Claudia am 13. September 2010 — 56 Kommentare

Monogamie und das Unbehagen an der Einsamkeit

Antje Schrupp hat wieder mal einen wunderbaren Artikel geschrieben: In „Scheinlösung Monogamie“ bespricht sie das Buch „Lob der offenen Beziehung – über Liebe, Sex, Vernunft und Glück“ von Oliver Schott. Um dann zu eigenen Überlegungen zu kommen, aus denen ich hier mal zitiere:

„Ich vermute, das fast schon verzweifelte und durchaus irrationale Festhalten am Konzept der Monogamie liegt auch daran, dass man sich davon genau diese Sicherheit erhofft, selbst wenn die auf sehr wackeligen Beinen steht. Wahrscheinlich hat Schott durchaus recht, wenn er argumentiert, dass offene Beziehungen letztlich nicht weniger, sondern sogar mehr Stabilität bieten, weil nicht jede neue Verliebtheit zwangsläufig dazu führt, dass die alte Beziehung beendet werden muss. Weiter → (Monogamie und das Unbehagen an der Einsamkeit)

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Claudia am 13. September 2010 — 20 Kommentare

Neun elf

Damals saß ich wie immer in meinem Arbeitszimmer vor dem PC. Anders als heute googelte ich nicht alle halbe Stunde nach Nachrichten, sondern ging meiner Arbeit nach, einfach so und recht glücklich damit.

Da rief mich mein Kollege Michael an. Sagte: Schalt den Fernseher ein!!!!

Ich schaltete ein und sah, was Sache war. Verfolgte das alles mit, vom ersten Treffer bis zum Einsturz der beiden Türme. Rannte ins Nebenzimmer und scheuchte meinen Liebsten und Mitbewohner hoch: Guck hin, es ist unglaublich… Sah dann auch, wie unserem damaligen „Feind“ Georg Bush die Klappe runter fiel, als er auf irgend einem wohltätigen Event von den BodyGuards ins Ohr geflüstert bekam „Amerika is under attack“. Weiter → (Neun elf)

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Claudia am 06. September 2010 — 15 Kommentare

Warum Literatur? Kleine Meditation über das eigene Schreiben

Ich schreibe hier viel zu lange Texte. Nicht nur, weil der Impuls mich so weit trägt, sondern auch deshalb, weil ich verstanden werden will – wenn ich schon mal ‚was sage.

Schon die Themen sind ausschließlich solche, die für mein Empfinden jeden etwas angehen. Und alle sollen meine Sicht der Dinge voraussetzungslos nachvollziehen können – nicht unbedingt meine Antworten und Herangehensweisen, aber zumindest die Fragestellung. Weiter → (Warum Literatur? Kleine Meditation über das eigene Schreiben)

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Claudia am 02. September 2010 — 4 Kommentare

Entspann dich gefälligst? Muße geht anders!

Es sind die einfachen Dinge, die richtig schwer fallen. Das vermeintlich allereinfachste, nämlich „gar nichts tun“ muss ich mir regelrecht erobern, erkämpfen, zumindest ganz bewusst erlauben. Geeignete Gelegenheiten wahrnehmen und dann aufpassen, dass ich nicht allzu schnell wieder ‚raus falle…

Das Problem mit der Muße

Die viel gelobte, aber wenig praktizierte Muße als „Pause des Geistes“ fällt mir schwer, weil ich mich durchweg in der Pflicht fühle, etwas zu tun. Das ist beileibe nicht immer bloß das Abarbeiten von ToDo-Listen im beruflichen Sektor: da sind auch Vorhaben und Zukunftsprojekte, die beplant werden wollen, allerlei Erledigungen für die „Behördenfront“, alle Arbeiten im Haushalt, waschen, aufräumen, einkaufen, Pflanzen gießen, mal wieder renovieren, Hausverwaltung kontakten etc. usw. Weiter → (Entspann dich gefälligst? Muße geht anders!)

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Claudia am 26. August 2010 — 49 Kommentare

Bloß nicht pflegebedürftig werden!

