Claudia am 20. März 2017 — 8 Kommentare

Vom Ätna angehaucht

Fast wären wir nicht pünktlich weggekommen: der Ätna hat mal wieder so sehr gespuckt, dass der Flughafen in Catania zeitweise gesperrt war. Am Sonntag war dann zum Glück alles wieder ruhiger:

Ätna

Am Samstag konnte man den Vulkan riechen. Ein leichter Hauch Schwefel wehte durch Catania und ich empfand das als recht abenteuerlich. Die Catanier juckt das allerdings nicht, die schauen nicht mal mehr hin!

Ganze zwei Wochen Sizilien-Urlaub liegen hinter mir: Catania – Agrigent – Enna – Palermo. Außer in Enna, das in der Mitte des Landes auf über 1000 Meter Höhe liegt, war es fast sommerlich warm. Der Unterschied von sonnigen 20 Grad in Palermo zu kalten 3 Grad mit Regen in Berlin (gestern) ist schon krass! Aber jetzt sitze ich wieder zuhause, hab‘ gerade den PC hochgefahren, das Antivirenprogramm aktualisiert und schreibe als allererstes diesen Diary-Text.

Laufen statt Surfen

Jeden Tag bin ich im Urlaub ca. fünf bis sieben Stunden durch die sizilianischen Städte gelaufen – mit kurzen Kaffeepausen, gefolgt von einer längeren Pause im jeweiligen B&B, bevor es abends wieder losging auf der Suche nach einem netten Restaurant. Soviel bin ich zuvor in Jahren nicht gelaufen!

Riesenfeige

Nur während der Pause am frühen Abend war dann mal Surfen am kostenlosen W-Lan angesagt, dabei nur ganz kurz News gelesen (und täglich grüßt der Erdogan…), meist nur die Bewertungen in Betracht kommender Restaurants gecheckt. Unterwegs hatte ich gar kein Verlangen, mich mit der Netzwelt zu verbinden, es war wunderschön, mal nicht den zerfasernden Fliehkräften der virtuellen Ebene ausgesetzt zu sein!

Besinnung aufs Wesentliche

Dabei setzt dann ganz automatisch die Besinnung auf das Wesentliche ein. Und damit die Erkenntnis, was für ein „verwuseltes“ Leben ich so normalerweise führe. Bzw. eben nicht wirklich FÜHRE, sondern mich eher treiben, bzw. verführen lasse: Von einem Thema zum nächsten, auf zig Kommunikationsebenen zu gange, unzählige kleine Tätigkeiten und Beteiligungen hier und dort, dazu immer wieder Stunden lang bloßes Rumlesen in allen erdenklichen Medien. Allein schon die acht Blogs, von denen ich nur 3 bis 4 wirklich betreibe! Die anderen hängen mir wie ein Klotz am Bein, weil ich mich dem Werterhalt verpflichtet fühle – so nach dem Motto: wer weiß, vielleicht brauch‘ ich das nochmal und dann ist es besser, nicht von Null anzufangen…

Ich weiß, über die digitale Zerstreutheit hab‘ ich schon oft geschrieben, kann also nicht sagen, dass ich all das nicht gewusst hätte. Aber es tritt mit einer anderen Wucht ins Bewusstsein, wenn man mal wirklich RAUS ist aus alledem, wochenlang. Urlaube kündige ich nicht an, um Einbrecher nicht zu inspirieren (hier ist zwar nichts Wertvolles zu holen, aber das wissen die ja nicht!), hab‘ mich auch nirgends beteiligt – außer mit einem einzigen Tweet mit dem Bild einer Mega-Feige zwei Tage vor dem Abflug. Insgesamt war der Urlaub Mediendiät vom Feinsten!

Riesenfeige

Jetzt sitze ich also wieder hier vor dem PC, dieser wunderbaren Maschine, auf der man „alles machen“ kann – und auch vieles gleichzeitig. Wie mich der Umgang mit den Android-Geräten (Handy, Tablet) doch genervt hat! Nicht mal Kopieren und Einfügen quer über die verschiedenen Apps ist möglich, was für ein reduziertes Netz-Erlebnis! Vom Arbeiten ganz zu schweigen, aber das hatte ich zum Glück ja nicht vor.

Cefalu bei Palermo

Gerade fallen mir gefühlte 1000 Dinge ein, die ich jetzt sofort angehen sollte, müsste, könnte – aber nein, ich werde erstmal eine Liste machen und darauf achten, mehrere Ebenen zu „beleben“: meine Netzaktivitäten konzentrieren, aber auch die physische Umwelt besser ordnen, aufräumen, Ballast abwerfen. Und natürlich die Gartensaison vorbereiten, Pflanzen vorziehen, meine verschiedenen Baustellen in der Wohnung voran treiben. Gut, dass mich der Urlaub in den „Frührythmus“ versetzt hat, denn so schaffe ich mehr als wenn ich die Tage weit in die Nacht ausdehne.

