Weil mir zum Wahl-Desaster in Sachsen-Anhalt nichts einfällt, was nicht schon jemand anders geschrieben hätte, hier einige Bloglesetipps aus Ost und West. Los gehts:
Ost / neue Bundesländer:
Wer weitere Blogs (Ost) kennt, die auf die Wahl reagiert haben, bitte in den Kommentaren ergänzen!
Mittwoch, 09.September 2026 – Nach der Wahl (feinanteil / Sachsen-Anhalt)
„Ich verstehe meine Heimat nicht mehr und ich finde sie gerade mal wieder maximal unsympathisch, obwohl ich selbst in meiner Freizeit von sympathischen Menschen umgeben bin. Mich mit diesen umgeben habe. So muss man es wohl sagen. Ich war am Sonntag Wahlhelfer in meinem Dorf. In dem Dorf also, in dem viele dieser Leute wohnen. „
Ihr kotzt mich an (Piehnat, Magedeburg)
„Junge, wie mich diese dummen, unreflektierten Sprüche wie „Mauer wieder drum“ oder „Verschenkt den Osten an Russland“ seit gestern überall abfucken. Mal davon abgesehen, dass all diese Verfasser damit auch auf all die stabilen Menschen wie mich scheißen, die aus persönlichen Gründen hier nicht wegkönnen, und uns damit ebenfalls nur das Ekelhafteste wünschen.“
Liebe CDU, so fühlen sich Eure Reformen an (textoscript.com – Brandenburg)
„Wir schreiben das Jahr 2026. Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die Stimmen der AfD haben sich im Vergleich zur letzten Wahl verdoppelt. Einen Tag später gesteht Bundeskanzler Merz in einer Pressekonferenz ein, dass er die Bürger nicht erreichen kann. Ich habe die Pressekonferenz verfolgt und dachte mir, dass ich dem Bundeskanzler doch einmal eine E-Mail schreiben könnte, in dem ich ihm erkläre, warum ich mich von ihm unerreicht fühle. „
Sachsen-Anhalt: Kein Interesse an der AFD? (Henning Uhle / Sachsen)
„Die Menschen im Osten sind schnell davon genervt, wenn ihnen irgendwas immer wieder mantraartig erzählt wird. Auch immer im Hinblick darauf, dass man uns belehren will. Warum soll das in Sachsen-Anhalt anders sein? Wenn also jeder pausenlos davon palavert hat, dass die AFD „gesichert rechtsextremistisch“ ist, ohne dass Konsequenzen folgen, dann verfängt das nicht mehr. Oder anders gesagt: „Fickt euch mit eurer gesichert rechtsextremistischen Bestrebung.“
Und dann verlassen sich die Leute halt auf die Kanäle, die sie kennen. Da macht der Siegmund Volksfeste, lange bevor es Wahlkampf gibt. Den kennt man also. Und der hat unfassbar viele Follower auf Social Media. Da können sie im Öffentlich-Rechtlichen noch so viele „Hart aber Fairs“ oder „Maybritt Illners“ oder sowas machen und das gleiche Mantra vor sich her beten. Das sehen dann die, die auf den Volksfesten waren, ohnehin nicht.“
West ( alte Bundesländer)
Nicht immer finde ich ein Impressum, also lasse ich die konkrete Blogheimat weg. Wer sich falsch positioniert fühlt, bitte melden!
