Claudia am 16. Februar 2016 — 26 Kommentare

Bei mir ist grad nix los

Natürlich könnte ich über all das Üble bloggen, was sich derzeit immer übler zusammen braut. Könnte mich über mediale Kriegstreiberei aufregen und über jene, die Europa gegen den Willen der Europäer/innen an die Wand fahren. Meine Angst, dass ein Donald Trump womöglich amerikanischer Präsident werden könnte, wär auch ein Thema – über den les‘ ich nur die Schlagzeilen und es gruselt mich! (Leider ist er nicht nur ein Netzphänomen).

ReptilAber was soll’s, ICH werd ihn nicht verhindern und auch sonst nicht viel tun können, die Welt signifikant zu verändern. Mit zunehmendem Alter wird mir immer deutlicher, dass wir Menschen zwar zur Vernunft fähig, aber meist nicht willens sind, sie auch anzuwenden. Unsere Tiernatur dominiert, oft bis hinunter zum immer noch vorhandenen Reptiliengehirn, das grade mal Feind und Beute unterscheidet. Womit ich nichts gegen die Tiere sagen will, die können nicht anders – wir aber schon!

Blogs sind mir zur Zeit auch kein Trost. Manchmal will ich einfach nicht ausweichen auf unverfängliche Themen, die garantiert nicht nerven. Gelegentlich finde ich es sogar eher verstörend, wenn gefühlte 90 bis 95% der Blogs, die ich so lese, das Weltgeschehen locker ignorieren.

Und so kommts, dass ich grade nichts Gehaltvolles schreiben kann. Nicht hier und auch nicht anderswo, nur meine Brotjob-Artikel bekomme ich noch hin, geht ja nicht anders.

Horst mag nicht mehr bloggen, bzw. „geht ins Exil“, was immer das heißen mag. Ich gehe NICHT ins Exil, ich werde nicht aufhören zu bloggen, egal was kommt. Im Januar ist das Digital Diary ins 18.Jahr gekommen, da hör ich jetzt doch nicht auf, bloß weil mich die Welt anstinkt und mir grade nichts einfällt!

Nächstens gebe ich mir vielleicht einen Ruck und kauf mir mein Wunsch-Mikrofon fürs Audiobloggen. Ärgerlicherweise wird das seit Wochen teurer, nicht billiger. Kostet jetzt gebraucht soviel wie letztes Jahr neu, seltsam!

Genug für jetzt. Es wird nicht mehr besser heut… über Kommentare freue ich mich, das wisst Ihr ja!

Diskussion

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26 Kommentare zu „Bei mir ist grad nix los“.

  1. Hi,

    all den eingebauten Links bin ich jetzt nicht gefolgt – aber wer sagt, dass bei Dir nix los ist? Die Sache mit dem ‚Mikro ist doch ein Ansatz für sich, und da kannst Du locker sparen, ich sage mal „Samson, USB, klein und schwarz“; meine „Über“-Seite könntest Du nachhören, die ist damit aufgenommen.
    Mit „schau mich an, und was ich alles eingekauft-habe“ – Viedeos werden wir sicher keinen Blumentopf gewinnen, das sollen andere machen.
    Aber mal einen guten 10, 15- min Beitrag zum hören, statt zu lesen, ist mir manchmal dochein Bedürfnis.
    Wenn auch die direkte Kommunikation dabei vor die Hunde geht – aber die Idee, dass „wir“ eigentlich in der Lage sind, auch Programm zu machen, lässt mich immer noch nicht los.
    Deshalb: Sind wir Blogger – abgesehen von den ganz arg selbstvberliebten – nicht die eigentlichen Nachfolger der Geschichtenerzähler,l der Märchenerzähler? Sicher auch in der Gefahr, letztlich doch ein (winziger) Teil der Unterhaltungsindustrie zu sein.

