Wie ich ihm das gönne! 500 Millionen Dollar hat Elon Musk investiert, um die Republikaner zu unterstützen, davon ganze 200 Millionen im traditionell konservativen Texas – und doch haben alle von ihm unterstützten Kandidaten verloren. Der Erdrutschsieg der Demokraten ist für ihn besonders folgenreich, hatte er doch die Zentralen von Tesla und SpaceX wegen der dortigen Deregulierung extra nach Texas verlegt. Beide Firmen will er gerne fusionieren, auch das wird mit einem demokratisch dominierten Kongress alles andere als einfach. Zudem haben die Demokraten angekündigt, Musks geschäftliche Verflechtungen, seine Rolle in Regierungsinitiativen (wie DOGE) sowie milliardenschwere Bundesaufträge durch Anhörungen und Vorladungen streng zu überprüfen.
„Ich schätze mal, meine Wahleinmischungs-Weltraum-Laser haben dieses Mal nicht funktioniert“ witzelte er auf X und meint, „Rechenzentren im Weltraum“ (auch so ein irres SpaceX-Projekt) würden dadurch attraktiver. Ob sie machbarer werden, wage ich zu bezweifeln.
Auf der Erde wird es jedenfalls jetzt schwieriger, den bisher rücksichtslos voran getriebenen Ausbau der Rechenzentren in unverminderter Geschwindigkeit fortzusetzen. Ihr Energiehunger, Wasserverbrauch und die Umweltbelastung haben zu erheblichem Widerstand in der Bevölkerung geführt. Allein in Texas sollten 30 Prozent der geplanten Rechenzentren entstehen. Und die neu gewählten Demokraten haben versprochen, diesen unregulierten Boom im Sinne des Anwohnerschutzes drastisch zu bremsen – auch das hat zum gestrigen Ausverkauf aller Aktien „rund um KI“ beigetragen.
Und bei uns? Der kommende Kampf ums Wasser
Berlin und Brandenburg gehören zu den trockensten Gebieten in Deutschland, das merke ich auch regelmäßig im Garten. (Während andere noch sprengen, lassen wir unseren „naturnahen“ Garten lieber zur Trockensteppe werden und gießen nur noch das Gemüse).
Ein einzelnes großes 100-Megawatt-Rechenzentrum benötigt (je nach Technik) zwischen 200 und 930 Millionen Liter Wasser jährlich. Bereits jetzt verbrauchen die vorhandenen Rechenzentren pro Jahr so viel Wasser wie in den riesigen Berliner Wannsee passt – und bis 2030 ist eine Vervierfachung geplant (Siehe die aktuelle Kurzsstudie des Öko-Instituts). Die meisten Rechenzentren nutzen es zur „Verdunstungskühlung“, wodurch das Wasser in die Atmosphäre verschwindet. Die „Trockenkühlung“ ist zwar technisch ausgereift, aber teurer, insbesondere in Hitzephasen, die ja nicht etwa weniger werden.
Mir ist klar, dass die Unternehmen an der KI-Nutzung nicht vorbei kommen, wenn sie konkurrenzfähig bleiben wollen. Damit wächst aber auch der Bedarf an Rechenzentren, man kann und will das zu Recht nicht über Server in den USA abwickeln. Bleibt zu hoffen, dass sich die Politik dazu durchringt, auf hohen Umweltauflagen und Transparenz zu bestehen – bisher ist es damit noch nicht so weit her. Wir sind es ja gewöhnt, dass hierzulande alles eher langsamer voran geht, was gleichzeitig gut und schlecht ist, je nach Blickwinkel.
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- KI und Rechenzentren: Bundesregierung weiß nicht, wieviel Wasser ihre Ausbaupläne schlucken werden (Netzpolitik.org)
- KI-Kommentare: Warum ich meine Kommentarfunktion nicht abschalten werde (Lorenzos Welt)
- Buchrezension zu „Besser texten mit Kopf und KI“: Wie Mensch und KI erfolgreich im Tandem schreiben (mcschindler.com)
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