Claudia am 06. Juli 2008 — 16 Kommentare

Merkel-Offensive: Noch mehr Druck für Arbeitslose

„Merkel schwört Deutschland auf härteren Kampf gegen Arbeitslosigkeit ein“ titelt der SPIEGEL-Online in einem Bericht über ein Interview, das die Kanzlerin der Wirtschaftswoche gab. Während uns Monat für Monat unter viel Jubel und Selbstbeweihräucherung der ehemals großen Parteien der Rückgang der Arbeitslosenzahlen auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gemeldet wird, geht Frau Merkel in die Offensive und will beweisen, dass sie nicht „reformmüde“ ist, wie ihr von Seiten der Wirtschaft gerne vorgeworfen wird.

Zuverdienst kürzen

Wo anfangen? Natürlich bei denen, die am wenigsten haben: Sie will „die Hinzuverdienstgrenzen für Hartz-IV-Empfänger reformieren, so dass bessere Anreize zur Aufnahme von Arbeit bestehen“, um so den „Einstieg in den Aufstieg“ zu ermöglichen. Im Moment können ALG2-Empfänger 100 Euro anrechnungsfrei hinzuverdienen, dazu kommen nochmal 20% (ab 800 Euro 10%) des Zuverdienstes, der die 100 Euro übersteigt. Diese Regel hatte den guten Sinn, für die Leistungsempfänger auch Mini-Jobs attraktiv zu machen – eine Möglichkeit, von der auch massiv Gebrauch gemacht wird. Entfällt der Zuverdienst wieder, steigt die Attraktivität einer Vollzeit-Arbeit, so denkt man sich das und schreitet zu „Reformen“.

Welche Arbeit die so Motivierten dann aufnehmen sollen? Zwar mangelt es in etlichen Branchen schon an Fachkräften, doch diejenigen, um die es hier geht, sind für diese Jobs in der Regel nicht qualifiziert. Also ist wohl der Billiglohnsektor das Ziel der „Eingliederung in den Arbeitsmarkt“, dem sich nach Meinung einschlägig interessierter Kreise noch immer zu viele Langzeitarbeitslose erfolgreich entziehen. Dazu passt die wolkige Merkel-Ansage, man müsse „die arbeitsmarktpolitischen Instrumente noch einmal effizienter machen und bündeln“.

Rein in die Zwangsarbeit: aktivierende Sozialhilfe

Was mag das wohl bedeuten? Wie zwingt man Menschen dazu, einen grottenschlecht bezahlten Job anzunehmen, der wenig oder gar nicht mehr bringt als das bisher gezahlte ALG2 ? Die 100 Euro wegfallender Zuverdienst können den „großen Sprung“ wohl kaum bewirken, denn die sind auch schwarz schnell dazu verdient.

Wer wissen will, was droht bzw. wohin die Reise gehen soll, dem empfehle ich das Dokument „Hartz IV fördert Minijobs und krankt an der ungenügenden Durchsetzbarkeit der Zumutbarkeitsregeln“ von Christian Holzner, seines Zeichens wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Ifo-Institut für Wirtschaft, von dem die Bundesregierung beraten wird.

Hier wird im Detail das Konzept der sogenannten „aktivierenden Sozialhilfe“ vorgestellt, das kurz gefasst folgendes vorschlägt: Weil die rechtlich möglichen Sanktionen (= Streichung aller Leistungen mit Ausnahme der Miete) wegen Verweigerung zumutbarer Arbeit in der Praxis schlecht durchsetzbar sind, soll allen Arbeitslosen ein Arbeitsvertrag bei Zeitarbeitsfirmen angeboten werden, die mit deren Betreuung und Verleih beauftragt werden. Weigert sich ein Arbeitsloser, hätte er damit seine mangelnde Arbeitsbereitschaft bewiesen, womit er den Anspruch auf den Regelsatz verwirkt hat. Im Moment sei es dagegen noch leicht, sich bei Job-Angeboten ungeschickt anzustellen und vom Arbeitgeber abgelehnt zu werden, was dazu führe, dass der Regelsatz nicht gestrichen werden könne und so auch nicht als „Hinzuverdienst“ bei Aufnahme einer Arbeit ins Kalkül der Arbeitslosen einfließe:

