Claudia am 08. September 2009 — 7 Kommentare

Wahlkampf – die „lange Nacht“ der Demokratie

Da nun die „heiße Phase“ des Wahlkampfs eingeläutet ist und man kaum mehr irgend ein Medium ansehen kann, ohne gleich von einschlägigen Neuigkeiten und kämpferischen Statements überschüttet zu werden, wundere ich mich, dass mein Interesse eher nachlässt als steigt.

Nein, ich bin gewiss nicht „politikverdrossen“, im Gegenteil, die Zeiten sind ja doch ungewöhnlich spannend, so dass ich den ganzen Frühling und Sommer die Ereignisse und Diskussionen allüberall mit großem Interesse verfolgte: Wirtschaftskrise, Geldsystem und Schulden, Internet-Kulturkampf – und sogar eine spritzige neue Partei, die „klar machen zum ändern“ auf ihre Fahnen schreibt und massenhaft Zulauf hat. Als „Krisenvorsorge“ hatte ich mir sogar Vorräte für 14 Tage angeschafft, falls mal die Banken ausfallen und der Warenfluss stockt. (Da bin ich den Katastrophen-Szenarien der Kassandra-Blogs aufgesessen und nun mit zwei Kilo zusätzlichem Körpergewicht gestraft: wo Vorräte sind, greift man auch mal öfter zu. :-) Weiter → (Wahlkampf – die „lange Nacht“ der Demokratie)

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Claudia am 02. September 2009 — 20 Kommentare

Ritalin: Über einen journalistisch motivierten Selbstversuch

Selten vermag es ein langer Artikel, mich vom ersten bis zum letzten Wort auf den Text am Bildschirm zu konzentrieren:  „10 Milligramm Arbeitswut“, Birgit Schmids Bericht über ihren einwöchigen Selbstversuch im schweizerischen TAGESANZEIGER schafft es mühelos – fast als wirke das Ritalin auch ein wenig auf die Leserin.

Eine Woche lang schluckte die Autorin die mehr und mehr zur LifeStyle-Droge werdenden kleinen Pillen, nachdem sie ihren Hausarzt überredet hatte, ihr eine Packung mit relativ niedrig dosiertem Wirkstoff zu verschreiben. Ihre Ausgangssituation kenne ich zur Genüge: man arbeitet und arbeitet, doch gibt es immer wieder 10.000 Ablenkungen und die Verführung, mal wieder in die E-Mail zu schauen, ein bisschen zu twittern, Kommentare in den Blogs zu beantworten und vieles mehr. Es nervt, sich immer wieder mühsam am Riemen zu reißen und auf das aktuelle Tun zu konzentrieren: die Aufmerksamkeit verhält sich gelegentlich wie eine springende Heuschrecke, mal hier, mal da – ein Wunder, wieviel ich dennoch abarbeite! Weiter → (Ritalin: Über einen journalistisch motivierten Selbstversuch)

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Claudia am 31. August 2009 — 5 Kommentare

Fünf Blogs, die ich lese

Blog Day 2009Besser spät als gar nicht: zum heutigen BlogDay 2009 stelle ich (wie viele Andere) jetzt fünf Blogs vor, denen ich gerne Aufmerksamkeit schenke:

  • Einschau: Bei Götz V. ist bloggen ein Mittel, seiner selbst bewusst zu werden und zu bleiben: „Ich möchte besser erkennen, wer ich bin, und was mein Leben ausmacht.“ Ich empfinde Achtung vor der konsequenten Disziplin, schätze den Anstoß zur Selbstreflektion, rege mich aber auch mal drüber auf… :-)
  • Schreibkunst.com: Wolf Schneiders »Tagebuch fürs Wesentliche« – Wolf ist seit über 20 Jahren Herausgeber des Connection-Magazins und schreibt auf etlichen Kanälen rund um die Themen der „Spiri-Szene“ immer wieder Texte, die mich berühren.
  • Thinkabout – mein Schreiben, mein Atmen. „Teile mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuche, Grau in Blau zu verwandeln – unter welchem Himmel auch immer.“ Entschleunigt, besinnlich, ernsthaft und doch heiter.
  • Webkompetenz: Hier schreibt Stefan Münz, „Altvater“ der HTML-Vermittlung im deutschsprachigen Raum (->Selfhtml) über aktuelle Phänomene ‚rund ums Web 2.0. Angenehm tiefer schürfende Texte und oft gute Kommentargespräche!
  • Hartz5 Videoblog – Hermanns privater Videoblog zum Geld verdienen im Internet hat das Zeug zum „Kult“! Die witzige Selbstinszenierung des „Hartz5-beauftragten“ ist weder bloßer Gag noch gut verpackte Abzocke, sondern tatsächlich nützlich. Nämlich für alle, die gefährdet sind, den Versprechungen „werde einfach und schnell Internet-Millionär“ zu verfallen und bei der Suche nach dem richtigen Dreh viel viel Geld zu verlieren.

