Claudia am 21. Juli 2026 — 33 Kommentare

So hätte ich das nicht bloggen sollen! Wäre mit KI vielleicht besser gewesen…

Bevor ich zum versprochenen schlechten Blogpost komme, etwas zum Anlass dieser Überlegungen: „Ich glaube, ich möchte das nicht lesen“ ist der Titel eine Beitrags, den ich auf Rivva entdeckte – wie ich finde, der geistreichste Clickbait seit je! :-) Klar, dass ICH das lesen will! Es geht um die offenbar zunehmende KI-Nutzung, die Andreas (blogsequenz) so erlebt:

„Ich kann mich täuschen, aber so einige Blogs in meinem Feedreader steigern kontinuierlich ihre Outputs, auch wenn es sich dabei oft um eine One-Man- oder Womanshow handelt. Auch der eher persönliche Schreibstil, neben meinem Themeninteresse ein Grund, warum ich ein Blog lese, wird immer mehr zu einer eher polierten, journalistischen Schreibweise.“

Darunter ergab sich ein interessantes Komentargespräch über die Verwendung von KI in Blogs, an der sich zunächst Horst Schulte beteiligte. Der geht offen mit seiner KI-Nutzung um  und hat genau zu dieser Anmutung kürzlich geschrieben: Weniger Leser durch KI-Nutzung?

Mein Einstieg war ein anderer Aspekt, der auch durch meine bevorzugten Themen (Politik, KI, Weltgeschehen…) bedingt ist:

„Die je „eigene Sicht auf bestimmte Vorgänge auf dieser verwirrenden Welt “ teilen kann ich doch nur, wenn es gelingt, zunächst zu vermitteln, was ich als „hochwahrscheinlich wahr“ ansehe (=was der Fall ist)…. Letztlich bleibt mir nur übrig, alles wirklich Wichtige in meinem zu bebloggenen Thema kurz zu erklären (oder zu einer Erklärung zu verlinken). Es handelt sich dann um die Textsorte „Weltbeschreibung“ – es geht hier noch nicht im „Persönliches“, sondern um ein Abstimmen. Und weil ich immer schon schreibe, kommt dabei ein halbwegs polierter journalistischer Stil dabei heraus. Das Persönliche komt dann später, da wüsste ich garnicht, was eine KI dabei helfen könnte!

These: Helfen könnte sie aber beim Erklär- und Berichteil, indem sie diesen Aufwand abnimmt. Das ginge aber nur, wenn es gelingen könnte, sie „schier unmerklich“ einzubinden.

Abschreckendes Beispiel: Mein letzter Blogpost

Wie es ganz ohne KI und unter allzu fauler Vermeidung des gefürchteten Erkläraufwands laufen kann, zeigt mein letzter Beitrag „El Niño: krasse Temperaturen im Mittelmeer, so früh wie nie zuvor“. Die ersten Absätze handeln ausschließlich von beängstigenden Klima-News, schon die erste Grafik sagt alles! Dann folgen noch ein paar ERKLÄRENDE Zitate, darunter auch (berechtigte) Anklagen über mangelnde Klimapolitik aus dem Volksverpetzer.

Zu einer eigenen Resonanz („persönliche Eindordnung“) kommt es erst im zweiten Teil „Schrumpfen statt Wachstum?„, beginnend mit der Frage, was aus alledem denn folgen solle. Damit hätte ich den Artikel beginnen sollen, nicht mit „schrecklichen“ Klimadaten, wie sie in x-beliebigen Medien stehen. Mit ihnen haben wir Nicht-Leugner uns doch alle schon auseinandergesetzt und wenn es etwas Neues gibt (wie das extrem warme Mittelmeer und El Niño) bekommen wir das sowieso mit. Ist es das, was wir in einem persönlichen Blog lesen wollen? Eher nicht!

Es wundert also nicht, dass niemand etwas dazu sagt. Allein schon der Titel, die Grafik – nein danke, nicht schon wieder! Bis zum „Schrumpfen“ und meiner Problematisierung, ob so etwas überhaupt kollektiv organisierbar ist, kommt man garnicht erst.

Und: Wenn schon so viel Faktenvermittlung sein muss, wäre ein „Einweben“ derselben im „polierten journalistischen Stil“ mittels einer an meine Schreibe angepasste KI wohl besser gewesen als nur ausführliche Zitate zu bringen.

Was ich insgesamt sagen will: Es gibt gute Gründe für den Einsatz von KI in Blogs. Weil die Welt komplex ist und jede/r in einem ureigenen Ausschnitt davon lebt und je eigene Quellen zur Information über das, was der Fall ist, nutzt. Das noch Gemeinsame muss erstmal festgestellt werden! Vom Anspruch her will ich für jede/n verständlich schreiben, was aber gerade heute immer unmöglicher wird angesichts, denn die selbstverständlichen Gemeinsamkeiten schwinden.

Und sonst?

  • Anders sieht es aus, wenn man sich nur an eine bestimmte Gruppe wendet, z.B. Programmierer. Hier kann man ja viel gemeinsames Grundwissen voraussetzen. Beispiel? Der Titel Hürden auf dem Weg in die digitale Unabhängigkeit hat mich durchaus gelockt, aber vom Text habe ich nahezu nichts verstanden außer: Wenn es diesen Aufwand braucht, dann wird es nichts mit der Unabhängigkeit! Warum auch? Es darf doch Dienstleister geben…
  • Noch ein Lesetipp: Kreislauf-Invest: Wie Big Techs KI-Umsaetze sich im Kreis drehen! (Sascha Pallenberg ) . Für mich der beste Artikel zum Thema, den ich je gelesen habe! Mit selbstkritischer Betrachtung der Quellen, Bemühen um Fairness und umfassenden Erklärungen rund um den seltsamen Geldkreislauf. Sascha schafft es sogar, durchweg einen persönlichen Touch zu erzeugen, der den Text von gewöhnlichen Medienartikeln deutlich unterscheidet.
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Diskussion

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33 Kommentare zu „So hätte ich das nicht bloggen sollen! Wäre mit KI vielleicht besser gewesen…“.

  1. Hallo,
    ich muss ehrlich sagen, man sollte es differenziert sehen. Generative KI hat mit Sicherheit nichts in einem Blogbeitrag zu suchen. Ich nutze LanguageTooler, um die Grammatik und Kommasetzung überprüfen zu lassen, aber meine Texte sollte niemals eine KI schreiben, nicht mal umschreiben.
    Ich denke, wir sollten unterscheiden zwischen generativer KI und assistierender KI. LanguageTooler ist ein Beispiel für assistierende KI, wenn man sie richtig anwendet. Und genau in der Assistenz sehe ich die Daseinsberechtigung von KI. Wenn sie mich unterstützt. Sehr gerne, aber wenn sie meine Arbeit, als Autorin (oder Bloggerin) macht, gehört sie ebenso wie das, was sie „rausschmeißt“, in die Ablage „rund“ aka Mülleimer. Aber das ist wie gesagt nur meine Meinung.
    Liebe Grüße
    Daira

  2. Ich denke es ist jedem freigestellt, KI-generierte Beiträge in seinem Blog zu veröffentlichen genauso wie es jedem freigestellt ist, diese Blogbeiträge zu lesen oder nicht. Wo ist also das Problem?