„Ziel der Aktivierenden Sozialhilfe ist nichts anderes, als einen Sanktionsmechanismus zu schaffen, der immer greift und somit immer auch hohe Hinzuverdienstmöglichkeiten garantiert. So sieht der ifo Reformvorschlag vor, dass jeder, der einen Arbeitsvertrag bei einer Leiharbeitsfirma ablehnt, in derselben Höhe sanktioniert wird wie bei Hartz IV. Ihm bleiben dann nur noch die Leistungen für Unterkunft und Heizung. Nimmt der Arbeitslose das Angebot der Leiharbeitsfirma an, so bekommt er die 345€ ALG II ausbezahlt. Wenn jedem Arbeitslosen ein Arbeitsvertrag von einer Leiharbeitsfirma angeboten wird, dann greift der Sanktionsmechanismus in allen Fällen, und die Hinzuverdienstmöglichkeiten sind entsprechend hoch.“

Der drohende Entzug der Lebensgrundlage erschafft die „hohe Hinzuverdienstmöglichkeit“ – toll, was man mit Sprache alles machen kann! Die Leiharbeitsfirma bekommt in diesem Modell die bisherigen ALG2-Leistungen als Lohnsubvention ausgezahlt, denn faktisch haben die Leute ja nach wie vor keine Arbeit, sondern werden „betreut“. Schaffen sie es, den einen oder anderen Arbeitslosen tatsächlich zu verleihen, machen sie Gewinn, denn der Stundensatz wird höher liegen als das, was der Beschäftigte ausbezahlt bekommt. Was wiederum für den Arbeitgeber einen Anreiz darstellen soll, mit dem Ausgeliehenen einen direkten Arbeitsvertrag zu schließen: so mit einem Stundensatz um 5.90 Euro sei das für beide Seiten ein klarer Vorteil.

Dass ein Mindestlohn ab 7.50 Euro aufwärts solche Konstruktionen platzen lässt, ist klar. Hoch und heilig verspricht denn auch die Kanzlerin der Wirtschaft, dass der mit ihr nicht zu machen sei.

In unserem Grundgesetz steht übrigens in Artikel 12

(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.

Ob wohl irgend jemand meint, die komplette Streichung des Regelsatzes sei kein Zwang? So nach dem Motto: man kann sich ja frei entscheiden, auf Lebensunterhalt zu verzichten und verhungern?

Diskussion

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16 Kommentare zu „Merkel-Offensive: Noch mehr Druck für Arbeitslose“.

