Claudia am 31. Juli 2026 — 23 Kommentare

Ceuta: spontane „Invasion“ oder gezielte Destabilisierung?

Dass den Leuten in der spanischen Enklave Ceuta die Galle hochkocht, wenn mal eben 49.000 Leute schwimmend den Zaun umgehen, kann ich voll nachempfinden! Es sind ja dort nur 85.000 Einwohner, was sollen die jetzt machen? Es scheinen absolut chaotische Zustände zu herrschen und ob das von Spanien entsendete Militär daran etwas ändern kann, bezweifle ich.

Was passiert da? Ein Migrant spricht ins Mikrophon, dass er ein besseres Leben sucht, in Marokko gäbe es keine Jobs, keine fairen Löhne, keine zureichende Gesundheitsversorgung. Eutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas spricht von einem „totalen humanitären und sozialen Notstand“.

Marokko hatte keine arabische Revolution, da herrscht ein König, dem seine Bevölkerung offenbar recht egal ist. Kein Wunder also, dass die Leute jede Gelegenheit wahrnehmen, um den Zuständen in Richtung EU zu entkommen. Die Gelegenheit scheint dieses Mal der höchste Gerichtshof in Spanien geschaffen zu haben, der entschieden hat, „dass Migranten, die über das Meer schwimmend die Exklaven Ceuta oder Melilla erreichen, nicht sofort und ohne ein ordentliches Verfahren nach Marokko zurückgeschickt werden, wohl aber fest genommen werden dürfen“ (Genaueres zum Urteil / KI). 40.000 Leute festzunehmen, dürfte allerdings außerhalb der Möglichkeiten in Ceuta liegen!

Könnte es mehr Ursachen für dieses Ereignis geben?

Hier und da wird die Vermutung geäußert, dass die massiven Grenzübertritte von Marokkos Regierung unterstützt würden, Grenzer sollen sich zurückgezogen haben. Dafür gibt es allerdings keine offiziellen Beweise, es sind nur sich widersprüchlich Berichte. Jedenfalls sei das Ziel, die Regierung in Madrid zu destabilisieren, die sich zum Ärger Marokkos gerade dem Feind/Konkurrenten Algerien anzunähern scheint. Allerdings widerspricht Madrid dieser Deutung und lobt die Kooperationsbereitschaft von marokko.

Dass diese, vergleichsweise linke Regierung kürzlich mehrere hunderttausend Migranten legalisiert hat, die schon lange in Spanien leben und arbeiten, gefällt darüberhinaus den Rechten in der EU nicht. Und Trump ist sowieso sauer und will nicht mehr mit Spanien handeln (der checkt nicht mal, dass die EU für den Außenhandel zuständig ist!). Haben die sich doch als einzige geweigert, 5% des Bip in die Rüstung zu stecken.

Mittlerweile sollen schon etliche tausend Marokkaner wieder zurückgekehrt sein – es gab halt nichts, keine Versorgung, kein Schlafplatz, kein Essen und keine Möglichkeit, weiter zu reisen.

Warum blogge ich das? Ist doch alles noch viel zu aktuell, es gibt noch dauernd neue Details und Vermutungen – tja, kann sein, dass mich Horsts „therapeutisches Schreiben“ angesteckt hat:  Obwohl ich an alledem garnichts ändern kann, hat es mich mehr aufgeregt als es Nachrichten üblicherweise vermögen. Drüber schreiben hat schon geholfen! :-)

***

Zwischenzeitlich:  Mitten im Schreiben wieder mal ein Serverausfall, nicht selten in letzter Zeit. Im Dialog mit dem Provider meinte er, es liefen derzeit heftige Angriffe auf Worspress-Installationen. Mich hat interessiert, was die Angreifer-Bots eigentlich wollen, die Antwort zitiere ich hier mal:

„Aktuell wird versucht webshells und dateien einzuschleusen oder zu verändern (defacement). Das liegt an der leider sehr prominenten WordPress Lücke die zwischen 6.8 und 7.0 in wordpress ist. Es wird zunächst wild versucht über diese lücke Dateien irgendwo abzulegen und dann wird von sehr vielen Bots nach diesen Dateien gesucht um diese dann auszuführen um den Zugang zur Seite oder gar tiefer ins System zu erhalten.“

Das Diary-Wordpress ist immerhin aktuell, Version 7.0.2 – aber was heißt das schon!

***

Und sonst:

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Diskussion

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23 Kommentare zu „Ceuta: spontane „Invasion“ oder gezielte Destabilisierung?“.

  1. Heute Morgen las ich zuerst davon. Gegen Mittag habe ich noch ein paar Artikel zum Thema gelesen und mir dann noch eine Recherche von Perplexity anfertigen lassen. Im Hinblick vor allem auf die genaueren Umstände des spanischen Gerichtsurteils vom Mai d.Js. Dann habe ich noch ein paar Berichte gelesen und bin vor der weiteren Bearbeitung zuerst mal mit meiner Frau Kaffee trinken gegangen – auf dem Balkon. Eben sah ich deinen Artikel und dachte: Wow, Claudia war schneller. Und das, obwohl auch ich weiß, wie sinnlos es eigentlich ist, über das Thema zu bloggen. Es ist einfach nur deprimierend und es löst in mir immer noch eine so große Ambivalenz aus. Nun weiß ich im Moment gar nicht, wie weit eigentlich der europäische Flüchtlingspakt geraten ist. Müssten die nicht schon am Start sein? Oder geht’s erst im Herbst los? Ich fürchte, dieses Beispiel wird als Nagelprobe für die Funktionalität ohnehin nicht taugen. Die AfD hat schon wieder höhere Umfragewerte. Erschütternd ist das. Ich frage mich, wo all diese Leute stecken, die das bewirken. Ich kenne eigentlich fast keinen. Wenn ich mal von ein paar Leuten absehe, die bei Facebook ihre Sympathie für die Rechtsextremen bekunden. Mit denen bin ich gleich überkreuz und schreibe ihnen was ins „Poesiealbum“.