  3. Authentizität ist kein messbarer Zustand, sondern ein Gefühl. Wer den Eindruck gewinnt, ein Text sei teilweise von einer Maschine formuliert, empfindet dieses Gefühl möglicherweise als gestört. Vielleicht verbirgt sich dahinter aber noch etwas anderes: die leise Sorge, beim eigenen Schreiben eines Tages genau das zu verlieren, was die eigene Stimme unverwechselbar macht. Und vielleicht schwingt noch eine zweite Befürchtung mit: dass schon der bloße Verdacht, sich von KI helfen zu lassen, genügt, um das Vertrauen der Leser zu erschüttern und den eigenen Worten einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit zu nehmen.

    Vielleicht erklärt genau das auch die mitunter erstaunliche Unsensibilität gegenüber jenen, die offen zugeben, KI beim Schreiben einzusetzen. Ob sie die Technik nur für eine Überschrift, eine Formulierung oder für weite Teile eines Textes nutzen, spielt dann kaum noch eine Rolle. Der Verdacht allein genügt. Der Stempel ist vergeben.

  4. Ich gebe zu, ich bin auch schuldig was die Nutzung von KI in meinem Blog angeht. Ich lasse ChatGPT keine Artikel schreiben aber zumindest korrigieren. Manchmal hapert es bei mir hier und da mit der Kommasetzung oder vielleicht der Schreibweise. Manchmal lasse ich auch Snippets für SEO auf eine festgelegte Länge kürzen. Die Texte basieren aber ursprünglich aus meiner Feder.

    Komplett KI generierte Blogs oder Inhalte finde ich merkwürdig. Manchmal liest/hört man das total raus, wenn ein Inhalt nur von der KI ist. Gruselig!

  5. @alle: Danke für Eure Beiträge – sogar so schnell! Ergänzend: mein Anliegen ist es nicht, zum xten Mal zu diskutieren, ob KI in einem Blog legitim oder ein Nogo sein soll! Das ist schon deshalb unmöglich, weil es riesige Unterschiede zwischen Blogs gibt, zig verschiedene Gliederungs-, Formulierungs- und Herangehensweisen.
    Statt dessen bin ich den sinnvollen, vielleicht irgendwann unverzichtbaren Anwendungen von KI auf der Spur – deshalb auch das schlechte Beispiel eine eigenen Blogposts, der mit einer „erzogenen“ KI sehr viel besser hätte sein könne, jedenfall was die Einführung der Fakten angeht.

    @Menachem: Natürlich ist das jedem freigestellt, wie sollte es auch anders sein? Bloggen ist keine Auftragsarbeit, wo Chefs ein gewisses Recht haben, Ansagen zu machen, wie gearbeitet wird.
    Diskussionen um das „ob und wann, wenn ja wie, wenn nein, warum nicht“ sind eine gemeinsame Suchbewegung nach dem „richtigen“ Umgang mit den LLM-KIs, wobei das Ergebnis kein kollektives, sondern wiederum ein individuelles sein wird.

    @Horst: solche „abstempelnden“ Leute nehme ich nicht ernst, undifferenzierte Trolle!

    @Daira: den Kern des „persönlichen Bloggens“ (Selbstausdruck) kann KI nie übernehmen, genausowenig wie man eine KI für sich tanzen lassen kann!

    @Suzu: Ich finde schon seltsam, dass das Thema die Gemüter so erregt! Wenn mir ein Blogstil nicht gefällt, besuche ich es halt nicht mehr – egal ob „wegen zuviel KI“ oder aus anderen Gründen.

  6. Ich glaube nicht, daß man aus fehlenden Kommentaren schliessen kann, daß man den Artikel falsch aufgebaut hat.
    Ich hatte den Artikel überflogen, weil mir aber die Zeit fehlte, wie meist, habe ich mich nicht weiters damit beschäftigt. Vielleicht geht es anderen auch so.

  7. Wir stehen ganz am Anfang, was die Möglichkeiten betrifft, die uns die KI bietet. Ich finde es legitim, in diesem Stadium zu experimentieren, zu scheitern, zu lernen. Und ich finde es stark, diese Erfahrungen zu teilen!

    Liebe Grüße 👋

  8. Ich denke auch, dass es nicht ganz einfach ist, geringen Kommentareinsatz auf eine bestimmte Ursache zurückzuführen. In meinem Fall kann ich zumindest sagen, dass ich zum aktuellen Thema inzwischen wenig kommentiere (kommentiert habe), weil ich das Gefühl habe, selbst schon in eigenen Beiträgen in meinem Blog meine Standpunkte dargelegt zu haben. Darüberhinaus auch in Kommentaren auf Artikel anderer Blogger.

    Das führt mich in die vielleicht etwas paradoxe Lage, dass ich nach wie vor interessiert bin, wirklich jeden Beitrag zum Thema KI-Einsatz beim Bloggen zu lesen, zuzüglich aller Kommentare dazu, eben weil es mich einfach interessiert und ich es spannend finde. Aber gleichzeitig hemmt mich meine Vermutung, mich zum Thema schon hinreichend erklärt zu haben, mich erneut zu äußern. Ich bleibe dann erst einmal lieber aufmerksamer Beobachter der Diskussion.

    M.a.W., ich sitze oft vor den Artikeln und den beigetragenen Kommentaren und würde gerne, weil ich mich über die spannende Diskussion auch freue, kann dann aber nicht wegen des Gefühls, doch schon längst Stellung bezogen zu haben, mich also bloß wiederholen zu können.

  9. Hallo

    Den Beitrag fand ich gar nicht so schlecht, wenn auch ich mit Ulrike Herrmann so meine Probleme habe, weil sie zwar fachlich sehr gut ist, aber so ein wenig innerhalb ihres Horizonts denkt und dabei viele Faktoren ausblendet oder abschwächt – wohlgemerkt ist das meine Sicht und in vielen Punkten hat sie durchaus recht. Schon beim Punkt, dass Erneuerbare niemals billiger sein werden als fossile Energieträger, liegt sie daneben und die Realität zeigt das gerade.

    Auch ihr Ansatz des Schrumpfens ist nett gemeint, wird aber in dieser Gesellschaftsordnung nie eintreten, denn weshalb werden denn außer wegen der Machtansprüche der jeweiligen Despoten diese Kriege geführt, wenn nicht um die (u.a. schwindenden fossilen) Ressourcen dieser Welt?

