Claudia am 09. März 2011 — 16 Kommentare

E10 ist kein Kommunikationsproblem, sondern eine Sauerei!

Wie mich dieses politische Rumgeeiere doch immer wieder ankotzt! Da liegen Tatsachen auf dem Tisch, die sich nicht wegdiskutieren lassen: E10 ist kein „Biosprit“ im Sinne von Umweltschonung, sondern ganz im Gegenteil ein übler Versuch, Energie-Einsparungen zu vermeiden, indem man auf Ackerland zur Benzinproduktion zugreift.

Da hilft auch kein Schönreden, dass es doch zu 90% von europäischen Äckern käme: schließlich könnte auf diesen Äckern auch anderes angebaut werden. Regionale Biogemüse zum Beispiel, damit wir diese nicht massenweise aus anderen Erdteilen importieren müssen, was das „bio“ ebenfalls aufs Schärfste konterkariert. Und wer ernsthaft behauptet, auf Dauer habe die Nachfrage nach „Bio-Sprit“ keine Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion weltweit, der träumt nicht, der lügt!

Im Autosektor hat sich nicht viel geändert: was an Energie-Effizienz gewonnen wird, wird nicht etwa in echte Einsparungen umgesetzt, sondern die Karossen werden mit immer mehr Schnickschnack vollgestopft. Autos werden nicht kleiner, leichter und sparsamer, weil die Politik der Industrie keine entsprechenden Vorgaben macht. Also schwappt der Trend zum SUV auch nach Europa, Besserverdiener fahren nach wie vor große, schwere, protzige Autos – und alles für den „Markt“. Da wird auf die Umwelt geschissen, aber das Feigenblatt „E10“ soll jetzt „durchgesetzt werden“.

Keiner will haften, aber es wird Druck gemacht

OHNE dass irgend jemand auch nur eine echte Haftung für die technische (!) Unschädlichkeit übernehmen mag – gerade diese Frage hat man auf dem „Energiegipfel“ hübsch hin und her geschoben, aber nicht gelöst. Und sie ist es, die die Mehrheit der Autofahrer zum Käuferstreik motiviert, da bin ich mir leider recht sicher. Von E10 braucht es MEHR, ob und wie es auf Dauer den Motoren schadet, ist ungewiss (und wird es auch bleiben, der „Test“ läuft ja im richtigen Leben, nicht etwa bei den Autofirmen).

Und dass alles soll jetzt durch „mehr Kommunikation“ geheilt werden! Ein rechtsverbindliches Schreiben oder eine öffentlich erweiterte Garantieerklärung bekommt der Autofahrer allerdings nicht. Nur beruhigende Worte und einen nicht unerheblichen Preisdruck!

Ob das reicht?

***

Siehe auch:

Agrosprit: Wo die E10-Profiteure sitzen
Klientelpolitik: Agrosprit E10;
E10 und das Versagen der Politik;
Die Ökotricks der Autobauer

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Claudia am 25. Februar 2011 — 3 Kommentare

Von der Lust aufs Dabei-Sein

Bündelungen sind lange schon out: nahezu alles kann man sich heute selber zusammen stellen. Nicht nur Nachrichten und Texte geschätzter Blogs, gern gehörte Musik-Titel, Meldungen von „Freunden“ und „Verfolgten“, Bücherlisten und Foto-Sammlungen, sondern auch die persönliche Schokoladentafel, das selbst komponierte Parfüm, die eigene Kaffee-Mischung und vieles mehr. Weiter → (Von der Lust aufs Dabei-Sein)

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Claudia am 16. Februar 2011 — 11 Kommentare

Fünf Tage offline

Im Zug ist mir aufgefallen, wie viele Leunte mittlerweile ihren Notebook (plus Handy plus Headset) auf dem kleinen Klapptisch stehen haben und in den Monitor gucken. Ein weiteres gefühltes Drittel beschäftigt sich mit dem Smartphone. Kaum einer schaut noch aus dem Fenster.

Die aufgeräumten Landschaften des ausgehenden Winters boten auch wahrhaftig nicht viel Reiz, also hatte ich mir ein Buch mitgenommen, den ersten dicken Wälzer seit längerer Zeit. „Der Schwarm“ fesselte mich bis zur letzten Seite, ein Erlebnis, das ich mir lange nicht gegönnt hatte. In Reichweite des eigenen „Tors zur Welt“ ist die Verlockung meist zu groß, mich anderen, vermeintlich wichtigeren und irgendwie „kurzweiligeren“ Dingen zu widmen. Weiter → (Fünf Tage offline)

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Claudia am 06. Februar 2011 — 9 Kommentare

Für ein Recht auf Gesicht – zur Burka-Debatte

Der Streit um die Burka ist ja nun auch hierzulande angekommen. Eine Mitarbeiterin des Bürgeramtes Frankfurt/Main wollte nur noch vollverschleiert zum Dienst antreten, was ihr aber untersagt wurde. Nun gibt es ein offizielles Burka-Verbot für den hessischen öffentlichen Dienst. Und ich finde das richtig so.

