Manchmal geraten meine Kommentare so ausführlich, dass ich doch lieber einen eigenen Artikel mit Link zum inspirierenden Blog verfasse. Bei den folgenden Beispielen wäre das garnicht gegangen, denn ich hätte viel zu weit ausholen, die recht langen Texte quasi referieren müssen – aber wozu? Ich kommentiere ja gerade deshalb so gerne, weil ich dabei nicht gefordert bin, Kontexte zu erklären, wie ich es im Digital Diary tun würde. Unter den Artikel ist der Kontext klar – und mit einem Klick/Touch) seid Ihr ja dort´.
KI abbremsen? Du zuerst! Jetzt mit 10% Weltuntergang
(#DRANBLEIBEN von André Cramer)

„Im Kern geht es darum, ob Menschen diese Technik noch unter Kontrolle haben und wer ihr Grenzen setzen kann. Gebremst hat bis heute niemand.“
André nimmt in seinem „Deep Dive“ (=langer, tief schürfender Essay) das angebliche Gefangenendilemma der großen Tech-Konzerne beim KI-Wettrüsten auseinander. Deren Führungskräfte verlautbaren, man könne die eigene Entwicklung nicht bremsen, weil man sonst der Konkurrenz das Feld überließe. Der Text beleuchtet die widersprüchliche Haltung der Konzerne, die bei Sicherheitsfragen auf Freiwilligkeit setzen, bei anderen Themen jedoch nach staatlicher Regulierung rufen. Am Ende lädt André dazu ein, den eigenen Senf dazu zu geben: Mich interessiert sehr, wie du darauf schaust. „Hältst du das Dilemma beim KI-Wettrüsten für echt oder für eine bequeme Ausrede, um weiterzubauen?„
Mein Kommentar ergänzt die Sicherheitsdebatte um weitere Aspekte, die zum erheblichen Druck beitragen, unter dem die KI-Giganten stehen. (Der Artikel ist als Newsletter auf substack.com erschienen, ist jedoch kommentierbar, wenn man sich anmeldet).
Wer irren darf, lebt leichter (Der Sexismusbeauftragte)

„Im Studium habe ich gelernt, dass selbst „Gras ist grün“ keine ganz einfache Wahrheit ist. Messbar ist nur, welche Wellenlänge das Gras zurückwirft. Das „Grün“ macht erst unser Auge daraus. Ein Farbenblinder sieht es anders, eine Hummel, die Ultraviolett wahrnimmt, erst recht. Wenn schon das Gras ein Modell ist, wie viel Gewissheit bleibt dann für Politik, Moral und Geschmack?“
Der „Sexismusbeauftragte“ plädiert dafür, eigene Überzeugungen nicht als unumstößliche Wahrheiten, sondern lediglich als veränderbare Modelle zu betrachten. Warum? Wer sich Irrtümer eingesteht, verteidigt bei Kritik nicht gleich die eigene Identität. Hach, die Welt wäre eine sehr viel friedlichere, wenn das alle berücksichtigen würden! Im recht langen Text exerziert Lutz B. diese These anhand verschiedener gesellschaftlicher Themen durch, die rasch in Glaubenskriege ausarten. Das inspirierte mich zu einem ausführlichen (eher autobiografischen) Kommentar, da ich viele Gemeinsamkeiten mit eigenen Erfahrungen entdeckte – insbesondere bezüglich „Critical Whiteness“, veganem Leben und Corona.
Und sonst:
- GEO-Mythen im Datencheck: Was 96.418 URLs über AI-Citations verraten (Sistrix)
- Jemand tippt deinen Namen in ChatGPT – das kommt dabei heraus (Video)
Jörg Schieb geht es um das Problem von Halluzinationen und Falschbehauptungen, wenn generative KI-Systeme über reale Personen befragt werden. Er berichtet katastrophale Irrtümer, die Betroffene z.B. zu Straftätern machten! (Wegen Verleumdung anzeigen geht nicht, weil nur PERSONEN angezeigt werden können) - Selbst ausprobiert: Was ChatGPT über mich weiß (ohne Login abgefragt).
Bin recht zufrieden damit (klar, es lobhudelt!) und schließe daraus, dass es besser ist, viel zu publizieren, dann ist die Verwechslungsgefahr geringer! Bestimmte Themen kann man dabei auslassen, wie auch ChatGPT im Kapitel 9 „What is publicly known about her private life?“ zugeben muss.
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