Claudia am 29. Juni 2009 — 22 Kommentare

Sloterdijk: Du musst dein Leben ändern

Über Anthropotechniken und den Menschen als übendes Wesen

Ein Buch wie dieses liest sich nicht „so eben mal“ durch, schon gar nicht, wenn man sich in den Zeiten des Internets ein wenig vom Lesen dicker Wälzer entwöhnt hat. Den letzten Rundumschlag von Peter Sloterdijk – aus meiner Sicht DER Philosoph unserer Tage – wollte ich dennoch nicht auslassen: keiner fasziniert mit derart originellen Gedanken und einer überaus geistreichen Sprache. Seine Wortschöpfungen vermitteln Aha-Erlebnisse und lassen oft herzlich schmunzeln, wobei es dem neuen Buch gut tut, dass er es mit seiner spezifischen Philosophie-Lyrik diesmal nicht übertrieben hat. Weiter → (Sloterdijk: Du musst dein Leben ändern)

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Claudia am 27. Juni 2009 — 13 Kommentare

Der Körper als Produkt: Michael Jackson

Was gerade rund um den Tod von Michael Jackson abgeht, erinnert mich an den Tod von Lady Di: Gestern abend ließ ich den Fernseher im Hintergrund laufen und hörte über Stunden immer wieder und wieder diesselben Berichte rund um „Jacko“: die möglichen Ursachen seines Todes, sein Leben, seine Werke, seine geplante Mega-Tournee und vieles mehr. Offenbar ist ein Gott gestorben, doch war es nicht der meine, so dass ich mit der allgemeinen Erregungswelle nicht mitschwimmen kann.

Und doch ist mir Jackson immer mal wieder aufgefallen: nicht mit seiner Musik, sondern mit seinen exzessiven Schnippeleien am eigenen Gesicht, die letztlich zur Optik einer Art alters- und geschlechtslosen „Barbie-Puppe“ führten, die in Nichts mehr der Person ähnelte, die er zu Beginn seiner Laufbahn gewesen war. Weiter → (Der Körper als Produkt: Michael Jackson)

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Claudia am 21. Juni 2009 — 7 Kommentare

Zensursula sei Dank: Bye bye Politikverdrossenheit!

Dass ich das noch mal erleben werde, hätte ich nicht gedacht: aus dem Netz heraus entwickelt sich eine breite, außerparlamentarische Protestbewegung, die mit Verabschiedung des Zensurgesetzes nicht einfach wieder verstummen wird.

Ganz im Gegenteil, in vielen Menschen erwachte während der letzten Monate das Interesse an Politik auf jene ungemein inspirierende und motivierende Art, wie vor fast 3 Jahrzehnten mein eigenes politisches Interesse zustande kam: in Konfrontation mit absurden Vorgehensweisen der herrschenden Kreise und Parteiklüngel, die über hundertausendfache Proteste und sachlichen Rat vieler Experten einfach hinweg gehen. Mit einer Arroganz der Macht, die auf der Erfahrung basiert, dass ja nichts weiter droht: die Wählerkindlein werden es schon schlucken, wie sie ja meist alles schlucken, solange es ihnen (vermeintlich) am persönlichen Arsch vorbei geht. Weiter → (Zensursula sei Dank: Bye bye Politikverdrossenheit!)

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Claudia am 14. Juni 2009 — 3 Kommentare

Alles RIESIG in den USA

Die Inhalte des Web-Magazin MMNews bewertet ein Kommentator mit den Worten “ „1% Wahrheit, 99% Ideologie“. Oft genug empfinde ich das ganz genauso, lese aber trotzdem gelegentlich die unterhaltsamen, verlässlich ins Negative bzw. 150-prozentig Katastrophale überspitzten Artikel. Es ist ja das Schöne am Netz, das Feld der Meinungen in GANZER Breite mitzubekommen und nicht bloß die einander recht ähnlich gewordenen Mainstream-Medien. Weiter → (Alles RIESIG in den USA)

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Claudia am 11. Juni 2009 — 2 Kommentare

Warum die SPD so abbaut

Wähler sind nicht blöd und mit einfachen, ur-sozialdemokratischen Reflexen wie „Karstadt retten wegen der Arbeitsplätze“ nicht mehr wirklich zu überzeugen. Sogar 40% der SPD-Wähler straften die Partei bei der EUROPA-Wahl ab, „…nicht zuletzt, weil sie den Eindruck nicht los wurden, die SPD gebe zu leichtfertig staatliche Gelder in die Hände von Unternehmen… wie eine Umfrage von Infratest dimap ergab.“ (ARD-Nachrichten)

