosenstatistik – schön für die Politik, so kann man ERFOLGE zeigen! Und keiner der Betroffenen wehrt sich, denn sie hätten ja nur mehr Repressalien von Seiten der ARGE zu befürchten, wenn sie auch noch aufmucken würden. […]

  51. […] Leben genießen, Der deutsche Sklavenmarkt – demnächst auch in Österreich und in der Schweiz?, 1-Euro-Jobs: demütigende, sinnlose Beschäftigungen, Widersprüche in der Armutsdebatte: In einer „gerechten Welt“ hätte jeder weniger als […]

  52. uni weiterbildung…

    Klasse Beitraege zu dem Thema. Es gibt scheinbar doch noch Menschen die gut zu schreiben wissen. Na ja – das Talent ist auch nicht jedem gegeben. Man muss sie nur finden ;-) Werde die Seite auf jeden Fall in meinen Favoriten aufnehmen….

  53. bin jetzt auch in einer MAE. bin gelernter dreher und habe auch schon richtig gearbeitet aber jetzt die MAE (eingliederung ins berufsleben) ist total sinnlos. was hatt häckeln mit melall zu tun?

  54. 11 Jahre Schule und drei Jahre Ausbildung zur BÜROKAUFFRAU mit IHK Abschluss und für was? Damit ich jetzt mit einer Kneifzange Müll aufsammeln gehe. Frage: Wie soll mir das beruflich von Nutzen sein????
    Es ist wie es ist: MAE und AGH Maßnahmen taugen nur zur kosmetischen Verschönerung der Arbeitslosenstatistik, eine realistische Chance um an reguläre Arbeit zu gelangen ist es absolut nicht.

  55. @fassungslos, also ich bin wirklich geschockt, was du so von dir gibts…[Rest von der Redaktion wegen persönlich beleidigendem Inhalt gelöscht – CK]

  56. Hartz4, Arme, Reiche, Studenten, Gesponsorte, Betuchte, Mittellose, Kämpfer, Antriebsschwache, Ausgestoßene, Jammernde, Duldsame, Gesellschaftskonforme, Aufrührer, Drahtzieher, Mitläufer, Politiker, Verwalter, alter Verwalter:

    Niemand weiß um des anderen biographischen Geheimnis‘.
    Wer schimpft oder anklagt, steht noch am Pranger seiner selbst.
    Peace ins Herzstüble eines jeden von Euch :-) !

  57. […] Sie vernichten reguläre Arbeitsplätze. Und wenn das nicht der Fall ist, werden den Leuten völlig sinnfreie Beschäftigungen aufgezwungen, die mit dem Arbeitsmarkt dann einfach mal gar nichts mehr zu tun […]

  58. Liebe Frau Klinger,
    das Wort SINNDICHTE wurde hier offenbar falsch verstanden: Es geht dem Arbeitsamt wohl darum, den absurden „Maßnahmen“

    einen Sinn anzudichten

    :-)

  59. […] […]

  60. Ich war gute 6,5 Jahre auf Hartz IV, bevor mich die Grundsicherung wegen Erwerbsunfähigkeit und eine Behindertenwerkstatt in ihren Bann zog. In der Hartz IV Zeit, hatte ich auch die Erfahrung mit 1€ Jobs gemacht.

    1) Im Sozialkaufhaus Kleidung auspreisen

    2) Texte aus alten Büchern abschreiben und diese dann einscannen.

    Wahrlich sehr sinnfreie Arbeiten und ich würde sagen, sogar negativ, wenn es um die Bewerbung für reguläre Jobs geht. Mir hat ein potentieller Arbeitgeber damals mal seine Ansicht bezüglich dieser „Arbeiten“ dargestellt und wohlmöglich denken auch andere Personlachefs so:

    „1€ Jobs, sind als Strafarbeiten für arbeitslose Personen gedacht, denen denen die Motivation zur Arbeit abgesprochen wird und denen die Fähigkeit abhanden gekommen ist, morgens aufzustehen, pünktlich zu sein und Zuverlässigkeit zu präsentieren. Arbeitslose, die eine solche Maßnahme gemacht haben, gelten daher als nicht geeignet für reguläre Tätigkeiten“

