Claudia am 30. Dezember 2007 — Kommentare deaktiviert für Auch ein Jahresrückblick?

Auch ein Jahresrückblick?

Das Energie-Tief scheint überwunden – ach, was sag ich, es ist einfach durch. Immer diese Arbeitssprache, als bestünde alles aus Mühe und Leistung! In den letzten Tagen hab‘ ich NICHTS getan und es war gut so: kein bloggen, kein Blick auf die ToDo-Liste, nicht mal die „verteilten Aufräumarbeiten“, die ich ins Auge gefasst hatte – nur rumlungern, lesen, surfen, durch die TV-Märchen-Welt zappen, ein Saunabesuch und ein paar kurze Kontrollgänge in den Garten. Das weihnachtliche Still-Stehen der Geschäftswelt vermittelt deutlich größere Ruhe als wenn ich mir ganz individuell eine Auszeit nehme. Der Herdentier-Aspekt im menschlichen Leben verschwindet offenbar niemals ganz: Was alle machen bzw. nicht machen, fällt leichter als jede eigene Bewegung. Weiter → (Auch ein Jahresrückblick?)

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Claudia am 24. Dezember 2007 — 5 Kommentare

Ruhe, Freude – und 1000 Dank den Unterstützern!

Endlich ist alles geschafft: Lebensmittel eingekauft, letzte wartende Mails beantwortet, Familientelefonate erledigt, Mülleimer und Papierkörbe geleert, Zeitungsstapel entsorgt – ab jetzt ist „freie Zeit“! Das große Aufräumen werde ich locker über die stillen Tage verteilen und ansonsten einfach tun, was mir Freude macht.

Zum Beispiel hat es mich gefreut, in den letzten Tagen das Digital Diary zu überarbeiten. Man sieht (fast) nichts davon, doch endlich stimmt auch der Code wieder und nutzlos gewordene Features sind endlich weg: vor allem das Forum, das ich lange schon nicht mehr „pflegen“, aber auch nicht auf die Schnelle abschalten wollte. Dafür sind die Kommentare jetzt nach Themen geordnet, was gleichzeitig auch einen Blick auf andere Artikel-Überschriften eröffnet, die Leser/innen vielleicht interessieren.

Brunnen für Kamboscha

Als vollen Erfolg sehe ich die Spendenaktion „Brunnen für Kambodscha“: Deutlich über 2000 Euro kamen binnen drei Wochen zusammen (es darf noch weiter gespendet werden!). Neben den Spendern, denen ich noch einmal herzlich danke, haben verschiedene Blogger und Webmedien das Projekt publizistisch unterstützt: Robert Basic, Kolumnen.de, Kamphausen Verlag, Oliver Gassner, Sandra Wöhe, Hor.de, Peter Bieling, Problogger World, Charming Quark, Claudia Kilian, Side Effects, Kreative Strukturen, Tage wie diese und noch einige mehr, die ich jetzt gerade nicht finde. Euch allen ebenfalls ein herzliches Dankeschön und ein wunderschönes Weihnachtsfest!! Ich denke daran, auch nächstes Jahr eine ähnliche Aktion zu veranstalten und hoffe weiter auf Eure wohlwollende Mitwirkung!

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Claudia am 22. Dezember 2007 — 11 Kommentare

Von Ordnung und Chaos

In jungen Jahren war ich lange Zeit eine fast militante Vertreterin des „kreativen Chaos“. Seit ich mit 19 zuhause ausgezogen war, genoss ich die „Freiheit“, alles stehen und liegen zu lassen, wie es kam. Endlich niemand mehr da, der einem rein redet, der schimpft und droht und auch mal alle Schubladen heraus zieht und auf dem Boden ausschüttet, wie es mein Vater gelegentlich tat. Ich fand das oberspießig und unverschämt, fühlte mich als Person nicht geachtet und machte mich vom Acker, sobald es gesetzlich erlaubt war – nicht bloß wegen der Ordnungsfrage, aber auch.