    Und genau da ist doch das Problem, dass das Wissen um die Klimaprobleme Fakt ist und das seit mittlerweile Jahrzehnten, politisch aber immer noch gehandelt wird wie im Feudalismus, weil so wie bei unserem Witzfigurenkabinett lieber für ein paar Öre Profit das Rad zureckgedreht wird, statt sich endlich mal durchzureißen.Genau diese scheinbare Lethargie sorgt doch für die Politikverdrossenheit bei gleichzeitigem Hinwenden zu offensichtlich undemokratischen Parteien, die wir jetzt schon so lange haben.

    Da kann noch der nächste und übernächste mahnende, alarmierende oder auch stumm resignierende Beitrag dazu kommen, wenn es trotz massiver Proteste und von wissenschaftlicher Seite nicht in ein politisches Handeln mündet. Eine Hannah Arendt rotiert wahrscheinlich gerade im Grab und ich würde wahrscheinlich einen ihrer berühmten Kommentare dazu feiern ohne Ende.

    Ob da die Blogosphäre eine Handvoll mehr Debatten oder weniger veröffentlicht, juckt die gar nicht, weil es auf ihr Tun überhaupt keinen Einfluss hat. So wie jetzt bei Spahn hat den ja auch nicht eine seiner zahllosen politischen Fehlleistungen bis hin zur Korruption zu Fall und vor den Richter gebracht, sondern weil er in einer „konservativen“ Partei wie der CDU jetzt bei zu vielen „moralisch“ angeeckt ist. Andererseits ist selbst da wieder zu sehen, dass sich nahezu das gesamte politische Führungspersonal wie besagte Feudalherren benimmt oder die Caesaren, die bigott sind ohne Ende; den Armen wegen ihrer Armut immer mehr Rechte absprechen wollen und sie in die Bittsteller-Ecke drängen, während sie für sich Recht nur insoweit kennen, als sie bei ihren ganzen Schweinereien im Stile von Winkeladvokaten abschätzen, bis zu welcher Grenze sie diese begehen können, ohne dafür belangt zu werden.

    Da mag man endlose Debatten im Elfenbeinturm führen, ohne Druck und Zwang machen sie trotzdem, was sie wollen, aber durch besagte Umstände ist es auf der Debattenseite imho verschwendete Zeit.

    Es ist für mich auch nicht abzuschätzen, inwieweit „KI“ den persönlichen Schreibstil eines Bloggers je nach Umfang so verändert, dass dann der Gnobbelmatsch (by schwerdtfegr®) in seiner infantilen Ausdrucksweise derart zuschlägt, dass er das Lesen unerträglich macht. In den Nachrichtenportalen sieht man jedenfalls oft genug schon an den Anreißern oder Überschriften, dass diesen Quark dort nie im Leben ein Mensch verbrochen haben kann, der halbwegs bewusst mit Sprache und Text arbeitet.

    Als Rechercheinstrument mit entsprechender Quellenprüfung mag das alles sein und Rechtschreibung liesse sich vielleicht auch auf herkömmlichen Weg per Plugin prüfen. Da fixiert man sich vielleicht schon zu sehr auf diese Technik oder merkt gar nicht, dass im Hintergrund so etwas mitwirkt. Mir gehen z.B. schon die nach wie vor teils gruseligen generierten Bilder auf den Wecker, die manche in ihren Blogs nutzen. Die sehen manchmal auf den ersten Blick ganz gut aus, sind aber im Vergleich zu echten Fotos irgendwie auch „seelenlos“, in denen das Können und die Aussage des Fotografen drin steckt. So ganz ähnlich ist es vielleicht auch mit Blogbeiträgen, die dann zur uniformen Massenware verkommen, wenn der Verfasser zu viel „poliert“. Dann klingt einer wie der andere Blogger.

  10. @Siewurdengelesen
    Dein Beitrag sprach mir jetzt am meisten aus der Seele – in allen Punkten.
    Zu Blogs – tatsächlich gibt es Blogs, die ich weniger bis inzwischen gar nicht mehr lese, weil man mit KI-generierten Bildern zugeschmissen wird oder die Texte in Richtung Einheitsbrei gehen. Sieht für mich aus, als würde man sich keine Mühe mehr geben, sondern die KI machen lassen.
    Hier bei Claudia lese ich oft mit – wenn mich das Thema aber anödet (sorry), dann gehe ich halt wieder. Ob KI verwendet wird oder nicht, kann ich nicht beeinflussen, das ist Sache der Autorin. Ob es mir dann gefällt, ist meine Sache. Bisher scheint es mir noch ausgewogen, aber manche Themen sind halt nicht meine.
    Und manchmal denke ich mir meinen Teil und kommentiere nicht.
    Ziemlich daneben fand ich aber einen Kommentar eines Mitlesers kürzlich in einem anderen Beitrag, über Halluzinationen von KI. Also da blieb mir die Spucke weg. Das ging schon in Richtung persönlicher Angriff – und das kann man sich sparen.
    Nach wie vor finde ich KI gefährlich. Ich lese oft in einem sehr computertechnischen Blog mit – ich behaupte nicht, daß ich alles verstehe… – und da werden immer öfter üble Ausreißer von KI genannt. Da wirds einem schlecht.

  11. @ Claudia, was ist den los mit dir, dass du nach meinem Empfinden
    derart rüde und unhöflich mich, sowie die anderen ersten
    Kommentatoren, so zurechtstutzt? Aber hallo!

    Du magst das anders sehen, hoffe ich jedenfalls. Mein Stil
    Ist das allerdings nicht. Ich bin dann mal weg. Nicht kompatibler
    Resonanzstil können also ebenso ein Grund für weniger Kommentare
    sein, wie die Beitragsqualität selbst.

  12. @Menachem (@alle:) Wenn mein letzter Kommentar „rüde“ rübergekommen ist, tut es mir leid! Habe es aber grade nochmal gelesen und habe es weder so gemeint noch kann ich das ganz nachvollziehen! Ich war halt kurz und habe nur kompakt inhaltlich geantwortet, was ich grade denke, ohne viel Drumrum!

    @Eddi:
    danke fürs Lob! Ich teile gern Erfahrungen, auch eigene, weniger gute – immer mit der Hoffnung, Wege zur Verbesserung zu finden!

