Claudia am 13. Februar 2017 — 12 Kommentare

Schlafrythmus wird überschätzt!

Kurz vor zwei höre ich grade diesen spritzigen Song von Laing:

Zum Glück weckt mich morgens kein Wecker. Als Freiberuflerin kann ich es mir leisten, durch unterschiedliche Schlafrythmen zu surfen – wie es halt so kommt. Und es kommt tatsächlich unterschiedlich: Mal bin ich im Frührythmus, wache um 6 oder 7 Uhr auf, sitze um 8 vor dem PC, weil mich im Bett nichts mehr hält. Lust auf Kaffe, Lust auf eine Zigarette (derzeit leider wieder aktuell, aber auch leicht wieder durch Dampfen absetzbar), vor allem: gar nicht mehr müde!

Zeitweise trende ich aber auch in den Nachtrythmus, prokrastiniere weniger geliebte Auftragsarbeiten so lange, bis eine Nachtschicht fällig ist, um den Termin zu halten (ich halte Termine IMMER – oder sage rechtzeitig vorher Bescheid!). Im heftigsten Fall ging das mal bis 5.30 Uhr. Dann wecke ich mich auch mal mit dem Wecker, um zwischen 9 und 10 Uhr den Vollzug zu melden. Also dann, wenn die meisten „Mach-was-mit-Medien“- Menschen, die nicht von zuhause aus arbeiten, aktiv werden.

Gesundheitsberater finden das vermutlich schrecklich. Im Vierteljahr verändert sich mein „Schlafrythmus“ mehrfach – und das im fortgeschrittenen Alter, wo mensch doch angeblich mehr auf sich aufpassen muss und Belastungen nicht mehr so einfach wegsteckt.

Ich habe aufgehört, an sowas zu glauben! Zwar stimmt es, dass Stress und sonstige Belastungen mehr nerven, deutlicher bewusst werden – aber: ES IST KEINE NERVEREI, wenn ich dann schlafe, wenn mir danach ist! Oft genug lege ich mich eben auch nach sechs Stunden aufs Ohr – das dauert dann unterschiedlich lang, je nachdem, ob ich mich in den Tiefschlaf sacken lasse oder mit dem „Nickerchen“ zufrieden bin. Ich schlafe also nachmittags – wenn ich wg. „Nachtrythmus“ Defizite spüre – effektiv zwischen 30 Minuten und zweieinhalb Stunden – na und? Wen interessierts? Hauptsache, ich halte meine Termine, oder?

Extreme Regelmäßigkeit im Leben soll ein LANGES Leben bringen. Scheint zu stimmen, denn meine Großtante Adele hat erschreckend regelmäßig gelebt und wurde 96 Jahre alt. Indem sie, so lange ich sie kannte, z.B. über die Woche dauernd dasselbe gegessen hat. Zeugs, das nach heutigen Erkenntnissen nicht reicht für eine „gesunde Ernährung“! Sie hat z.B. Salat immer mit heißem Wasser übergossen…
Sie lebte denselben Tagesablauf, jahrein, jahraus. Und ist dann auch zügig binnen Stunden verstorben, als man ihr anlässlich einer Einlieferung ins Krankenhaus (wegen Magenproblemen) sagte, sie könne nicht mehr nach hause, sondern müsse in ein Pflegeheim. Mit 96 kein Drama, denk ich mir.

Trotzdem: ich eifere ihr nicht nach. Auch sie wollte nicht dringend 96 werden, sie hat dafür nicht „an ihrer Gesundheit gearbeitet“. Es kam halt so, wie es sich aus ihrem Leben ergeben hat. Sie war ein „Fräulein“ im wahrsten Sinne des Wortes. Jungfrau bis ans Ende ihrer Tage, weil ihr Verlobter im Krieg gefallen war. Sie errötete leicht und sprach vom „schönen Neger“, den sie im Bus gesehen hatte. Und schaute auch einigermaßen aufgeregt klassischen Tänzern zu, Nurejew war ihr Liebling.

Unser je eigenes Leben bestimmen wir doch jeden Tag selbst! Was uns wichtig ist und was nicht, was Freude mache und was nervt – und wie weit wir uns darauf einlassen oder eben nicht.

Kann gut sein, ist sogar SEHR wahrscheinlich, dass ich deutlich früher sterbe als Tante Adele. Aber dafür hab‘ ich dann – aus meiner Sicht – auch spannender und erfüllender gelebt!

***

Und Ihr so? Wie geht es Euch mit dem Wachen, Schlafen, Leben und Arbeiten?