  2. @Klaus-Peter: ich glaubs ja nicht, was für eine Stimme!!! (.mp3)
    Und damit erzählst du dann was vom Bloggen, Essen und Diäten… :-))
    Statt große Lyrik vorzutragen, Meditationstexte einzusprechen oder die abgründigen Novellen von Edgar Alan Poe zu lesen… – wow!

    Ist das „echt“ oder hast du da die Bässe extrem rein gedreht?

    P.S.: Das Samsung USB Mic ist doch nicht SCHWARZ, hab grade mal nachgeschaut…

  3. Hi Claudia, mir geht es ganz ähnlich. Wenn ich sehe/höre/lese, was momentan den Mainstream bewegt, juckt es mich ein bisschen in den Fingern. Dann denke ich oft einen Absatz aus einem Deiner Postings hier Ende letzten Jahres (wirklich), Link finde ich nicht mehr. Dort hattest Du über Blogger geschrieben und über manche, die sich in Rants erschöpfen. Mir wurde da klar, dass ich zu eben diesen gehöre, aber ich will das nicht. Also bin ich lieber still. Furchtbar.
    Dein Mikro gibt es bei Thomann als Versand-Rückläufer 10€ billiger (das ist allerdings ein magerer Rabatt für einen Rückläufer, muss noch eine 1a Verpackung haben). http://www.thomann.de/de/rode_nt_usb_b_stock.htm?ref=search_rslt_rode+nt_348667_6
    Ich mache Musik und kenne mich mit Audio-Technik ein bisschen aus. Ich besitze u.a. dieses Audio-Interface, das ich wegen der unkomplizierten Handhabung und des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses empfehlen kann: http://www.thomann.de/de/the_tbone_micplug_usb.htm Damit bin ich frei von der rein USB-gebundenen Mikros (denen ich aus irgendeinem Grund nicht so recht traue). Außerdem erlaubt ein separates USB-Interface, später einen kleinen, günstigen Vorverstärker zwischen zu schalten, was die Qualität und insbesondere Dynamik erheblich (!) verbessern kann.
    Ein Großmembran-Mikro, wie Du es anstrebst geht in Richtung professionelle Studio-Technik (auch wenn dort eher ein 10 mal teureres Neumann eingesetzt wird). Ich würde ja eher empfehlen, kleiner anzufangen. Für reine Sprach-Aufnahmen ist Großmembran sicher optimal. Ich kenne das persönlich nicht, habe aber mit den Thomann Haus-Produkten immer gute Erfahrung gemacht. Die bieten normaler Weise solide Qualität für einen super Preis. Ich würde mir mal das hier näher anschauen: http://www.thomann.de/de/the_tbone_sc400_grossmembranmikro.htm Zusammen mit dem USB-Interface bist Du da bei weniger als der Hälfte des Rode. Naja, ein (kurzes!) XLR-Kabel brauchst Du dann auch noch. Wenn Du Wert auf Qualität legst musst Du Deine Aufnahme sowieso durch einen (digitalen) Equalizer und evtl. einen 3-Band-Kompressor Schleifen und danach wirst Du die hundert Euro, die Du gegenüber dem Rode sparst nicht hören. Versprochen.
    Und zum Schluss noch ein „Geheimtipp“. Etwas teurer, aber mit sensationellem Preis-/Leistungsverhältnisse gibt es russische Oktave Großmembran-Mikros (hab eins): http://www.thomann.de/de/grossmembran_mikrofone.html?filter=true&manufacturer%5B0%5D=Oktava&viewMode=block

  4. Hi Thorsten,

    es lag mir ferne, andere „zum Schweigen zu bringen“ und einen guten Rant les ich gelegentlich doch lieber als nichts! Vermutlich hab ich das aus schierer Verzweiflung geschrieben, weil Brandreden nun mal kaum was bewirken… aber sie tun auch mal gut!
    Die Rückläufer bei Amazon kosten nur ca. 155,-. Danke für deine Tipps, auf der Seite kann man ja tolle Vergleichs-Beispiele anhören! Zum USB neige ich, weil es so unkompliziert ist – es muss allerdings auch für Win 10 funktionieren, falls ich doch mal umsteige.