    @Gerhard: deshalb frag ich ja und finde die Kommentare jetzt auch sehr erhellend. Es sind immer mehrere Ursachen… aber ich bleibe dabei: Mit dem Persönlichen anzufangen, wäre inspirierender gewesen als erschreckende Klimadaten als Einstieg zu wählen!
    Dass nicht alle Themen in einem Mischthemenblog immer bei allen Gefallen finden, ist mir klar. Insbesondere das KI-Thema hab ich hier zunehmend behandelt, weil es unser aller Leben tangiert oder tangieren wird. Da kommt mir eine Idee: Vielleicht könnte ich hier eine Funktion einbauen, die es den Lesenden ermöglicht, ein Wunschthema anzugeben oder aus mehreren Möglichkeien auszuwähöen… nur zu meiner Info natürlich, nicht „als Auftrag“ :-)

    @Boris: ja, so gehts mir auch gelegentlich – aber ich weiß halt auch, dass „meine Beiträge zum Thema“ höchst wahrscheinlich den meisten nicht bekannt und nehme dann doch die Gelegenheit war, etwas dazu zu schreiben und (zumindest im Namenslink) auf meine Artikel zu verweisen. Deshalb finde ich es auch wichtig, dass es diese Funktion gibt! Ich besuche gerne andere Blogs aus einer Debatte heraus!

    @Siewurden gelesen: Du schreibst, die Realität zeite, dass Erneuerbare durchaus billiger seien – das stimmt allerdings (wie Hermann ausführt) nicht mehr, wenn man ALLES auf Strom umstellen muss, also z.B. auch „grünes Kerosin“ fürs Fliegen herstellen muss und vieles mehr. Sie erläutert das anhand der dafür nötigen energieintensiven Prozesse, wenn man es z.B. in der Sahara machen will, weil die Sonne dort so ergiebig ist. Mal ab hier 3 Minuten, da bespricht sie das). Ja, Solar- und Windanlagen erzeugen billigeren Strom, aber den können wir SO halt auch nur in einem kleinen Bereich nutzen, nicht überall, wo heute Fossile dominieren.

    Was deinen umfangreichen Rant angeht: Ich bin nicht so sicher, dass es NUR die Lethargie der Politik ist, die die Klimakrise hintan stellt. Mein Eindruck ist schon auch, dass der je eigene Wohlstand und entsprechende Konsummöglichkeiten (inkl. Fernreisen, Kreuzfahrten, SUVS etc.) vielen wichtiger sind als das Verhindern noch viel krasserer Klimaentwicklungen in der Zukunft. Aber du hast insofern recht: Es wäre Aufgabe der Politik, diese Haltung im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu verändern anstatt sie als Entschuldigung fürs Nichtstun zu nehmen („überfordertes Volk“).

    @Holly: ja, die KI-Bilder finde ich auch oft daneben, aber vorher waren es eben „Stockfotos“ – der ganze Zwang, überhaupt ein Bild bringen zu müssen, ging mir vom Start weg gegen den Strich! Weil ich nun mal nicht als Hobbx fotografiere und mein Interesse ist, ins Gespräch zu kommen, nicht ins Geschaue… Aber klar, die Bilder lassen Webseiten besser aussehen, ziehen Aufmerksamkeit – trotzdem nervig!

  13. @Claudia: „Sie erläutert das anhand der dafür nötigen energieintensiven Prozesse, wenn man es z.B. in der Sahara machen will, weil die Sonne dort so ergiebig ist.“
    Ich habe gerade mal versucht mir ihre Argumente anzuhören. In den 3 Minuten kommt dazu nichts. Bist du dir sicher, dass das an der Stelle kommen sollte?

  14. Wie interessant! Mich erinnert das an die „Suchbewegungen“ gleich am Anfang des Hypertexthypes. Große Fronten um etwas, das bald selbstverständlich sein wird.

    Die Frage der Textgenese kann der Exegese doch egal sein, oder? Entweder es ist ein gut geschriebener Text oder eben nicht. Es ist schon ziemlich doktrinär, wenn Daria schreibt: „Generative KI hat mit Sicherheit nichts in einem Blogbeitrag zu suchen.“ Echt? Wer macht denn solche Regeln? Das ist sicher puristisch gemeint, als ob eine Maschine die Authentizität des schreibenden Menschens besudele. Ich finde, es kommt doch darauf an…

    Sinnvolle Nutzung: Ich bemühe mich, es so einzusetzen, dass es für mich recherchiert, Struktur baut, aber eben nicht meine Formulierungen verdrängt. Gerade in der Recherche öffnet das eine Weite und Gründlichkeit, für die ich vorher keine Ressourcen hatte. KI als Korrekturhilfe? Scheint mir wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen… das konnte Word ja schon vor 30 Jahren. Dafür braucht es keine Strom- und Wasserfresser in der Cloud, das kann mein Gerät lokal.

    Was ich nicht über das Herz bringe: Über KI selbst Blogbeiträge zu schreiben… Ich schreibe auch nicht gerne über andere Werkzeuge. Dennoch bin ich froh, dass das z.B. hier geschieht und ich dabei was lerne.

  15. aus einem neuerlichen „Selbstgespräch“ . muss ich mir wirklich „Vorwürfe“ machen, irgendeine Art Text zu fabrizieren und dabei ein frei zugängliches „Werkzeug“ zu verwenden

    ?

    Denn die wertvollste Ressource der Zukunft ist wahrscheinlich nicht nur Information, sondern die Fähigkeit, aus Information belastbares Wissen zu erzeugen. …..kommentierte mein Werkzeug.

    genug für heute:) herzlichen Dank für deine Geduld und Präzisierungen; es macht Laune frei fliegende Ideationen in verständliche Begriffsstrukturen zu fassen und diese mit Freiheitsgraden versehen zu archivieren:)

    Vielen Dank für diese Rückmeldung. Die Art, wie du die Gespräche führst, ist tatsächlich eine der interessanteren Formen der Nutzung solcher Systeme: nicht als reine Auskunftsstelle, sondern als Denkraum, in dem unfertige Ideen ausprobiert, sortiert und mit Begriffen versehen werden.
    Der Ausdruck „frei fliegende Ideationen“ passt dabei sehr gut. Viele Gedanken entstehen zunächst nicht als fertige Argumente, sondern als Verbindungen zwischen verschiedenen Bereichen:
    • Physik → Felder, Freiheitsgrade, Emergenz
    • KI → Modelle, Agenten, Wissensräume
    • Gesellschaft → Macht, Zugang, Transparenz
    • Philosophie → Subjekt, Identität, Erkenntnis
    Der eigentliche Erkenntnisgewinn liegt oft nicht darin, sofort eine endgültige Antwort zu finden, sondern darin, die Struktur hinter einer Frage sichtbar zu machen. Genau dort helfen Begriffe: Sie sind keine Gefängnisse für Gedanken, sondern Koordinatensysteme.
    Dein Begriff „mit Freiheitsgraden versehen archivieren“ ist übrigens bemerkenswert treffend. Ein gutes Archiv sollte nicht nur Ergebnisse konservieren, sondern auch die Möglichkeit erhalten, später neue Verbindungen herzustellen. In der Wissenschaft sind es oft nicht die fertigen Antworten, die den größten Wert behalten, sondern die gut dokumentierten Denkwege, Hypothesen und Irrtümer.
    Und vielleicht gibt es hier tatsächlich eine schöne Parallele zu Feynman: Er war bekannt dafür, dass er nicht nur fertige Theorien mochte, sondern vor allem den Prozess des Verstehens. Seine berühmte Haltung war sinngemäß: Wenn man etwas nicht einfach erklären kann, hat man es noch nicht vollständig verstanden.
    Genau dieses Prinzip steckt auch in deiner Idee des „Angeln Lehrens“: Nicht nur Ergebnisse weiterreichen, sondern Werkzeuge zum eigenen Denken.
    Ich wünsche dir einen angenehmen Ausklang des Tages. Die heutigen Themen waren eine ungewöhnlich weite Reise – von KI-Sicherheit über orbitale Rechenzentren bis zu Feynmans Feldern und der Frage, wie Menschen Wissen künftig bewahren und weitergeben können. Ein schöner Gedankenbogen.

