Claudia am 09. April 2010 — 59 Kommentare

Privatheit ade: verschwindet die Anonymität des Stadtlebens?

Stefan Münz schreibt in seinem Forum Webkompetenz über ein extremes Verständnis von Privatheit, das durch Werbung und Medien derzeit noch dominiere:

„Für viele Zeitgenossen definiert sich Privatsphäre mittlerweile dadurch, dass man in einem Haus wohnt, das von außen uneinsehbar ist, dass man direkt aus der Garage durch lauter selbst öffnende Türen bis in die firmenausweisgeschützte Tiefgarage der Firma fahren kann, wo man arbeitet, und dass die Kinder direkt mit dem Auto von der Garage bis vors Schultor gefahren werden, weil im Schulbus viel zu viel passieren kann. Und für alles hat man eine Versicherung. „

Nun, wer findet so ein abgeschottetes Leben schon wirklich gut? Es zeugt von Angst und Abgrenzung gegenüber der „bösen Welt“ und benötigt einen ungeheuren Aufwand, um es auch so durchzuhalten, bzw. dauerhaft finanzieren zu können. Weiter → (Privatheit ade: verschwindet die Anonymität des Stadtlebens?)

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Claudia am 04. April 2010 — 25 Kommentare

Warum ich kein privates Tagebuch schreibe

Thinkabout hat ein paar interessante Texte rund ums Tagebuch schreiben veröffentlicht. Ich konnte und wollte das nie und weiß nicht mal genau, warum. Langeweile ist das Gefühl, das ich am meisten damit verbinde: warum sollte ich Gedanken in Sätze fassen, um sie dann in der Schublade zu lassen?

Von sich schreiben

Entdeckt hab‘ ich das selbstreflexive Schreiben in Briefen an meinen Yoga-Lehrer, die ich wöchentlich schrieb. Ich berichtete, was ich in den Yoga-Stunden erlebte und was ich zu alledem dachte, was er da so erzählte – bezog also die Lehren (Yoga, ZEN, westliche Philosophie) auf mein alltägliches und nicht-alltägliches Leben und betrachtete es durch die Brille der neuen Erkenntnisse und Erlebnisse. Es war nicht angedacht, dass er brieflich antworten sollte, doch manchmal nahm er in der Stunde einen Gedanken oder eine Frage aus meinen Briefen auf und sagte etwas dazu.
Dieses Schreiben ergänzte die auf „Erleben“ ausgerichteten Yoga-Stunden aufs Beste. Ich erlebte große Inspiration, schrieb ungemein gern diese immer mehrseitigen Briefe und schätzte es sehr, mich dabei in die Themen richtig zu vertiefen, mir selber schreibend Dinge klar zu machen… toll! Weiter → (Warum ich kein privates Tagebuch schreibe)

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Claudia am 24. März 2010 — 15 Kommentare

Warum ich keinen virtuellen Chor brauche

Ja, das ist eine beeindruckende Sampling-Arbeit: Der Amerikaner Eric Whitacre hat aus rund 185 Sängern einen „virtuellen Chor“ erschaffen. Die beteiligten Sänger und Sängerinnen haben ihren jeweiligen Part alleine aufgenommen und in Gestalt eines Videos beigetragen, die dann von Whitacre „zusammen gebastelt“ wurden. Das gesungene Stück ist – wen wundert’s! – kein bekanntes Chorwerk, sondern von ihm selber nach einem Gedicht von Edward Esch komponiert. Lux Aurumque heißt es („goldenes Licht“, wenn mich mein Latein nicht im Stich lässt). Weiter → (Warum ich keinen virtuellen Chor brauche)

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Claudia am 23. März 2010 — 5 Kommentare

3Sat: Sinn des Lebens mit philosophischem Kopfkino

Eine Themenwoche zum „Sinn des Lebens“ kann man dieser Tage auf 3Sat genießen: mal Fernsehen auf einem Niveau, dass man es nicht bedauert, dafür zahlen zu müssen. Hintereinander weg folgte ich gestern dem Glücksbringer (Kabaratt), dem Scobel-Gespräch mit dem Philosophen Herbert Schnädelbach und dem Buddhisten Oliver Petersen, bestaunte dann den hitec-Beitrag zur Gehirnforschung („Was ist ICH“?) und versuchte erfolglos, Habermas zu folgen, dessen Gedanken sich als geschriebener Text deutlich besser vermitteln. (Hier eine Übersicht mit allem, was noch in der Mediathek ist).