Es folgten viele Jahre, in denen ich zwar eine eigene Wohnung hatte, die mir aber mehr als Stützpunkt und Absteige diente denn als wohnlicher Aufenthaltsort: Immer unterwegs, meine Wohnzimmer waren WGs und Kneipen, später dann auch die Arbeitsräume der Initiativen und Vereine, in denen ich Politik machte. So richtig zum „wohnen“ kam ich erst, als diese wilden Jahre vorbei waren und ich mit einem Mann zusammen zog, der es sehr übersichtlich mochte: wenig Gegenstände, klare Ordnung, alles im Blick. Da mir die ruhige Atmosphäre in seiner Wohnung sehr gefiel, passte ich mich an, so gut ich konnte. Während der Zeit in besetzten Häusern war ich so oft umgezogen, dass sich mein Besitzstand auf das reduziert hatte, was ich alleine an einem Nachmittag von Wohnung A nach Wohnung B tragen konnte, ohne jemanden um Hilfe zu bitten. Das war schon mal eine gute Ausgangsposition und ich wurde schnell zum Fan klarer Formen und zur Feindin chaotischer Gerümpelecken.
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Claudia am 21. Dezember 2007 — 7 Kommentare

Gegenstände, die niemand braucht

Gestern war ich bummeln: Tauentzien, Ku’damm, Weihnachtsmarkt an der Gedächniskirche. Die aufwändige Illuminierung der Shopping-Meile schert sich nicht ums Klima und beeindruckt mit Lichterketten und strahlenden Tierformen auf dem Mittelstreifen. „Fröhliche Weihnachten allen Berlinern wünscht die Wall GmbH“ schreit es in Leuchtschrift quer über die Straße, kaum trete ich aus der U-Bahn am Wittenbergplatz. Dem Klohäuschen-Hersteller verdankt die City-West ihr Weihnachtslicht – danke, danke, danke!

Noch ist es früh am Abend, es herrscht kein Gedränge, so dass ich das Angebot der Buden und Verkaufsstände problemlos sichten kann. Was es da nicht alles gibt! Steckerleuchten für 10 Euro im Retro-Design (kultig!), Brettchen und Körbe aus poliertem Wurzelholz, jede Menge Schmuck, Schals, Buddha-Statuen, noch mehr Lampen, Räucherstäbchen, Aroma-Öl, weitere Schals, Wandschmuck in Schiefer mit Uhr drauf, noch mal Wurzeln mit „eingebauten“ Emaille-Gesichtern (hübsch!), Holzspielzeug, Baumschmuck, Kerzen und wieder andere Schals – manches gefällt mir sogar, doch bin ich, wie meistens, konsumbehindert: Ansehen ist ok, aber sobald ich daran denke, etwas von alledem nach hause zu tragen, sehe ich es bei mir herum stehen, Platz wegnehmen und heftig verstauben. Verrückt – oder allzu normal? Früher fehlte das Geld und ich beneidete die Leute, die sich alles Schöne leisten konnten, wonach es sie gelüstete. Heute könnte ich auch, zumindest ein bisschen, aber das Besitzverlangen ist weg! Weiter → (Gegenstände, die niemand braucht)

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Claudia am 20. Dezember 2007 — Kommentare deaktiviert für Wieder gelesen: Vom Weihnachts-Irresein

Wieder gelesen: Vom Weihnachts-Irresein

Gestern hab‘ ich mal in alten, rund um Weihnachten geschriebenen Diary-Artikeln gestöbert. Seit 1999 sind das immerhin acht Jahre Weihnachten. Meine Scheu, eigene Texte wieder zu lesen, kann ich noch nicht wirklich erklären, doch empfand ich gelindes Erschrecken über die Gleichförmigkeit der Gedanken und Empfindungen, die da zum Ausdruck kommen. Als würde die Schreibende sich niemals ändern. Mit immer gleichen Blick beschreibt sie die wieder kehrenden Phänomene: die gewisse Genervtheit vom kollektiven Weihnachtszirkus, dann die Freude an der Stille und Leere, am Freiraum, der sich da auf einmal auftut – und in dem dann doch nichts Bemerkenswertes passiert. Same procedure as every year. Weiter → (Wieder gelesen: Vom Weihnachts-Irresein)

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Claudia am 19. Dezember 2007 — 15 Kommentare

Fest der Liebe: Einsamkeit an Weihnachten?

