Thema: Lebenskunst, Philosophisches

Reflexionen über Wesentliches

Claudia am 15. Juli 2008 — 36 Kommentare

Menschenmüdigkeit

Manchmal bemerke ich an mir eine große Müdigkeit Menschen gegenüber. Sie bezieht sich nur selten auf konkrete Menschen, sondern taucht auf, wenn ich die üblichen Aggressivitäten und Miesepetrigkeiten mitbekomme: Das Insistieren auf je eigenen Interessen und Befindlichkeiten, die volle Blindheit fürs Gegenüber, das Pfauenradschlagen und Abwerten anderer, die Nicht-Akzeptanz anderer Meinungen und Haltungen, das Eintüten in Schubladen und Klischees anhand irgend welcher Details, das Herauspicken von Äußerungen aus dem Zusammenhang und „zur Schnecke machen“ des Redners, das Jammern und Klagen über persönliche Verluste und Umstände, an denen immer andere Schuld sind, der Ruf nach dem Staat bei gleichzeitigem Politiker-Bashing und persönlicher Politik-Abstinenz, die immensen Ansprüche an den Intimpartner, die zunehmende Unduldsamkeit gegen alles Abweichende, die wachsende Unwilligkeit zu solidarischem Handeln, die Überheblichkeit, die anderen sagt, was für sie gut ist und wann sie „im falschen Bewusstsein“ leben, der Scheuklappenblick, der immer nur das möglichst Negative bemerkt, das sich zum Schüren weiterer Streitigkeiten nutzen lässt – alles in allem scheint der Wille, sich in den Anderen zu versetzen und SEINEN Standpunkt, SEINE Möglichkeiten als ebenso wahr und real zur Kenntnis zu nehmen wie den eigenen, langsam aber sicher zu verschwinden. Weiter → (Menschenmüdigkeit)

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Claudia am 20. Mai 2008 — 16 Kommentare

Das Alter – ein Schröckensgespinst?

Da schreibt mir ein alter Bekannter auf die Frage, wie es ihm geht: „Es kommt jetzt das Schröckensgespinst „Alter“ mit größeren Schritten angelaufen, lässt sich nicht mehr
leugnen. Aber davon abgesehen ist alles schön.“

Eigentlich ein ganz normaler Satz – und gerade deshalb stutze ich und bin wieder mal ein wenig erschüttert, wie sehr das Alter doch in Verruf ist. In diesen jugendwahnsinnigen Zeiten erscheint es als absoluter GAU, als finales Stranden in einer Art Hölle, an die man lieber gar nicht erst denkt, vielleicht in der irrationalen Hoffnung, es werde einen nicht treffen. Ähnlich wie Kinder, die die Hand vor die Augen halten und meinen, dann nicht gesehen zu werden. Weiter → (Das Alter – ein Schröckensgespinst?)

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Claudia am 28. April 2008 — 8 Kommentare

Lebenskunst: Vom unglücklichen Bewusstsein und der Schreckensherrschaft des Verstandes

Matthias H. schrieb mir kürzlich ins Gartenblog:

„Ich habe immer noch nicht wirklich gelernt, Schönes auf mich wirken zu lassen, ohne rasch wieder den Bogen zu spannen zu irgendeinem problematischen oder traurigen Aspekt der Sache. Während manch einer gut daran täte, mehr Ernsthaftigkeit in sein Leben zu bringen, steht bei mir immer noch das umgekehrte Lernziel an. Ich musste zunächst einmal begreifen, dass ich im ständigen Problematisieren deshalb immer bestens zu Hause war, weil mir zur Freude und zum Genuss irgendwie die Fähigkeiten fehlten. Hier die richtige Gewichtung hinzubekommen, so, dass Freude und Ernsthaftigkeit sich nicht gegenseitig die Luft wegnehmen, scheint mir ein großes Stück Lebenskunst zu sein.“

Gefangen im Problematischen

Dieses Dasein im „unglücklichen Bewusstsein“ kenne ich gut, es ging mir selber lange ganz genauso: Wie kann man sich über irgend etwas richtig freuen, wenn es doch so viel Elend auf der Welt gibt?? Ist das Genießen des Schönen nicht Egozentrik und Sünde, wenn es doch immer auch die dunkle Seite der Medaille gibt?

Wenn ich in der Stadt ein Stück Wildnis antreffe, so weiß ich doch, wie gefährdet sie ist und dass sie vermutlich bald zugebaut wird. Jede Mahlzeit und jeder Einkauf im Supermarkt gibt Anlass, an die Ausbeutung der dritten Welt, die verfehlte Agrarpolitik und die in den Lebensmitteln enthaltenen Chemie-Rückstände zu denken. Klamotten und Gerätschaften sind von grottenschlecht bezahlten Arbeitern in China und Indien hergestellt und an vielen Orten der Welt herrscht Krieg, Bürgerkrieg oder unsägliche Unterdrückung. Und wie kann ich 20 Euro in einer Saunalandschaft ausgeben, wenn ich doch weiß, dass der Betrag reichen würde, um ein Kambodschanisches Kind einen Monat zu verköstigen und zu beschulen? Weiter → (Lebenskunst: Vom unglücklichen Bewusstsein und der Schreckensherrschaft des Verstandes)

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Claudia am 08. April 2008 — 24 Kommentare

Was ist Wirklichkeit?

Wolf Schneider, der seit mehr als 20 Jahren „Connection – das „Magazin für’s Wesentliche“ heraus gibt, schreibt in seinem aktuellen Blog-Artikel:

„Mystik ist die direkte, unverstellte Wahrnehmung der Wirklichkeit, wie sie ist.“

Er grenzt diese Wahrnehmung einerseits gegen die Alltagswahrnehmung ab, die er als von Begriffen, Vorurteilen und Erwartungen verstellt beschreibt, andrerseits von der „mystifizierenden“, glorifizierenden und verklärenden Sicht vieler Esoteriker, die mit ihrem kindlichen Bedürfnis nach einer wieder verzauberten Welt nur einen weiteren Schleier über die Wirklichkeit legen. Weiter → (Was ist Wirklichkeit?)

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Claudia am 04. April 2008 — 174 Kommentare

Allergischer Schnupfen

Seit letztem Herbst litt ich unter einem seltsamen Schnupfen, der meist gegen Abend fast Schock-artig einsetzte: erst eine Reihe heftiger Niesanfälle, dann schwoll binnen weniger Minuten die Nase zu, so dass ich kaum mehr sprechen konnte. Das Ganze dauerte jeweils so zwei Stunden, in denen ich eine Menge Taschentücher verbrauchte. Dann ließ es ebenso abrupt nach, wie es gekommen war. Weiter → (Allergischer Schnupfen)

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