Claudia am 31. Juli 2026 — 2 Kommentare

Ceuta: spontane „Invasion“ oder gezielte Destabilisierung?

Dass den Leuten in der spanischen Enklave Ceuta die Galle hochkocht, wenn mal eben 49.000 Leute schwimmend den Zaun umgehen, kann ich voll nachempfinden! Es sind ja dort nur 85.000 Einwohner, was sollen die jetzt machen? Es scheinen absolut chaotische Zustände zu herrschen und ob das von Spanien entsendete Militär daran etwas ändern kann, bezweifle ich.

Was passiert da? Ein Migrant spricht ins Mikrophon, dass er ein besseres Leben sucht, in Marokko gäbe es keine Jobs, keine fairen Löhne, keine zureichende Gesundheitsversorgung. Eutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas spricht von einem „totalen humanitären und sozialen Notstand“.

Marokko hatte keine arabische Revolution, da herrscht ein König, dem seine Bevölkerung offenbar recht egal ist. Kein Wunder also, dass die Leute jede Gelegenheit wahrnehmen, um den Zuständen in Richtung EU zu entkommen. Die Gelegenheit scheint dieses Mal der höchste Gerichtshof in Spanien geschaffen zu haben, der entschieden hat, „dass Migranten, die über das Meer schwimmend die Exklaven Ceuta oder Melilla erreichen, nicht sofort und ohne ein ordentliches Verfahren nach Marokko zurückgeschickt werden, wohl aber fest genommen werden dürfen“ (Genaueres zum Urteil / KI). 40.000 Leute festzunehmen, dürfte allerdings außerhalb der Möglichkeiten in Ceuta liegen!

Könnte es mehr Ursachen für dieses Ereignis geben?

Hier und da wird die Vermutung geäußert, dass die massiven Grenzübertritte von Marokkos Regierung unterstützt würden, Grenzer sollen sich zurückgezogen haben. Dafür gibt es allerdings keine offiziellen Beweise, es sind nur sich widersprüchlich Berichte. Jedenfalls sei das Ziel, die Regierung in Madrid zu destabilisieren, die sich zum Ärger Marokkos gerade dem Feind/Konkurrenten Algerien anzunähern scheint. Allerdings widerspricht Madrid dieser Deutung und lobt die Kooperationsbereitschaft von marokko.

Dass diese, vergleichsweise linke Regierung kürzlich mehrere hunderttausend Migranten legalisiert hat, die schon lange in Spanien leben und arbeiten, gefällt darüberhinaus den Rechten in der EU nicht. Und Trump ist sowieso sauer und will nicht mehr mit Spanien handeln (der checkt nicht mal, dass die EU für den Außenhandel zuständig ist!). Haben die sich doch als einzige geweigert, 5% des Bip in die Rüstung zu stecken.

Mittlerweile sollen schon etliche tausend Marokkaner wieder zurückgekehrt sein – es gab halt nichts, keine Versorgung, kein Schlafplatz, kein Essen und keine Möglichkeit, weiter zu reisen.

Warum blogge ich das? Ist doch alles noch viel zu aktuell, es gibt noch dauernd neue Details und Vermutungen – tja, kann sein, dass mich Horsts „therapeutisches Schreiben“ angesteckt hat:  Obwohl ich an alledem garnichts ändern kann, hat es mich mehr aufgeregt als es Nachrichten üblicherweise vermögen. Drüber schreiben hat schon geholfen! :-)

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Zwischenzeitlich:  Mitten im Schreiben wieder mal ein Serverausfall, nicht selten in letzter Zeit. Im Dialog mit dem Provider meinte er, es liefen derzeit heftige Angriffe auf Worspress-Installationen. Mich hat interessiert, was die Angreifer-Bots eigentlich wollen, die Antwort zitiere ich hier mal:

„Aktuell wird versucht webshells und dateien einzuschleusen oder zu verändern (defacement). Das liegt an der leider sehr prominenten WordPress Lücke die zwischen 6.8 und 7.0 in wordpress ist. Es wird zunächst wild versucht über diese lücke Dateien irgendwo abzulegen und dann wird von sehr vielen Bots nach diesen Dateien gesucht um diese dann auszuführen um den Zugang zur Seite oder gar tiefer ins System zu erhalten.“

Das Diary-Wordpress ist immerhin aktuell, Version 7.0.2 – aber was heißt das schon!

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Und sonst:

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Diskussion

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2 Kommentare zu „Ceuta: spontane „Invasion“ oder gezielte Destabilisierung?“.

  1. Heute Morgen las ich zuerst davon. Gegen Mittag habe ich noch ein paar Artikel zum Thema gelesen und mir dann noch eine Recherche von Perplexity anfertigen lassen. Im Hinblick vor allem auf die genaueren Umstände des spanischen Gerichtsurteils vom Mai d.Js. Dann habe ich noch ein paar Berichte gelesen und bin vor der weiteren Bearbeitung zuerst mal mit meiner Frau Kaffee trinken gegangen – auf dem Balkon. Eben sah ich deinen Artikel und dachte: Wow, Claudia war schneller. Und das, obwohl auch ich weiß, wie sinnlos es eigentlich ist, über das Thema zu bloggen. Es ist einfach nur deprimierend und es löst in mir immer noch eine so große Ambivalenz aus. Nun weiß ich im Moment gar nicht, wie weit eigentlich der europäische Flüchtlingspakt geraten ist. Müssten die nicht schon am Start sein? Oder geht’s erst im Herbst los? Ich fürchte, dieses Beispiel wird als Nagelprobe für die Funktionalität ohnehin nicht taugen. Die AfD hat schon wieder höhere Umfragewerte. Erschütternd ist das. Ich frage mich, wo all diese Leute stecken, die das bewirken. Ich kenne eigentlich fast keinen. Wenn ich mal von ein paar Leuten absehe, die bei Facebook ihre Sympathie für die Rechtsextremen bekunden. Mit denen bin ich gleich überkreuz und schreibe ihnen was ins „Poesiealbum“.

    Bei Mastodon las ich heute diese drastischen Sätze: „Manchmal würde ich gern alles anzünden. Aber dann merke ich, dass es schon überall brennt.“ Nicht schön, aber die Empfindung kann ich teilen.

  2. @Horst, toller Kommentar, danke – und ja, das alles ist deprimierend.
    Mit dem „europäischen Flüchtlingspakt“ meinst du den „Asyl- und Migrationspakt (GEAS)“ (KI-Info dazu) ?

    Ich denke nicht, dass der hier eine Rolle spielen wird, weil die Ankömmlinge garnicht erst werden einreisen können. Die Enklaven gehören nicht zum Schengenraum und haben eigene Einreise- und Passkontrollen an den Grenzen (was offenbar viele Ankömmlinge nicht wissen). Vermute mal, die meisten werden zurückkehren, teils auch „vom Militär geleitet“.

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