Selten vermag es ein langer Artikel, mich vom ersten bis zum letzten Wort auf den Text am Bildschirm zu konzentrieren: „10 Milligramm Arbeitswut“, Birgit Schmids Bericht über ihren einwöchigen Selbstversuch im schweizerischen TAGESANZEIGER schafft es mühelos – fast als wirke das Ritalin auch ein wenig auf die Leserin.
Eine Woche lang schluckte die Autorin die mehr und mehr zur LifeStyle-Droge werdenden kleinen Pillen, nachdem sie ihren Hausarzt überredet hatte, ihr eine Packung mit relativ niedrig dosiertem Wirkstoff zu verschreiben. Ihre Ausgangssituation kenne ich zur Genüge: man arbeitet und arbeitet, doch gibt es immer wieder 10.000 Ablenkungen und die Verführung, mal wieder in die E-Mail zu schauen, ein bisschen zu twittern, Kommentare in den Blogs zu beantworten und vieles mehr. Es nervt, sich immer wieder mühsam am Riemen zu reißen und auf das aktuelle Tun zu konzentrieren: die Aufmerksamkeit verhält sich gelegentlich wie eine springende Heuschrecke, mal hier, mal da – ein Wunder, wieviel ich dennoch abarbeite! Weiter → (Ritalin: Über einen journalistisch motivierten Selbstversuch)
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