Thema: gesund leben

Claudia am 10. September 2001 — Kommentare deaktiviert für Schöne Welt: Unter Nackten

Schöne Welt: Unter Nackten

Nie hätte ich geglaubt, eines Tages ein Sauna-Fan zu sein! Bis mich meine Schwester vor gut zwei Jahren in die Wiesbadener Thermen führte, war das ganz undenkbar: Nackt unter völlig fremden Menschen? Sich womöglich anstarren lassen, mit dem herrschenden Schönheitsideal aus den Werbespots verglichen werden? Nicht mit mir! Dazu diese Hitze: Wie soll ein Mensch bei 90 Grad überhaupt überleben? Weiter → (Schöne Welt: Unter Nackten)

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Claudia am 01. September 2001 — Kommentare deaktiviert für Luftverbesserung

Luftverbesserung

Seit vorgestern nicht mehr geraucht, auch den Milchkaffe weggelassen. Normalerweise trink‘ ich einen guten Liter pro Tag, oft auch mehr. Da Kaffe und Zigaretten eine jahrzehntelang eingeübte Verbindung aufweisen, lasse ich am besten gleich beide weg, um den Kippen zu entkommen. Weiter → (Luftverbesserung)

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Claudia am 17. August 2001 — Kommentare deaktiviert für Nüchtern trunken: Adieu AA!

Nüchtern trunken: Adieu AA!

Mein Diary-Eintrag „Auf dem Meeting„, in dem ich in aller Kürze meine Geschichte mit dem Alkohol berichte, hat viel positive Resonanz erfahren – im Forum, aber mehr noch per Privatmail. Mich hat es entspannter und glücklicher gemacht, auch von dieser Seite meines Lebens hier zu sprechen, ohne die ich nicht das wäre, was ich geworden bin – und hier zitier‘ ich mal mutig das geflügelte Wort unseres offen schwulen Bürgermeisters: Das ist auch gut so! Weiter → (Nüchtern trunken: Adieu AA!)

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Claudia am 28. Juli 2001 — Kommentare deaktiviert für Kein Kampf

Kein Kampf

Seit vorgestern bin ich heftig erkältet. Mitten in der größten Hitze ist das eine komische Sache, irgendwie unpassend. Heute fühle ich mich aber auf einmal wohl damit: diese fiebrige Schlaffheit ergibt eine physische Ruhe, die ich allein vom Fühlen und Denken her nur selten und bruchstückhaft zustande bringe, allenfalls mal nach intensivem Yoga oder einem langen Spaziergang. Weiter → (Kein Kampf)

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Claudia am 26. Juli 2001 — Kommentare deaktiviert für Auf dem Meeting

Auf dem Meeting

„Ich heiße Claudia und bin Alkoholikerin“, die rituelle Begrüßungsformel geht mir erstaunlich locker über die Lippen. Über sieben Jahre sind seit meinem letzten AA-Meeting vergangen und jetzt sitze ich wieder „an den Tischen“, kaum zu glauben! Es ist wie ein nach Hause kommen, obwohl ich keinen der Anwesenden kenne. Es braucht keine Bekannten oder gar Freunde, um sich in dieser Runde richtig zu fühlen, das ist ja gerade das Faszinierende an der berühmtesten Selbsthilfegruppe der Welt.

Es beginnt mit dem Lesen der bekannten Texte: Präambel, zwölf Schritte, zwölf Traditionen, dann die Gedanken zum Tag, heute: „Über die, die noch leiden“. Während ich zuhöre und mir dabei einen grünen Tee zubereite, spüre ich, wie das Leiden von mir weicht. Als würde eine Last von meinen Schultern genommen, mit jeder Viertelstunde fühle ich mich leichter.

Welches Leiden? Das wäre eine lange Geschichte, von der eigentlich nur zu sagen ist, daß ich sie für abgeschlossen hielt – und das war ein Irrtum, der gerade begann, gefährlich zu werden. Deshalb sitze ich jetzt hier, Tieckstraße 17, Berlin Mitte, und bin dankbar, dass es AA noch gibt.