    Bei Mastodon las ich heute diese drastischen Sätze: „Manchmal würde ich gern alles anzünden. Aber dann merke ich, dass es schon überall brennt.“ Nicht schön, aber die Empfindung kann ich teilen.

  2. @Horst, toller Kommentar, danke – und ja, das alles ist deprimierend.
    Mit dem „europäischen Flüchtlingspakt“ meinst du den „Asyl- und Migrationspakt (GEAS)“ (KI-Info dazu) ?

    Ich denke nicht, dass der hier eine Rolle spielen wird, weil die Ankömmlinge garnicht erst werden einreisen können. Die Enklaven gehören nicht zum Schengenraum und haben eigene Einreise- und Passkontrollen an den Grenzen (was offenbar viele Ankömmlinge nicht wissen). Vermute mal, die meisten werden zurückkehren, teils auch „vom Militär geleitet“.

  3. @Horst Schulte

    „Ich frage mich, wo all diese Leute stecken, die das bewirken. Ich kenne eigentlich fast keinen. Wenn ich mal von ein paar Leuten absehe, die bei Facebook ihre Sympathie für die Rechtsextremen bekunden. Mit denen bin ich gleich überkreuz und schreibe ihnen was ins „Poesiealbum“.“

    Dann frage ich mich allerdings wie dein Umfeld aussieht? Ich kenne mittlerweile sehr viele und da sind sogar ehemalige Grünen Wähler dabei. Viele davon sind keineswegs überzeugt von der AFD, aber die Brandmauerlogik, die auf der Seite der aktuell Regierenden keinen Änderungswillen erkennen lässt, wirkt dabei durchaus als Beschleuniger.
    Mit Änderungswillen meine ich dabei übrigens primär die Anerkennung der Probleme im Land und somit auch zumindest den Versuch sie zu lösen. Allein das kriegen die aber ja noch nicht mal hin, sondern behängen sich alle gegenseitig mit Orden und feiern ein vermeintlich prächtig heiles und erfolgreiches Land und jagen denjenigen, die dazu ein wenig oppositionell pöbeln gerne mal morgens um 5 die Polizei in die Bude.
    Und ich kann dir auch aus meinen beruflichen Kontakten bestätigen, dass die Stimmung richtig mies ist und viele nur noch im Modus „Dienst nach Plan“ sind.

  4. @Claudia:
    Mal ganz grundsätzlich: Mir ist klar, dass ich hier mit meinen Positionen massiv anecke. Ich habe deinen Blog durch Zufall gefunden und dann langsam gemerkt, dass hier Diskussionen möglich sind, die woanders oft direkt gestoppt werden, weil unerwünscht. Ich feier das ehrlich gesagt ein wenig, weil es so selten geworden ist, aber wenn es dir zu viel wird, dann gib bitte ein Signal. Ich will dir deinen Kommentarbereich nicht kaputt machen und wenn es für die meisten deutlich drüber ist, dann ziehe ich mich auch gerne wieder zurück.

  5. @Yossarian: auch ich „feiere“, dass diese Gespräche zwischen Andersdenken hier gelegentlich stattfinden und möglich sind! Demokratie BRAUCHT die Fähigkeit, miteinander zu diskutieren – letztendlich, um zu beschließen, was passieren soll bzw. getan werden sollte.

    Was es – für mich – schwierig macht, ein solches Gespräch zu führen, sind populistische Rundumschlags-Meinungen wie „…Allein das kriegen die aber ja noch nicht mal hin, sondern behängen sich alle gegenseitig mit Orden und…“ – wer ist denn hier „die“??? Sowas beleidigt jegliche Rationalität, die wir aber in Diskussionen benötigen – am Austausch von Geschimpfe bin ich nicht interessiert – obwohl mir auch mal hier und da danach ist. Ich habe Jahrzehnte lang in- und ausländische Politiker/innen mitbekommen und es gibt wirklich NICHTS, weder im Positiven wie im Negativen, das ihnen allen gemeinsam ist.

    Vieles, was z.B. Politikern gerne vorgeworfen wird, hat mit der Rolle als Funktionär/in zu tun: die sind nicht gewählt, um „für sich zu sprechen“, sondern diejenigen zu vertreten, in deren Namen agiert wird („repräsentative Demokratie“) – und dadurch hat z.B. ein und derselbe Politiker beim Reden dran zu denken, dass die von einer möglichen Veränderung Betroffenen, die Konkurrenten und Gegner, die Parteimitglieder (womöglich gibts „Flügel“), die Wähler, die Journalisten und Influencer und das gelangweilte/skandalhungrige Publikum potenziell zuhört – und alle können über ihn herfallen, wenn was Falsches gesagt oder hinein interpretiert wird.