Diskussion

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12 Kommentare zu „Schlafrythmus wird überschätzt!“.

  1. Schlafrhythmen einzuhalten, hat auch bei mir keinen hohen Stellenwert. Ich schlafe werktags nie länger als 6 Stunden. Allerdings gönne ich mir ab und an ein Nap von etwa 15 Minuten Dauer am frühen Abend – um einfach fitter den Rest des Abends zu bestehen. Am Wochenende ist mehr Zeit zur Verfügung, da mache ich machmal einen Nachmittagsschlaf im Sessel. Am WE kann es sein, daß ich erst um 4 Uhr ins Bett komme. Geschlafen wird dann aber auch nur 6 Stunden.
    Für mich persönlich befremdend, wie inkonsequent Du zu sein scheinst :-)
    Erstmal das Rauchen: Da schreibst Du ganze Litaneien übers Dampfen, hälst Dich aber schlussendlich nicht (mehr) dran. Ebenso verhält/verhielt es sich mit mit dem Abnehmen, dem Hulahupp-Reifen und anderen Dingen.
    Das bist halt Du!
    Ich selbst halte es mit Konsequenz. Ich schiebe nichts raus und erledige Dinge meist so rasch wie möglich.
    Im Abnehmen habe ich jetzt 30 kg minus erreicht – weil ich mich regelmässig bewege und mich im Essen „knapp halte“. Das fällt mir ziemlich leicht, weil es nicht direkt zwanghaft ist, sondern eigentlich wie ein schwacher Filter über alles geschoben ist. Mein tägliches Glas Wein ist im übrigen immer dabei, sodaß ich nicht darbe.

  2. :-))) … wobei ich kein Problem habe, dazu zu stehen. Und ich wette mal, dass viele von all denen, die so perfekte Rezepte fürs richtigere Leben, Essen etc. verbreiten, auch nicht immer 100% konsequent und nachhaltig über Jahre alles so selber praktizieren!

    Aber hey, mal ein kleiner Rückfall ins Rauchen ist für mich kein Drama, sobald die Packung zu Ende ist, ist wieder schluss! :-)
    Den Hula-Reifen nutze ich tatsächlich ab und zu, wenn ich auch keinen richtigen Sport draus gemacht habe. Und das abnehmen geht weiter, logisch! Bisschen Stagnation im Winter sehe ich als Erfolg – so im Vergleich zum letzten Jahr, als ich es im Spätherbst aufgegeben habe und in der Folge alles wieder zugenommen. Bin jetzt bei 72,5 und werde spätestens im Frühsommer 66 Kilo wiegen! Das sind dann 20 Kilo weniger in einem Jahr…

  3. Ich bin jetzt seit fast 2 Jahren ohne feste Aufgaben. Mein wohl nur als monoton zu bezeichnender Tagesablauf würde vermutlich viele vor Probleme stellen. Keine Ahnung warum es so ist, aber ich habe mit all diesen Freiheiten so überhaupt keine Schwierigkeiten. Ich genieße mein (fast) aufgabenbefreites Leben in vollen Zügen.

    Ich gehe spät schlafen und stehe spät auf. Manchmal sehr spät. Die Rollladen bleiben unten, und ich ziehe sie, wenn ich aufgestanden bin, genauso laut hoch, wie ich das immer getan habe. Ich schlafe meistens um die 8 Stunden, es können, wenn am Wochenende alles ruhig ist, auch mal 10 sein.

    Blöd ist, dass ich seit fast 3 Jahren meistens einmal in der Nacht aufwache und dann erst nach längerer Zeit wieder einschlafen kann. Ich kontrolliere nicht, wie lange es dauert, und ich stehe auch nicht auf, um mich abzulenken oder so etwas. Irgendwann schlafe ich wieder ein. Dieses Wachwerden empfinde ich als äußerst störend, weil ich solche Probleme früher ™ nie gekannt habe.

    Das mit dem Rauchen habe ich auf dem Höhepunkt (30 Z/tg) von heute auf morgen beendet. Grund war ein Fastinfarkt und ein kurzer Krankenhausaufenthalt. Leider gelingt mir das mit dem Abnehmen nicht. 30 kg, wie Gerhard schreibt, wären wunderbar. Aber ich wäre ja schon mit 5 kg (für den Anfang) glücklich. Mein Wille ist an dem Punkt nicht stark genug. So leicht es mir gefallen ist, mit dem Rauchen aufzuhören, so schwer fällt es mir, das Essen umzustellen und mich mehr zu bewegen. Schade, dass man vom Schreiben nicht abnimmt.