  5. In meinem Blog ignoriere ich das Weltgeschehen, ja aber.
    „Locker“ will ich es nicht nennen. Kann ja nicht behaupten, ich hätte „locker“ keine Ängste und Alpträume.
    Vielleicht ist es der vor zwei Jahren geborene Enkel, der mich nur noch in seiner vertrauensvollen Gegenwart im Augenblick und in nichts als Liebe sein lässt.
    Außerdem, das sagst du ja auch, was würde sich ändern, würde ich lamentieren, analysieren, politisieren, ….ieren…Gefühlte Machtlosigkeit ist ein starkes Ding. Gefühlte Liebe ein viel stärkeres – und das Weitergeben derselben!
    Gruß von Sonja

  6. Liebe Sonja, das ist nicht als echte Kritik an jemandem gemeint! Wie ja zu erkennen ist, bin ich oft glücklich, dass es Blogs gibt, die im Hier & Jetzt Liebe verstreuen, Alltägliches thematisieren – und manchmal erscheint es mir gruslig, je nach aktuellem persönlichen „Verzweiflungsgrad“ an der Welt. Je nachdem mag ich auch Rants/Brandreden lesen oder finde sie grad unerträglich…

    Gut, dass es dieses Vielfalt gibt!!!!

  7. Liebe Claudia, das USB-Interface ist USB. Das Gesamt-System würde sich genau so verhalten wie mit dem Rode, Du hättest lediglich eine etwas dickere Stelle im Kabel.

  8. Ein schönes lockeres Plaudern hier, Claudia. Ich muss dabei an meinen Kampf denken, den ich immer wieder so oft verliere. Mein Kampf gegen die:
    „Perfektion!“
    (Das könnte jetzt das Stichwort für eine vielleicht wahnsinnig endlose Diskussion hier werden, mit Psycho, Sinn des Lebens und so… :))

    In meinem kleinen Video letzten Jahres, das dir so ein zauberhaftes Lachen entlocken konnte, selbst da habe ich versucht, das Unperfekte nahezu perfekt darzustellen. Ich weiß natürlich, dass ich nie ein Video ins Netz stellen könnte, dass meinen eigenen Ansprüchen auf „gelungen“ gerecht werden könnte. Insofern -, versuche ich es erst gar nicht.

    Umgemünzt auf deine Audioambitionen wäre dann mein Vorschlag, so ein richtiges billiges Mikro zu nehmen, das rauscht und kracht, so wie die alten Kurzwellensender damals, mindestens dreimal zurückgespult werden muss, um den einen bestimmten Satz richtig zu verstehen, der z.B. lauten könnte: Früher war doch nicht alles besser

    O.K., mein Kommentar ist jetzt nicht wirklich so substanziell, aber immerhin, wäre doch mal drüber nachzudenken :)

    Liebe Grüße,
    Menachem

  9. Hi Claudia,

    90-95 % finde ich nicht schlecht geschätzt. Vielleicht sind es sogar noch mehr, die sich in ihren Blogs keinen Pubs um das Scheren, was mir immer größere Sorgen macht. Ich habe fast nur noch darüber gebloggt. Und zwar viel zu viel.

    Dazu brauch ich Abstand. Den 3 Lesern hat mein Geschreibe sowieso nicht mehr gefallen. Keine Kommentare, keine Besucher. Nach über 6000 Artikeln in 9 Jahren und meinem Aus bei den so genannten sozialen Netzwerken war die Aufgabe von Netzexil der nächste Schritt.
    Das heißt aber überhaupt nicht, dass ich ganz mit dem Bloggen aufhöre.

    VG H.