    Ich weiß, dass es so ist, weil ich vor Jahrzehnten quasi auf dem Weg dahin war – zum Glück habe ich rechtzeitig den Rückzieher gemacht – es war einfach nicht meins.
    Na, jetzt bin ich mal ins abschweifen gekommen…

  6. @Claudia: Interessant, dass du dich an dem einen Satz aufhängst, den ich mal etwas polemischer formuliert habe.

    Dabei hat das sogar einen realen Kern, exemplarisch z.B. an so jemandem wie Alena Buyx zu sehen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Alena_Buyx
    „Buyx wurde 2021 mit dem Deutschen Nationalpreis „für ihren Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt während der Coronakrise geehrt“, so die Begründung der Deutschen Nationalstiftung.[31] Im selben Jahr erhielt sie die Heinz-Maier-Leibnitz-Medaille der Technischen Universität München.
    Am 5. Juli 2023 erhielt sie den Bayerischen Verdienstorden aus der Hand von Ministerpräsident Markus Söder.[32]
    2024: Bundesverdienstkreuz am Bande.[33]
    2024 ging der Ernst-Ludwig-Winnacker-Preis der Bayer Foundation an Alena Buyx in Anerkennung ihrer Arbeit in den Bereichen öffentliche Gesundheit und Ethikpolitik.[34]“

    „Die“ sind dabei übrigens jene, die Politik exekutieren, somit nicht nur Politiker, sondern auch Funktionäre (wie z.B. Buyx) und dabei in der Gewissheit stehen auch bei Fehlern und Gesetzesbrüchen keine negativen Konsequenzen oder gar Strafverfolgung erleiden zu müssen, ganz im Gegenteil fallen sie sogar eher weich gebettet nach oben.
    Anderes exemplarisches Beispiel: Spahn mit seiner Leihmutterschaft

    Und du magst bei populistischen Äußerungen ja gerne „die Nase rümpfen“, aber „auf der Straße“ ist das halt oft die Art wie Menschen ihren Unmut äußern. Das kann man als Populismus zur Seite wischen oder halt versuchen den eigentlichen Kern der dahinterliegenden Kritik zu verstehen. Ich habe versucht dir oben zu erläutern was das in meinem Fall ist. Ich hoffe das versachlicht die Polemik ein wenig.

  7. @Yossarian: du schriebst

    „Und du magst bei populistischen Äußerungen ja gerne „die Nase rümpfen“, aber „auf der Straße“ ist das halt oft die Art wie Menschen ihren Unmut äußern.“

    Das mag ja sein, aber was hat derlei HIER verloren? Unter einem Blogpost über Ceuta? Selbst wenn inhaltliche Abschweifungen manchmal gestattet/geduldet werden, kann man so etwas doch einfach nicht sinnvoll diskutieren!!! Das zeigt doch auch jetzt der Verlauf: ich fragte „wer sind hier „die“? Und du konkretisierst das anhand zweier Beispiele – ja hey, das sind doch aber nicht alle, nicht mal viele – und was da Usus ist, ändert sich und ist auch von Gelegenheit zu Gelegenheit (und Bundesland zu Bundesland) verschieden. Spahn musste zurücktreten, zum Beispiel.

    Nebenbei: die populistische Meinung, Politiker sollten für die Folgen ihrer Entscheidungen haften: denkt da eigentlich irgendwer dran, wer um Himmels Willen sich den Job dann noch antun würde? Die Wirtschaft zahlt sowieso ihre Spitzenleute besser.

    Fazit: Es bringt nichts, Geschimpfe „von der Straße“ hier aneinander zu reihen womöglich mehrere Topics in einem Kommentar. Ganz einfach weil das zwar Emotionen erregt, aber nicht debattierbar ist!Die da oben machen doch, was sie wollen“ – das kannst du als Thema knicken, weil es nur im konkreten Fall sinnvoll zu besprechen ist. (Einer der gerade gescheitert ist: Infantino mit dem Verkauf der WM)

    Weiterer Aspekt eines guten Gesprächs: man geht auch mal aufeinander ein, anstatt nur die eigene nächste Großrede zu halten – nachvollziehbar, oder?

  8. @Yossarian Ich verstehe, dass dich das erstaunt. Ich gebe zu: Meine sozialen Kontakte sind erheblich eingeschränkt, seit ich Rentner bin. Da mag ich mit meiner Einschätzung falsch liegen. Meine Familie, Freunde und Bekannten scheinen – mit einer Ausnahme – wie ich nicht viel von der AfD zu halten. Was sie wählen, weiß ich allerdings nicht wirklich.

    Bei den letzten Kommunalwahlen erhielt die AfD allerdings auch über 16 % der Stimmen. CDU und SPD kamen jeweils auf über 30 %. Die Grünen schnitten hier mit 5,17 % schlecht ab. Insofern ist das schon eine andere Welt – und die Wahl war im letzten Jahr. Heute dürfte die AfD aufgrund des Bundestrends auch hier besser dastehen. Sehr zu meinem Leidwesen.

    Ich sehe allerdings auch, dass die Gegenwehr vieler Bürger beträchtlich ist – in den sozialen Netzwerken, aber nicht nur dort. Bei der Bundestagswahl erhielt hier im Ort die SPD nur 19 %, die AfD rund 20 %. Es kippt.

