Claudia am 29. August 2026 — 10 Kommentare

Gesehen, gelesen, gehört: Buddhism, Iran-Tunnel, Trumps Vietnam, die Lieblingsschülern u. mehr

Zu einem eigenen Blogpost fehlt mir gerade die Muse, also notiere ich hier einfach mal ein paar Medieninhalte, die ich gesehen, gelesen oder gehört habe. Drauf gebracht hat mich das Linkwerk zuim Wochenende auf Buddenbohm und Söhne. Ganz so ausführlich wird es allerdings nicht werden, bei Linktipps mag ich eher die Kürze. Los gehts:

Gesehen:

Every School of Buddhism Explained: What Each One Actually Believes
– 20 Minuten ansprechend ins Werk gesetzte Info zu den verschiedenen Strömungen des Buddhismus. Gute Stimme, schön bebildert – und wer es gern auf Deutsch hätte, kann die Untertitel nutzen. Dass ich das Werk hier aufliste, liegt am Blogpost Costa des Sol (2), in dem der Betonflüsterer den Buddhismus so beschreibt:

„während ich einer besonders fetten Garnele den Kotfaden aus dem Rücken ziehe, wünsche ich mir, dass der Buddhismus hoffentlich so falsch liegt wie alle anderen Religionen dieser Welt, denn hätte der Buddhismus Recht, würde ich aufgrund meiner zahlreichen Sünden in meinem gottlosen Leben sicherlich als karmagefickte Garnele wiedergeboren werden und jemand wie ich würde mir die Scheiße in einem schwarzen Faden aus dem gebogenen Rücken ziehen.“

15 Antike Straßen, die es Nicht Geben Dürfte: 30.000 km Ohne ein Rad
– schier unglaublich, was für „Straßen“ frühere Völker geschaffen haben! Teils ist bis heute ungeklärt, wie sie das geschafft haben und wozu – so ohne Rad und Zugtiere. Das Video folgt dem ersten Teil (12 Megalithen bis 16.250 Tonnen: Kein Kran der Welt hebt einen einzigen!), ebenso erstaunlich, aber schon bekannter als das mit den Straßen. Und ja: die Videos sind „ganz oder teilweise“ mit KI generiert, aber dennoch richtig gut, denn sie vermitteln den Stand des Wissens ohne Spekulationen über Götter oder Aliens und geben alle Quellen an, auf die sich der Bericht stützt. (Was nicht heißen muss, dass alles genau so stimmt, aber man kann es immerhin im Detail nachrecherchieren!)

Inkastraße

Trumps Vietnam? Ruiniert der Krieg im Iran die USA?
Im aktuellen Podcast des STANDARDs analysiert Militärexperte Matthias Wasinger (Österreichisches Bundesheer) die globalen Folgen des eskalierenden US-Konflikts mit dem Iran.Z.B. warum weder eine US-Bodenoffensive noch Infrastrukturangriffe schnelle Lösungen bringen – und weshalb nur ein schrittweises Abkommen den Seeweg an der Straße von Hormus sichern kann.
Interessant in diesem Zusammenhang fand ich den Bericht im „Straßen-Video“ zum unterirdischen Tunnelsystem (begehbare Kanalsysteme) im IRAN (Kariz / Qanat, ab 35:11), von dem Schätzungen zu Folge noch 218.000 Kilometer erhalten sein sollen.

Wasserkanal, Iran
Dahin Bodentruppen? Eher nicht…

Gelesen:

Fantasie- und Traumreisen: Kindergeschichten gegen den Wahnsinn
Gilbert von Geist & Gegenwart erzählt, wie er seinem Kind beim Einschlafen hilft, das Schwierigkeiten hat, die Erlebnisse des Tages und die Sorgen über morgen aus dem Kopf zu bekommmen. Ganz toll und auch für andere Eltern eine gute Anregung!