  61. Was wahrhaftig dahintersteckt ist ein riesiges Bewusstseinsproblem, wie nur je etwas pathologisch genannt werden muss. Wenn schon die eigenen Eltern wiederholt ihen Schatten auf einen abwälzen, obwohl an den Selbstbemühungen ihres Kindes eigentlich kein Zweifel bestehen kann und dieses, sich blindwütig gegenüber den Tatsachen verwehrend, unter massiver Druckausübung zur Ordnung rufen, ist zweifellos schon die Quelle vergiftet.
    Ähnlich reagiert, wer die Wurzel allen Übels bei solchen Schreckgespenstern wie den „Bilderbergern“ sucht etc. Zumindest ein gewaltiger Anteil des Ablösenwollens von dem eigenen Schatten ist darin enthalten, auch wenn es tatsächlich sehr viele andere noch üblere Gestalten auf dieser Welt gibt außer einem selbst. Nun, der angebliche oder tatsächliche Klimawandel fällt in dieselbe Rubrik. Ist es nicht vielmehr der Wandel des „inneren“ Klimas, dessen Gleichgewicht man fürchtet oder auch herbeisehnt? Dieses Bewusstseinsdefizit hat überall Auswirkungen auf die Biosphäre, selbstverständlich ja, doch kommen wir dem Problem ausschliesslich mit noch so vielen noch so raffinierten technischen Lösungsversuchen nicht bei.
    Weshalb würde man sonst Kriege führen wollen gerade auch vor diesem Hintergrund? Und weshalb spricht ein gewisser Klimaforscher Mojib Latif niemals davon, mit den Kriegstreibereien, ja der Kriegspraxis endlich aufzuhören, wenn ihm die Sorge um uns und unsere Natur offenbar so bedrängt, dass er mit all seinen schrecklichen Prophezeihungen einfach nicht zu Rande kommen will?

  62. Für Geld – wohl möglich. Aber aufrichtig gesprochen dient dies eben dann doch auch bloss als Ersatzbefriedigung, um den (vor allem seelischen) Kernmangel zu überdecken. Wenn dafür ein Haufen Geld lockt, hat das unbestritten seinen Reiz, gar keine Frage. Aber es gibt einige prinzipientreue Wissenschaftler, die sich bei vermutlich mindestens ebenso verlockenden Angeboten davon fernhalten. Ein gesunder Geist ist sich selbst zu sehr Belohnung und fühlt das Niederträchtige an solchen Gesinnungs- und Handlungsweisen viel zu scharf, um sich einwickeln zu lassen.
    Nicht erst Giordano Bruno hat am eigenen Beispiel bewiesen, wie unüberwindlich fest der menschliche Geist sein kann. Aber auch dieser kam nicht vollkommen auf die Welt und fand alles andere als vollkommene Bedingungen vor. Entwicklung bleibt die unabdingbare Konstante.

  63. Dokumentarfilm über Hartz IV und Menschenrechte

    Sehr geehrte Hartz IV Betroffene und Sanktionierte,

    Demnächst Drehe ich einen Dokumentar- Kurzfilm.
    Hartz IV Empfänger die zu 1 Euro- Jobs gezwungen werden oder
    wurden, Sanktionierte etc.. haben die Möglichkeit auf Video, Handy, Digitalkamera
    kurz und bündig, ihre Meinung zu sagen. Wie zum Beispiel: Verstößt
    Hartz IV – 1 Euro- Jobs, Sanktionen, Behördenwillkür gegen dass Grundgesetz
    und gegen die Menschenrechte? Sag deine Meinung.
    Bitte nicht länger als 2 min. Ich würde mich auf eure Teilnahme sehr
    freuen. Sendet euren Kurzfilm an: projektmenschenrechte@outlook.de
    bis spätestens 1. August 2014. Für weitere Anfragen und Informationen
    bitte an der angegebenen E- Mail schreiben.

  64. […] 1eurojobs demütigende, sinnlose texte und. [] katastrophale situtation der arbeitsmarktpolitk mit ihren oft sinnlosen und demütigende maßnahmen. […]

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