  9. eine Randbemerkung zu

    AI Hype Crash (Herr Montag) – die ganze Geschichte inkl. Szenarien! Fest steht: Speicher wird weiterhin immer teurer…

    Zitat:
    Gerade in Low Budget Geräten ist der Speicher inzwischen das teuerste Bauteil, zwischen 80 und $120 pro Gerät, auch der CEO von Nothing Carl Pei sagt, dass es im Nothing Phone 4R Pro das teuerste Bauteil ist. Das Gerät kostet ca. 500 €. Aber sogar sehr teure Smartphones, wie das gerade erst vorgestellte Galaxy Fold 8 Ultra, kostet jetzt 100 € mehr und damit 2200 € obwohl der Arbeitsspeicher immer noch bei 12 GB liegt und nicht erhöht wurde.
    Zitat Ende

    solange es Familien gibt die sich diese „4.400 DM“ teuren nice to have it’s
    leisten können, (also 2 oder gar 3x .4400DM =13.200.-DM) gibt es keinen Grund zu irgendwelchen Befürchtungen. natürlich kann ich und meinesgleichen in diesen Dimensionen schon lange nicht mehr mitreden (erhalte 670Euro Rente mtl), ABER: ich nutze mein uraltes Iphone sowiso nur noch zum photographieren.. und manchmal um einen Acc zu bestätigen.
    manche Dinge sind eben nicht so wie sie scheinen, da bin ich eher auf der Seite von Youssarian (der name erinnert mich sehr an 23; Wildzeitung, Treffpunkt, UZ mit der Uzzi?) gruss ingo

  10. Claudia, das mäandert ja immer ganz schön in den Kommentaren, alles bewegt sich zentripedal immer weiter weg vom Zentrum, dem eigentlichen Post. So fällt es „Neuankömmlingen“ (Tage oder sogar nur Stunden nach dem Erscheinen des Posts) schwer, etwas zum Post zu sagen.

  11. […] ich den Stift zum Bloggen angesetzt hatte, schaute ich zum Glück noch mal im Feedreader nach. Claudia hatte schon über Ceuta und den möglichen Start einer neuen „Invasion“ […]

  12. @Claudia: Ich gebe dir an sich vollkommen Recht, aber es war jetzt tatsächlich mal ausnahmsweise ein recht polemischer einzelner Satz von mir. Wenn der Rest ansonsten passt, muss man daraus dann einen großen Aufriss machen? Und ja, auch wenn das hier nicht hingehört, weil du es nicht haben willst, es ist halt ein kleines Durchdringen dessen, was draußen in Masse Realität ist. Deine Themen sind oft politisch, willst du das wirklich nur in „clean“ an dich ranlassen?
    Und „die“ sind nie alle, es beschreibt ein Muster, was man erkennt oder meint zu erkennen. Ich kann es dir aber auch noch mal explizit sagen: Wenn ich von Gruppen schreibe/rede, dann meine ich nie pauschal jeden, es dient lediglich der Vereinfachung. Ich werte jeden Menschen individuell einzeln, natürlich auch Politiker.
    Und wenn ich dir konkrete Beispiele aufführe, dann dient das dem Zweck zu erklären welches Muster ich damit schlussendlich meine. Das mache ich übrigens auch in den anderen Diskussionen. Ich mag es überhaupt nicht sich immer nur im Ungenauen/Wagen zu bewegen, so dass etwas nicht konkret fassbar ist. Daher habe ich auch beim Klimawandel Thema immer wieder Beispiele angeführt, damit ihr fassen könnt was mich zweifeln lässt bzw. irritiert. Ich finde es persönlich grauenhaft, wenn mein Gegenüber bei Diskussionen immer nur in schwammigen Allgemeinplätzen oder unkonkreten Erzählungen bleibt. Ich verstehe z.B. wirklich nicht, was mir Wolfgang v. Sulecki mit seiner Exponentialfunktion als Argument liefern wollte/will?

    Für dich in kurz: Ich werde mir in Zukunft virtuell auf die Lippe beißen falls ich mal wieder den Reflex verspüre hier spontan auch mal einen polemischen Kommentar reinzugeben.

    @Horst Schulte: Meine Erfahrung aus Gesprächen mit Menschen, die mir gegenüber zumindest äußern, dass sie die AFD wählen werden oder gewählt haben: Viele Menschen wählen die AFD nicht deswegen, weil sie überzeugt von der Partei sind, sondern weil sie von der unterirdischen Politik der anderen Parteien, die ihnen konkret in ihrem wirtschaftlichen Fortkommen schaden, wirklich ziemlich angepisst sind. Wenn CDU und SPD gute Politik machen würden, dann wäre der „Spuk“ der AFD recht schnell vorbei.

    Und ich habe sie z.B. auch schon mal gewählt, aus genau solchen Gründen, nämlich während der Corona Jahre. Es gibt bei mir eigentlich nur ein einziges Thema, was so relevant ist, dass ich eine Partei auch aus Protest nicht wählen würde und zwar die Frage nach Krieg und Frieden. Das war während Corona nicht relevant, mittlerweile wäre es aber ein Punkt, wo ich der AFD null vertraue, denn durch die Corona Jahre weiß ich recht gut wie ein Teil der konservativen Bubble tickt und dass die meisten von denen kein Problem mit Kriegen haben, sie müssen halt nur aus den vermeintlich richtigen Gründen geführt wären. Auch hier wieder konkret, es geht natürlich um Israel/Palästina. Einer der wenigen Ausnahmen wäre so jemand wie Max Otte.