  1. Hallo Claudia,
    die Problembeschreibung ist an der Oberfläche einfach: Wir reden hier ja von Millionen von Fällen. Dabei stellt sich die Frage: Macht der Staat mehr „Fehler erster Art“ (d.h. jemand ist befürftig und arbeitswillig, bekommt aber trotzdem kein Geld) oder mehr „Fehler zweiter Art“ (d.h. jemand der keine Hilfe braucht / verdient, wird „trotzdem“ unterstützt).
    Zunächst: Es wäre eine Illusion, zu glauben daß man beide Fehler ausschließen könnte. EIn fehlerloses System gibt es nicht. Über den dicken Daumen argumentiert, gilt: Wenn man die Häufigkeit des einen Fehlers reduziert, steigt gleichzeitig die Häufigkeit des anderen. Also: Wenn wir den Mißbrauch reduzieren wollen, leiden darunter die berechtigten Empfänger, wenn wir alle Berechtigten erreichen wollen, lassen wir mehr Missbrauch zu.
    So weit die blanke Mathematik.
    Leider spielt hier das Verhalten der Menschen auch eine Rolle.
    Vor kurzem hatte mein Vater eine Bewerberin. Als die Gute von ihrem potenziellen Azubi-Gehalt hörte, lehnte sie die Stelle ab: Das war ihr zu wenig. Wohlgemerkt: Einer von ~3 Millionen Fällen.
    Momentan argumentieren Arbeitnehmer (also Menschen *mit* Arbeit) zugunsten von Menschen *ohne* Arbeit. das finde ich grundsätzlich löblich – doch der Haken an der Sache ist: Die Standpunkte sind miteinander verbunden. Wer zugunsten höherer Sozialleistungen (mehr Fälle und/oder höhere Auszahlung) argumentiert, argumentiert gleichzeitig für höhere Lohnkosten oder „weniger netto“.
    Spiegel Online argumentierte vor einiger Zeit unter der Überschrift: „Arm durch Arbeit – Arbeitnehmer – die wahre Unterschicht“ (auch als Buch: „Wer arbeitet, ist der Dumme“ – aber das habe ich noch nicht gelesen), daß *alle* Gesellschaftsschichtenin den letzten ~20 Jahren intensive real-Einkommens-Steigerungen abbekommen haben: Rentner, Beamte, Selbständige/Manager, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger. Nur die Arbeitnehmer nicht: Die „empfangende“ Seite unseres Sozialstaates hatte in den letzten Jahrzehnten real „mehr netto“ als die arbeitende. Das darf so nicht sein.
    Sicher ist da Hartz IV noch nicht eingerechnet, aber ich stehe hinter dem Statement: Arbeit muß sich lohnen. Darüberhinaus: Qualifikation muß sich lohnen.
    Die angesprochene junge Dame hat ist jetzt nicht Hartz-IV-Empfängerin. Sie hat anstelle einer (zugegebenermaßen jetzt schlecht bezahlten) Lehre mit Perspektive einen Job als Hilfsarbeiterin angenommen. Der wird jetzt besser bezahlt. Aber die Perspektive ist leider null.
    *Das* war ihre Entscheidung. Jetzt ist’s an ihr, die Konsequenzen zu tragen. Warum sollen „wir Arbeitnehmer“ mit für ihre Fehlentscheidungen einstehen?

  2. Zu ifo: Wird es dann zur Voraussetzung arbeitsunwillig zu sein, um einen Leiharbeiterjob zu kriegen? Wäre es nicht im Interesse der Leiharbeitsfirmen, möglichst viele Leute im Zustand dieser Sanktionierung zu verwalten und möglichst wenige, die von Lohn leben können? Gibt es da noch einen Weg aus der „Betreuung“?

  3. Es geht um die schrittweise Einführung von ZWANGSARBEIT (die laut Grundgesetz verboten ist) – man lese dazu auch diesen Artikel:

    * Kein Geld ohne Gegenleistung oder was ist Workfare? Bewertung des Gutachtens des wissenschaftlichen Beirates beim Bundesministerium der Finanzen Existenzsicherung und Erwerbsanreiz

    @Josef: “ Die “empfangende” Seite unseres Sozialstaates hatte in den letzten Jahrzehnten real “mehr netto” als die arbeitende“ Das kann ich nicht ernst nehmen, denn ich bin seit 20 Jahren im Bilde, was Sozialhilfeempfänger und ALG2er bekommen! Der Regelsatz beträgt zur Zeit 351 Euro (+Kosten der Unterkunft). Gemäß dem Sozialstaatsgebot dient der Regelsatz der Existenzsicherung – und wie man mit so wenig Geld lebt, muss ich wohl hier nicht ausführen. Es an Bedingungen wie Zwangsarbeit zu knüpfen, ist schlicht verfassungswidrig.

    Dass derzeit von den Wirtschaftsweisen, den Arbeitgeber u. a. interessierten Kreisen ein krasser Niedriglohnsektor gefordert, erschaffen und ausgeweitet wird, der mit Löhnen hantiert, die nicht mehr als dieses Existenzminimum bringen (oder noch nicht einmal!), ist eine menschenausbeutende Schweinerei und verstößt im übrigen gegen den Grundsatz, dass sich Arbeit lohnen muss. Gerade deshalb versuchen diese Kreise ja, den Sozialstaat abzubauen und auszuhöhlen, um mittels des angedrohten Wegfalls der Existenzsicherung eine absolut pervertiertes Verständnis von „Arbeit muss sich lohnen“ zu etablieren.

    Wie im übrigen immer wieder festgestellt wird, ist z.B. „Herkunft“ in keinem anderen Land derart ausschlaggebend für die Erwerbsbiografie wie in Deutschland – was für mich bedeutet, dass sich die Gesellschaft hier an der sogenannten „Unterschicht“ schuldig gemacht hat und immer weiter schuldig macht, solange dem so ist.

