Thema: Netzwelt

Claudia am 17. Februar 2015 — 6 Kommentare

Schreibblockaden, Leuchtturmtexte, Social-Media-Kritik und die Wiedergeburt der Linkliste

Dass ich hier gut zwei Wochen nichts geschrieben habe, liegt u.a. daran, dass ich vieles über die derzeit brennenden Problemfelder lese: über ISIS, Ukraine, Griechenland, Finanzkapitalismus/Euro/Geldkrise und vieles mehr.

Will ich nun zu einem dieser Mega-Themen einen Blogbeitrag verfassen, fühle ich mich gefordert, erst jede Menge Gelesenes zu referieren, bevor ich überhaupt zu eigenen Gedanken kommen könnte. Wir leben in so unterschiedlichen Welten, dass man eine gemeinsame Basis des Meinens und Wissens gar nicht mehr voraussetzen kann.

Informative oder hinführende Texte zu verlinken, hilft nicht viel. Kaum jemand geht den Links in Blogartikeln nach, liest dort weiter (oder sichtet wenigstens die Quelle) und kehrt zurück. Klar, wer hat schon soviel Zeit? Also sind meine Diary-Artikel in der Regel so gehalten, dass man sonst nichts dazu lesen muss – bzw. das ist quasi der lange schon „eingefleischte“ Anspruch, unter dem ich schreibe. Der mich aber auch zeitweise verstummen lässt, wenn eine entsprechende Aufbereitung zu Thema X, Y oder Z einfach zuviel Arbeit machen würde, in Stunden gerechnet. (Recht viele fleissige Stunden muss ich den Gebrauchstexten widmen, mit denen ich Geld verdiene). Weiter → (Schreibblockaden, Leuchtturmtexte, Social-Media-Kritik und die Wiedergeburt der Linkliste)

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Claudia am 31. Januar 2015 — 2 Kommentare

Tagebuch bloggen

Ob ich das noch so könnte? Täglich loslegen, nicht genau wissend, über was ich schreiben werde? Ich komme drauf, weil Liisa auf Charmingquark gerade überlegt, ob sie ihre Tagesnotizen so forführen soll. Ja bitte, hab ich drunter geschrieben, denn ihre Texte würden mir fehlen. Dieses Tagebuch-ähnliche Schreiben hat noch was vom alten Internet. Es verströmt Wärme in der Kälte des Kampfs um Aufmerksamkeit, um Daten und ihren Schutz, um Schnelligkeit und „Viralität“, um Klicks und Likes und Shares und was da noch alles den Austausch, das Erzählen an den Rand gedrängt hat. Weiter → (Tagebuch bloggen)

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Claudia am 10. Januar 2015 — 8 Kommentare

Statt Wut, Angst oder Flucht in die Handarbeit – ja was?

Der unmittelbare Schrecken ist zu Ende. Die Täter sind tot, ihre Opfer auch. Die News, Hashtags und Brennpunkte laufen weiter. Stellungnahmen, Soli-Kundgebungen, Reaktionen, Bewertungungen von Reaktionen, politische Vereinnahmungen, Hass-Reden, Kampfparolen, Warnungen, Distanzierungen, Beschwörungen… Und alles, was in Frankreich die Gewalttaten nicht verhindert hat – mehr Überwachung, Vorratsdatenspeicherung – wird nun hierzulande erneut gefordert, na klar! (Für die Sicherheit, da scheißen wir doch auf den EuGH!)

Journalisten laufen massenhaft beim Freitagsgebet Berliner Moscheen auf und befragen Muslime. Die beklagen, dass ihre schon oft wiederholten Distanzierungen nicht wahrgenommen oder nicht geglaubt würden. Und überhaupt hätten solche Taten nichts mit dem Islam zu tun…
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Claudia am 27. November 2014 — 20 Kommentare

Dienen statt ranten: Vom Umgang mit Aufregern

Gestern sah ich im RBB die Sendung „Krank durch Früherkennung“. Die in der Doku vermittelten Fakten über den fehlenden Nutzen der „Gesundheits-Checks“ sowie gängiger Früherkennungsuntersuchungen sind erdrückend, werden aber von bundesdeutschen Institutionen weitgehend ignoriert. Auch der Frage, warum das so ist, geht die Sendung nach und deckt das große Interesse verschiedener Akteure auf, aus eigentlich gesunden Menschen Kranke zu machen.

