Thema: Zeitgeist

Claudia Klinger am 17. März 2000 — Kommentare deaktiviert für Arbeit in der Infogesellschaft

Arbeit in der Infogesellschaft

Man kann wunderbar arbeiten als Networkerin: In aller Ruhe in Schloß Gottesgabe vor dem Monitor sitzen, dazwischen mal aus dem Fenster auf die Wiese hinaussehen, kurz die Hühner besuchen oder in den Nachbarort einkaufen fahren – nicht so sehr wegen des Einkaufens, sondern um mal was anderes zu sehen, die weiten Felder, die Wäldchen, den unendlichen Himmel. Und daneben viele Fäden im Netz spinnen, Mail-Kontakte zu den unterschiedlichsten Menschen unterhalten, Projekte organisieren, die noch vor Jahren einen großen Mitarbeiterstab und ein physisches Büro erfordert hätten – alles easy, preiswert und schnell, allein mit Maus und Monitor und einem guten Bürostuhl. Weiter → (Arbeit in der Infogesellschaft)

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Claudia Klinger am 29. Februar 2000 — Kommentare deaktiviert für Über Medien

Über Medien

Ich bemerke, dass mir traditionelle Medien immer langweiliger werden. Und zwar wirklich spürbar, mir kommt das GANZ GROSSE GÄHNEN, wenn ich z.B. erlebe (in Ansätzen, ich schalte dann ja aus), wie die vorgestrige Wahl im TV des Langen & Breiten ausgewalzt wird, von Sendung zu Sendung, Kanal zu Kanal. Dabei hat diese Wahl wirklich nichts weiter Unerwartetes ergeben, ausser vielleicht, dass man vorher geglaubt hatte, der „Denkzettel“ werde deutlicher ausfallen. Mir stundenlang anzuhören, was nun dieser und jener dazu für Gemeinplätze von sich gibt (40 Sek pro Statement, anderes ist ja nicht drin) halte ich einfach nicht mehr aus. Weil ich Interessanteres kenne. Z.B. die Mailingliste Netzliteratur, die für mich ‚zigmal unterhaltender und informativer ist! Ich müßte mal ausrechnen, wieviel Zeit und Geld anderen Medien dadurch schon entgangen ist. Weiter → (Über Medien)

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Claudia Klinger am 17. Februar 2000 — Kommentare deaktiviert für Zeit und Geld

Zeit und Geld

Techno-Musik war nie mein Fall, wenn es auch manches beeindruckende und mitreissende Stück gibt. Doch „Stück“ ist bereits ein falsches Wort, Techno hat normalerweise keinen Anfang und kein Ende, ist nur ein Sound, den man auf- und abdreht. Ein Sound allerdings, der nur zum geringsten Teil melodisch daherkommt, sondern der sein Wesen aus der Maschine bezieht: Mit so-und-so-viel SCHLÄGEN pro Sekunde peitscht Techno vorwärts…. aber wohin? Wozu? Gerade das soll und will der Tanzende vergessen. Weiter → (Zeit und Geld)

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Claudia Klinger am 06. Februar 2000 — Kommentare deaktiviert für Die universale Maschine

Die universale Maschine

Die ‚Referenzliste‘ des Webhits-Zählers listet einige Links auf, die aus den Weiten des Web auf dieses Diary zeigen. Als ich gestern mal wieder reinsah, fand ich eine Seite, auf der Jörg (ohne Nachname) meinen Text „Wir können nicht dienen?“ liebevoll gestaltet und ausgestellt hat. Sowas freut mich! Und gelesen hab‘ ich ihn auch nochmal: es ist eine heftige Anklage gegen die Dominanz der Geräte, die sich zwischen Mensch und Mensch schieben und zunehmend unsere Zeit und Energie auffressen. Weiter → (Die universale Maschine)

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Claudia Klinger am 02. Februar 2000 — Kommentare deaktiviert für Von PCs umstellt, II

Von PCs umstellt, II

Ingo hat einen Leserbrief zum leidigen Umgang mit dem Gerät geschrieben:

„…und ein wenig Interesse am Gerät führt den Anwender ganz von alleine in die schöne neue Welt der grenzenlosen Kommunikation.“

Ach, ich habe ja viele Interessen, doch das „am Gerät“ hält sich in engen Grenzen! Zu Anfang war das noch anders: 1992/93 machte es mich überglücklich, eine Weiterbildung zur „EDV-Fachkraft“ auf Kosten des Arbeitsamtes absolvieren zu dürfen – und was ich da alles lernte, inspirierte mich zu philosophischen Überlegungen über Computer, Mensch, Technik…. Wer mag, kann mal einen recht dichten Text (Winword) aus der damaligen Zeit lesen. Noch gab es das Netz nicht, CD-ROM war gerade groß im Kommen und ich arbeitete auf einem 386er! Und dachte, die Welt erfindet sich gerade neu – naja, das war halt der „Hype“!

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Claudia Klinger am 30. Januar 2000 — Kommentare deaktiviert für American Beauty

American Beauty

Gestern war ich im Kino: „American Beauty“ ist ein so herzergreifender Film, daß man die ganze Zeit zwischen Lachen und Weinen schwankt. Er handelt vom Familienvater (Kevin Spacey), der plötzlich aus dem erstarrten Leben seiner amerikanischen Vorstandt-Existenz erwacht und sein Leben völlig umkrempelt, dadurch seine Frau und seine Tochter schwer irritiert, seinen Job an den Nagel hängt, anfängt zu kiffen und seine Muskeln zu trainieren. Kurzum, er ist verliebt, doch ist das nur der äußere Anlaß für sein Erwachen aus dem tiefen Schlaf der Routine, die die Menschen zu lebenden Toten macht. Weiter → (American Beauty)

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