Claudia Klinger am 22. Januar 2000 — Kommentare deaktiviert für Bildschirme fressen Menschen auf

Bildschirme fressen Menschen auf

Olivias Mail hat mir sehr gefallen, bringt sie doch das Problem auf den Punkt:

„Ganz übel wird es, wenn man sich bewußt entschließt, mal einen Abend freizunehmen, frei von der Arbeit und frei vom Computer und dann nicht weiß, was man eigentlich machen soll, weil alles, was einen reizen würde, nicht ohne den Computer geht.“

Vielleicht wird es ja wieder anders, wenn das Equipment mal voll mobil geworden ist, wenn wir die Computer als Kleider und am Handgelenk tragen und unsere Umwelt voll von Interfaces steckt, in die wir nur rufen oder flüstern müssen, wenn wir etwas tun wollen. Dennoch wird das Leben auf diese Weise sicher nicht mehr die Intensität haben, die wir schon jetzt vermissen, weil letztlich alle noch so spannenden Aktivitäten körperlich gesehen nur als Herumschieben von Zeichen stattfinden. Weiter → (Bildschirme fressen Menschen auf)

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Claudia Klinger am 21. Januar 2000 — Kommentare deaktiviert für Zuwenig Licht

Zuwenig Licht

Wenn ich morgens – oft VOR dem Lesen irgendwelcher E-Mails – meinen Web-Editor starte, fahre ich mit der Maus im Startmenü auf „HomeSite 4.0“, wodurch drei Möglichkeiten „aufklappen“. Die erste heißt „HomeSite 4.0 deinstallieren“, erst die zweite ist der Programmaufruf. Seltsam, nicht? Mir kommt das wie eine kleine Aufforderung vor: Laß es lieber! Mach Schluß mit dem Ganzen…. Weiter → (Zuwenig Licht)

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Claudia Klinger am 19. Januar 2000 — Kommentare deaktiviert für Unsichtbar – Menschen betrachten am Bahnhof

Unsichtbar – Menschen betrachten am Bahnhof

Berlin, Bahnhof Zoo. Die Schmuddelsszene ist längst an den entlegenen Hintereingang verdrängt, ich stehe in einer hellen Shopping-Mall. Bunte Läden und schicke Imbißstände laden den Reisenden zum schnellen Konsum, geschäftig eilen die Menschen durch die Halle oder stehen herum. Ja stehen, denn Sitzgelegenheiten gibt es nicht, könnten sich doch Unerwünschte dort niederlassen und die Optik stören. Damit die Stehenden wissen, wo sie hinsehen können, gibt es die übliche Video-Wand mit Wetterbericht und Infos der Bahn. Weiter → (Unsichtbar – Menschen betrachten am Bahnhof)

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Claudia Klinger am 17. Januar 2000 — Kommentare deaktiviert für Gift der Depression

Gift der Depression

Gerade hab‘ ich das erste Buch von Michel Houellebecq „Ausweitung der Kampfzone“ fertig gelesen, kein Problem, es hat ja nur 150 Seiten. Weil mich die „Elementarteilchen“ (Buch 2) so beeindruckt hatten, wollte ich auch die „Kampfzone“ nicht auslassen. Und: Es ist furchtbar! Reines geistiges Gift, verbreitet von einem Depressiven zum Zweck des Überlebens, Selbsttherapie, die im gelangweilten Literaturbetrieb natürlich spitzenmäßig ankommt: Ein Shooting-Star, wie es heißt. Weiter → (Gift der Depression)

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Claudia Klinger am 16. Januar 2000 — Kommentare deaktiviert für Listen-Leben (Netzliteratur)

Listen-Leben (Netzliteratur)

In den letzten Tagen bin ich schreiberisch fremd gegangen: In der Liste Netzliteratur läuft eine derart interessante Diskussion, daß ich zum Diary gar nicht mehr gekommen bin. Ich hatte einen Kommentar zu Martin Walsers ZEIT-Artikel Selbstgespräche gepostet, der mich sehr beeindruckt hat. Obwohl ich keineswegs Walser-Fan bin, sogenannte „Großschriftsteller“ sind mir schon seit den Zeiten des Deutschunterrichts nicht besonders nah. Walser beschreibt den Unterschied zwischen der „adressierten Sprache“ der Öffentlichkeit und der persönlichen Sprache eines Schreibenden – auf eine so selbst beobachtende Weise, daß es fast klingt, als schriebe er ein Diary. Naja, heißt ja auch „Selbstgespräche“…. Weiter → (Listen-Leben (Netzliteratur))

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Claudia Klinger am 12. Januar 2000 — Kommentare deaktiviert für Langsamer Anlauf (und der geile Blick aufs Böse)

Langsamer Anlauf (und der geile Blick aufs Böse)

Das Jahr fährt ganz langsam an und ich werde nicht aufs Gas treten! Zwar schleichen sich von allen Seiten kleine Pflichten an, doch ein größeres Vorhaben hat sich noch nicht gezeigt – außer dem eigenen, an dem ich dran sitze: Ein neues Cyberzine über das Publizieren im Web. Dem tun ein paar Tage Arbeit ganz gut! Weiter → (Langsamer Anlauf (und der geile Blick aufs Böse))

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