Anklagen und beschimpfen reicht nicht

Das ist nur einer von vielen Missständen, denen ich im täglichen Medienkonsum begegne. Ich rege mich dann furchtbar drüber auf, dass hier eine maßlose Ressourcenverschwendung im Gange ist, während an anderer Stelle (etwa beim Personal, in der Pflege, etc.) gespart wird und vielen Menschen sogar die Kostenübernahme für Medikamente verweigert wird, die ihnen helfen würden.
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Claudia am 30. Oktober 2014 — 32 Kommentare

Zersplitterte Aufmerksamkeit, hektisches Surfen – wir ignorieren das menschliche Maß

In Resonanz auf meinen „Netzfrust“ und die angedachten Strategien, dem zu entgehen, schrieb Markus in den Kommentaren:

„Mir selbst hat das Netz die Aufmerksamkeit versaut. Ich kann nicht mehr lesen. Das Mäandern durch alle Angebote auch und gerade sozialer Netzwerke und Möglichkeiten hat mich zu einem Psychowrack gemacht, das sich nicht mehr konzentrieren und bei einer Sache bleiben kann. Insofern wäre eine Diät auch für mich hilfreich – mit dem Ziel, nur eine Sache auf einmal zu tun. Wenn ich lese, den PC ausgeschaltet zu lassen. Und wenn er an ist, einem Plan zu folgen, einer to-do-Liste, die man abarbeitet, um den Rechner danach wieder auszuschalten und vielleicht so wieder ein wenig Ordnung in den Umgang mit all den Angeboten und Inhalten zu schaffen.“

Das ist eine sehr drastische Beschreibung des Zustands, in dem ich mich auch oft vorfinde. Und ich habe festgestellt, dass das sogar Angst macht. Eine unbestimmte, hintergründige, kaum fassbare Angst ohne konkreten Grund, wie ich sie einst als letzte, nurmehr „feingeistige“ Folge eines veritablen Katers kannte. Schwierig, sie wirklich zu Bewusstsein kommen zu lassen. Man glaubt lange, es läge allein an den Inhalten, die beim Surfen durch unzählige Medien zwangsläufig erfasst werden: soviel Elend, Hass, Lügen, Ignoranz, Kriegstreiberei, total verrückte Weltsichten, ständige Crash-Prophezeiungen – welche Psyche soll das aushalten?
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Claudia am 29. Oktober 2014 — 6 Kommentare

Mehr Freude – Strategien gegen den Netzfrust

Die liebevollen Kommentare zu meinem „Netzfrust“ raten mehrheitlich zur Web-Diät: nicht mehr so viele schlechte Nachrichten aus aller Welt konsumieren, die doch nur die Laune verderben, ohne dass man wirklich etwas gegen all den Mist tun könnte. Ja, Ihr habt ja so recht! Ich brauche mehr Freude im Alltag und sollte nicht soviel Zeit darauf verwenden, das Üble zu sichten, zu selektieren und weiter zu reichen. Die Idee, zumindest durch diese „Kuratierung“ der Bad News etwas zum Wohl der Welt beizutragen, ist vielleicht nicht ganz falsch, wird aber kontraproduktiv, wenn ich selber dabei tief in den psychischen Keller aus Wut, Angst und Trauer steige.