Ich kenne niemanden, der diesen Wunsch nicht teilt: nicht mehr selbst für sich sorgen können, auf Hilfe Anderer angewiesen sein, sich womöglich nicht mal mehr selber waschen und eigenständig aufs Klo gehen können: das erscheint als der größtmögliche Horror, an den die meisten lieber gar nicht erst denken wollen.

Dann lieber rechtzeitig abtreten. Auch das ist ein verbreiteter Gedanke, aber mal ehrlich: wer ist denn wirklich so konsequent, sich die Mittel rechtzeitig zu besorgen (und wie?) und dem blassen Gedanken Taten folgen zu lassen? Z.B. beim typischen Oberschenkelhalsbruch, der für viele alte Menschen das Ende ihrer Selbständigkeit bedeutet. Wo wäre da überhaupt noch Gelegenheit dazu? Und: Will man das dann noch, wenn’s wirklich soweit ist? Weiter → (Bloß nicht pflegebedürftig werden!)

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Claudia am 14. August 2010 — 53 Kommentare

Engagement und Alter: eine persönliche Geschichte

Zwischen 15 und 25 fand um mich herum der große Umbruch statt. 1968 war ich 14 und mein Vater sorgte sich, weil ich „Gammler“ (und bald darauf Hippies) spannend fand. Die saßen im Stadtpark, wo Rasen betreten eigentlich verboten war, spielten Gitarre, sahen wild aus und ließen den Joint kreisen. Wir Gymnasium-Girlies gesellten uns manchmal dazu, träumten von einem schulfreien Leben, von Reisen nach Indien und – tja, Freiheit halt, es war gar nicht nötig, so ganz genau zu wissen, was man wollte. Die alte Welt war in Bewegung geraten und wir wollten einfach mit.

Studentenproteste, APO, SDS und all das „Politische“ jener Zeit berührte mich nur am Rande – ich verstand es noch nicht wirklich, fand den Wirbel aber toll, denn es war offensichtlich etwas, worüber die Eltern sich aufregten. Ich machte brav Abi (immerhin mit Hauptfach Kunst!), studierte ein wenig suchend herum, wohnte endlich alleine, bezog BAFÖG und interessierte mich weit mehr fürs andere Geschlecht als für Politik. Weiter → (Engagement und Alter: eine persönliche Geschichte)

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Claudia am 09. August 2010 — 22 Kommentare

Produktoptimierung: Es werde Müll!

Es ist ein Elend, dass es heute kaum mehr möglich ist, zu irgendwelchen Gebrauchsgegenständen eine persönliche Beziehung zu entwickeln, wie Thinkabout sie in „Meine angegossene Wohlfühlgarantie“ bezüglich seiner Hausschuhe beschreibt:

„Vor dem Bett stehen meine Hauslatschen. Offene Sandalen, deren Riemen über den Rist längst undefinierbare Flecken tragen. Die Gummisohlen sind durchgetreten; sie stehen vorn und hinten vom Boden ab, als würde es sich bei den beiden Schuhen um am Sandstrand auf Grund gelaufene Ruderbote handeln, in die nun aber wirklich keiner mehr freiwillig steigen würde. Weiter → (Produktoptimierung: Es werde Müll!)

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Claudia am 06. August 2010 — 3 Kommentare

Sommerloch-Spass: der Blumenkübel-Hype

Noch immer erscheinen auf Twitter 10 bis 20 Meldungen pro Minute, die das Thema „Blumenkübel“ fantasievoll variieren. Angefangen hat es mit einer kleinen Meldung über ein wahrlich nicht weltbewegendes Ereignis in Neuenkirchen: Unbekannte hatten einen Blumenkübel vor dem örtlichen Altenheim zerstört, die Münstersche Zeitung hatte kurz berichtet.

Ein Blogger löste dann die Welle auf Twitter aus mit der Meldung: „In Neuenkirchen ist ein Blumenkübel umgefallen http://twiturl.de/pseaoah“. Er hat sich wohl nicht träumen lassen, was dieser kleine Anstoß anschieben würde! Weiter → (Sommerloch-Spass: der Blumenkübel-Hype)

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