Das war es fürs Erste. Garantiert folgen bald ein paar Berichte über die wunderschönen Orte in Sizilien. Wer dem viel zu langen Winter entfliehen will, ist im Februar und März da genau richtig!

Diskussion

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8 Kommentare zu „Vom Ätna angehaucht“.

  1. Wie schön. Ich wäre jetzt auch so gern dort. Lass es langsam angehen. Ich freue mich auf weitere Berichte.

  2. Hallo Claudia,
    das hört sich nach einem wirkluch schönen Urlaub an.
    Und die Aufgaben die du dir jetzt vorgenommen hast, sind nicht ohne.
    Lass es ruhig angehen.
    Schön wieder von dir zu lesen.
    Lieben Gruß
    Angelika

  3. …und ich wunderte mich, das der letzte Blogeintrag so lange her ist und hatte schon „schlimmeres“ im Sinn. D scheinst dich ja gut erholt zu haben, dann mal mit Volldampf in die neuen Vorsätze…

  4. Sehr stimmiger Bericht.
    In Sizilien war ich zweimal „längere Zeit“. Habe ich gute Erinnerungen dran, vor allem an die eine Herbergssuche in der Nicht-Touristenzeit :-) Auch an die Fahrt zum Airport, bei der meine damalige Partnerin ins hemmungslose Schluchzen geriet, als ich die Abfahrt nicht fand und die Zeit knapp wurde.
    Was Deine Netzaktivitäten anbelangt: Da glaube ich kaum, dass sich was ändern wird. Wieso auch? Es war stimmig zuvor (!) und nur durch den Abstand vieles über Bord werfen?
    Kleine Frage noch: Du schriebst einmal, Du könntest nur 20 Minuten am Stück laufen ohne Beschwerden. Wie ist es denn damit im Urlaub gelaufen? Hat sich da was geändert? Jedenfalls: Das stundenlange Rumlaufen in Städten war schon immer meins – ich musste die Altstädte wirklich kennenlernen, also strich ich alle möglichen Stadtviertel ab, war quasi überall – und konnte mir so zumindest einbilden, die Stadt in ihrer Vielfalt etwas zu überschauen.
    Das ist natürlich überfordernd, auch und gerade wegen der Eindrücke, aber sonst hat man ja nur kleinste Flächen einer Stadt gesehen, was für mich keinen Sinn macht.

  5. Hi Gerhard,

    JA, ich KANN WIEDER LAUFEN!!! Muss daran liegen, dass ich 13 Kilo leichter bin im Vergleich zum letzten Mai. Die Zeiten der „20 Minuten maximal“ sind vorbei! Hab ich erst neulich so richtig gemerkt, als mich ein Freund besuchte, mit dem ich einen 2-stündigen Spaziergang machte – und „das Symptom“ meldete sich nicht, bzw. nur so schwach, dass es meine Laufzeit nicht limitierte!

    Vermutlich drückt das viele Gewebe/Fett nicht mehr so sehr auf die geschädigten Nerven. „Jeanskrankheit“ war ja meine letzte Diagnose, obwohl ich dafür eigentlich gar nicht die entsprechenden Fehlverhaltensweisen drauf hatte. Letztlich haben mir Ärzte (Orthopäde, Neurologe) bei dieser Sache nie geholfen: 2 x MRT, nix Einschlägiges zu sehen (keine „spinale Stenose“) und forschende Blicke ins dicke Buch – da waren meine Forschungen im Netz echt ergiebiger!

    Ich freue mich jedenfalls sehr! Es gibt kaum eine Krankheit, die durch Übergewicht nicht verschlimmert wird – ABNEHMEN ist also immer etwas, das man selber machen kann und dann sehen, ob sich was verbessert.

  6. Siehst Du, was Abnehmen so alles bewirken kann. Freut mich für Dich!

    War in letzter Zeit 2 -3 mal hausieren mit meiner persönl. Massnahme, bei Leuten, die gesundheitliche Probleme hatten. Weil sie mich fragten! Ich sagte ihnen, daß sie sich ausreichend bewegen sollten. Am besten 20 Minuten abends anstatt langweiligen Fernsehprogramms. Einer meinte: „Fettverbrennung fängt doch erst ab so 25 Minuten an!!“
    Naja: Es waren gutgemeinte Ratschläge, jeder muss selber wissen, was er tut.

  7. […] Sonntag sind wir aus dem Urlaub in Sizilien zurück gekommen, mit dem wir dem viel zu langen Berliner Winter für zwei Wochen entflohen sind. […]

  8. […] Extrem perfekt, wunderschön – aber gerade DAS demotiviert mich. Warum eine Lernkurve ableisten, um im besten Fall dann weitere genauso schöne und perfekte Fotos dazu zu stellen? Zu allen Orten und Gegenständen, die ich bisher ablichtete, existieren gefühlte Zigtausende im Netz! Ich sag nur: neulich der Ätna…. […]

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