    Einem Chrupalla kaufe ich dabei übrigens durchaus seine Haltung zum Thema ab, denn er hat sich mit seinen Positionierungen auch schon innerhalb der Partei Kritik eingehandelt, aber einer Alice Weidel traue ich hierbei kein bisschen und faktisch ist sie diejenige, die bei einer Regierungsbeteiligung auf Bundesebene bestimmen würde.

  13. Mittlerweile glaube ich, @Claudia, dass es in deiner Headline nicht „ODER“ heiße müsste, sondern: spontane „Invasion“ UND gezielte Destabilisierung.

    Leid tun mir dabei die Menschen, die mit ihrem „Funken“ der Hoffnung aus politischen Kalkül MISSBRAUCHT wurden. Unfähig im Moment ihres Glücks zu erkennen, dass sie mit dem erreichen der EU und der damit verbundenen Perspektive auf ein besseres Leben nur einen Sprung von einem schlechten Leben in ein anderes schlechtes Leben, in Asyl- und Abschiebezentren, erreicht haben.

    Unwohl wird mir dann auch bei einem ersten weiteren Gedanken: „oh, nein, nicht jetzt, garade auch noch vor der Wahl in Sachsen-Anhalt. Das ist Wasser auf die Mühlen der AfD“. Mir dreht sich dabei nicht der Magen wegen der AfD,- die bedinet ja nur weiter, was sie in den Menschen initieren konnte. In einer Einfachheit, einem Ausmaß und in einer Wucht, die ich nie für möglich gehalten hätte.

  14. @Ingo,
    Beim lesen Deines Kommentars hat es mich geschockt zu lesen, das Du mit 640 Oiro Rente auskommen musst.
    Es interessiert mich ehrlich, wie Du das machst, da ich in ein paar Jahren auch mit wenig Geld in Rente gehen werde.
    Lebst Du auf dem Land in einer eigenen immobilie? Kannst Du dich selbstversorgen?
    Ich werde auf knapp ueber 1000 Oiro kommen und ohne Ersparnisse wuerde das kaum reichen.

  15. hallo Herman,

    Die Anwendung der einschlägigen Vorschriften des Sozial-, Versicherungs- und Rentenrechts führt in meinem Einzelfall dazu, dass die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung einen erheblichen Teil meiner Alterseinkünfte aufzehren.(*1) Die daraus resultierende wirtschaftliche Belastung wirft die Frage auf, ob für vergleichbare Härtefälle ausreichende Ausgleichsmechanismen bestehen.

    Zitat:

    Herman the German heute, 03:56

    @Ingo,
    Beim Lesen Deines Kommentars hat es mich geschockt zu lesen, dass Du mit 640 Euro Rente auskommen musst. Es interessiert mich ehrlich, wie Du das machst, da ich in ein paar Jahren auch mit wenig Geld in Rente gehen werde. Lebst Du auf dem Land in einer eigenen Immobilie? Kannst Du Dich selbst versorgen? Ich werde auf knapp über 1000 Euro kommen, und ohne Ersparnisse würde das kaum reichen.

    Zitat Ende

    Die deutsche Sozialgesetzgebung ist in vielen Bereichen in sich schlüssig. Es stellt sich jedoch die Frage, ob das Zusammenwirken einzelner Regelungen in atypischen Lebensverläufen Ergebnisse hervorbringen kann, die vom gesetzgeberischen Ziel des Sozialstaats nicht mehr hinreichend aufgefangen werden.

    Kann ein rechtlich korrekt arbeitendes System dennoch Ergebnisse hervorbringen, die politisch oder sozialstaatlich nicht mehr gewollt sein können?

    Ich beantworte diese Frage in meinem Fall eindeutig mit Ja, denn:

    (*1) Die HanseMerkur fordert derzeit insgesamt 750 Euro monatlich – 580 Euro für die Krankenversicherung und 170 Euro für die Pflegepflichtversicherung.

    Literarisch betrachtet erinnert mich diese Situation an ein klassisches Catch-22.

    Verschärfend kommt hinzu, dass ein erster Antrag auf Sozialhilfe – ausschließlich zur Lösung der Krankenversicherungsproblematik, also ohne Antrag auf Miet- oder sonstige Leistungen zum Lebensunterhalt (HlU) – vom Sozialdienst des Märkischen Kreises abgelehnt wurde.

    Noch komme ich zurecht, weil ich bei einem freundlich gesinnten Menschen gewissermaßen „Asyl“ gefunden habe. Ich bin jedoch nicht sicher, wie lange ich den existenzgefährdenden Folgen dieses gesetzlichen Zusammenspiels noch standhalten kann.

    Gruß

    Ingo

  16. @Yossarian: danke für deine Erläuterung! Es geht mir nie darum, gesellschaftliche Debatten nur „in clean“ an MICH heranzulassen, Sondern darum, die Dinge „diskutierbar“ zu halten. Selbst wenn du pauschale Urteile bezügl. bestimmter Gruppen mit 3 Beispielen und Links unterlegst, würde das doch bedeuten, dass ich diese Links lesen und auf alle eingehen müsste, sowie noch eigene Gegenbeispiele bringen, wenn ich anderer Meinung bin, um das halbwegs korrekt und nachvollziebar abzuhandeln. Das sprengt dann in der Länge den Rahmen hier bei weitem – und kaum jemand würde da noch mitlesen, es würde sich auch immer weiter vom Thema des Blogposts entfernen. Grundsätzlich können wir gerne zu Einzelpunkten vertieft diskutieren, gerne auch mit Belegen – aber eben konzentriert zu diesem einen Thema und nur dann, wenn es auch Thema des jeweiligen Blogposts ist! (Kannst ja mal ein Wunschthema vorschlagen :-)) oder auch mehrere, gerne per Mail. Das gilt natürlich auch für alle anderen, die hier kommentieren!)

