Claudia am 17. Oktober 2010 — 16 Kommentare

Nase voll – nicht nur von Stuttgart21

Stuttgart21, Verlängerung der AKW-Laufzeiten, Gesundheits-„Reform“, Hartz IV, Autobahnneu- und Ausbauten, Schulreformen/Turbo-Abitur, Bologna-Prozess, zunehmende Überwachung, Protzprojekte in vielen Städten, die Welt als Ansammlung von Profit-Centern und Shoppingmalls – alles natürlich Sachzwang, völlig alternativlos! Wir sollen uns hochmobil und maximal anpassungswillig dem „Druck der Globalisierung“, der Beschleunigung aller Prozesse beugen und dabei einsehen, dass es unabwendbares Schicksal ist, dass die Reichen immer reicher und die Massen immer ärmer werden. Weiter → (Nase voll – nicht nur von Stuttgart21)

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Claudia am 14. Oktober 2010 — 3 Kommentare

Entführt: Schweigen ist auch bloß Gold

Manchmal denke ich, ich wäre Odysseus,
wollte heimlich nicht heim,
hätte schon alle Gefährten verloren,
führe von Küste zu Küste und träfe dort Menschen,
die mir die Preise für Muscheln berichten, von ihren Sorgen um die Absatzchancen von Perlenschnüren erzählen, von Hoffnungen auf Märkte für Träume, und mich warnen, dass mein Wissen von fremden Ländern bei ihnen streng patentiert sei. Weiter → (Entführt: Schweigen ist auch bloß Gold)

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Claudia am 11. Oktober 2010 — 9 Kommentare

Kindheitslieder

Meist geht man in Sachen Musik grade mal bis zur eigenen Pubertät zurück – also zum Sound der Zeit, als man erstmalig die Möglichkeit hatte, selbst zu wählen, was man hört. Dieses „Mögen“ war zwar vom Zeitgeist geprägt, von dem, was in der Peer-Group grade angesagt war, doch immerhin ein Statement des eigenen Dazugehören-Wollens. Meist auch eine bewusste Distanzierung zu dem, was die Eltern, die Alten, die Etablierten, die Herrschenden für gut und richtig und schön befanden. Weiter → (Kindheitslieder)

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Claudia am 05. Oktober 2010 — 4 Kommentare

Akute Aufschieberitis: Prokrastination

Auch dieses Phänomen hat heutzutage einen beeindruckenden Fremdwort-Namen: Prokrastination macht einfach mehr her als Label für die allgemein verbreitete Manier, ungeliebte Arbeiten bis zur Kante des Geht-nicht-mehr aufzuschieben. Und sich statt dessen mit IRGENDWAS anderem zu befassen.

Das können die bekannten Kritzeleien am Rande des Papiers sein, sofern man noch gelegentlich auf Papier schreibt. Da ich das kaum noch mache, ist es das Netz, das ja so viel Wichtigeres zu bieten hat: nur eben nochmal kurz auf Rivva gucken oder bei SPON lesen, was es Neues gibt. Mails beantworten ist natürlich auch unaufschiebbar und muss schnell noch vorgezogen werden. Und wenn ich mir dann gar nicht mehr vormachen kann, dass es am Monitor noch etwas zu tun gäbe, das das Aufschieben des Anstehenden rechtfertigt, gehe ich halt erstmal in die Küche. Weiter → (Akute Aufschieberitis: Prokrastination)

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Claudia am 02. Oktober 2010 — 10 Kommentare

Mehr Demokratie wagen 2.0 – ob wir das noch erleben? #Stuttgart21

Die Geschichte sollte uns eigentlich gelehrt haben, niemals „nie“ zu sagen. Wer hat in den 80gern schon geglaubt, dass die Sowjetunion zerfallen wird und Deutschlands Wiedervereinigung nicht für immer bloße Sonntagsrede bleibt?

Dieser Einstieg mag sich positiv anhören, doch so ist’s mir leider nicht wirklich zumute. Was rund um Stuttgart21 abgeht, erinnert mich an so viele andere Kämpfe: Atomkraft, Gorleben, Startbahn West – immer mit massivem Engagement breiter Bevölkerungsschichten und mit den immerselben Methoden der „Herrschenden“. Eskalation, Gewalt, unverhältnismäßige Polizeieinsätze, die die „normalen Menschen“ in Angst und Schrecken versetzen sollen, auf dass man den Rest als militante Chaoten (bzw. Links-Extreme) marginalisieren und kriminalisieren kann. Und dazu „Gesprächsangebote“, die keine wirkliche Verhandlungsbereitschaft erkennen lassen. Weiter → (Mehr Demokratie wagen 2.0 – ob wir das noch erleben? #Stuttgart21)

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