    Die Leute dann ohne Ende zu schikanieren, anstatt sie entweder zu bilden oder aber ohne weitere Diskriminierung zu alimentieren (die Verwaltung des Arbeitslosensektors kostet mehr als die Leistungen selbst, lese ich immer wieder!), empfinde ich als ausgesprochen widerlich. Im Schimpfen bin ich ungeübt, mir fallen da leider keine fetzigen Begrifflichkeiten ein, das können andere weit besser… :-)

    „Die Entsolidarisierung der Gesellschaft führt geradewegs in die Barbarei.“ (Heiner Geißler) – und

  4. @Josef
    „Dabei stellt sich die Frage: Macht der Staat mehr “Fehler erster Art” (d.h. jemand ist befürftig und arbeitswillig, bekommt aber trotzdem kein Geld) oder mehr “Fehler zweiter Art” (d.h. jemand der keine Hilfe braucht / verdient, wird “trotzdem” unterstützt).“
    Es geht doch nicht darum, ob und wieviele Fehler gemacht werden, sondern um einseitige Begünstigung der Wirtschaft. Arbeitsplatzbesitzer sollen schön zittern, nur ja nicht den Job zu verlieren, sonst droht eine Stelle bei Lidl an der Kasse oder schlimmer noch auf der gleichen Stelle zu niedrigerem Tarif via Zeitarbeitsfirma. Also waren sie bereit auf Lohnerhöhungen zu verzichten.

    „Nach einer neuen Konsumstudie der HVB lagen die effektiv gezahlten Reallöhne vergangenes Jahr kaum höher als 1991 – die realen Renten sogar um mittlerweile fast zehn Prozent niedriger als damals.“ THOMAS FRICKE 26. OKTOBER 2007 FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND

    Ich finde eine Aktivierung des brach liegenden Arbeitskräftepotentials durchaus richtig, aber doch zu Gunsten der Allgemeinheit und nicht privater Unternehmen.
    Liebe Grüße Matt

  5. Aufgelesen: 31…

    • Parteisuizid
    • Merkel-Offensive: Noch mehr Druck für Arbeitslose
    • Satans Ratschlag
    • Vergleichbar?
    • Let’s Have a Party!
    Parteisuizid

    Manche politischen Verbindungen haben das Problem, daß…

  6. Schön, dass Du das Thema aufgreifst!
    Der Wahlkampf hat gerade erst begonnen, man darf gespannt sein, welche Wahnvorstellungen noch geäussert werden (dürfen).

  7. zitat von:
    http://www.readers-edition.de/2008/07/05/ideologische-und-herrschaftliche-hi
    ntergruende-der-ein-euro-jobs/print/

    …Die Vordenker eines so gearteten Arbeitszwanges für alle
    Erwerbslosen aus dem ifo-Institut München berechneten daher, dass
    dank des in Hartz IV eingeführten „Kombilohn-Elements“ in der Gestalt
    des Arbeitslosengeldes II langfristig die Löhne um 15% sinken werden,
    weil die Mindestlohnfunktion des Arbeitslosengeldes durch den
    bedingungslosen Arbeitszwang endlich ausgehebelt wurde, dies geht
    „jedoch noch nicht weit genug.“ [110]

    Denn auch hier erweisen sich
    die reduzierten „staatlichen Sozialleistungen“ immer noch „als
    Sperrklinke, die eine Ausdifferenzierung der Lohnskala nach unten und
    damit mehr Beschäftigung“ verhindert. Deswegen muss eine
    Arbeitspflicht für alle Erwerbslosen eingeführt werden, indem die
    Kommunen entsprechende Arbeitsgelegenheiten schaffen und auch die
    Erwerbslosen an die Privatwirtschaft unter Einschaltung von
    Zeitarbeitsfirmen verleihen. Die Erwerbslosen erhalten dann dafür
    ihren Regelsatz von 345 Euro, also ohne eine Aufwandspauschale wie
    bei den heutigen Ein-Euro-Jobs. Sollte diese Arbeitspflicht bzw. der
    „Null-Euro-Job“ verweigert werden, setzen Sanktionen ein, die den
    Regelsatz komplett streichen.