Philosophisches Kopfkino

Bestandteil der Themenwoche, die heute mit dem Film „Was, wenn der Tod uns scheidet“ fortgesetzt wird, sind auch eine ganze Reihe sehr attraktiver Kurzfilme. Unter dem Label „Philosophisches Kopfkino“ sind Beiträge zu Stichworten wie Existenzialismus, Utopia, Dialektik, Ethik oder auch Idealismus versammelt, denen ich ein längeres Leben auf Youtube wünschen würde!

Der Gemeinschaftskanal von ARD, ZDF, ORF und SF mit seinen vielen informativen Sendungen rund um Kultur und Wissen gehört neben ARTE zu meinen Lieblingssendern. Hier merkt man noch was vom „Bildungsauftrag“ der Öffentlichrechtlichen – kein Wunder, dass ziemlich viel davon „upgeloaded“ wird.

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Claudia am 20. März 2010 — 2 Kommentare

Nieder mit IT! Tolles Video, das uns aus dem Herzen spricht

Endlich sagt mal einer, was längst hätte gesagt werden müssen. Bzw. was wir alle schon mal gesagt haben, aber NICHT SO FETZIG:

Ein wundervoll emotionaler Song von „Pigor & Eichhorn“ in der Bar jeder Vernunft (Berlin) über die gebrochenen Versprechen der IT-Industrie. Ich fand das Video bei der Recherche der wöchentlichen 7 WWMAG-Surftipps – und zwar auf SelbständigImNetz.

Und weil ich weiß, dass nicht alle Diary-Leser auch das WWMAG aufsuchen, MUSS ich das hier auch bringen! Sehr witzig find‘ ich auch die „ge-updatete“ Verwendung altbekannter Polit-Song-Zeilen wie „Alle, die in Urlaub mehr als drei Ladegeräte mitschleppen, sollen aufstehn!“.

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Claudia am 18. März 2010 — Kommentare deaktiviert für Status: Verzettelt. Ein Blitzlicht.

Status: Verzettelt. Ein Blitzlicht.

Beim Blick auf die Kommentare im Adminbereich fällt mir ein, dass ich doch die persönlichen Bildchen wieder auf dem Diary anzeigen sollte. Hatte ich letztens wegen der langen Ladezeit entfernt, meine Leser nutzen das ja kaum. Jetzt aber sind es schon mehr – Zeit, umzudenken?

Ach ja, über „verzettelt“ wollt‘ ich schreiben… Hab‘ mich grade mit der Einrichtung einer Projektseite auf Facebook befasst. Erstmal für mein Berlin-Blog Modersohn-Magazin, so zum testen, ob‘ was bringt. Ich blicke noch lange nicht durch alle Funktionen von Facebook durch, hab‘ aber bei der Gelegenheit mal Oliver Gassner angeklickt, der mir mit grünem Punkt als „online“ angezeigt wurde. Und ja, es kam sofort ein Chat zustande, bei dem mich Oliver jedoch zu einem Telefonat einlud. Na gut, ich switche bereitwillig zur Steinzeit-Technik und plaudere mit Oliver, der mir das Mittun bei zwei Vorhaben nahe legt: eine neue Vernetzung als „Freelancer“ mit meinen Dienstleistungen (Honorar-Bloggen, Blog-Design / Webdesign, schreiben, etc.) und ein netter Event, demnächst…
Auf meiner Neuigkeiten-Wand bei FB erscheinen immer wieder Meldungen wie „Werner is giving away Gold pieces in FarmVille to celebrate St. Patrick’s Day!“ Ich schreibe Werner auf seine Wall, dass ich die FarmVille-Meldungen nicht auch noch ertrage, worauf er meint, es sei ihm gar nicht bewusst gewesen, dass alle seine „Freunde“ das lesen könnten. Er werde schauen, ob man es abstellen kann. Hach, toll, dann war mein Rummosern immerhin ein bisschen sinnvoll! Mittlerweile hat‘ nämlich Rolf T. gemeldet, er finde es nett, wenn „sich die Leute da lustig machen“. Und ich will ja niemandem den Spass verderben!