  10. Lieber Horst,

    erstmal OT:
    wegen deines Kommentars hab ich jetzt Akismet wieder deaktiviert. Wenn mich was ärgert, ist es zuviel Eigendynamik von Software, die mir doch dienen soll. Von deinem Kommentar erfuhr ich nur per Mail, hier war er nicht zu sehen – wohl aber im Backend unter den Kommentaren. Nicht etwa im SPAM oder sowas. Drunter stand „Akismet hat diesen Kommentar bereinigt“ – so so! Ich hab dann einen Tippfehler korrigiert und „aktualisiert“ -und nun steht er zum Glück wieder da!

    Zur Sache:
    Dass du es nicht erträgst, dich fortwährend mit all den Gefahren und Schlechtigkeiten zu befassen, die um uns herum vor sich gehen, verstehe ich gut. Das hab ich ja ab und an auch und neulich hat es mich für eine Zeit lang dazu motiviert, keine News mehr „aufzusuchen“, sondern nur noch Blogs zu lesen. Ist natürlich keine Dauerlösung, hat mir aber gut getan!

    Es ist nun mal wirklich WAHR, dass die Dinge sich nicht zum Besseren wenden, wenn wir verzweifeln und die Kellerralley schieben. Selbst wenn unser Leben nächste Woche absehbar zu Ende wäre: was würde es wem bringen, wenn wir nurmehr DARAN dächten und still und starr vor Schrecken herum säßen?

    Es gilt also, die eigene Psyche „im Griff zu behalten“, soweit das möglich ist. Und wir haben es ja noch ziemlich leicht: es geht uns gut, wir sind versorgt bzw. können uns versorgen und sitzen im Warmen vor dem Monitor, unserer Schnittstelle zur weiten Welt. Wir leiden keinen Hunger und müssen vermutlich auch nicht den einzelnen Euro dreimal umdrehen. Und und und… von außen gesehen sitzen wir auf der Insel der Seeligen, wo Millionen gerne hin wollen. Also reissen wir uns doch zusammen! ;-)

    Da du in deinem Blog ein „Theme-Hopper“ warst, hast du naturgemäß nicht diesselbe Bindung wie ich an dieses Blog hier. Das Abstand nehmen wirkt sich also anders aus und ich rechne damit, dich demnächst wieder irgendwo zu lesen. So lange kannst du ja hier gerne und öfter mal mitschreiben!

    @Menachem: Mein Versuch mit dem Logitech-Mikro hat mir gereicht. Vermutlich bin ich doch zu eitel, mich mit einer „gefühlt falschen“ Stimme hören zu lassen. Es macht mir dann einfach keinen Spass!

  11. Liebe Claudia, du hast eine sehr schöne und sympathische Stimme in deinem Audio. Also – hau rein`!

    Ehemals (viele, viele Jahre her), als ich Aufnahmen unserer Band hörte dachte ich noch, wer ist das denn, der da singt? Hilfe! Na, der traut sich aber was.

    Ich war`s, dem diese ach so schreckliche Stimme gehörte.

    Wenige Zeit später, als ich den Telefondienst in meiner Firma übernahm, hörte ich oft, das ich eine schöne und sehr angenehme Telefonstimme hätte. Zwischen Fremd- und Eigenwahrnehmung liegen speziell in diesem Fall: WEEEEEEELTEN!

    Dennoch glaube ich ( aber leider, leider, leider, hab`ich mich in meinem Leben schon sehr oft getäuscht) – ist bloggen mehr ein Schreib- als ein Audiomedium. Ein Audio mag auflockern, aber das schreiben – gerade und vielleicht wegen seiner Mißverständlichkeit – triggert und löst in Lesern die unterschiedlichsten Assoziationen aus. Das ist es, was ich an blogs so sehr mag. Und wenn dann über alles die Wellenlänge noch stimmt – toll!

