Am liebsten würde ich jeden Tag über all das bloggen, was sich in Sachen KI/AI so tut! Ist leider nicht machbar, also beschränke ich mich heute darauf, meine morgendlichen Sichtungen hier zu vermerken. Los gehts:
Was tun mit KI? (Real Virtuality)
„Meine grundsätzliche Faszination für KI ist ungebrochen und ich halte sie nach wie vor für die größte technologische Revolution seit dem Internet…. Auf der anderen Seite bewege ich mich in einer (Online-)Gemeinschaft von (tendenziell linken) Denker:innen und Kreativen, in deren Statements und Handlungen der KI-Backlash in vollem Gange ist. Ich schätze diese Personen und mag sie zum Teil auch persönlich. Daher fühle ich mich innerlich getrieben, ihre Ablehnung zumindest ernst zu nehmen und meine Haltung zu reflektieren. Dieser Text ist ein Versuch, das zu tun.“
Das Erwachen im Code – Emergenz zwischen Mythos und Gänsehaut
(Gedankenschild.de)
„Manchmal sitzen wir vor dem Bildschirm und halten für einen Moment den Atem an. Es ist dieser eine Satz, dieser trockene Witz im Moment des Scheiterns oder eine fast schon erschreckend empathische Reaktion der KI, die uns für Sekundenbruchteile vergessen lässt, dass wir mit einem Algorithmus kommunizieren.
In der Fachwelt nennt man das emergentes Verhalten. Fähigkeiten, die nie explizit programmiert wurden, aber ab einer gewissen Komplexität des Modells wie aus dem Nichts auftauchen.“
Das drohende Ende von Open-Source-Projekten durch LLMs am Beispiel von Tailwind CSS (leitmedium.de)
„Das Versprechen der LLM-Anbieter lautet Effizienz. Der Preis dafür ist der Verlust der Bedingungen, unter denen Wissen, Software und Kultur überhaupt entstehen können. Wenn Dokumentationen nur noch als Trainingsmaterial dienen und nicht mehr als Orte der Auseinandersetzung, dann sterben nicht nur einzelne Projekte. Dann bricht eine ganze Form der Wissensorganisation weg. Am Ende verlieren alle: die Projekte, die ausbluten, und die Nutzenden, die sich über immer glattere Antworten freuen, bis es nichts Neues mehr gibt, das beantwortet werden könnte.“
Die Alchemisten des 21. Jahrhunderts: Wenn Silizium das Bewusstsein korrumpiert (Statement Magazin)
„Während das menschliche Gehirn mit einer Frequenz von etwa 200 Hz operiert, takten Silizium-Chips im Gigahertz-Bereich. Diese Diskrepanz ist nicht bloß eine Frage der Geschwindigkeit; sie ist ein Angriff auf die menschliche Latenz – jenen wertvollen Raum zwischen Reiz und Reaktion, in dem Reflexion, Zweifel und Intuition entstehen. Die „Synchronisation“ des Gehirns mit diesen hochfrequenten Architekturen führt nicht zur Optimierung, sondern zur Deformierung des Geistes“.
VIDEOS
The NEW Perplexity Update is ALARMING (The Nerdy Novelist)
„Ich bin schon lange ein großer Fan von Perplexity. Es ist mein bevorzugtes Tool für Recherchen und eine Alternative zur Google-Suche. Doch am 23. Januar wurden die Nutzungsbedingungen aktualisiert, und es gibt einige gravierende Probleme. Die Änderungen wurden nicht einmal angekündigt. Laut den neuen Bedingungen ist die kommerzielle Nutzung von Perplexity nun komplett untersagt. Sie haben außerdem eine Klausel hinzugefügt, die ihnen eine weitreichende Lizenz zur Nutzung aller im System eingegebenen Inhalte einräumt. Für Kreative und Autoren ist das ein schwerwiegender Fehler.“ (Original = englisch)
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Musicians Are Panicking About This New AI (Terence Fisher)
Ein Musikproduzent mit 30 Jahren Erfahrung führt an Beispielen vor, was die KI SUNO aus seinen mäßig guten Uralt-Songs macht. Die krass verbesserten Ergebnisse (mehrere Varianten in kürzester Zeit!) machen ihn zunächst sprachlos, denn es ist genau diese Arbeit, die er bisher im mehrwöchigen Austausch mit Kunden hochpreisig verkauft hat: Aus zugesandten „Song-Ideen“ gute, marktfähige Songs machen. Wird er wirklich überflüssig?
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Is AI the New Collective Unconscious? – An AI Short (Kelly Boesch)
Sehr toll! Ich bin ein Fan von Kelly Boesch. Ihre Werke sind für mich der beeindruckende Beweis, dass „Kunst machen“ mit KI sehr wohl möglich ist. (Siehe auch: AI Art-& Fashion-Shows by Kelly Boesch / Berlin-Mitte Zeitung)
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Update / Ergänzung:
Essay: Die impressionistische Wende des Denkens (philosophie Magazin)
„Möglicherweise steht das Denken vor einer impressionistischen Wende. Einer Wende, die nicht mehr Realität beschreibt und abbildet, sondern Stimmungen, Atmosphären, Eindrücke, Lichteinfälle und die Aura erfasst. Denn das kann KI noch nicht so gut. Es braucht einen Monet der Philosophie, der hinausgeht und seinen Kopf dafür verwendet, dass er die Stimmung im Wald, unter Menschen und im Kosmos beschreibt, der sich als hochinteressantes Subjekt in einer Welt dröger KI-Objektivität begreift.“
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Ein Kommentar zu „Disruption, Irritation, Faszination: 7 Surftipps zur KI-Kultur“.