    Damit soll erreicht werden, dass die
    „Transferbezieher verstärkt bereit sein“ werden, „eine reguläre
    Beschäftigung auch zu niedrigeren Löhnen anzunehmen“. Mit dem
    kommunalen Verleih der Erwerbslosen an die Privatwirtschaft kommt das
    Kapital einerseits in den profitablen Genuss, den arbeitenden
    „Erwerbslosen“ keinen Lohn mehr bezahlen zu müssen, andererseits
    werden die „erwerbslosen“ Leiharbeiter gegen die regulär in den
    Unternehmen Beschäftigten ausgespielt oder an deren Stelle gesetzt.
    Das soll eine weitere Runde in der Lohnabwärtsspirale einleiten.
    Unter dieser Voraussetzung, so das ifo-Autorenkollektiv, schaffen die
    Arbeitgeber neue Arbeitsplätze“, denn dank des so organisierten
    Arbeitszwanges für alle Erwerbslosen werden die Löhne um „32,5%“
    sinken.

    Deshalb würden dann 3,2 Millionen neue Arbeitsplätze
    entstehen. Der sogenannte Sachverständigenrat der Bundesregierung
    hatte früher schon ähnliches vorgeschlagen. Inzwischen wurde in einem
    Gutachten zur Weiterentwicklung von Hartz IV von dem besagten
    Sachverständigenrat die Kürzung des Arbeitslosengeldes II um 30%
    gefordert, d.h. auf 241 Euro [113], damit endlich „markträumende
    Löhne“ entstehen können. Dass nicht ausgesprochene Motto dieser
    Gelehrten lautet: „Der Hunger wird die Arbeitslosen und Mini-Jobber
    schon zur Arbeit um jeden Preis treiben.“ (Zitat ende)

    Agenda 2020 wird zur Restauration des Kapitalfeudalismus. lest was
    Georg Büchner im Jahr 1834 dazu geschrieben hat…

    http://de.wikisource.org/wiki/Der_Hessische_Landbote

    meine strategie ist

    das wieder & wieder in den foren zu posten, ob sz, spon, welt oder wo
    auch immer. und für alle die in die „gefahr“ kommen das system
    unterstützen zu müssen, empfehle ich aus historischen gründen den
    zivilen wiederstand in lateinamerika zu erforschen, den die
    imperialisten dort durch die „contras“ finanziert haben. dafür wurde
    ein sehr feines kleines comic veröffentlicht

    Siehe Freedom Fighter’s Manual.pdf

    http://de.wikipedia.org/wiki/Contra-Krieg#cite_note-33

    dort Fußnote 34

  8. Die Reichen werden reicher,
    die Armen immer ärmer.
    Und das nennt sich dann Gerechtigkeit!

  9. Man sollte dieses komplette IFO Institut einem Norkoreanischen Umerziehungslager überstellen. Dort können Sie dann über ihre Ideen nachdenken

  10. Die Bezeichnung Arbeitslose/r ist an sich schon eine Diffamierung. Der unbedarfte Leser assoziiert damit unwillkürlich negative Eigenschaften. Das ist blanker Unsinn. Eine künstliche Scheinwelt. Geschaffen, um die Bevölkerung in verschiedene Lager zu spalten.
    Tatsache ist, wir befinden uns alle in einem Abhängigkeitsverhältnis. Niemand besitzt Arbeit. Außer diejenigen, die sie gnädigerweise vergeben. Und jeder leistet seinen Beitrag, um das System aufrechtzuerhalten. Das fängt schon bei den alltäglichen Dingen an.
    Solange wir das nicht erkennen (wollen), kann uns dieses System gegeneinander aufhetzen, ausspielen, entmenschlichen. Solange bejubeln wir jede noch so drastische Maßnahme, deren Auswirkung letztendlich alle zu spüren bekommen. Früher oder später.