  4. @Horst: hast du schon „Fettlogik überwinden“ gelesen? Das Buch hat ja bei vielen einen heftigen Motivationsschub bewirkt.
    Ich ernähre mich „gemäßigt LowCarb“ – lasse also Pizza, Pasta und das meiste Brot weg. (Übrig geblieben sind Knäckebrot, nur WASA Roggen dünn, die anderen schmecken mir nicht). Kein Süßzeug. Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch, Salat, vegane und vegetarische Fleischalternativen, ab und an Ei, ’ne Mozzarella mit Tomaten, sehr selten auch mal Fleisch („und wenn, dann bio…“) – und als Aufstrich gerne vegane Leberwurst. Zu Gunsten des Abnehmens hab ich alle Totalverbote fallen lassen – esse also auch Nudeln mit, wenn ich eingeladen bin – oder Nahrungsmittel X, wenn sich ein besonderes Gelüst danach länger hält. Anders ginge es bei mir einfach nicht! Der Gesundheits/Krankheitsteil in Nadjas Buch ist ja sehr eindrücklich, ich will wirklich nicht am eigenen Fett sterben!

  5. @Claudia, Du hast mich wohl falsch verstanden:
    Nichts gegen Unregelmässigkeiten und Inkonsequenz. Das hat ja jeder.
    Aber wenn man verkündet, dies und jenes „ganz sicher“ durchzuziehen und daraus ein Bündel an Artikeln macht, dann sollte man sich schon daran halten :-) Sonst könnte man ja auch gleich schweigen.

    Aber hey, das bist halt Du und ich lerne daraus. :-)
    „Werde spätestens im Frühsommer 66 Kilo wiegen!“
    Das sind vollmundige Ankündigungen. Aber durchaus machbar und ich wünsche Dir alles Gute dazu!
    Als Nächstes käme dann: Was mache ich mit den dann etwas eingefallenen Wangen??
    Da habe ich nämlich noch kein Rezept. Jetzt bin ich zwar schlank, habe aber genau dieses Übel am Bein, äh, an der Wange. Was gibts denn da für Tips?

  6. @ Horst Schulte,
    Mein Rezept zum Abnehmen war und ist regelmässige Bewegung, keine großen Essensmengen und keinerlei Süssigkeiten.

    Die ersten 10 kg schaffte ich vornehmlich durch 20 Minuten zügiges Spazierengehen am Abend, um den Block, meist um 20:00 – 21:30, in diesem Zeitfenster.
    Das macht den Kopf frei, erfrischt und durch das zügige Gehen nimmt man kontinuerlich ab. Entscheidend ist, das mehr oder weniger regelmässig zu machen. Wenn es abends nicht geht, dann halt per Fuß einkaufen.
    Gewogen habe ich mich übrigens erstmals nach 2 Monaten ( ! ). Da hatte ich die 10 Kg schon weg. Es hat keinen Sinn, sich zwischendurch zu frusten.

  7. Nach deinen Vorgaben müsste ich das Bloggen ganz lassen! Dann könnte ich nämlich NIE in einer hoch motivierten Phase, in der ich irgend etwas beginne und konsequent verfolge, ein „Blog zum Thema“ eröffnen oder eine Artikelserie schreiben! Denn ich kann nie sicher sein, wie lange das Engagement anhält, ob es sich nicht verändert, auch mal wieder wegen anderer Prioritäten nach hinten rückt und und und!

    Speziell Dampfen ist im übrigen nicht nur eine Sache, um vom Rauchen wegzukommen – sondern für viele auch einfach die „moderne Form des Rauchens“. Nicht wenige rauchen noch ganz bestimmte Zigaretten (morgens, nach dem Abendessen…) und dampfen den Rest der Zeit. Des weiteren nutzen es Raucher, um in bestimmten Umgebungen zu dampfen, wo Rauchen verboten ist. Das Thema ist also großflächiger und verdient durchaus ein Blog. Dass ich das derzeit nicht so bespiele, liegt an der Geräteentwicklung (höher, schneller, weiter = viel Watt, Subohm…..), die mir überhaupt nicht zusagt. Da kann ich nicht MEHR dazu sagen als ich bereits geschrieben habe. Meine Ausstattung ist insofern „altmodisch“ und bleibt auch so. Deshalb denke ich daran, das Blog zu verkaufen.

    Ansonsten bin ich saufroh, dass ich dem Veggieblog einen stimmigen (=alles abdeckenden) Untertitel gegeben habe und weder im Intro noch im Buch jemals behauptet habe, ich würde nie wieder Fleisch essen! Es steht sogar fett auf der Rückseite: „Wenn die Lust nach Fleisch zu groß wird, kauf ich eben mal ein Bio-Steak“.