Ein kleines Plug-in für mehr KI-Transparenz: Nicht ob KI, sondern wofür
Horst hat mit Hilfe von ChatGPT ein kleines WordPress-Plug-in gebaut. Es soll nicht entscheiden, was noch menschlich und was schon künstlich ist, sondern schlicht beschreiben, wofür KI bei einem konkreten Beitrag eingesetzt wurde. Gute Idee, die zur „Befriedung“ der immer wieder hoch kochenden „Debatte“ rund um KI in Blogs (plus Kennzeichnungen) dienen könnte – wenn das denn gewollt würde, was ich manchmal bezweifle!

Die stille Selbstabschaffung (Journalist)
Martin Andree und Stephan Weichert appellieren an Journalist*innen, sich für ihre publizistische Unabhängigkeit gegenüber Plattformen einzusetzen.

„Die unaufhörliche Jagd nach Klicks, Likes und permanenter Sichtbarkeit in den sozialen Netzwerken hat nicht nur die digitalen Verbreitungswege mutiert, sondern das journalistische Handwerk gleich mit: Ausgerechnet jene Leute, die ihre demokratische Kontrollfunktion gegenüber Politik und Wirtschaft mit Recht verteidigen, biedern sich den mächtigen Taktgebern der Algorithmen an, sei es durch “Personal Branding”, die Zweitkarriere als “Influencer” und “Creator” oder polarisierende Diskussionen zur Steigerung der eigenen Reichweite.“

Gehört:

Die Lieblingsschülerin (5-teilige dokumentarische Audio-Serie, DLF)
Ein Podcast über sexualisierte Gewalt an Schulen und die Folgen.
Die Sendung wurde in den letzten Wochen samstags wiederholt – und weil ich selbst betroffen war, hab‘ ich mit großem Interesse angehört, was drei 15 Jahre alten Schülerinnen zugestoßen ist, als ihre Lehrer mit ihnen eine Beziehung beginnen. Es gibt auch eine „Bonusfolge „Weitere Fälle“„, zu den Reaktionen, die nach der Ausstrahlung massenhaft eintrafen. Britta Rotsch und Taiina Grünzig sprechen über einige davon und fragen: Warum glauben Betroffene oft jahrelang, dass sie selbst schuld sind?

Die beschriebenen Fälle sind weit jünger als meine Erlebnisse Anfang der 70ger. Ich war 16, es war eine sex-positive Zeit, was mein Kunstlehrer, für den ich mit 13 „geschwärmt“ hatte, weidlich auszunutzen wusste. Mein fortschrittliches hessisches Gymnasium ermöglichte es, Kunst als Hauptfach zu wählen, wodurch ich diesen Lehrer vier Stunden pro Woche erlebte. Der Lehrer war neben dem sicheren Beamtenjob auch als moderner Künstler aktiv und alles andere als langweilig! Ich war gut im Fach und es wirkte nicht ganz so absonderlich, dass er mich während der Schulzeit in ein Lokal „entführte“, Bier ausgab und mir vermittelte, dass es doch nur die rückständige Gesellschaft sei, die engeren Kontakten im Wege stehe. Dann lud er mich „in sein Atelier“ ein, das dann aber leider wegen einer kaputten Heizung zu kalt gewesen wäre. Wir landeten bei ihm zuhause und es kam, was zu erwarten war.

Ich war verwirrt und ließ alles über mich ergehen – GEWALT würde ich das dennoch nicht nennen, auch heute nicht. Psychische Überwältigung eher bzw. Missbrauch von Abhängigen… gefallen hat mir das Geschehen keinen Augenblick! Dass er mich danach nicht mal mehr nachhause fuhr, sondern mir Taxigeld in die Hand drückte, war eine weitere Demütigung. Ebenso die Warnung wenige Tage später: Mir würde niemand glauben, wenn ich was erzähle… noch eine Verletzung, denn das hatte ich garnicht vor. Es blieb beim OneNight-Stand, der keine weitere Folgen hatte. Ich blieb sogar fachlich gut und machte ein verdientes Kunst-Abi mit Note 2.