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Claudia am 29. August 2009 — 8 Kommentare

Doch mal erinnern? Die wilden 70ger und 80ger

Gestern hab‘ ich mich in alte Zeiten versenkt, was ich sonst nie tue.  Immer schon werfe ich gerne alles weg, was andere in Alben kleben und in verzierten Kästchen aufbewahren: Briefe, Bilder, all dieser „Nippes“, der sich so sammelt und dazu einlädt, diese „Dinge mit Bedeutung“ ab und an zu betrachten und in Erinnerungen zu schwelgen: Ach ja, damals…. das waren noch Zeiten!

Nö, das wollte ich für mich nicht. Die alten Leute meiner Jugendzeit konnten mich ohne Ende mit ihren Geschichten vom Krieg nerven: „Kind, du weißt ja gar nicht, wie gut du es hast!“, während ich gerade dabei war, mich ordentlich zu beschweren, mehr Freiräume einzufordern und alles Alte und Überkommene in die Tonne zu treten. Eine alte Tante servierte bei jedem Besuch ein grauenhaftes Teewurstbrot, dessen glatte, glänzende, fleischfarbige Oberfläche mich extrem anwiderte. „Wir wären froh gewesen, wenn wir sowas gehabt hätten!“, sagte sie und schaute mich vorwurfsvoll an, wenn ich das Essen verweigerte. Verdammt nochmal, der Krieg war wirklich lange lange vorbei! Weiter → (Doch mal erinnern? Die wilden 70ger und 80ger)

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Claudia am 27. August 2009 — Kommentare deaktiviert für Mehr zum Echtzeit-Web

Mehr zum Echtzeit-Web

Als „radikale Verschlimmbesserung“ beschreibt Peter Schink auf BlogAge das Realtime-Web. Das Kommentargespräch dazu ist ebenfalls interessant und reflektiert die Wirkungen der neuen Kommunikationstrends auf Blogs und die ganze Informationsgesellschaft.

Was dieses Echtzeitweb mit der Aufmerksamkeit macht, beschreibt auch Don Dahlmann in einer Mitschrift seines Erlebens während drei Stunden, in denen er – eigentlich – einen Text zu Ende schreiben wollte.

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Claudia am 27. August 2009 — 8 Kommentare

Zwischen Echtzeit-Web und Altweibersommer

„Irgendwann wird man darüber schreiben, wie das user-generated Web 2.0 sich gegen Ende des ersten Jahrzehnts im neuen Jahrtausend immer schneller zu drehen begann, bis schließlich selbst die eingefleischten Power-Nerds nicht mehr mithalten konnten und die News-Rezeption und -Reproduktion im Minutentakt entnervt aufgaben. Und der Name, bei dem das Unheil genannt werden wird, lautet „Realtime-Web“.“

So beginnt ein Artikel von Stefan Münz auf Webkompetenz, der mich gestern Abend regelrecht „in den Bann geschlagen“ hat.  Er handelt vom immer schnelleren Kommunizieren, wie es die heutigen Web2.0-Tools – allen voran Twitter & Co. – möglich machen: Weiter → (Zwischen Echtzeit-Web und Altweibersommer)

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Claudia am 21. August 2009 — 9 Kommentare

Gefühle und Bewegung

Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen – das sind die drei Dimensionen, in denen wir hauptsächlich leben, bzw. wahrnehmen, dass wir leben. Dabei unterscheiden sich Gedanken und Körperempfindungen in einem wichtigen Punkt von den Gefühlen: wir können durchaus mal umdenken bzw. etwas anderes denken, können auch auf den Körper in vielfacher Weise einwirken – doch die Welt der Gefühle entzieht sich dem direkten Zugriff, da sind wir dem, was in uns vorgeht, erstmal einfach ausgeliefert.

Ärger, Wut, Glücksgefühle, die „Schmetterlinge im Bauch“ und viele andere Emotionen scheinen uns zuzustoßen, ausgelöst von den Umständen, Ereignissen und vom Verhalten anderer Menschen.  Je nach Temperament und Sozialisierung reagierien wir spontan oder verhaltener, oder tragen sogar durchweg die Maske moderner „Coolness“ – doch was tatsächlich gefühlsmäßig abgeht, das bestimmen wir nicht selbst. Sogar das Strafrecht berücksichtigt die Machtlosigkeit gegenüber den eigenen Gefühlen durch die minder schwere Bestrafung einer „Tat im Affekt“.

Orientierung und Verfallenheit

Dass wir die Gefühle nicht direkt steuern können, ist gut so, denn sie sind es ja, die uns (neben den Körperempfindungen) überhaupt erst eine Navigation im Rahmen der schier unendlichen Eindrücke aus der Umwelt ermöglichen. Buddha beschrieb das Menschenwesen als „Leiden meidend, Freude suchend“: ein natürliches Verhalten, das unsere Welt und Gesellschaft entstehen lässt, doch eben auch seine Nachteile hat, da es uns leicht berechen- und manipulierbar macht. Jedenfalls in dem Rahmen, in dem wir den Gefühlen einfach verfallen und entsprechend agieren. Weiter → (Gefühle und Bewegung)

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Neuere Einträge — Ältere Einträge