  12. Hallo Menachem.

    hier nochmal ein kurzer Stimmentest (.mp3) – extra für dich! :-)

  13. Hallo Claudia, das ist zu schön :), auch, dass du zu den ganz wenigen Menschen gehörst, die meinen Namen richtig aussprechen können. Klasse! Schade, das man so ein Audio nicht ausschneiden und an die Wand hängen kann -((

    Ich widerrufe nichts! Deine Stimme ist schön zu hören und die Krönung bleibt halt dein: Lachen

    Bitte, bitte: Mehr davon

    Sonnenscheingrüße aus Leipzig sendet,
    Menachem

  14. Wie sprechen denn andere deinen Namen aus? Ich kann mir gar keine Alternative vorstellen. Ich sag es doch einfach so, wie es da steht!

  15. Tja, aber selbst die lesen können, sind nicht immer im Vorteil. Die häufigste Form ist Minachim, die krasseste Menhemnem und dazwischen alles, was das Vokabular so zulässt :)

  16. […] Kritik führen mich zu den Gründen, die mich dazu bewogen haben, Netzexil […]

  17. Claudia, Du schriebst:
    …ist bloggen mehr ein Schreib- als ein Audiomedium. Ein Audio mag auflockern, aber das schreiben – gerade und vielleicht wegen seiner *Mißverständlichkeit* – triggert und löst in Lesern die unterschiedlichsten Assoziationen aus. Das ist es, was ich an blogs so sehr mag.

    Gerade diese Missverständlichkeit macht mir Kummer beim Lesen von Blogeinträgen und dem Kommentieren. Die Leute scheinen oft aneinander vorbeizureden.
    Man überliest, wählt die falschen Worte oder drückt sich nicht so aus, daß der Text verständlich wird. Vielleicht geht das „Verstehen“ aber grundsätzlich sowieso nicht, weil Lesen ja eine „Eigenleistung“ ist und Interpretation zwingend dazugehört.
    Beim Miteinandersprechen gibt es zwar eine grössere Chance des Verstehens, aber auch die ist nicht grundsätzlich gegeben, wie sehr man sich auch bemühen mag.

  18. @Gerhard:

    das hat Menachem gesagt, nicht ich! Für mich ist und bleibt der Hauptgrund für die Schriftlichkeit des Bloggens die Selbstbestimmung als Leserin in Sachen Geschwindigkeit des Lesens – inkl. der Möglichkeit, nur zu „überfliegen“.

    Das Anregende an Texten, das Menachem meint, kann ich aber auch nachvollziehen. Ein Text, der einfach nur meine Meinung bestätigt, reizt nicht grade zum Kommentieren. Verschiedene Interpretationen desselben Satzes können also durchaus positiv im Sinne einer Diskussion sein – wenn schon sonst nichts da ist, was dazu motiviert.

  19. Horst vom Ex-Nexexil hat übrigens grade wieder gebloggt – ÜBER das Bloggen, es passt recht gut zu meinem Artikel oben, insbesondere zum ersten Absatz:

    „Ich will kein „aus dem Fenster pöbelnder Korinthenkacker“ mehr sein“

    und ich hab das grade ausgiebig kommentiert.

  20. Oh entschuldige..falsch zitiert, schon wieder ein Fehler 😊 mich nerven jedenfalls Missverständnisse..gerade wenn Dialoge nicht mehr weitergehen. So bleibt dann manchmal nur hängen: Vergeblicher Dialog ;-)

  21. „Gerhard, ich versteh dich nicht.“
    Ist jetzt spaßig gemeint, dennoch, mit einer Frage im Hintergrund.

