Claudia am 01. August 2009 — 3 Kommentare

Macht die FDP den Wegfall des Zenzursula-Gesetzes zur Bedingung für schwarz-gelb ?

Wenn es nach dem Chef der Jungen Liberalen geht: ja! Der sagte der Abendzeitung wortwörtlich: „Je stärker die FDP wird, desto mehr können wir der Union abtrotzen. Die Abschaffung der Internet-Zensur etwa ist für mich Koalitionsbedingung.“ Da dürfen wir ja gespannt sein, wie ernst die FDP die Anliegen ihrer Jugendorganisation nimmt!

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Claudia am 31. Juli 2009 — 2 Kommentare

Du hast schon alles? Kann nicht sein!

Bei THINKABOUT fand‘ ich den denkwürdigen Artikel Marketing – der Feind des Verzichts, in dem er die Lebenslügen in Sachen Nachhaltigkeit aufs Korn nimmt: „Wir wollen zwar etwas für unser Gewissen tun, den guten Willen beweisen, aber nicht verzichten. Auf gar nichts. Und darum kaufen wir dann den Allrad-Offroader mit Hybrid-Motor für die Stadt. Vorher hatten wir ja einen Diesel, oder gar, ganz verschämt sei es gestanden, einen Benziner. Ist doch geil, dass 300 PS nur noch knapp 7 Liter Most verbrennen müssen – geht doch!“

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Claudia am 27. Juli 2009 — 7 Kommentare

Mal wieder was Positives!

Wenn ein Artikel wie der letzte so lange auf der Titelseite steht, fängt es mich schon bald an zu nerven. Schließlich besteht das Leben nicht bloß aus dem Ärger über Missstände, auch wenn es Tag um Tag wahrlich genug Grund gibt, sich zu empören. Über diese Gründe schreibt es sich viel leichter, denn alles Negative erregt unser Interesse weit mehr als die schönen Seiten des Lebens, die allzu leicht selbstverständlich erscheinen. (Den Versuch, dem Positiven ein ganzes Magazin zu gönnen, wagt seit einiger Zeit Gabi Fink mit ihrem geplanten „Magazin für Lebenslust“ – es werden noch Beiträge gesucht!).

Heute ist jedenfalls ein herrlicher Tag: nach einer gewittrigen, eher kühlen Woche strahlt die Sonne vor blauem Himmel.  Ich werde früher Schluss machen und in den Garten radeln, wo die letztes Jahr vom Pacht-Vorgänger noch zu Tode gejätete „Sandwüste“ sich erfolgreich in eine nur behutsam geordnete Wildnis verwandelt hat. Wenn ich dort dann den ersten Kaffee trinke und auf all die Gewächse, das viele Grün und die bunten Blüten schaue, staune ich manchmal, wie einfach es ist, glücklich zu sein.

wildes Steppenbeet

Seit ich einen Garten habe, fotografiere ich auch viel. Die Bilder illustrieren das wilde Gartenblog, doch hab ich gestern den Sonntagvormittag genutzt, endlich auch einen Flickr-Account zu errichten, in dem ich künftig die besten Fotos zeigen werde. Ich kam darauf, weil ich das komfortable Flickr-Modul zum bequemen Einbinden kleiner Bilderschauen in Blogs nutzen wollte – das Ergebnis ist nun ebenfalls im Gartenblog zu besichtigen.

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Claudia am 20. Juli 2009 — 27 Kommentare

Die Armutsindustrie – TV-Doku und Resonanz

Die in meinem Artikel „1-Euro-Jobs: demütigende, sinnlose Beschäftigungen“ zitierte ARD-Sendung „Die Armutsindustrie“ ist seit einigen Tagen auf YouTube zu sehen:

Hier geht’s zu Teil 2 und Teil 3.

Schaut mal ‚rein, wenn Ihr den Film noch nicht kennt! Es beginnt mit einen Unternehmer, der einen Weg suchte, um Trampoline in Deutschland herstellen zu lassen: zu Preisen, die mit China konkurrieren können. Die LÖSUNG dieses Problems: Arbeitslose stellen die Teile her, deren Arbeit über Lohnkostenzuschüsse, also mit öffentlichen Geldern finanziert wird. Die ARGE schickt die Arbeitslosen als 1-Euro-Jobber zu Firmen, die auf dieser Basis Leute beschäftigen bzw. für sie sogenannte „Praktika“ veranstalten. So entsteht eine parallele, weitgehend entrechtete Arbeitswelt. „Dieser Film zeigt, wie aus dem Mangel an Arbeit ein Geschäft geworden ist und fragt: Wer profitiert eigentlich davon?“ Weiter → (Die Armutsindustrie – TV-Doku und Resonanz)