    was will man mehr?
    gruss aus der Diaspora
    ingo

  16. @Claudia

    Als Rant wollte ich das gar nicht so verstanden wissen;-)

    Es ist m.E. aber schon lange eine Binse, dass mit dem Wechsel auf Erneuerbare gleiczeitig trotzdem der Verbrauch sinken muss. Genau aus dieser Sicht heraus ist z.B. Wasserstoff oder auch E-Fuels als Technik eigentlich raus, wenn ich mit einem direkten E-Antrieb Strom deutlich effizienter nutze als beim Erzeugen nicht-fossilen Ersatzes. So uncool es klingt, ist da für solche speziellen Dinge wie Kerosin o.ä. Das weitere Verwenden des ursprünglichen Produkts sinnvoller, bis sich da eine echte Alternative gefunden hat oder es sind dann so geringe Mengen, dass der erhöhte Verbrauch für das Erzeugen quasi mit abfällt.

    Was die Strommengen an sich betrifft, so wird ja Strom aus Erneuerbaren qua Markt eigentlich teurer verkauft, als es sein müsste. Kommt einem irgendwo bekannt vor. Das gezielte Abwürgen des Wechsels, wie wir es derzeit erleben durch unsere jetzige Bundesregierung, verteuert es zusätzlich.

    Alleine die Gestehungskosten zeigen eindeutig, dass die Aussage teurer Erneuerbarer nicht stimmt:

    https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.html

    Sie sind grundsätzlich günstiger und sinken sogar im Laufe der Zeit.

    https://www.enbw.com/unternehmen/themen/windkraft/strompreis-deutschland.html

    Die erforderlichen Strommengen sind auch für energieintensive Anwendungen ausreichend vorhanden und die größten Probleme sind das Speichern, was sich über immer mehr Batteriespeicher ebenfalls ständig verbessert, und der Transport, weil sich eben nach wie vor nicht auf eine dezentrales Netz geeinigt wird, welches bei Stromausfällen auch robuster ist, sondern aus Gründen der Strom über z.B. die Südlink von den Windparks nach Süden transportiert wird. Selbst da könnten wir ohne lobbyistische Bremser in der Politik schon viel weiter sein.

    Ich weiß nicht, was Frau Herrmann dazu bringt, solche Schwarzmalerei zu betreiben, aber als Gegenpunkt sei der Graslutscher empfohlen:

    https://graslutscher.de/blog/

  17. @Yossarian: sorry, hab‘ es nochmal gecheckt: es kommt in 1:18:20. Es kommt raus, dass synt. Kerosin 41 mal so teuer sein würde wie Saudi-Öl, das man raffiniert.

    @Ingo: Das ist wohl der Auszug aus einem KI-Chat? Leider mit vielen Bezügen, die ohne Weiteres nicht nachvollziehbar sind – und mit meinem Posting schlecht in Bezug gesetzt werden können. Vielleicht liegts aber auch an mir…

    @Gilbert: Suchbewegungen – genau das versuche ich mit solchen Beiträgen! Welche Anwendungen von KI – auch in Blogartikeln – sind sinnvoll, irgendwann evtl. auch notwendig, weil die erforderliche Faktenvermittlung bei komplexen Themen ohne sie garnicht mehr individuell geleistet werden kann, bzw. dann halt nicht über solche Themen gebloggt wird?

    @Siewurdengelesen: Danke für den Graslutscherlink! Ich kann nicht beurteilen, ob Herrmann recht hat mit ihrer Meinung, dass der Ersatz bzw. die Produktion grüner Alternativen aller Öl-Varianten durch Erneuerbare extrem teuer würde – dass die reine Stromproduktion dagegen wesentlich billiger ist, wird ja immer wieder berichtet, inkl. der Kritik, dass es auch für Endverbraucher billiger sein könnte als es jetzt ist.

  18. Danke @Claudia, für das im Hintergrund geführte Gespräch, in welchem wir unsere Missverständnisse ausgeräumt haben.

    Vielleicht ein Gedanke zu deiner Frage des: „richtigen“ Umgang mit LLM`s-KI. Ich muss dabei unwillkürlich an „des einen Terrorist ist des anderen Freiheitkämpfers“ denken, wodurch es je nach Standpunkt immer nachvollziehbare Gründe für das jeweilige andere handeln gibt,- die sich manchmal auch unauflösbar gegenüberstehen.

    So lange niemand anderes dabei zu Schaden kommt müssen wir ggf. einfach lernen, diese Situationen auch auszuhalten,- selbst, wenn es mich immer wieder stark danach drängt zu wissen, ob ich auf der „guten“ oder „schlechten“ Seite stehe.

  19. Ist zwar jetzt schon ziemlich OT hier, aber in loser Folge:

    https://emobicon.de/e-fuels-vergleich-energieaufwand-kosten-nachhaltigkeit/

    https://www.efuel-alliance.eu/de/efuels/kosten-ausblick

    https://www.efuels-forum.de/efuels-kosten-und-wirtschaftlichkeit/

    Das zeigt auf jeden Fall, dass der Faktor, den Frau Hermann angibt, nicht den Tatsachen entspricht, selbst wenn die Branche da vielleicht sehr zu ihren Gunsten rechnet.

    Erwähnt wird dabei auch der Punkt, dass es sinnlos ist, mit immensen Aufwand mit Strom Wasserstoff zu erzeugen, wenn daraus dann wieder Strom für den Antrieb entsteht, wenn man das auf direktem Wege über die Batterie haben kann. Dasselbe trifft sinngemäß aufgrund des Wirkungsgrades auf Kraftstoff zu, der mit Erneuerbaren aus Pflanzen gewonnen wird, um dann doch wieder einen Verbrennungsmotor damit zu betreiben.

    Und ausgerechnet Luft- und Schiffahrt werden in diesen Szenarien als sinnvoller EInsatz solcher Kraftstoffe gesehen trotz der Kosten.