Sachsen-Anhalt im Nazi-Rausch (wildbits.de)
„Wer ernsthaft glaubt, man solle die AfD doch einfach mal machen lassen, sie würde sich dann schon selbst entzaubern, hat entweder im Geschichtsunterricht häufiger gefehlt oder ist hoffnungslos naiv.“
Die Banalität des Bösen (Ulrich Hilger)
„Dass der Rechtsextremismus ausgehend von diesem Land die ganze Welt in einen Krieg gestürzt hat, der 80 Millionen Menschen das Leben kostete, dass von Nazi-Deutschland Millionen von Menschen mit einer teuflischen Maschinerie deportiert und grausamst vernichtet wurden, ist ja schließlich schon mehr als achtzig Jahre her. Da kann man es ja vielleicht mal wieder mit dem Rechtsextremismus versuchen, nach so langer Zeit. Es wäre doch schade, die Mechanismen der Machtergreifung noch länger ungenutzt zu lassen.“
Neuer: Hochmut kommt vor dem Fall
„Herr Merz und seine Regierung haben die AfD nicht halbiert, sie haben dem Faschismus in unserem Land zu neuer Größe verholfen und sich damit zum Narren gemacht.“
Politische Fehler erklären viel – aber keine 43,8 Prozent (Horst Schulte)
„Ja, die 43,8 Prozent der Wähler werden nicht alle Rechtsextremisten sein. Aber ich kann diesen Beschwichtigungsversuch offen gestanden nicht mehr hören! Diese Wähler haben sich entschieden, ihre Sorgen, Enttäuschungen, Wut, Ressentiments oder politischen Überzeugungen ausgerechnet bei einer Partei abzuladen, deren Radikalität, und deren ausufernde Demokratiefeindlichkeit seit Jahren offen vor ihnen liegen.“
Vereinfachte Darstellung der Wahlmotivation (re-actio.com)

44 Prozent AfD: Schweigen ist keine Option mehr (Stefan Pfeiffer)
„Die AfD suggeriert, dass „die Probleme“ einfach mal so gelöst werden können: Ausländer, Remigration, dann wird alles gut. Raus aus dem Euro, dann wird alles gut. Jede und jeder, der sich mit den Themen beschäftigt, stellt schnell fest, dass das Quatsch ist. Die vermeintlich einfache Antwort funktioniert nicht, ist ein Schwindel, eine Nebelkerze, eine Lüge.“
Mehr Analysen im neueren Post: Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt: Die Blogschau
Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 – 10 Thesen (Fliegende Bretter)
„Fast die Hälfte der Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt hat für eine Partei gestimmt, die gegen jede Vernunft ‚Remigration‘ genannte Massendeportationen will, nötigenfalls mittels „wohltemperierter Grausamkeit“, und auch sonst dem Drangsalieren von Minderheiten alles andere als abgeneigt ist, Fakten weitgehend ignoriert, hemmungslos Vetternwirtschaft betreibt, Lehrkräften an Schulen einen Maulkorb verpassen, für Kultureinrichtungen Gesinnungs-TÜV und Patriotismuspflicht einführen, die Schulpflicht abschaffen, das staatliche Gewaltmonopol zugunsten von ‚Bürgerwehren‘ aufweichen, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen und die Westintegration der Bundesrepublik Deutschland beenden will.“
Sachsen-Anhalt zwingt die Mitte zurück zur Politik (ichsagmal.com)
Gunnar Sohn fasst die Analysen von Thomas de Maizière und Giovanni di Lorenzo aus der Sendung von Caren Miosga ausführlich zusammen. Hier kommt die Komplexität der Problematik ausführlich zur Sprache, einsccließlich der Angst, die AFD zu stärken, wenn über gewisse Themen gesprochen wird:
„Bürger erleben ein Problem. Die AfD benennt es polemisch. Die übrigen Parteien diskutieren zuerst darüber, ob man der AfD mit diesem Thema entgegenkommen dürfe. Damit gewinnt sie bereits die erste Runde. Demokratische Parteien brauchen eigene Maßstäbe. Inklusion kann Fehlentwicklungen erzeugen, ohne dass Inklusion verworfen werden muss.Migration braucht Begrenzung und Steuerung, ohne Menschen nach Herkunft abzuwerten. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk braucht Reformen, ohne seinen gesellschaftlichen Auftrag preiszugeben. Europäische Regulierung kann überziehen, ohne dass Europa zum Gegner erklärt werden muss. Klimapolitik kann wirtschaftlich schlecht konstruiert sein, ohne die physikalische Realität des Klimawandels zu leugnen. Eine Regierung darf solche Sätze aus eigener Überzeugung formulieren.“
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