Thema: Weltgeschehen

Claudia am 26. August 2010 — 49 Kommentare

Bloß nicht pflegebedürftig werden!

Ich kenne niemanden, der diesen Wunsch nicht teilt: nicht mehr selbst für sich sorgen können, auf Hilfe Anderer angewiesen sein, sich womöglich nicht mal mehr selber waschen und eigenständig aufs Klo gehen können: das erscheint als der größtmögliche Horror, an den die meisten lieber gar nicht erst denken wollen.

Dann lieber rechtzeitig abtreten. Auch das ist ein verbreiteter Gedanke, aber mal ehrlich: wer ist denn wirklich so konsequent, sich die Mittel rechtzeitig zu besorgen (und wie?) und dem blassen Gedanken Taten folgen zu lassen? Z.B. beim typischen Oberschenkelhalsbruch, der für viele alte Menschen das Ende ihrer Selbständigkeit bedeutet. Wo wäre da überhaupt noch Gelegenheit dazu? Und: Will man das dann noch, wenn’s wirklich soweit ist? Weiter → (Bloß nicht pflegebedürftig werden!)

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Claudia am 25. Juli 2010 — 24 Kommentare

Zum Loveparade-Desaster: Der Mensch in der Masse

1,4 Millionen Menschen und ein Platz, der höchstens 500.000 fasst. Ein Tunnel als einziger Zugang, damit sich niemand anderswo ein Bier kauft. Ergebnis: 19 Tote, fast 350 Verletzte, eine Mega-Katastrophe, die das halbe Ruhrgebiet lahm legt. Gleichwohl musste weiter gefeiert werden bis in die Nacht: eine Stadt mit nicht mal 500.000 Einwohnern kann solche Massen nicht von jetzt auf gleich los werden. „The Art of Love“ wurde zum Desaster, zum Aus für die Loveparade, deren einstiger „Spirit“ sich sowieso lange schon verabschiedet hatte. Weiter → (Zum Loveparade-Desaster: Der Mensch in der Masse)

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Claudia am 13. Juli 2010 — 5 Kommentare

Abgebrannt: Helft Carola und ihrer Familie!

„Das Leben, wie ich es kannte, endete gestern, als ich halbnackt mit meinem Kind auf dem Arm vor den Flammen flüchtete“ – so beginnt der Eintrag auf Carolas Blog „Moving Target“. Die Katastrophe, die ihr und ihrer Familie zustieß, kennen die meisten von uns nur aus dem Fernsehen: das Dachgeschoss, in dem sie lebte, ist abgebrannt. Alles ist vernichtet, Hab und Gut verbrannt, inklusive des Homebüros, von dem aus Carola arbeitete. Zum Glück kamen alle mit dem Leben davon, doch ihr Mann Oliver musste auf die Intensivstation, da er sich bei Löschversuchen schwere Verbrennungen zuzog. Weiter → (Abgebrannt: Helft Carola und ihrer Familie!)

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Claudia am 29. Juni 2010 — 17 Kommentare

Demokratie: Vom Parteienstaat zur Bürger-Community

Parteien sind in unserer Staatsform „Organe der politischen Willensbildung“, so will es das Grundgesetz. Dabei spricht der Wortlaut des Artikel 21 von einer „Mitwirkung“ an dieser Willensbildung, doch geht die Praxis, die wir seit Jahrzehnten erleben, weit über bloßes Mitwirken hinaus. Anders als Bürgerinitiativen, Lobbys und die Presse sind es schließlich die Parteien, die bestimmen, was im Parlament passiert, wer regiert und was dann tatsächlich umgesetzt wird. Und sie sind nicht nur in den Parlamenten präsent, sondern auch in öffentlich-rechtlichen Anstalten, in den Interessengruppen und Verbänden, in kommunalen Eigenbetrieben und in der Verwaltung.