    Dass viele AFD-Wähler aus Protest wählen, denke ich auch immer noch! Allerdings sehe ich da auch ein Politikverständnis, das wenig mit einer pluralen Demokratie zu tun hat: „Sie müssten ja nur „gute Politik“ machen, dann wäre die AFD überflüssig“ (die übrigens auch nicht alles umsetzen könnte oder wollte, was da jeweils gewünscht wird). Es gibt halt andere Parteien, die durchaus eine große Mehrheit repräsentieren und andere Dinge für richtig halten, deshalb geschieht nicht, was AFD-Wähler jeweils als „gute Poltik“ empfinden würden (oder es gibt andere Hindernisse: Rechtsstaat, Gesetze, Haushaltsdefizite) – aber hey, das ist jetzt auch so pauschal, das müsste man ebenfalls am Einzelthema diskutieren!

    @Menachem: mittlerweile hat sich ja doch verdichtet, dass die Massenflucht spontan geschah, weil sich per Social Media verbreitet hat, es könne jetzt klappen. Die Situation direkt neben der Enklave ist ja nicht neu und es ist nicht der erste Vorfall dieser Art, da sind offenbar genug junge Leute, die jederzeit jede Gelegenheit nutzen, die sich anzubieten scheint.
    Wenn ich im übrigen mitbekomme, was für einen Aufriss alle erdenklichen Parteien, Landesregierungen und Einzelpolitiker rund um dieses Ereignis gemacht haben und noch machen, finde ich das alles andere als angemessen, denn schon als ich drüber bloggte waren zigtausende auf dem Rückweg und es war klar, dass niemand das Festland einfach so erreichen konnte! Aber nein, Meloni muss das Grenzregime ändern und alle melden sich zuvort, sogar die Linke, die meint, wir sollten jetzt einige aufnehmen – nach dem Motto: jeder muss was sagen, egal ob der Problemfall eingetreten ist oder nicht!

    @Hermann: das sehe ich nicht nur als Nachfrage an Ingo, sondern als Vorschlag für ein neues Thema – kommt!
    Update: Ingo hat dir geantwortet, während ich schrieb. Es geht hier also um einen sehr speziellen Fall: eine Krankenversicherung fordert Monatsbeiträge, die für einen erfolgreichen Selbsständigen u.U. passen, aber nicht für einen Rentner, der seinen Beruf nicht mehr ausübt. Dass hier bei den Behörden, insbesondere beim Sozialamt, noch keine Lösung gefunden wurde, verstehe ich als fehlerhaft und würde vor Gericht wohl keinen Bestand haben – ich rate Ingo, sich beraten zu lassen, einen Anwalt zu befassen und volle Grundsicherung zu beantragen.
    Da der Anlass also sehr speziell ist, vertage ich das Thema „Minirente“ erstmal.

  17. @Claudia: Nein, du musst natürlich nicht auf die Links eingehen. In der Regel zitiere ich ja auch den Teil auf den es mir ankommt. Der Link dient dann als Quellenangabe. Ob du da reingehst oder nicht, das ist mir nicht wichtig, aber du hast immerhin die Möglichkeit zu prüfen, ob ich mir da irgendwas ausgedacht habe oder ob es dort wirklich steht.
    Dass mit dem Mitlesen, ok, den Punkt verstehe ich auf deiner Seite, für mich ist das halt einfach nur eine Diskussion und ich denke dabei nicht darüber nach, ob ich damit Leser erreiche oder nicht.
    Zu Wunschthemen: Das Klimawandel Thema fand ich ehrlich gesagt spannend. Es hat mir Spass gemacht da ein wenig in die Details reinzurecherchieren, aber es scheint halt auch leider emotional sehr aufgeladen zu sein, wodurch Diskussionen schnell entgleiten. Insgesamt hast du generell immer wieder Themen, die ich interessant finden. Da würde mir jetzt so direkt auch kein Themenvorschlag einfallen.

    Zum Thema AFD: Ich kann voll verstehen, was du damit meinst, aber du vergisst dabei die 5% Hürde. Manchmal ist es einem halt wichtig, dass man eine bestimmte Position in den Parlamenten vertreten sieht. Ich hätte während Corona auch die Basis wählen können, allerdings dann mit der Gewissheit, dass meine Stimme nicht vertreten sein wird.
    Generell wähle ich seit über 25 Jahren eh nur Parteien, die irrelevant sind, denn ich hatte mir nach 98 geschworen, dass mir nie wieder so ein Fehler wie mit den Grünen passieren darf, wo eine Partei mit Pazifismus antritt und dann am Ende den ersten Angriffskrieg Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg mitbeschließt. Das habe ich tatsächlich auch geschafft, allerdings mit dem Ergebnis, dass ich seitdem keiner Partei mehr eine Stimme gegeben habe, die schlussendlich irgendwas mitbestimmen konnte.

  18. Erstaunlich für mich ist an der ganzen Tragödie der Mangel an Empathie, der sich in vielen Veröffentlichungen zum Thema findet.