    Ganz allgemein wirst du von mir kaum Aussagen „für immer und ewig“ finden – schließlich ist mir schon lange bewusst, dass diejenige, die aktuell etwas umsetzt und anstrebt, nicht zwangsläufig über Jahre diesselbe bleibt.

  8. @Gerhard: und danke für den Anstoß! Es gibt ja keinen Zwang, eine Packung Tabak aufzurauchen… jetzt hab ich meine beiden Dampfen mit frischem Liquid gefüllt und den Tabak weggepackt! :-)

  9. Ich finde gut, daß Du das Thema Konsequenz mit mir diskutierst.
    Mir schien manchmal so ein Slogan mitzugehen:
    „Ab jetzt ist alles anders! Nie mehr wieder XYZ!“
    Vielleicht muß man solche Aussagen anders lesen, als ich es immer gewohnt bin.

    Und: Da muß ich mich wieder mal an meine eigene Nase packen…ich hatte, um einen naheliegenden Zusammenhang aufzugreifen, das Thema „Lügen“ irgendwo anders mal reflektiert (Menachem weiß wo :-)) und dort darüber nachgedacht, wieso zu Lügen BEI MIR seit meiner Kindheit Unaufrichtigkeit, Angeben, Vorgeben, Täuschen ect dazugehört. Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit waren wohl die Kardinaltugenden im Elternhaus und ich eiferte dem nach. Auch später war mir z.b. das Authentisch-sein sehr wichtig.
    Das alles wäre ein Thema das ich mal ausbreiten sollte.
    Also auch dafür Dank!

  10. @Gerhard: also mit „Lügen, Täuschen….“ etc. hat es ja nichts zu tun, wenn ich zu Zeiten irgendwas anfange und promote – und später ändert sich das auch mal wieder. Ganz im Gegenteil ist mir Aufrichtígkeit wichtig, was du ja auch daran erkennst, dass ich sowas (Rauchen in einer „Dampferkarriere“) locker hinschreibe! (Ich hab auch im Dampferblog mal drüber gebloggt, abstrahierter, weil es mich zu der Zeit kaum betraf. Woraufhin sich andere als „soziale Gelegenheitsraucher“ outeten).

    Lügen und Täuschen ist nichts, was zu einem entspannten Lebensstil beiträgt – mal ganz abgesehen von moralischen Bewertungen. Da müsste man sich ja dauernd merken, was man hier und dort mal behauptet hat! Wär mir gar nicht möglich, soviel wie ich schreibe… :-)
    Ganz allgemein wünsche ich mir mehr Menschen, die ihre eigenen Unperfektheiten nicht krampfhaft verbergen. Dieser Hochglanz-Lifestyle, der uns aus so vielen Selbstdarstellungen entgegen schreit, ist doch nervig und stärkt nur das Minderwertigkeitsempfinden vieler wenig selbstbewusster Menschen. Vielleicht auch ein Faktor, der ganz subtil zur Verrohung der Sitten beiträgt.

  11. @Claudia, was ich mit
    „Und: Da muß ich mich wieder mal an meine eigene Nase packen“ einleitete, hatte schon garnichts mehr mit Deinem Verhalten auf Deinem Blog zu tun. Ich sprach da ausschliesslich von mir :-)
    Und: Es gibt ja subtilere Formen des „Lügens“: Das Weglassen/Auslassen von Informationen; die besondere Darstellungsform, die auf etwas hinzuweisen scheint…und 1000 Dinge mehr.
    Aber lassen wir das! (ich bin nicht mehr bei Deinem Rauchen/Nichtrauchen :-)

    Ursprünglich ging es hier ja ums Schlafen. Was ein interessantes Thema war.

  12. Ok, schlafen: ich bin wieder im Frührythmus, was für ein Glück! :-) Zwar hat Nachtarbeit den Vorteil, dass totale Ruhe herrscht, bzw. das Wissen, dass niemand JETZT etwas von mir fordern kann, zusätzlich Ruhe vermittelt. Doch strengt es eben auch an, denn das „Nachschlafen“ nachmittags ist ja doch nicht so diesselbe Qualität wie ein Nachtschlaf.
    Horsts Erlebnis, nachts auch mal aufzuwachen, hab ich auch – sehe es aber nicht als Problem, denn ich kann ja ausschlafen, sollte das Wiedereinschlafen mal dauern.

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