Thema: Leben & Arbeiten

Claudia am 25. Oktober 2000 — Kommentare deaktiviert für Herbstwüste

Herbstwüste

Heute ist es draussen wüst und leer, ein Sturm rasiert die letzten Blätter von den Bäumen herunter, nicht mal die Hühner haben so richtig Lust, von ihren Stangen abzusteigen und den Stall zu verlassen. Kann ich gut verstehen, mir geht es nicht viel besser: Nach wie vor hält die Arbeitsunlust an, um zehn muss ich zum Zahnarzt, Steuer ’99 ist noch immer nicht fertig, und die Gedanken, die mir durch den Kopf ziehen, sind allesamt unendlich langweilig und schon ‚zigmal da gewesen.

Wie ich am 16. Oktober in einem autobiografischen Schreibanfall berichtete, beschäftige ich mich ja bevorzugt damit, mich von etwas „zu befreien“ – wie auch jetzt wieder vom Rauchen. Doch lange schon ist mir klar: Nach der Befreiung kommt nichts. Es folgt die nächste Aufgabe, der nächste Zwang, von dem ich mich wieder frei machen will – wofür eigentlich?

Meine Schwester hat drei Kinder und ist völlig in den Alltagsstress eingesponnen. Niemals stellt sie irgendwelche darüber hinausweisenden Fragen, warum auch? Manchmal bewundere ich sie, beneide sie um die Fraglosigkeit, das schlichte Da-Sein und So-Sein. Und doch würde ich nicht mit ihr tauschen, für keinen Preis der Welt.

Lieber stehe ich in der Wüste, die sich nach soviel Befreiungen auftut, schaue um mich her in unendliche Weiten, kein Blinzeln. Horizonte versprechen nichts mehr, sind nur einfach da, nicht mal eine Fata Morgana vergaukelt mir den Vormittag. Wenn ich lange genug bleibe, nicht aus Langeweile in irgend einen Zug steige, werde ich endlich sehen, was ist.

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Schloss Gottesgabe - hier wohnen wir in einer Mietwohnung
 

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Claudia am 11. Oktober 2000 — Kommentare deaktiviert für Steuer ’99 – Teil 2

Steuer ’99 – Teil 2

Der Programmpunkt „Einnahmen“ für die Steuer ’99 ist erledigt – ja, das ist der kleinere, weniger arbeitsaufwendige Teil, ich weiß, aber es stimmt mich schon mal froh, daß ich überhaupt in diese lästige Arbeit ‚reingefunden habe. Und meine Laune ist deutlich besser: Sind doch alles nur Papiere, Zahlen…. Oder doch nicht? Weiter → (Steuer ’99 – Teil 2)

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Claudia am 09. Oktober 2000 — Kommentare deaktiviert für Steuer ’99

Steuer ’99

Heut‘ will ich es endlich angehen: Steuer ’99! Wie kaum irgend etwas sonst, nervt mich Papierkrieg jeder Art und eine Steuererklärung ist so ungefähr die größte anzunehmende Schrecklichkeit. Dabei geht es „nur“ darum, die Zettel zu ordnen, die Einnahmen zu listen, die Ausgabe-Arten zu sortieren und den Rest macht die Steuerberaterin. Ich müßte nicht mal sortieren, doch schätze ich den Durchblick, will ungefähr wissen, was droht. Sicherheitshalber rechne ich immer mit dem Schlimmsten: Nicht genug Geld zu haben, um die Steuer nachzuzahlen.

Was dann? Na, verhungern werde ich vermutlich nicht :-). Weil ich es jetzt aber wissen will, hab‘ ich keine Ruhe mehr, hier gemütlich vor mich hin zu schreiben. Himmel nochmal, ich wünsch‘ mir einen freiwillig wählbaren Beta-Status im Steuerwesen: gläsernes Konto für den Staat, von jedem Eingang bucht sich das Finanzamt pauschal ‚was ab und läßt einen dafür aber mit Buchhaltung und Steuererklärung in Ruhe. Das wär’s für mich.

Ich bewundere alle Leute, die keine Probleme mit Papierkram haben und immer gleich alles richtig verdaten und einsortieren. Niemals suchen, niemals Unklarheit, immer den Überblick, wieviel von allem Geld nun wirklich „meins“ ist. Dass ich letzteres praktisch nie erkennen kann, bringt es mit sich, dass ich gar nicht erst in die geistige Haltung des „Geld hortens“ gerate: Wozu mehr verdienen, wenn dadurch die Steuernachzahlung immer größer und unüberblickbarer wird? Meine Beraterin sagt, ich schöpfe meine Vorsorge nicht aus – tja, soll ich deshalb Lebens- und andere Versicherungen abschließen? Noch mehr Verpflichtung, noch mehr Verträge, noch mehr Papierkram? Und wenn dann mal Flaute ist?

Inmitten solcher Gedanken bin ich schon mal richtig neidisch auf Arbeitnehmer und Arbeitslose. Was war das doch für ein sorgloses Dasein!

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Claudia am 01. Oktober 2000 — Kommentare deaktiviert für Unbekümmertes Dasein

Unbekümmertes Dasein

Wieder beginnt ein Tag, der mich nach draußen ziehen wird, schön, warm, sonnig, mit dieser Melancholie des Herbstes. Wenn ich meine Untätigkeit der letzten Zeit betrachte, hoffe ich auf schlechteres Wetter, Arbeitswetter, draussen alles neblig, dunkel, trüb, kalt und naß, so dass es das Selbstverständlichste ist, im Virtuellen und Symbolischen zu leben. Weiter → (Unbekümmertes Dasein)

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Claudia am 21. September 2000 — Kommentare deaktiviert für Das Web wird schneller

Das Web wird schneller

Gerade mache ich eine seltsame Erfahrung: Vor etwa acht Monaten entwickelte ich zusammen mit einem Freund ein Webmagazin. Es handelt vom Schreiben und Gestalten für’s Web – und zwar mal NICHT mit dem Blick auf all die Könner, die seit 1996 oder früher ihre Seiten selber bauen und sämtliche Entwicklungen mitgemacht haben (für sie gibt es genug gute Quellen, z.B. Dr.Web auf ideenreich.com). Es soll Einsteigern dienen und keine reine Technik-Vermittlung sein, weder hauptsächlich HTML noch reines „Design“ lehren, sondern vom Inhalt ausgehen, vom Bedürfnis des Einzelnen, sich mit seinen Interessen und Vorhaben angemessen im Web zu präsentieren. Weiter → (Das Web wird schneller)

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Claudia am 20. September 2000 — Kommentare deaktiviert für …nichts bleibt…

…nichts bleibt…

Wow, den Eintrag von gestern sollte ich mir ausdrucken und an die Wand hängen: Mit ein paar Sonnenstrahlen glücklich sein – so geht’s! Heute ist wieder ein ganz anderer Tag, der Himmel ist durchgängig grau und verhangen, der Herbstwind setzt alles in Bewegung, die Luft ist frisch und kühl, optimales Arbeitswetter. Ich fühle mich leicht, irgendwie kompakt und könnte virtuelle Bäume ausreissen, ein Zustand voller Energie, die nicht nach DRAUSSEN drängt. Angenehm, und etwas völlig anderes als das gestrige Verschmelzen-wollen mit der Natur! Weiter → (…nichts bleibt…)

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