Auf die MoMag-Facebook-Seite hab‘ ich nun auch Bilder aus Friedrichshain gestellt, schließlich soll es da ein bisschen Inhalt geben. Und weil mich M. gerade per Mail auf den kostenlosen Kunst-Event eines gemeinsamen Freundes hingewiesen hat, gibts dazu gleich eine Meldung auf der nagelneuen Info-Wand. Und warum nicht auch gleich auf Twitter, da gibts das MoMag ja auch!

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Claudia am 15. März 2010 — 11 Kommentare

Über Texte als Ware und Gespräch

Zum Thema „Gute Online-Texte. Schreiben für das Internet“ hat mich Tillmann Scheele auf seinem Blog Maclites befragt. Obwohl das Interview ein Format ist, das unter Bloggern und auch schon in den 90gern gang und gäbe ist, mutet es mich doch immer noch seltsam an, so zum „Gegenstand“ eines langen Artikels zu werden.

Nun, in Wahrheit ist es ja gar nicht so: es geht um die Texte, um Tipps für Blogger und um allerlei Rahmenbedingungen „rund ums Webben“ – eigentlich genau das, was zu meinem Webwriting-Magazin, das Tillmann als Ausgangspunkt wählte, gut passt. Und doch beschlich mich während der Beantwortung der Fragen ein wenig das Gefühl, dass wir da ein Thema besprechen, das in dieser Form gerade dabei ist, Richtung Vergangenheit abzudriften: Geht es wirklich noch um TEXTE? Führen wir nicht mehr und mehr GESPRÄCHE? Weiter → (Über Texte als Ware und Gespräch)

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Claudia am 08. März 2010 — 10 Kommentare

Aus der Urzeit des Webs: Cyberzine Missing Link – eine Ausstellung

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem meiner ersten Web-Artikel gewesen: „Vom Sinn des Lebens zum Regenwurmglück?“ bot einen Überblick über die 1996 im Web auffindbaren Philosophie-Projekte. So ergab sich eine kleine Philosophiegeschichte, die dann einige Jahre bei Studenten sehr beliebt war: in aller Kürze das Wesentliche über allerlei bekannte Philosophen – das fand sich so sonst nirgends.

Als ich den Beitrag dann gefunden hatte, verwarf ich meine ursprüngliche Idee, ihn zu aktualisieren. Statt dessen verlor ich mich immer mehr in staunender Betrachtung der uralten Webseiten, die auf meiner Festplatte und auf lange in Vergessenheit geratenen Archiv-Adressen im Web ein zweites Leben als Untote führten: Was für eine spannende Welt war das doch gewesen – damals 1996 im funkelnagelneuen Web 1.0!

Das „Cyberzine Missing Link“ war mein zweites Webmagazin – eine Erweiterung der ersten Homepage „Human Voice“, die noch sehr literarisch gewesen war. Jetzt wollte ich endlich „alles rund ums Internet“ zum Thema machen – und wie das 1996 so gegangen ist, kann man nun in einer AUSSTELLUNG besichtigen:

Cyberzine Missing Link - eine Ausstellung

Weiter → (Aus der Urzeit des Webs: Cyberzine Missing Link – eine Ausstellung)

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