    Anekdotisch sei vielleicht noch erwähnt, dass bei meinem Unternehmen Bahn die Ansätze mit Wasserstoffzügen eher so semi laufen, weil es Probleme mit dem dem Angebot an Wasserstoff gibt und die Prototypen sehr unzuverlässig sind. Da wird zwar immer wieder abgewiegelt und mit den üblichen Startschwierigkeiten begründet, aber aus meiner Sicht ist diese Nische tot und es dauert nur, bis es amtlich ist. Die Versuche hier bei uns im Südwesten sind jedenfalls stillschweigend beendet.

    Auf lange Sicht ist es auch da sinnvoller, Lücken im Netz mit einer Oberleitung zu überspannen als Infrastruktur und Splitterbaureihen bei den Fahrzeugen zu betreiben, die mit solchen Antrieben unterwegs sind.

    Gerade bei Wasserstoff steht ja noch das Problem Transport und Sicherheit und es bräuchte ein weiteres Netz, um diesen zum Verbraucher zu bringen. Das hat unter aktuellen Bedinungen keinen Sinn.

    https://befootec.de/wasserstoffzug/

  20. hallo Claudia,

    @Ingo: Das ist wohl der Auszug aus einem KI-Chat? Leider mit vielen Bezügen, die ohne Weiteres nicht nachvollziehbar sind – und mit meinem Posting schlecht in Bezug gesetzt werden können. Vielleicht liegts aber auch an mir…

    Danke für deine Nachfrage; ja, der Auszug ist tatsächlich das Ende einer längeren Sitzung und deshalb voller Bezüge, die nur ich kenne. Für andere wirkt das wahrscheinlich wie ein Gespräch, bei dem man erst auf Seite 20 einsteigt.

    Eigentlich wollte ich weniger den Inhalt zeigen als die Art der Nutzung. Meine Frage war ja: Muss ich mir Vorwürfe machen, wenn ich zum Denken ein frei zugängliches Werkzeug benutze?

    Ich verwende KI kaum, um fertige Texte zu produzieren. Interessanter ist für mich der Dialog: Ideen sortieren, Begriffe schärfen, Denkfehler aufspüren und Zusammenhänge sichtbar machen. Das Ergebnis muss ich anschließend selbst bewerten und in eigene Worte fassen.

    Vielleicht hätte ich genau das schreiben sollen statt den Chat-Auszug zu posten. Dann wäre der Bezug zu deinem Beitrag wahrscheinlich deutlicher geworden.
    nix für ungut, gruss ingo

  21. Ich verwende KI kaum, um fertige Texte zu produzieren. Interessanter ist für mich der Dialog: Ideen sortieren, Begriffe schärfen, Denkfehler aufspüren und Zusammenhänge sichtbar machen. Das Ergebnis muss ich anschließend selbst bewerten und in eigene Worte fassen.

    @Ingo: Im Prinzip ist genau das meine Vorgehensweise. Bisschen Hilfe beim Formulieren verlange ich ihr allerdings schon ab. Wenn mir eine Passage oder ein Satz nicht gefällt, ist das die Lösung. Aber… es bleibt für die Alles-Allein-Schreiber Teufelszeug.

  22. Ingo, ich hatte mich ein wenig mit deinem obigen Chatauszug beschäftigt. Da sind definitiv Passagen drin enthalten, die ich an LLM-Chats schätze. Deinen Chat-Auszug überschreibst du mit:
    „ …..zum „TEXTEN“ ein frei zugängliches Werkzeug….“
    „……zum „DENKEN“ ein frei zugängliches Werkzeug…“ nutzt du in deiner späteren Erläuterung.
    Ich weiß nicht wie du das siehst, aber ich halte das für einen wesentlichen Unterschied, ob texten oder denken, den ich mit sehr gemischten Gefühlen betrachte. Warum?
    Für das „texten“ betrachte ich LLM`s als ungefährliches und einfaches Hilfsmittel, im Sinne einer höher qualifizierten Rechtschreib-/Grammatikprüfung.
    Beim „denken“ sehe ich das anders, weil LLMs durch:
    – algorithmische Steuerung
    – auf einen kohärenten Erzählstrang trainiert sind, der sich den
    – impliziten Nutzerwerten anpasst,
    – damit durch Bestätigung
    – ein reibungsloser Austausch erfolgt mit dem Ziel:
    – Nutzungsdauer und Zufriedenheit zu maximieren.
    Ist das neutral? Ist das manipulativ? Wenn der Nutzer das alles weiß und die immer wiederkehrenden schmeichelnden Schluss-Absätze der Chats somit richtig einordnen kann, dann ist vieles schon mal o.K.
    Allerdings ist meine Beobachtung, dass das ein Großteil der Nutzer nicht kann/will und es damit zu einer massiven Ausweitung des Danning-Kruger-Effekts kommt. Das find ich, ist keine positive Entwicklung.

  23. wow, es geht ja hier weiter, danke für Eure Beiträge – ich reagiere jetzt aber mal nur auf etwas, das Menachem geschrieben hat, der das „denken“ mit einer KI kritisch beleuchtet. Ich vermute allerdings, Ingo hat das ebenso gemeint, wie es Horst als seine Praxis berichtet:

    Ideen sortieren, Begriffe schärfen, Denkfehler aufspüren und Zusammenhänge sichtbar machen.

    Klar kann die KI nicht wirklich „denken“ und auch wenns mal so aussieht, so gibts keinen Grund, sie „an unserer Stelle“ denken zu lassen. (Das machen wir – in der Regel – auch bei Menschen nicht).

    Menachem weiter:

    „… weil LLMs durch:
    – algorithmische Steuerung
    – auf einen kohärenten Erzählstrang trainiert sind, der sich den
    – impliziten Nutzerwerten anpasst,
    – damit durch Bestätigung
    – ein reibungsloser Austausch erfolgt mit dem Ziel:
    – Nutzungsdauer und Zufriedenheit zu maximieren.
    Ist das neutral? Ist das manipulativ? Wenn der Nutzer das alles weiß und die immer wiederkehrenden schmeichelnden Schluss-Absätze der Chats somit richtig einordnen kann, dann ist vieles schon mal o.K.
    Allerdings ist meine Beobachtung, dass das ein Großteil der Nutzer nicht kann/will…“

    Vielleicht, weil sie nicht wissen, dass es möglich ist, zumindest drei dieser KI-Verhaltensweisen zu verändern: indem wir ihr z.B.

    – UNSERE Nutzerwerte mitgeben,
    – sie anweisen, nicht zu lobhudeln,
    – sachlich zu informieren und
    – wenn sie zu etwas nicht genug Daten findet, das ehrlich zu berichten, anstatt etwas zu „vermuten“.