  11. Man kann solche Meldungen nicht mehr lesen, nicht wahr?
    Spontan fällt mir ein, dass man Hartz-IV-Leuten doch qualifizierende Massnahmen gönnen könnte (ich mach‘ gerade eine – dank meines Rehastatus – und da die Dozenten sehr engagiert sind, werde ich danach in Arbeit kommen). Diese Bewerbungscoachings – ein Freund von mir nennt das immer „Umerziehungslager“ – bringen in aller Regel wenig bis gar nichts.
    Toll, dass Du Dir die Mühe mit den einzelnen Gesetzen gemacht hast! Das lohnt sich, sich zu merken!
    Aber wie war das? Wegen den Jobcentern soll eine Verfassungsänderung her! Was soll man noch sagen?

  12. Naja, was soll das bringen die Grenze für Zuwendungen an die Hartzschicht so weit herabzusenken, bis sie sich zwangsläufig irgendwann rühren müssen? Klar, bevor ich gar nichts vom Staat bekomme, knüpfte ich lieber Teppiche oder verkaufe Streichhölzer auf der Straße, aber das ist doch Elend pur. Solche Leute, die sich völlig unter Wert verkaufen oder aus der Not heraus verkaufen müssen, beschönigen die Arbeitslosenzahlen und finanzieren auch ein Stück weit den Luxus der höheren Klassen (Billiglohn = Billigartikel).

    Meiner Einschätzung nach gibt es beiden Seiten hinreichend Suchende. Es gibt viele Arbeitslose, die eine Stelle suche (das ist jedem klar) und es gibt auch viele Arbeitgeber die suchen. Leider finden beide Seiten kaum zueinander, da häufig die Bildung und die Kenntnisse der Bewerber nicht reicht, um eine Stelle auszufüllen. Das was vom Arbeitsamt – pardon, Arbeitsagentur – vermittelt wird, ist meistens der „Bodensatz“ von Arbeitslosen, die keine nennenswerte Qualifikation aufweisen können. Da schlägt eh jeder Arbeitgeber die Hände über den Kopf zusammen und daher arbeitet auch kaum jemand ernsthaft mit der Arbeitsagentur zusammen. Jedenfalls nicht als Bewerber, denn als Bewerber versucht man es auf eigene Faust. Zudem macht die Arbeitsagentur eh nichts anderes, als den Bewerbern die Stellengesuche auszudrucken und die Hand zu drücken, dass kann ich aber auch im Internet finden.
    Es kann also aus meiner Sicht nur das Ziel sein, das Bildungsniveau anzuheben und so Arbeitslose fit für die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes zu machen. Gleichzeitig wäre es begrüßenswert, wenn die Arbeitsagentur effektiver Arbeitgeber und Arbeitsuchende zusammenzuführen. Aber die AA hat ihr Image wahrscheinlich eh weg, davon kommt sie nicht mehr weg.

  13. Hallo,

    dieser Link ist interessant:

    http://wcco0y847.homepage.t-online.de/Aufsaetze/Bilanz%20LZ.pdf

    Lohnzurückhaltung muß nicht zu vom IFO-Institut Wirkungen führen.

    Empirisch ist es so das in den USA 3 Millionen junge Männer in den Gefängnissen sitzen.

    Würde statt dessen der Spitzensteursatz erhöht, läßt sich locker 1 Millionen Stellen im öffentlichen Sektor schaffen.

  14. [ HARTZ! ]: Endlösung der Schmarotzer Frage: THE RETURN OF THE LAGER!…

    [ HARTZ! ]: Endlösung der Schmarotzer Frage: THE RETURN OF THE LAGER!
    Wo der Herr Hartz seine Denkansätze noch nicht weit genug anlegte, da ist der Professor StraubHaar doch schon einen entscheidenden Schritt weiter. Dennoch muss ich allen bisher…

  15. Auch wenn es mal eine andere Art der Betrachtung ist und vielleicht wenige interessiert. Das Deutschland zum Billiglohn-Sektor ausgebaut werden soll, ist schon lang beschlossene Sache. Lest mal eine Weile im Infoblog Schall und Rauch mit. Mag zwar von vielen als „Spinnerei“ abgetan werden, aber wer dort mal ne Weile mitliest, versteht nach und nach die Zusammenhänge auf Makroebene. Ist jedoch ein sehr heikles, verschriener Themenbereich. Das nur als Tipp!

  16. […] Einstieg in den Aufstieg […]

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