    Es sind Menschen ertrunken weil hier und in anderen EU-Ländern die (- wie doch mittlerweile bekannt sein müßte – ) legalen Aufnahmeprozeduren für dringend benötigte Zuwanderung extrem eingeschränkt wurden oder gar nicht funktionieren ….

    Der größte Skandal ist die treibende Kraft CSU / CDU mit 60% Kirchenmitgliedern (von christlichen Kirchen! Doppelt so viele wie im Schnitt der Bevölkerung) die man ja wohl wegen ihres Verhaltens, Handelns, als Lügner & Heuchler bezeichnen darf – wenn man die Anforderungen an Nächstenliebe, Barmherzigkeit, und Mitleid zugrunde legt – die Grundlage dieses Glaubens ist.

    Kein Aufschrei in der Bevölkerung:
    Es ist gelungen diese Opfer pauschal als die *Bösen* zu brandmarken, die den Geburtsbürgern die Ressourcen stehlen wollen ….

    PS
    Es stellt sich zugleich die Frage ob Enklaven wie Ceuta noch zeitgemäß sind – Gibraltar klappt doch ganz gut ….

  19. hallo claudia,

    Die Gelegenheit scheint dieses Mal der höchste Gerichtshof in Spanien geschaffen zu haben, der entschieden hat, „dass Migranten, die über das Meer schwimmend die Exklaven Ceuta oder Melilla erreichen, nicht sofort und ohne ein ordentliches Verfahren nach Marokko zurückgeschickt werden, wohl aber fest genommen werden dürfen“ (Genaueres zum Urteil / KI)https://share.google/aimode/1x9qdkwrxXFBbLEsO. 40.000 Leute festzunehmen, dürfte allerdings außerhalb der Möglichkeiten in Ceuta liegen!

    Das Urteil hat sich unter Migranten und Schlepperbanden rasch verbreitet und gilt als Hauptanreiz für den plötzlichen Ansturm. Tausende Menschen versuchen seither, die vierstündige, lebensgefährliche Strecke von Marokko nach Ceuta zu schwimmen, oft nur mit Schwimmreifen ausgerüstet.

    meine Frage an die KI ebenda:

    ist es nicht so, dass die Schwimmer aus Marokko kommen und gerade mal den Zaun der als Grenze im Wasser steht
    umschwimmen,`also maximal 100 Meter zurückzulegen haben
    ?

    Antwort KI:

    Sie haben völlig recht, und das ist ein sehr wichtiger und präziser Einwand: An den beiden engsten Stellen (Playa del Tarajal im Süden und Benzú im Norden) trennt Marokko und Ceuta tatsächlich nur die Mole des Grenzzauns, die etwa 150 bis 300 Meter weit ins Meer hineinragt. Wenn man direkt an diesen Grenzstränden startet, geht es rein geografisch darum, dieses Hindernis im Wasser zu umschwimmen.Die Erwähnung einer „vierstündigen Strecke“ und die enormen Gefahren ergeben sich jedoch aus der taktischen und polizeilichen Realität vor Ort:Warum viele Migranten trotzdem kilometerweit schwimmen Absperrung der direkten Grenzstrände: Die marokkanische Seite riegelt die Strände unmittelbar am Grenzzaun (wie den Strand von Fnideq) normalerweise extrem streng ab. Wenn die marokkanische Polizei den direkten Zugang sperrt, müssen Migranten auf entferntere Küstenabschnitte ausweichen.Start in Fnideq oder Belyounech: Viele Menschen starten weiter südlich in der marokkanischen Stadt Fnideq (Castillejos). Die Strecke von dort im offenen Meer bis zu den ersten sicheren Abschnitten auf spanischem Staatsgebiet beträgt rund 4 bis 5 Kilometer. Dafür benötigen selbst gute Schwimmer unter realen Meeresbedingungen mehrere Stunden.Umgehung der Küstenwache: Um den Patrouillenbooten der marokkanischen Marine und der spanischen Guardia Civil zu entgehen, schwimmen viele nicht eng am Ufer entlang, sondern in einem weiten Bogen rechtwinklig aufs offene Meer hinaus und versuchen, Ceuta von der Seeseite her anzusteuern.

    Die Rolle Marokkos beim jüngsten Massenansturm

    Ihre Beschreibung – das einfache Umschwimmen des Zauns am Strand – beschreibt exakt das Szenario, das während der aktuellen schweren Krise mit Zehntausenden Menschen zu beobachten war. Das funktioniert allerdings nur, wenn die marokkanische Grenzpolizei wegschaut oder die Menschen gewähren lässt.

