Claudia am 08. November 1999 — Kommentare deaktiviert für Novembergedanken und Briefe

Novembergedanken und Briefe

Bank im Nebel

„Wie leicht ist es tatsächlich, den ganzen erworbenen / anerzogenen Ballast von materiellen Dingen zu hinterfragen, angesichts des aufziehenden Nebels! Wir sehen nicht klar, die Geräusche, der übliche Lärm unserer Umwelt wirkt gedämpft und lässt uns ein wenig Zeit, unwichtige Dinge in ordentliche Schubladen zu späterer Verwendung zu packen. Durch die Unschärfe in der Tiefe gewinnen plötzlich so alltägliche Dinge, wie zum Beispiel die blaugestrichene Holzbank mit den „schwebenden“ Wäscheklammern und dem kleinen Laubhaufen rechts im Bild eine eindringliche Bedeutung. Wenn man sich Zeit lässt. Unsere Lebenszeit ist womöglich das einzige, uns wirklich dienliche Kapital.“

Der Leserbrief von Ingo Mack ist so schön, daß er keine weiteren „Worte zum Tage“ von mir braucht!

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Claudia am 05. November 1999 — Kommentare deaktiviert für Vom selbstbestimmten Ableben

Vom selbstbestimmten Ableben

Mein gestriges Gedankenspiel über das Sterben und den finalen Mausklick, der eigentlich immer möglich sein müßte, hat Ulrike zu einem engagierten Leserbrief angeregt. In der immer mal wieder aufkommenden Diskussion um die Sterbehilfe sagt übrigens selten jemand, daß wir Menschen uns u.a. gerade dadurch als solche definieren, daß wir vom eigenen Ende wissen und jeder Zeit in der Lage sind, dieses Leben aus eigenem Wunsch zu beenden. Doch ausgerechnet dann, wenn wir dieses wichtige „Feature“ unseres Daseins am dringendsten bräuchten, geraten wir in die fürsorglichen Hände unseres medizinisch-technischen Komplexes, der uns die wichtigste Freiheit nimmt, nämlich Schluß zu machen, wenn’s genug ist. Weiter → (Vom selbstbestimmten Ableben)

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Claudia am 04. November 1999 — Kommentare deaktiviert für Zahn um Zahn

Zahn um Zahn

Wir sterben nicht von jetzt auf gleich, sondern Stück für Stück. Wenn es „nur“ ein Zahn ist, der vorzeitig verlustig geht, denkt normalerweise niemand ans Sterben, höchstens ans Ersatzteil und seine Kosten. Vielleicht ist es der November, der mich so denken läßt, draußen hängt dicker Morgennebel und macht die Welt fast unsichtbar – irgendwann wird sie ganz verschwinden, genau wie der Zahn! Weiter → (Zahn um Zahn)

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Claudia am 29. Oktober 1999 — Kommentare deaktiviert für Schloss Gottesgabe im Herbst (viele Bilder)

Schloss Gottesgabe im Herbst (viele Bilder)

Nun wohne ich dreieinhalb Monate hier und bin jeden Tag aufs Neue entzückt und dankbar, hier leben zu können. Und nicht nur im Sommer und bei Sonne macht es Freude, nein, auch diesig-verhangene Tage, ganz allgemein das sich schnell verändernde Wetter, Nebel, Regen, das Absterben der Natur: es ist schön, das hautnah mitzubekommen, einfach raustreten zu können und mitten drin zu stehen. Weiter → (Schloss Gottesgabe im Herbst (viele Bilder))

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Claudia am 23. Oktober 1999 — Kommentare deaktiviert für Ausflug ins Real Life?  

Ausflug ins Real Life?  

„Real Life ist auch nur ein Fenster unter mehreren – und nicht einmal mein Bestes!“ WER diesen denkwürdigen Satz gesagt hat, ist mir entfallen, doch ich erinnere mich noch gut, daß er 1996 euphorisch durch die Drähte geflüstert wurde. Der NetHype schwappte gerade von USA herüber: virtuelle Welten, der Cyberspace, neue, unendliche Weiten öffneten sich der Eroberung und wer schon einen Anschluß hatte, gehörte zur Avantgarde. Alle waren nett zueinander! Weiter → (Ausflug ins Real Life?  )

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Claudia am 14. Oktober 1999 — Kommentare deaktiviert für Eine kurze Reise

Eine kurze Reise

Heute fahr‘ ich zu meiner Family nach Wiesbaden (Mutter, Schwestern, Familie und WG der Schwestern). Es wird erfahrungsgemäß eine stressige aber fröhliche Unternehmung. Ich freu‘ mich drauf, es ist eine wunderbare Abwechslung vom Leben vor dem Monitor. Montag geht’s dann weiter nach Essen, zu einem Freund und Kollegen, mit dem ich ein Projekt entwickle: etwas NÜTZLICHES! Was, das verrate ich noch nicht!

Am 21. abends bin ich zurück.

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Claudia am 11. Oktober 1999 — Kommentare deaktiviert für Oh diese Gegenstände!

Oh diese Gegenstände!

Gegenstände sind Objekte, die sich mir entgegen stellen, ja, entgegen werfen, in ihrer harten Materialität nicht mit sich reden lassen – und allzu oft sind sie plötzlich weg!

Immer schon war ich etwas schusselig in Bezug auf die konkrete Dingwelt. Merke mir nicht, wo ich etwas hingelegt habe. Ich suche nach dem Feuerzeug, nach der Rechnung von Christine, nach meinen Hausschuhen, dem Autoschlüssel, dem Stadtplan, dem KFZ-Schein und sogar nach meinem Schlüssel, obwohl ich den – im Prinzip! – mittels Kette und Karabinerhaken an der Handtasche befestigt trage, für alle Fälle. Weiter → (Oh diese Gegenstände!)

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