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Claudia am 16. Juli 2009 — 64 Kommentare

1-Euro-Jobs: demütigende, sinnlose Beschäftigungen

„Sinndichte“ hieß die 1-Euro-Job-Maßnahme, zu deren Abschlussversanstaltung ich kürzlich eingeladen war: einer der unzähligen „Maßnahmeträger“ in Berlin, die für die ARGE (früher Arbeitsamt) Projekte zur Beschäftigung von Arbeitslosen durchführen, hatte ein ganzes Jahr lang Künstler mit weitgehend sinnfreien Tätigkeiten beglückt, deren spärliche Ergebnisse nun präsentiert wurden. Ein paar Bilder zierten die Wände, kleine Ton-Statuen standen auf Tischen, die Wände der Räume waren im Lauf der Maßnahme gestrichen worden, und ein „Konzept“ für bessere Lampen war zu bewundern, das die bahnbrechende Idee präsentierte, die vorhandenen kalten Neonröhren mit Japan-Papier zu ummanteln – auf dass das kalte, deprimierende Licht noch ein wenig dunkler werde.

Alles, was ich sah, hätte binnen zwei, drei Monaten von einer stringent arbeitenden Gruppe locker geschafft werden können. Den Rest der Zeit verbrachten die Teilnehmer wartend, plaudernd, „recherchierend“ oder mit veralteten und nicht in ausreichender Zahl vorhandenen Computern, Scannern und Druckern kämpfend.

Stricken und puzzeln

Der Name „Sindichte“ ist der reine Hohn, denn wenn etwas solchen 1-Euro-Job-Veranstaltungen fehlt, ist es der SINN des Tuns. Der ist nämlich tatsächlich verboten: Was die in einer solchen MAE-Maßnahme (MAE = Mehraufwandsentschädigung = 1-Euro-Job) beschäftigten Arbeitslosen tun, darf keine „normale Arbeit“ sein, denn die Billig-Jobber sollen mit ihrem Einsatz ja nicht den noch bezahlt Arbeitenden Konkurrenz machen. Weiter → (1-Euro-Jobs: demütigende, sinnlose Beschäftigungen)

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Claudia am 11. Juli 2009 — 11 Kommentare

Der Selbstversorger bloggt an seiner Stalltür

Dass Produkte immer schlechter werden, sind wir eigentlich schon gewöhnt. Im Marketing-Jargon nennt man es „Optimierung“, wenn es gelingt, mit immer weniger und schlechteren Materialien noch mehr Profit aus Dingen zu ziehen, die möglichst bald in den Zustand „Müll“ übergehen. Dann müssen wieder neue gekauft werden und was immer noch zu lange hält, gerät wenigstens aus der Mode. Was soll man auch machen in weitgehend gesättigten Märkten, um noch Wachstum zu erzeugen? Weiter → (Der Selbstversorger bloggt an seiner Stalltür)

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Claudia am 03. Juli 2009 — 16 Kommentare

Steuern: Eine Debatte, die nur ablenkt

Dieses Gezerre um Steuererhöhungen ja oder nein, wann oder doch lieber nicht, kotzt mich regelrecht an und trägt zu meiner Politikverdrossenheit in Bezug auf die „klassischen Parteien“ deutlich bei.  Es vermittelt den Eindruck, als gehe es den Bürgern immer nur ums Geld und kaum je um Inhalte: dem Schnäppchenjägervolk sein Schnäppchenwahlprogramm, so unglaubhaft das auch klingen mag angesichts der staatlichen Ausgaben in Sachen Krise.

Ich wünsche mir, dass unseren Parteien und Regierenden diese Neigung, das Volk für dümmer zu halten, als es ist, nochmal so richtig auf die Füße fällt! Gerade die Krise hat bei vielen einen Bildungsschub bewirkt: Aha, da knirscht was im Gebälk, da müssen wir glatt mal selber hinschauen, was eigentlich los ist…  – und nachdem nun fast jeder, der des Lesens mächtig ist, viel über den ganzen Krisenkomplex weiß und sich eine Meinung gebildet hat, kommen die Politiker daher, als seien alle noch immer mit Schlicht-Programmen (CDU: Steuern runter, SPD: Arbeitsplätze retten) zum richtigen Kreuzchen auf dem Wahlzettel zu bewegen. Wie armselig und beschränkt! Weiter → (Steuern: Eine Debatte, die nur ablenkt)

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