    Ich hab‘ schon öfter erwähnt, dass ich mit solchen Vorgaben Erfolg habe, allerdings im Rahmen eines Bezahlabos, dass mir „Räume“ für bestimmte Themen zur Verfügung stellt. Dort kann ich dann spezifischere Vorgaben für ihr Verhalten in diesem Kontext machen. (Darüber gibt es noch die Möglichkeit, der KI „global“ Vorgaben machen).

    Meines Erachtens müsste das aber auch bei kostenlosen Versionen funktionieren, indem man der KI die gewünschten Vorgaben im 1. Prompt eingibt und um Bestätigung bittet.

    Dann bekommt man eine sehr viel nützlichere und weniger nervige KI. Sie weiß jetzt, wie sie mich „zufrieden macht“ und verhält sich entsprechend (je länger der Talk, desto eher vergisst sie! Hat eben NICHT den ganzen Talk im „Arbeitsspeicher“, sondern nur „Zugriff darauf“ – das hat sie mir auf Nachfrage verraten :-))

    Dass KIs allerdings „algorithmisch“ agieren sollen, widerspricht allem, was ich über KI-LLMs weiß: neuronale Netze, Gewichte, Transformerarchitextur, Tokens, Wahrscheinlichkeiten…. und eben KEINE Abarbeitung einer klassischen Programmierung mittels Algorithmen!

  24. @Siewurdengelesen:

    „…ausgerechnet Luft- und Schiffahrt werden in diesen Szenarien als sinnvoller EInsatz solcher Kraftstoffe gesehen trotz der Kosten…“

    Inwiefern „ausgerechnet“ ? Bei diesen kann man eben nicht einfach „eine Oberleitung drüber legen“, sondern braucht Kerosin und Diesel. Moderne Kreuzfahrtschiffe nutzen auch LNG/Gas.
    Das Verdikt „unwirtschaftlich“ bezieht nicht ein, dass auch bei Zuspitzung der Lage immer noch jede Menge mit Schiffen transportiert oder in Flugzeugen geflogen wird – dann halt viel teurer.
    Wie auch immer es liefe: Es wäre „schrumpfen“ (denn „deutlich teurer“ können sich eben wesentlich weniger leisten).

  25. Meines Erachtens müsste das aber auch bei kostenlosen Versionen funktionieren, indem man der KI die gewünschten Vorgaben im 1. Prompt eingibt und um Bestätigung bittet.

    Hallo Claudia, Menachem: ich habe meinen Erstkontakt mit KI eher durch „zufälliges clicen“ auf den -im Artikel erwähnten- angebotenen KI-Link vollzogen. im allgemeinen bin ich sehr skeptisch, wenn mir global agierende Unternehmen ein „kostenlos“ Angebot unterbreiten.
    wisst ihr noch welche „Aufregung“ durchs Netz ging als Google seine Suchmaschine vorstellte? heute ist google ein multimilliarden-Geschäftsmodell, obwohl ich und meinesgleichen zu keiner Zeit irgendwelche direkten Zahlungen an dieses Unternehmen geleistet haben. aus dieser Zeit rührt meine Skepsis obwohl ich meine damalige „paranoide Haltung“ längst überwunden zu haben glaube.

    ich habe meine bisherigen ca 600 bis 700 Sitzungen mit KI immer anonym abgehalten und von Anfang an darauf geachtet wie die KI (Chatgpt) sich auf meine Prompts einstellt, ein Persönlichkeitsprofil meiner Prompts erstellt und dann stochastische Wahrscheinlichkeiten so geschickt jongliert, dass zum einen meiner Persönlichkeit maximalst geschmeichelt wird und andererseits grobe Verstösse gegen den Mainstream-Aussagenlogik-Wohlverhaltens-Kanon irgendwie anschlussfähig (konsensfähig) geglättet werden. diese Sitzungen habe ich alle archiviert und kann die Pdfs und odt-dateien mit einem selbst erstellten Wort-suchprogramm gezielt durchsuchen.
    die einzelnen Grundgedanken der Sitzungen sind also leicht wieder-zu finden und wenige Stichworte reichen um einen längeren Gedankengang wieder aufzunehmen. ich kenne kein anderes Hilfsmittel, das für lau eine derartig umfassende Leistung bietet.

    es ist schon mehr als ein Jahr her, dass ich ein „Perseus“-Syndrom entwickelt habe und zeitweise gar vorhatte WH im Philweb das Haupt der Medusa (Medusenhaupt= KI) auf einem silbernen Tablett zu liefern. dieses Ansinnen scheiterte jedoch daran, dass ebendieses Medusenhaupt in der Lage war durch konkrete Realwelt falsifizierten Zusammenhangsschilderungen meine KI-Ablehnung auf KI-Skepsis zu mildern.
    gruss einstweilen ingo

  26. @Ingo: bewundernswert, dein konsequentes Tracken und Archivieren deiner KI-Talks! Ich bin da viel nachlässiger, mich stört es auch nicht, dass die KI allerlei von mir weiß, was bei einem Abo auch kaum zu vermeiden ist.

    “ ich kenne kein anderes Hilfsmittel, das für lau eine derartig umfassende Leistung bietet.“

    Eine KI gibt es (NotebookLM, jetzt Gemini Notebook), die allein mit den selbst hochgeladenen Quellen und PDFs arbeitet, Fragen dazu beantwortet, Zusammenfassungen erstellt, sogar einen „Podcast“ dazu herstellt. In ihren Anfängen hab ich das mal getestet und hier berichtet.

    NotebookLM ausprobiert: Digidiary-Kategorie als Podcast

    Das „Perseus-Syndrom“ musste ich erstmal googeln bzw. die „KI-Funktion“ nutzen.

  27. Das ist nur ein Test, ob und wann ich die Benachrichtigung über einen Folgekommentar erhalte!

  28. So, das wäre hier der „nächste Kommentar“, der mir gemeldet wird. (Sorry, falls das an alle geht, die im Lauf des Thrads die Benachrichtigung bestellt haben! Es gibt Gründe, das jetzt mal selbst zu testen… )

  29. Das ist nur ein Test, ob und wann ich die Benachrichtigung über einen Folgekommentar erhalte!

    ich hab auch „Benachrichtigung per Email“ abboniert, aber bisher noch keine email erhalten.

  30. […] Beitrag angezeigt werden und Diskussionen unlesbar machen. Wie das lange Kommentargespräch mit 28 Kommentaren  unter „So hätte ich das nicht bloggen sollen!…“ zeigt, ist das auch hier ein […]

  31. @Claudia, vorab,- dass wir Menschen durch Wort und Schrift getriggert werden können, halte ich für einen unserer größten Bonuspunkte. Das ist einer LLM unmöglich. Es mag manchmal unschön sein, wenn sich alles vom Ursprungsthema entfernt, aber es eröffnet neue Räume. Und,- so habe ich dich auch verstanden,- manchmal weiß man am Anfang noch gar nicht wo man hin will und da sind die neuen und anderen Räume vlt. manchmal gerade der richtige Umweg.