Würde ich heute aus dem Leben scheiden, würde es auf Twitter garantiert nicht auffallen, dass meine Tweets über „Bemerkenswertes“ fehlen!!! Anstatt über zu wenig Resonanz in Zeiten „sozialer Medien“ zu klagen, könnte ich mich SELBST freudigerem Tun und Erleben zuwenden. Noch nie ist es mir auf diesen Spielfeldern um persönliches Glänzen mit vielen Likes, Fans, Friends, Retweets gegangen (sonst hätte ich vornehmlich Katzen-Content gepostet), aber immer wieder hat es mich sehr frustriert, wenn aus meiner Sicht WICHTIGES fast gar nicht bemerkt wird – sei es als Blogpost oder als weiter gereichter Inhalt. Das Bild vom Mitmenschen wird so definitiv verzerrt, dabei geht es zumindest vielen von ihnen vermutlich wie mir: zu viele schlechte Nachrichten bewirken Apathie, das Gefühl der Machtlosigkeit nimmt zu, das eigene Potenzial, „trotzalledem“ irgendwas Positives, Ermunterndes, Tröstliches zu schreiben nimmt drastisch ab.
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Claudia am 28. Oktober 2014 — 8 Kommentare

Netz-Frust

Einfach abhauen, im Netz nurmehr die Brotarbeiten erledigen und mich ansonsten auf die „Carbon-Welt“ konzentrieren – am Wochenende war ich nahe dran! Soviel Hass und Aggressivität, überall Feindseligkeiten, Häme, Schadenfreude, Jammern, Schimpfen, Anklagen, der-die-das-muss-weg-Geschreibsel. Ich verzichte auf die belegenden Links, es kotzt mich einfach nur noch an. Mache es aber selber auch nicht viel besser…

Natürlich ist es nicht „das Internet“, sondern die Welt, die sich hier einschreibt und vermittelt. Eine erste Titel-Version hieß „Netz-müde, News-müde, Blog-müde, Politik-müde – und dann…“ – wobei das im Text weiter gegangen wäre mit „…und dann ein Artikel wie dieser: Bruchreif – bestimmt der wichtigste und liebevollste, friedlichste und ehrlichste Text, den ich seit langem rund ums Thema Einwanderung/Migration/Generationen gelesen habe!

Das hilft aber nicht darüber hinweg, dass ich massenhaft hochgradig frustrierende Infos aufnehme, Tag für Tag. Mehr als jemals in früheren Zeiten ausschließlichen TV-, Radio- oder Zeitungskonsums. Darunter viele beängstigende Nachrichten, die den Niedergang der Gesellschaft in Richtung Barbarei illustrieren, wie etwa die Info, dass jeder dritte Jura-Student die Todesstrafe befürwortet und jeder zweite die Folter. Mich trifft das besonders, denn ich hab‘ auch mal Jura studiert, zwar abgebrochen mit „allen Scheinen“, aber doch lange genug drin gesteckt. Schon damals waren die Kommilitonen eher konservativ, Freundschaften entstanden in diesem Studium nicht. Aber dass es mit dem Bewusstsein der künftigen Hüter des Rechts derart abwärts gehen würde, hätte ich nie für möglich gehalten. Nicht bei uns in DE!
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Claudia am 03. September 2014 — 14 Kommentare

Freiheit statt Angst – eine Nachlese mit Gedanken zur fehlenden Utopie

Dieses Jahr war ich nicht auf der Demo „Freiheit statt Angst“ (#FsA), hab‘ sie nur „beworben“. Schon letztes Mal war ich nur auf der Startkundgebung, auf den „Spaziergang“ danach hab‘ ich verzichtet. Zu meiner Entschuldigung könnte ich anführen, dass ich nicht lange ohne Beschwerden laufen kann und mich spätestens nach 15 Minuten setzen muss. Aber auch davon abgesehen bin ich nicht sicher, ob ich diesmal dort gewesen wäre: Nicht mangels Interesse (das Thema empört mich durchaus!), sondern weil meine Samstage verplant sind und ich auch ein bisschen denke: das sollen jetzt mal die Jüngeren machen! :-)

Demo  Freiheit statt Angst

In der „Sammelmappe“ fand ich dann Claudias Bemerkung über ihr „ungutes Gefühl“, das sie bei dieser Demo empfindet. Sie fand keine Zeit, das auszuführen, postete jedoch Links zu Anderen, die sich entsprechend geäußert hatten: Weiter → (Freiheit statt Angst – eine Nachlese mit Gedanken zur fehlenden Utopie)

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