***

Ist ja doch nicht so kurz geworden wie ich dachte!

Und sonst:

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Diskussion

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10 Kommentare zu „Gesehen, gelesen, gehört: Buddhism, Iran-Tunnel, Trumps Vietnam, die Lieblingsschülern u. mehr“.

  1. Der Vorschlag von Horst ist zwar nett gemeint, aber ich werde auf meinem Blog trotzdem keine Kennzeichnung einführen. Ich sehe nach wie vor nicht ein, warum ich das tun sollte. Für private Blogs besteht ohnehin keine KI-Kennzeichnungspflicht.

  2. @Lorenzo: danke für dinen Kommentar! Ich finde die Idee gut, brauche es aber selbst nicht, denn ich bennenne die KI jeweils direkt im Text, zitiere sie, wenns sich so ergibt.

  3. @Lorenzo: Ich nutze keinerlei KI. Noch kann ich selbst den Inhalt eines Beitrags selbst generieren. Ausserdem: Wenn schon KI, sollten auch Kommentare des Blogbetreibers durch KI laufen.

  4. @Gerhard: was meinst du mit „Wenn schon KI, sollten auch Kommentare des Blogbetreibers durch KI laufen.“ Was soll ich mir darunter vorstellen?

  5. Ich dachte, @Claudia, Geschichten wie du sie als 16-jährige erlebt hast, gäbe es nur im Fernsehen. Ich bin in solchen Betrachtungen einfach viel zu naiv, obwohl ich manchmal auch denke, gut so. Ein unappetitliches Thema, neben häuslicher Gewalt, dass die Gesellschaft gerne im Verborgenen hält. Danke, dass du ein Licht darauf wirfst.

    In Anlehnung daran habe ich mich gestern mit einer Geschichte auseinandergesetzt, die ich als 5-jähriger hatte. 1957 mit einer schweren Gehirnhautentzündung und einer damit verbundenen Nahtoderfahrung. Wie stimmig oder konstruiert diese Erfahrung/Erinnerung ist habe ich versucht, mit der KI zu analysieren.
    Aber,- das hat mich 70 Jahre lang überhaupt nicht beschäftigt und auch in keinster Weise beeinträchtigt. Seelische Verletzungen dagegen können manchmal oft viel schwieriger und nachhaltiger sein, als körperliche. Und in diesem „nicht-gebührendem-anerkennen/hinschauen-wollen“ werden die so Geschädigten ein „zweites“ mal tief verletzt.

  6. @Menachem: danke, dass du diesen Punkt der Medienliste kommentiert hast – ich wäre schon enttäuscht gewesen, hätte niemand was zu dieser „Story“ gesagt! Was mich am Podcast entsetzt hat: Das waren viel neuere Erlebenisse, wobei die Betroffenen auch noch kaum Unterstützung von der Schulleitung bekamen, eigentlich gar keine. Allenfalls wurde mal ein Lehrer versetzt, sonst geschah ihnen nichts. Krass!
    Eine Nahtoderfahrung mit fünf? Interessiert mich natürlich, was du davon erinnerst! (gerne auch Mail) Ich schaue mir häufig die Berichte auf einschlägigen Youtube-Kanälen an, auch weil ich selbst zumindest ein Teil davon selbst erlebt habe, wenn auch nicht dem Tode nahe. Allerdings war ich da fast 30, es hat also eine richtige „Weltbilderschütterung“ verursacht.

  7. @Claudia: Was für eine belastende Erfahrung, gerade in diesem Alter. Vielleicht ist es gar nicht entscheidend, welches Wort und welche Beschreibung dieser Art Erfahrung man Jahrzehnte später findet. Mich berührt vor allem, was Kinder und Jugendliche in solchen Situationen mit sich selbst ausmachen müssen: Verwirrung, Scham, Zweifel und das Gefühl, mit etwas allein zu sein, das man damals kaum einordnen konnte.

