Wie sehr mich doch so eine kurze Tour wie der 3-tägige Berlin-Trip aus der Spur bringen kann! Ich brauche immer einen vollen Tag, um anzukommen, erst der darauffolgende Tag ist wieder halbwegs normal. Früher war das anders: mit zwanzig, dreissig hatte ich noch gar nichts „Eigenes“, lebte auch zuhause, als wäre ich auf einer Reise, immer unterwegs, immer unter Leuten, ununterbrochen redend, denkend, wünschend und planend. Alle Energie drückte nach außen, ließ mich in die Welt wachsen. Umgekehrt spürte ich nur wenig, fast nichts. Da mußte schon ein richtiges Drama kommen, oder ein Unfall, eine Krankheit, bevor ich mich mal mir selber zuwendete. Oder ich probierte es mit Drogen, die verläßlich das Bewußtsein veränderten, möglichst spektakulär, möglichst heftig, alleine vermochte ich nichts anzufangen mit den langweilig scheinenden Eindrücken des Real Life. Weiter → (Alt werden II)
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