    Berichten von Journalisten und Betroffenen zufolge haben die marokkanischen Behörden den direkten Zugang zu den ufernahen Grenzzonen temporär nicht blockiert, wodurch die Menschen massenhaft die extrem kurze Distanz direkt an der Mole überwinden konnten. Dennoch bleibt das Vorhaben wegen der unberechenbaren Unterströmungen an den Felsen und plötzlicher Panik in den Menschenmassen hochgefährlich, weshalb auch bei dieser kurzen Distanz immer wieder Menschen ertrinken.

    davon habe ich in den seriösen Medien allerdings NICHTS gehört.
    nur der Vollständigkeit halber, ich habe nicht vor
    hier einen narrativ-Diskurs breitzutreten.

    gruss aus der Diaspora
    ingo

  20. @alle: danke für Eure vertiefenen Kommentare! Ich lese sie immer und freue mich, dass hier so lebendige Gespräche stattfinden, dass es keine hingerotzten Kurzbemerkungen sind, sondern wirklich substanzielle, weiter führende Beiträge!
    Dass ich hier auch mal ein paar Tage nichts poste, kommt vor – diesmal weil mich die Hitze richtig geplättet hat und ich dann recht lustlos bin, bzw. auch einfach fertig mit der Welt, wenn ich noch im Garten gewerkelt habe, der ja gegossen werden muss.
    Das Thema Ceuta bin ich jetzt auch leid – ist schon ungeheuer, was dazu alles gesagt und geschrieben wird, gefühlt wochenlang und von jedem.
    Fürs Diary kommt alsbald was anderes – kann nicht mehr lange dauern! :-)

  21. @Wolfgang von Sulecki

    „Erstaunlich für mich ist an der ganzen Tragödie der Mangel an Empathie, der sich in vielen Veröffentlichungen zum Thema findet.“

    Zieht sich das nicht insgesamt durch?

    Während so wie jetzt nach dem Anschlag auf den CSD sofort die gesamte Kamarilla Gewehr bei Fuss steht und ihre Phrasen absondert für mehr Überwachen, Asylrechtsverschärfung und was da noch so alles herumspukt in deren Köpfen, bekommt jeder tote oder kranke Prominente mehr Aufmerksamkeit wie die zig Toten, die an Europas Grenzen umkommen.

    Das wird mindestens billigend in Kauf genommen, von Einigen ist das als abschreckender Effekt gewollt. Grundsätzlich zielt (nicht nur) die europäische Asylpolitik in erster Linie Migration zu verhindern und wenn doch, dann danach zu filtern, wer „nützlich“ ist oder eben nicht. Denn das Wissen um Bevölkerungsschwund und zunehmend ältere Menschen mit ihren daraus resultierenden Defiziten ist ja da.

    Die Diskussionsbreite ist dabei umgekehrt proportional zu den tatsächlichen Verhältnissen.

  22. Jetzt muss ich doch dringend noch etwas dazu schreiben: Mein Statement, ich sei das Thema leid, bezog sich wahrlich nicht auf die hier Kommentierenden, deren Beiträge ich nach wie vor schätze! Sondern auf die extrem breite Befassung in der Presse und Webmedien, die – wie Wolfgang und jetzt Siewurden gelesen richtig anmerken – sehr einseitig, hetzerisch, vielfach auch weniger informiert waren als ich es zum Zeitpunkt dieses Postings war. Aber Hauptsache, man kann wieder mal auf Flüchtlinge schimpfen, mehr Grenzsicherung fordern, Spanien Vorwürfe machen, die jeder Grundlage entbehren – und vieles mehr, alles außer Mitgefühl! Ja, das bin ich leid!

    Dass der Anschlag auf den CSD die Menschen hier in Berlin mehr berührt, als das Leiden und Sterben von Flüchtlingen in der Ferne, kann ich im übrigen nachvollziehen. Gleichwohl hat mich die extreme Eventisierung der Reaktionen darauf unangenehm berührt. Wochenlang Blumenmeere an immer neuen Stellen, Menschenmengen kommen zusammen, die häufig garnichts mit der Szene zu tun haben, zelebrieren eine Betroffenheit und Trauer, die ich ihnen irgendwie nicht abnehme. Dass ein paar Politiker ihre Solidarität bekunden, möchte ich aber nicht kritisieren, in der ersten Woche wurde auch Wert darauf gelegt, dass diese nicht bei den direkt folgenden Trauerveranstaltungen reden – habt Ihr vielleicht nicht mitbekommen, kam so in der Berliner Abendschau. Immerhin fühlen sich quere Menschen zunehmend von Hatern belästigt, da ist es schon sinnvoll, wenn Politiker/innern „Flagge zeigen“.

    Ganz unabhängig vom traurigen Thema habe ich den Eindruck, dass die Vermehrung der Massenevents, wenn etwas Schlimmes passiert ist, nur oberflächlich zur konkreten Trauerbewältigung stattfindet. Mir scheint, Unbeteiligte ohne eigene Betroffenheit suchen diese Veranstaltungen auf, um Gemeinschaft zu erleben, man hat ein gemeinsames Thema, bei dem man sich weitgehend einig ist, man trifft sich offline und zelebriert Gemeinsamkeit, weil man sie sonst kaum noch erlebt.

    (Bin wieder fitter…)

  23. @Claudia: Du hattest doch mal das Thema KI und SAAS. So langsam ergibt sich wohl ein konkretes Bild, wo die Entwicklung hinlaufen wird:

    Fazit aktuell: Die Infrastruktur / Unterbau bleibt oft, aber die Kunden bauen sich (oder lassen bauen) mittels KI individuelle Anwendungen, die zwar noch das SAAS System als Grundstruktur verwenden, aber es sehr gezielt auf die eigenen Anforderungen anpassen.

    https://www.golem.de/news/b2b-wie-ki-saas-verschlingt-2608-206763-2.html

    David Tielke kommt zu einem ähnlichen Ergebnis:
    https://www.youtube.com/watch?v=3dlwckt9bVk

    Ist natürlich dennoch ein großer Umbruch, aber das SAAS Modell wird offensichtlich nicht komplett verschwinden.

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