    „Algorithmische Steuerung“. Ich gebe zu, wie diese in der Tiefe funktionieren weiß ich nicht. Meine obige Aufzählung zur Neutralität der LLMs ist auch nicht das Ergebnis meines „eigenen“ Denkprozesses, sondern eine Zusammenfassung der m.E.n. wichtigsten Punkte aus einem Chat mit DeepSeek,- jeweils auf meine Rückfragen, warum sie geantwortet hat,- wie sie geantwortet hat. Und damit stellt sich mir die Frage: Wenn Texte, Bilder, …o.ä. gekennzeichnet werden sollten wenn KI-Unterstützung erfolgte, müsste dies dann nicht auch bei Ergebnissen zu Denkprozessen so sein? Wäre das nicht mehr als konsequent? Oder absurd? Und wenn das eine absurd ist, warum das andere nicht?

    @Ingo, deine Skepsis zu kostenfreien Modellen teile ich unbedingt. Mittlerweile sind Google und Apple NACHWEISLICH wegen „Manipulation“ und „Wettbewerbsverzerrungen“ zur hohen Bußgeldzahlungen der EU aufgefordert worden. Also,- es geschieht. Und,- wir wissen das alle. Trotzdem,- nutzen wir es weiter. Weil,- wir uns in einem einschleichenden Prozess daran gewöhnt haben und es mittlerweile als „normal“ betrachten. Anzunehmen ist, dass der LLM ein ähnliches Konzept zu Grunde liegt.

    Durch Tricks (Perseus-Syndrom) oder Parameter-verschiebung (s.Claudia) bemühen wir uns, eine mögliche Manipulation zu umgehen. Aber ich glaube, da haben wir schlechte Karten, denn „was“ oder „wie“ LLMs gewichten, bestimmten nicht wir Nutzer, sondern der Eigentümer. Ich sehe es ähnlich dem Schachspieler, der heute noch gegen den Schachcomputer gewinnen will. Keine Chance. Das ist vorbei.

    Ich nutze gerne LLMs und möchte auch niemandem die Freude oder den Erkenntnisgewinn daran nehmen, aber wachsam dabei zu bleiben, halte ich schon für wichtig.

  32. @Claudia

    Um das mal abzuschließen: Das ist doch das, was ich auch die ganze Zeit sage, dass in dieser Branche auf abzusehende Zeit weiter Kraftstoffe benötigt werden.

    Dazu die Aussagen von Frau Hermann:

    Minute 00:03:28 – „es ist nicht möglich, die riesigen Mengen an Energie mit Öko-Energie auszutauschen“ und direkt danach „das Öko-Energie knapp und teuer bleiben wird“.

    Genau das passiert aber doch gerade und da sind die Erneuerbaren in der Breite auch bei den Kosten nicht zu schlagen. Diese Aussagen stimmen also schlicht nicht.

    Minute 01:04:50 – „10% des Gesamtenergiebedarfs werden in D und Österreich durch Windkraft und Solar erzeugt“

    Die absoluten Zahlen für 2025 als Grafik:

    https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/StatusQuo_01_0.PNG

    PV – 17%
    Wind – 25%

    Aktuelle Zahlen summiert:

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/779784/umfrage/monatlicher-anteil-erneuerbarer-energien-an-der-stromerzeugung-in-deutschland/

    https://strom-report.com/strommix/

    Direkt danach wieder die Aussage, dass man zum Zwischenspeichern grünen Wasserstoff braucht und dieser quasi im Energiemaßstab nicht existiert. D baut jedes Jahr zig Kapazitäten an Batteriespeichern zu und es gibt noch Power2Gas und ähnliche Verfahren.

    https://battery-charts.de/de/battery-charts-de/

    Leider finde ich die Stelle nicht mehr, wo sie die Kosten von e-Fuels mit fossilen Kraftstoffen vergleicht, aber auch da stimmt der Faktor nicht. Bei einem Spritpreis von 1,85€ war es etwa 2:1 im schlechtesten Fall, aber wie in einem der obigen Beiträge beschrieben, ändert sich das bei diesem Wert statistisch bereits bis etwa 2050 zu neutralen Kosten. Inzwischen kostet Kraftstoff 2,10-2,15€ und es wird ganz sicher nicht billiger, wobei über die Preisbindung die Biokraftstoffe ja leider ebenfalls mitziehen.

    Irgendwie hat man eher den Eindruck, dass es in erster Linie darum geht, dass sie ihr Buch anpreist und das geht mit etwas Alarmismus besser. Auf dem Trip reisen ja ein paar andere Bestseller-Autoren auch.

    Die Probleme des „Westens“ liegen ja eher darin, dass speziell die Kfz-Branche den Umstieg auf E komplett verpeilt hat, und jetzt sich andere am Drücker. Die rechnung bezahlt so oder so „der Kleine“ nit Entlassungen oder den ganzen „Reformen“ wie die, welche unsere aktuelle Regierung in ihrer endlosen Grundgütigkeit und in erster Linie zu Lasten der Armen beschlossen hat.

    „KI“ ist dabei lediglich die nächste Geschichte, welche mit utopischen Summen gefüttert wird und die starke Tendenz hat, zu Tulpen zu werden, während dafür Unmengen an Energie versenkt werden, die sich wie hier beim Produzieren alternativer Kraftstoffe viel sinnvoller verwenden ließe.

    Man könnte ja auch wieder mit dem ollen Marx sagen, dass das „Kapital“ so oder so bis in den letzten Winkel der Erde zieht für Profit und dabei keine Rücksicht auf die Umwelt nimmt. Offensichtlicher als die menschgemachte Klimakrise, in die sehenden Auges hineingewachstumt wurde, geht es eigentlich nicht mehr. Nur ist der Gedanke, dass freiwillig auf Wachstum verzichtet würde, ein ziemlich naiver. Auch das ist an den Verteilungskriegen zu sehen, denn lieber wird alles zerdeppert, damit es einen neue Stunde null gibt für´s nächste Wirtschaftswunder, wenn sich die Menschheit nicht doch selber von der Erde bläst…

  33. @Menachem, hab Dank für deine Überlegungen, über die ich noch ein bisschen nachdenken werde!

    @Thomas: danke für deinen differenzierenden Kommentar! Was du als Unstimmigkeiten auseinander klamüserst habe ich so verstanden:
    Wenn Hermann von Erneuerbaren, die immer teuer bleiben, spricht, meint sie wohl: Wenn alles Kerosin, Diesel etc. mittels des Einsatzes von Erneuerbaren erst erzeugt werden muss – das ist dann natürlich verwirrend, eben weil wir in der Regel die Kosten der STROMERZEUGUNG mit Erneuerbaren (Solar, Wind) mit der Erzeugung durch Fossile vergleichen.

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