    Deine Schilderung hat bei mir eine Erinnerung an meine eigene Lehrzeit wachgerufen. Auch ich habe damals etwas erlebt, das ich nicht vergessen, aber offenbar über viele Jahre ziemlich erfolgreich verdrängt habe. Vielleicht ahne ich deshalb ein wenig, wie lange solche Erfahrungen irgendwo in einem weiterleben können, selbst wenn man glaubt, sie längst hinter sich gelassen zu haben.

    Die Verantwortung liegt beim Erwachsenen – und bei einem Lehrer wiegt der Missbrauch von Vertrauen und Abhängigkeit besonders schwer. Danke, dass du das so offen erzählt hast. Ich glaube, das ist äußerst selten.

  8. @Horst: danke auch dir für den Kommentar zum unschönen Thema! Was anders war als in den im DLF geschilderten Erlebnissen: es war keine „Beziehung“, sondern ein OneNight-Erlebnis. Das hat mir zwar nicht gefallen (Altersabstand, seine „Turnübungen“ um mich sexuell zu beeindrucken), aber ich hätte das ganze ohne Groll abgehakt, wenn er einfach gesagt hätte: Du, das war ein Fehler, schließlich bin ich dein Lehrer… du verstehst sicher, dass das nicht weiter gehen kann und ich hoffe sehr, du erzählst das nicht rum!
    Beschämt war ich nicht, nur verletzt und verärgert wegen seiner Art, „danach“ mit mir umzugehen. Es war wie gesagt eine sexpositive Zeit und er war ja nicht der erste, zum Glück nicht! :-)
    Deine Erinnerung aus der Lehrzeit – wenn du nicht öffentlich was dazu sagen willst, gerne per Mail! Kann mir vorstellen, dass das für einen Jungen noch extra verunsichernd ist – vermute, dass ein Mann beteiligt war (zumindest aber jemand viel älterer).

  9. @Claudia: Ja, auch ich habe so etwas Ähnliches erlebt. Jedenfalls einen Übergriff. Ein Abteilungsleiter, ein älterer Mann mit einem etwas abseits gelegenen Büro, hat damals etwas versucht. Er hatte die Tür von innen abgeschlossen, was mich total verunsicherte, und fasste mich in eindeutiger Weise an. Mit meiner Reaktion hatte er wohl nicht gerechnet. Trotz meiner großen Befangenheit – ich war erst 14 und im ersten Lehrjahr – habe ich ihm eine gescheuert.

    Danach bin ich ihm möglichst aus dem Weg gegangen. Ich meine, dass er nicht lange darauf in Rente ging, aber daran erinnere ich mich nicht mehr genau.

    In der Firma kam es auch zu sexuellen Übergriffen auf Mädchen. Besonders zwei alte, fiese Kerle sind mir in Erinnerung geblieben, Männer, die noch ganz von der Nazi-Zeit geprägt waren. Mich beschimpften und riefen sie, wenn was anlag, als Sozi. Gegen ihre Übergriffe auf die Mädchen unternahm keiner etwas. Wir Jungs trauten uns auch nicht richtig, etwas dazu zu sagen. Die waren derb und gewöhnlich. Beide sind schon lange tot. Damals waren wir als Lehrlinge alles andere als in einer privilegierten oder auch nur sicheren Position.

    Das war 1968. Wenn ich heute daran zurückdenke, finde ich vor allem bedrückend, wie selbstverständlich vieles hingenommen wurde. Das war nicht schön.

  10. @Horst: vielen Dank für deine Schilderung des miesen Übergriffs! Toll, wie du reagiert hast, trotz der verschlossenen Tür!
    „Gegen ihre Übergriffe auf die Mädchen unternahm keiner etwas“ – ja, das war früher recht „normal“, und dass man sich als machtloser Lehrling in diesem Umfeld nicht traute, ist total verständlich.
    Umso schlimmer, dass auch Jahrzehnte später eigentlich keine angemessene Reaktion von Seiten der Schulleitungen erfolgte – und das bei viel mehr als nur bei einem einzelnen Übergriff!

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