Kennen gelernt hab‘ ich die Meetings 1990, als mein allzu aktives Leben mit zunächst beiläufigem Entspannungstrinken in eine hoffnungslose Suff-Phase übergegangen war. Schon damals hätte ich nicht so lange leiden müssen, wenn ich nicht bis zuletzt an dem verrückten Gedanken festgehalten hätte: Ich habe alles im Griff, muss mich nur zusammenreissen, mal richtig ausspannen, vielleicht einen anderen Job finden, neue Leute kennen lernen – doch war ich lange schon jenseits aller Möglichkeit, noch irgend etwas aus eigener Kraft ändern zu können. Mein erster Lebensentwurf war am Ende, wie sollte ich aus den Trümmern denn etwas Neues kreieren? Es hat lange gedauert, bis ich mir überhaupt eingestand, dass ich mittlerweile ein respektables Alkoholproblem am Hals hatte – und selbst dann lag mir der Gedanke noch ferne, jemand anderer als ich selbst könne da irgend etwas ausrichten. Schließlich hielt ich mich für intelligent, belesen, kommunikationsfähig – sah‘ mich aber leider nicht von außen, denn dann hätte ich vielleicht früher bemerkt, daß es jetzt um ganz andere Dinge ging. Zu allererst um das Aufgeben dieser Gedanken: ICH kann, ICH will, ICH muss, ICH werde….

Nein, ich war nicht einsichtig und zu nichts bereit. Meine Welt mußte sich katastrophisch verdüstern, kleine Unfälle sich häufen, das tägliche Kreisen im immerselben Elend richtig lange schmerzen, physisch, psychisch und geistig, bis endlich etwas in mir zerbrach, bis mein ganzer Größenwahn am Alkohol zerschellte.
Endlich konnte ich dann auch in ein Meeting gehen, ohne Bedenken und Besserwisserei, völlig offen, denn in mir war nichts mehr, nur noch dunkle Leere. Ein Vakuum, das sich mit den Texten der AA vollsog, denn was sie sagen, knüpfte direkt an mein Erleben an: Wir gaben zu, daß wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind…. Ich hatte angedockt!

Es war ein Wendepunkt in meinem Leben, ab dem sich alles ganz anders anfühlte, als wäre tatsächlich Claudia Vers.1.0 gestorben. Und die 2.0 war erstmal nur ein glückliches Kind, Neues entdeckend, spielerisch der Welt und den Anderen begegnend, ohne das entsetzlich beschränkende Gefängnis eines hypertrophierten Egos. Auch beruflich ging plötzlich alles wie von selbst, anstrengungslos, ich mußte nur immer „JA“ sagen – etwas, was ich ohne „aber“ früher nicht einmal denken konnte.

Mehrere Jahre war ich völlig „trocken“, irgendwann verließ ich AA, Alkohol war einfach kein Thema mehr. Ich hatte mit Yoga angefangen und dachte: Wozu noch mit Leuten um einen Tisch sitzen, die zwar auch Spirituelles vermitteln, wo aber doch immer wieder Alkohol besprochen wird – dieser langweilige Schnee eines abgelegten Gestern. Irgendwann wollte ich dann auch das Thema „Nicht-Alkohol“ abschließen, die Identifikation „Ich, Claudia, Alkoholikerin“ ebenso aufgeben wie alle anderen. Und trank neugierig ein Glas Sekt: Nichts passierte, natürlich nicht. Es schmeckte nicht mal und die Wirkung fand ich störend.

Nichts änderte sich. Außer, daß ich mich jetzt wieder fragen mußte: Soll ich mittrinken? Die Gelegenheiten, zu denen das Hauptschmiermittel unserer Gesellschaft verabreicht wird, sind ja unüberschaubar. Ich trank also gelegentlich wieder mit, nicht oft zwar, aber ich bemerkte schon bald die Richtigkeit eines alten AA-Spruchs: Man macht da weiter, wo man aufgehört hat. Die Geschichte des Alkohols ist ins Gehirn eingraviert, da bildet sich nichts zurück. Genau wie ehedem, so stellte ich fest, konnte ich ab dem dritten Glas das Ende oft nicht finden. Wachte dann am nächsten Morgen auf, erinnerte mich oder auch nicht und war mir furchtbar peinlich! Das wollte ich eigentlich nicht wieder erleben – und so hat der Kampf wieder begonnen. Der Gedanke „das hab ich heute im Griff“ stand wieder da in all seiner Pracht und Gefährlichkeit…

Gestern hatte ich mal wieder in trauter Zweisamkeit dem Wein zugesprochen, zu Hause, also in ganz „ungefährlichem“ Zusammenhang. Dann nahm ich das Glas noch mit an den PC und mailte ein bißchen an liebe Freunde… und heut‘ morgen konnte ich im Sent-Ordner sehen, dass ich gemailt hatte, las verwundert fremd klingende Texte – DAS war dann für mich der Punkt! Wenn ich mich selber lese wie eine Fremde, ist ganz klar: Ich hab es NICHT im Griff! Nicht den Alkohol, nicht mich selbst, von der Welt gar nicht zu reden. Und einen Kampf, den ich ganz gewiß verliere, brauche ich nicht nochmal zu führen, all das hatte ich ja schon, übergenug!