Als Jahresendzeit-Muffel meide ich die festlichen Verstrickungen rund ums Fest der Feste seit Jahrzehnten. In der wilden Jugendzeit empörte ich mich noch über die Geschenke-Orgie, das „lieb sein auf Kommando“ und das ganze kommerzielle Geschwurbel, das in den Supermärkten schon im September beginnt. Später wurde ich dann milder, gönnte den Leuten ihren Spaß, hielt mich gleichwohl raus und genoss die stillen Tage als verdiente Auszeit, in der ich endlich Dinge tun kann, die sonst im Tagesgeschäft wenig Platz finden, z.B. viel im Diary schreiben, aufräumen, ausmisten, Klarheit und Überblick auf allen Ebenen schaffen – wie angenehm! Weiter → (Fest der Liebe: Einsamkeit an Weihnachten?)

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Claudia am 18. Dezember 2007 — 3 Kommentare

Lesestoff für stille Tage

Ein lieber Freund hat mich aufgefordert, ihm ein paar Lesetipps für seinen Winterurlaub zu mailen. Die letzte Empfehlung (JETZT – Die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle) hat ihm zugesagt, nun will er mehr. Mehr von was? Bücher vom Tolle-Kaliber gibt es ja nicht jeden Monat, nicht mal jedes Jahr. Ich fürchtete, seine Erwartungen nicht bedienen zu können und fragte nach weiteren Interessengebieten: „Egal!“

Na gut! Zwischen Mailprogramm, Google und Amazon hin und her klickend fiel mir dann ein, dass ich ja Partner-Links senden könnte. Dann verdiene ich Prozente, wenn er kauft, was er ja definitiv vor hat! Gedacht, ethisch korrekt gefunden und gleich ins Partner-Netz zu „Textlink generieren“ gesurft: du lieber Himmel, ein Amazon-Partner-Textlink wird im Mailprogramm gleich MEHRZEILIG – unmöglich! Trickreiches Verkürzen über TinyUrl.com funktioniert nicht: offenbar kappt Amazon Abrufe von einem „Nicht-Partner-Server“, man landet auf einer Bücherliste und der Partnercode ist futsch. Weiter → (Lesestoff für stille Tage)

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Claudia am 17. Dezember 2007 — 2 Kommentare

Jahresendzeit – lockende Stille

Eigentlich weiß ich ja, wie es geht: in der Morgenfrühe die kreative Arbeit – und alles andere gar nicht erst anschauen, was „herein kommen“ will, sonst zerfasert der Geist! Keine endlosen To-Do-Listen, sondern Tages- und Wochenpläne, die das Gefühl geben, es geschafft zu haben. Regelmäßig aufräumen, damit nicht unübersichtliche Dünen mit Papieren entstehen, und nicht zu lange am Monitor sitzen, sondern ordentliche Pausen machen: Bewegung, Frühstücken, frische Luft.

Klingt einfach und phasenweise mache ich das auch so. Doch immer wieder kehrt der Schlendrian ein: dann schaue ich morgens gleich in die Mailbox, werde gefangen von Angelegenheiten, die vermeintlich sofortige Bearbeitung brauchen, surfe im Web, um mir erst ein wenig „Rumlesen“ auf News-Seiten, Foren und Blogs zu gönnen, um dann – mittlerweile 1000 verschiedene Dinge im Kopf – im Gefühl einer gewissen Gehetztheit ans „eigentliche“ zu gehen, auf das ich mich aber nurmehr mühevoll konzentrieren kann. Tage des rasenden Stillstands reihen sich aneinander, wenn ich es nicht schaffe, das „wie von selbst“ ablaufende Geschehen zu stoppen, um mich in einer bewussten Anstrengungen wieder besser zu organisieren. Weiter → (Jahresendzeit – lockende Stille)

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