Wer heute mit links-populistischen Forderungen sympathisiert, wählt doch gleich DIE LINKE – und nicht den Tanker SPD, der offenbar zu keiner durchgehenden DEUTUNG des derzeitigen Geschehens in der Lage ist. Für viele hat die Partei ihre Glaubwürdigkeit in sozialen Fragen durch die Agenda 2010 und die Umstrukturierung des sozialen Netzes in den Schröder-Jahren verloren: Es wirkt einfach nicht authentisch und glaubhaft, wenn diejenigen, die Jahre lang „Hartz-IV-Empfängern Beine machen“ wollten und als „Genossen der Bosse“ den neoliberalen Umbau und Ausverkauf des Staates forcierten, nun auf einmal wieder ihr rotes Herz entdecken. Weiter → (Warum die SPD so abbaut)

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Claudia am 10. Juni 2009 — 27 Kommentare

Arbeitsplätze erhalten – warum eigentlich?

Warum gilt es als so selbstverständlich, dass Regierungen sich darum zu bemühen haben, Arbeitsplätze zu erhalten? Krassestes Beispiel war die Jahrzehnte lange Kohle-Subventionierung, heute wird der Autoindustrie mit Abwrackprämien und Kurzarbeit dabei geholfen, ihre Überkapazitäten nicht abbauen zu müssen. Und Karstadt / Arcandor hätte zumindest die SPD auch lieber an den Steuertropf gehängt, anstatt den Konzern mit den veralteten Geschäftsmodellen in die Insolvenz gehen zu lassen.

Was ist so toll daran, Menschen in einer Arbeit zu halten, die offensichtlich im Wirtschaftsprozess nicht mehr genug nachgefragt wird? Es gibt heute jede Menge Fachmärkte für Elektronik, Bauen&Basteln, Gartenbedarf – und Kettenläden für Mode, die die Leute weit attraktiver finden als ein Kaufhaus. Hinzu kommt der wachsende Internet-Handel, mit dem ein traditionelles Kaufhaus, das einst durch die Breite seines Sortiments glänzte, einfach nicht mithalten kann. Weiter → (Arbeitsplätze erhalten – warum eigentlich?)

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Claudia am 06. Juni 2009 — 6 Kommentare

Kommentare im Digital Diary: Update

Hier finden des öfteren wunderschöne, angenehm entschleunigte Kommentargespräche statt. Deshalb möchte ich das Kommentieren angenehm und ergonomisch machen, doch nicht alles klappt, was erstmal gut aussieht!

Der Editor, den ich eingebunden hatte, um ein paar Formatierungen und eine bequeme Verlinkung anzubieten, war jedoch alles andere als ein Erfolg! Fast niemand hat irgendwas formatiert, dafür gab es Probleme mit dem Verlinken – und so richtig funktioniert hat das PlugIn hier nie, denn die Eingabemaske (für die Links) zeigte seltsamsten Code, der eher abschreckte als sonst was!

Ersatzweise hab‘ ich nun das PlugIn WP Ajax Edit Comments in Betrieb genommen: jeder kann seinen Kommentar noch 20 Minuten lang verändern und z.B. Fehler oder versehentlich aus Textverarbeitungen übernommenen Code (das Zeichengewirr aus Winword z.B.) berichtigen.

Wär nett, wenn das ein paar Leute testen könnten! Auch weitere Vorschläge sind willkommen, falls Euch beim Kommentieren etwas fehlt.

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Claudia am 01. Juni 2009 — 7 Kommentare

Krisenfrage: Lieber Gold als Geld?

Wer sich aus möglichst vielen Quellen im Web über die Krise informiert, stolpert unvermeidlich über die vielen Seiten, die heftigst dazu auffordern, physisches Gold zu erwerben (meist bieten sie es auch gleich zum Kauf an). Auch ein neuer Goldstandard, gar „voll gedecktes Geld“ wird verlangt, um das als „betrügerisch“ betrachtete Papiergeld zu ersetzen.

Wertloses Spielgeld? Betrug?

Natürlich ist Papier- und Buchgeld „an sich“ nichts wert.  Geldscheine sind Berechtigungsscheine auf einen Anteil am Bruttosozialprodukt zu Preisen, die sich auf Märkten bilden. Wird die Geldmenge durch exzessives Schuldenmachen im Geldschöpfungsprozess der Banken (FiatMoney) aufgebläht, steht sie bald in keinem sinnvollen Verhältnis mehr zu real existierenden Werten und die Wirtschaft driftet in eine Krise, sobald der Glaube an die Rückzahlbarkeit der Schulden wankt. Weiter → (Krisenfrage: Lieber Gold als Geld?)

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