Und deshalb saß ich heut‘ im Meeting. Und lasse jetzt wieder das erste Glas stehen. Weiter → (Auf dem Meeting)

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Claudia am 08. Februar 2001 — Kommentare deaktiviert für Schweinefraß – die Fortsetzung

Schweinefraß – die Fortsetzung

Da hat Kurt Jacob im Forum einen grandiosen Rundumschlag gegen die „deutsche Leitkultur des Essens“ gepostet, in dem er gegen den landestypischen Brachialfood anschreibt:

„Eintopfsonntage und die praktisch unverdauliche Hausmannskost sind fester Bestandteil deutscher Leitkultur und feiern auch heute noch fröhliche Urstände in deutschen Landen: Erbsen- und Kartoffelsuppen, Graupen, Eintopf, Klöße, Broiler, Bratkartoffeln, Tagesteller, Sättigungsbeilage, Currywurst; die deutsche Plumpsküche ist nicht tot zu kriegen, allem Hedonismus unserer Zeit zum Trotz. Speckkartoffeln, Buttercremetorte, Sahnequarktorte, Sauerbraten, Ragout fin, geräuchertes Schweinekotelett, Braunkohl, Grünkohl mit Pinkel, Lapskaus, Wienerschnitzel mit Tunke und Pommes Frites, Döner, Bigos, Bratapfel, Steckrüben, ½ Hähnchen, Deutschländer Würstchen, Fertigtorten und -pizzas, Spaghetti Bolognese, Saumagen, Scholle mit Speck, Rührei, Bratkartoffeln, Pommes Frites, Pommes Frites, Pommes Frites und nochmals Pommes Frites. Alles so schmackhaft und leicht verdaulich wie Fertigbeton und die Erklärung von Wolfram Siebeck, das käme alles noch vom 30jährigen Krieg, finde ich etwas weit her gehohlt.“

Weiter → (Schweinefraß – die Fortsetzung)

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Claudia am 02. Februar 2001 — Kommentare deaktiviert für Schluss mit dem Schweinefraß!

Schluss mit dem Schweinefraß!

Gestern haben mein Lebensgefährte und ich beschlossen, Ernährung und Einkaufsverhalten konsequent umzustellen. Ein Artikel in der Berliner Zeitung („Kippen Sie Mayonnaise drüber!“ – ich werde ihn hier verlinken, sobald er im Online-Archiv auftaucht) hat das Faß zum Überlaufen gebracht. Es ging nicht um Rindfleisch, sondern um alles andere, um die ganz normalen und legalen Sauereien der Nahrungsmittelindustrie. Gezwungen durch die übermächtigen Handelskonzerne, die hohe „Eintrittspreise“ für die gnädige Aufnahme in die Supermärkte kassieren und den Produzenten die Preise vorschreiben, ist das, was dort dann im Regal steht, in vielen Fällen zusammengerührter Dreck. Nicht die Qualität oder Originalität eines Produkts steht im Mittelpunkt der Anstrengungen, sondern die Bemühung, es „analysefest“ zu machen: es so zu designen, dass die staatliche Lebensmittelüberwachung mit den analytischen Methoden ihrer Kontrollabors nichts mehr finden kann: tausend Tricks bis hin zum Betrug. Weiter → (Schluss mit dem Schweinefraß!)

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Claudia am 30. November 2000 — Kommentare deaktiviert für Yoga – die Fortsetzung

Yoga – die Fortsetzung

Der Eintrag gestern scheint gefallen zu haben: ein paar Mails mehr als sonst, einige Info-Mail-Bestellungen. Vielleicht sollte ich da weiter schreiben, was spricht schon dagegen, auch meine Yoga-Geschichte zu erzählen? Das läßt sich sowieso nicht mehr trennen vom „Rest“: alles, was ich erlebe und schreibe, ist davon geprägt, wenn ich auch immer darauf verzichtet habe, explizit „über Yoga“ zu schreiben. Mit einer Ausnahme: der Artikel „Entspannung“ ist zum Jahreswechsel 1996/97 entstanden und bringt meine erste und wichtigste Erfahrung mit Yoga auf den Punkt: dass der Körper, das Denken und Fühlen nicht drei unterschiedliche „Dinge“ oder Welten sind, sondern Aspekte ein- und desselben Ganzen. Wie viele Yoga-Erkenntnisse hört sich das verdammt banal an, man kann damit kaum im Gespräch glänzen. Aber es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich glaube, ich sei ein unabhängiges Wesen (genannt „ich“), das eine ebenso unabhängige Welt wahrnimmt, und dann diesen Wahrnehmungen entprechende Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen HAT – oder ob ich weiss, dass das nicht der Fall ist. Weiter → (Yoga – die Fortsetzung)

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