Dies alles war lange Zeit nicht wirklich umstritten: zwar gab es immer die Kritik an Postengeschacher, Parteienkungelei und Parteibuch-Karrieren, doch leuchtete andrerseits ein, dass das System im Grunde „alternativlos“ war. Zwar konnte man sich Volksabstimmungen zu einzelnen, besonders wichtigen Fragen vorstellen, doch wären auch diese (hätten die Parteien sie befürwortet) immer die große, aufwändig durchzuführende Ausnahme gewesen – nicht wirklich tauglich fürs tägliche Politikgeschäft in all seinen komplexen Verästelungen. Weiter → (Demokratie: Vom Parteienstaat zur Bürger-Community)

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Claudia am 09. Juni 2010 — 5 Kommentare

Vom Guten im Schlechten: zum Sparpaket

Nun ist also Schluss mit „Freibier für alle“: Das Sparpaket der Koalition nimmt den Hartz4ern das Elterngeld und streicht den Rentenbeitrag – auf dass „künftige Generationen“ dann die Grundsicherung bezahlen, die nun mit größerer Wahrscheinlichkeit zum Rentenschicksal vieler wird. Auch Übergangszuschläge zu Hartz4 entfallen, genau wie Heizkostenzuschüsse für Wohngeldempfänger.

Auch die meisten anderen Sparmaßnahmen sind so geartet, dass nicht etwa die „starken Schultern“ mehr belastet werden, sondern die vielen Verbraucher, die bald bei Flugreisen und vermutlich auch bei Fahrten mit der Bahn tiefer in die Tasche greifen müssen. Dass der Arbeitgeberverband das Sparpaket begrüßt, spricht ja für sich genommen schon Bände: von „sozial ausgewogen“ kann nicht die Rede sein, man hat schlicht dort gespart, wo der geringste Widerstand zu erwarten ist. Wogegen die Vorhaben, die bezüglich Banken und Wirtschaft geplant sind, derzeit mehr Luftnummer und Hoffnung sind als reale Fakten. Ganz zu schweigen von der Unverschämtheit, mit der „durch die Hintertür“ die Verlängerung der AKW-Laufzeiten auf einmal zum Sachzwang für die Erreichung der Sparziele gemacht wird! Weiter → (Vom Guten im Schlechten: zum Sparpaket)

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Claudia am 30. Mai 2010 — 3 Kommentare

Ölpest, Eurokrise, Oderflut, Gaza und immer wieder Gorleben

Nach der Urlaubswoche ohne Medien ist meine Sensibilität gegenüber den aktuellen Katastrophen-Nachrichten deutlich größer geworden. Alles regt mich weit mehr auf als sonst, was ganz klar zeigt, dass die massive Berieselung mit „News“ üblicherweise etwas Einschläferndes hat.

Oder-Hochwasser: Zuwenig katastrophal für all die Sondersendungen

Am erträglichsten ist mir noch das Oder-Hochwasser: da waltet Natur und der menschliche Eingriff, der so ein Ereignis zur potenziellen Katastrophe macht, zieht sich schon über mehrere Generationen hin. Immerhin gibt es mittlerweile wieder ein paar „Polder“, die man öffnen kann, wenn die Flut kommt. Und derzeit sieht es so aus, als ginge das Ganze glimpflich ab. Sehr zum Missfallen der Medien, denen einfach nicht genug Katastrophe geboten wird: Touristen auf dem Damm und ein Alltag, der einfach so weiter geht – nicht sehr ergiebig! Weiter → (Ölpest, Eurokrise, Oderflut, Gaza und immer wieder Gorleben)

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Claudia am 25. Mai 2010 — 13 Kommentare

Wieder online nach 8 medienfreien Tagen

Eine gute halbe Woche Urlaub hat es gebraucht, bis ich spürte, dass mir ‚was fehlt. Kein Internet, keine Zeitungen, kein TV: meine „Mediendiät“ geriet zur Nulldiät, obwohl ich mir sicherheitshalber einen USB-Stick mit allen Zugangsdaten eingepackt hatte. Das „Real Life“ an der in der Vorsaison noch recht lieblichen Costa Brava nahm mich dann allerdings so in Beschlag, dass dunkle Netzcafés und kühle Monitore einfach nicht lockten konnten – gut so!

Die kurze Reise hatte sich ergeben, da die Eltern meines Liebsten dort ein Ferienhaus haben – und eine Arztpraxis für Touristen, die lieber zu einem deutschen Arzt gehen. So kam ich dazu, eine beeindruckende Landschaft zu erleben, die heute vor allem eines zeigt: Was der Mensch liebt, zerstört er, indem er es besitzen bzw. damit Geld verdienen will. All diese Orte mit hässlichen Bettenburgen an einstmals schönen Stränden, die vielen Siedlungen, die sich wie Geschwüre die Berghänge hoch fressen – und alles quasi „im Schlaf“, denn außerhalb der Saison wohnt da kaum einer. Weiter → (Wieder online nach 8 medienfreien Tagen)

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