    Wenn ich blogs lese versuche ich schon zu verstehen, was der Schreiber mitteilen möchte, was ihn zu dieser oder jener Aussage bewegt hat. Doch dann, mittendrin, springt mich ein Wort oder ein Satz an und löst manchmal in mir eine ganze Kaskade von Gedanken aus, die ein neues Bild in mir erzeugen oder bestehende ergänzen, manchmal sogar vervollständigen. Wie Claudia schon bei Horst kommentierte. Es beginnt dabei ein eigenes inneres reflektieren. Eine Verleitung, die vielleicht eher den introvertierten Typ ablenken kann.

    Der Extrovertierte, vielleicht, ist es der, der den Anderen „mehr“ verstehen will. Allerdings habe ich in den vielen Jahren, in denen ich auch kommentiere, schon so oft einen auf die Frese bekommen, dass ich es nur noch selten versuche.

    Ein Text im blog ist für mich nur der allerkleinste Ausschnitt aus einem reich gefüllten Leben, das sich dahinter verbirgt. All das kenn ich nicht.

    So schrieb einer: „Heute ist schönes Wetter. Da nehm`ich das Fahrrad“. Mein Kommentar: „Toll, würde ich heute auch gerne machen“. Die Antwort: „Dann fahr doch du Arschloch. Ich kann mir nämlich kein Auto leisten.“

    Mich nerven auch Missverständnisse, extrem. Keiner versteht mich. Und deshalb geb`ich mich dem Wunsch des verstehen wollens nur noch selten hin. Ausnahme ist, wenn ich das Gefühl habe, jetzt benötigt ein Mensch Beistand.

    Vielleicht ist aber auch alles ganz anders. Egal – ich habe mal darüber reflektiert, es macht mir Spaß und: Ende ist offen :)

  22. Das ist oft so, lieber Menachem. Jemand drückt was aus, möchte verstanden werden (kann sein, daß das, was er sagt, nicht transparent wird). Ein anderer nutzt das dann als Aufhänger für eigenes Reflektieren.
    Nun gut, so wird aus einem Gespräch eine Klangcollage. Ist auch schön, kann schön sein. Vielleicht bin ich da manchmal zu bierernst. Aber wenn ich mir DIE ZEIT nehme, zu verstehen und dann auch sachgerecht kommentieren ZU WOLLEN, dann stört mich reine Klangmalerei als Ergebnis. Noch unangenehmer ist für mich, wenn ein Gespräch überhaupt nicht in Gang kommt. Ich denke z.b., daß Claudia auf Blogs zig Kommentare täglich in den „Orkus“ schreibt: Nicht nur dann unkommentierte Kommentare, sondern auch ungelesene Kommentare. Mich ärgert jedenfalls, wenn ich für die Wand schreibe.

  23. „Klangcollage“, Gerhard, eine schöne Formulierung. Gefällt mir sehr. Und ja, ich verstehe was du meinst.

    LG, Menachem

  24. Zum ‚“Stimmengewirr“ jetzt noch ein Nachtrag: Das „schwarze Mini-Samson“ gibt es – bloß finde ich es beim Versand-Shop jezt selbst nicht mehr.
    Und absurderweise war es günstiger als die silbrige Version.

    Das Audio-Bloggen ist wohl auch „nur“ Übungssache…

  25. Schöner Dialog – der auch gut zeigt, dass das Gespräch im „totalen Verstehen“ endet. :-)

    Grade hab ich bei Horst wieder kommentiert. Das Thema „Sinn des Bloggens“ ist für mich halt immer wieder attraktiv. „Wir sind nicht 24/7 „Gutmenschen“ – hab ich da mal angemerkt – und nur, wenn wir das zugeben, unterscheiden wir uns von den gewöhnlichen Publizisten, die ihre Texte als Ware an Großmedien verkaufen.

  26. Bei einem USB-Mikrofon bin ich skeptisch. Ist denn der eingebaute A/D-Wandler so viel besser als der auf der Soundkarte?
    Mit einem konventionell, analog angeschlossenen Mikro bist Du komplett software-unabhängig. Einen analogen Mikro-Eingang hat ja schließliche jede Soundkarte, auch onboard.

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