Warum? Weil ich einem Menschen, dem ich im öffentlichen Dienst und auch in der privaten Wirtschaft treffe, ins Gesicht sehen können will. Ich will sehen, wer er oder sie ist, will das Lächeln, die Zornesfalten, den Trübsinn, die Fröhlichkeit und vieles mehr aus der Mimik ablesen können – und nicht einer vermummten Gestalt gegenüber stehen, die mich zwar sieht und mein Befinden erkennen kann, mir aber dieses Erkennen verweigert.

Ich empfinde das als verunsichernd und feindselig, noch bevor ich überhaupt zum rationalen Nachdenken komme. Mein Gegenüber will sich verstecken, mir sein Gesicht nicht zeigen – es misstraut mir also. Dieses Empfinden sehe ich nicht als etwas, das ich mir aus Multi-Kulti-Begeisterung abtrainieren sollte, sondern als spontane menschliche Empfindung, die ihren guten sozialen Sinn hat. Wir wollen sehen, mit wem wir es zu tun haben – und der Blick ins Gesicht ist dafür unverzichtbar (ein Kopftuch jedoch unproblematisch). Weiter → (Für ein Recht auf Gesicht – zur Burka-Debatte)

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Claudia am 02. Februar 2011 — 12 Kommentare

Diktatorendämmerung und westliche Heuchelei

„Es steht also zu befürchten, dass jetzt doch alle arabischen Machthaber zittern müssen“ sagte die Nachrichtensprecherin Ute Brucker gestern im ARD-Brennpunkt.

Trotz der von Tag zu Tag Umsturz-freundlicheren Berichterstattung trifft man den Ton noch nicht so recht. Kein Wunder, hat „der Westen“ doch Jahrzehnte lang all diese Diktatoren unterstützt, deren Volk jetzt aufsteht und all das fordert, was für uns hier selbstverständlich ist. Hauptsache „Stabilität“, damit unsere Firmen ungestört ihren Geschäften nachgehen können und die Urlaubslaune der Touristen nicht getrübt wird. Vor allem aber: damit keine „Islamisten“ an die Macht kommen und die Mauer rund um Europa andere bewachen. Weiter → (Diktatorendämmerung und westliche Heuchelei)

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Claudia am 27. Januar 2011 — 5 Kommentare

Schluss mit dem Krieg in Afghanistan!

Christian Ströbele ist „mein“ Abgeordneter im Bundestag. Regelmäßig gewinnt er sein Direktmandat in Friedrichshain-Kreuzberg – und ich wähle ihn immer wieder gerne. Oft ist er ein sperrig-radikaler Stachel im Fleisch der GRÜNEN und nicht immer bin ich mit allem einverstanden, was er so vertritt.

Heute aber hat er in der TAZ eine Rede veröffentlicht, die mir aus dem Herzen spricht: „Ändert endlich die Strategie!“ Im Vorspann heißt es: „Die Rede, die ich für die Grünen im Bundestag halten will, die sie mich aber nicht halten lassen. Doch wir können nicht einfach so weitermachen. „

Ströbele zeigt auf, wie ein zunächst fast friedliches ISAF-Mandat (Schutz der Regierung und Verwaltung, Waffeneinsatz nur zum Schutz der Bevölkerung oder zum Eigenschutz) sich nach und nach in einen Kriegsauftrag verwandelt hat. Hier ein Auszug aus seiner Beschreibung der Situation: Weiter → (Schluss mit dem Krieg in Afghanistan!)

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Claudia am 24. Januar 2011 — 17 Kommentare

Im Dschungelcamp sterben? Wie Rainer Langhans sich doch noch zum Affen macht. Oder doch nicht?

Dass das Private politisch und die Liebe frei sei, das erfuhr ich mit 14 von Rainer Langhans und seiner Kommune 1. Die Avantgarde der 68er Kulturrevolution ließ sich nackt fotografieren und zeigte dem deutschen Spießertum ihre attraktiven Hintern – und mir hat das verdammt gut gefallen!

Obwohl viel zu jung, um irgendwo in der „Bewegung“ mitzumischen, erfasste uns Teenys der revolutionäre Schwung: der Zeitgeist änderte sich, die Eltern waren fassungslos, die Lehrer plötzlich willig, „zu diskutieren“. Wir kleideten uns freizügig bis provozierend, mischten uns nachmittags unter die „Gammler“ im Stadtpark und rauchten dort unsere ersten Joints. Die Schilder mit dem damals üblichen „Rasen betreten verboten“ wurden abgeräumt. Was für eine tolle Zeit! Weiter → (Im Dschungelcamp sterben? Wie Rainer Langhans sich doch noch zum Affen macht. Oder doch nicht?)

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Claudia am 17. Januar 2011 —

Das längste Posting meines Bloggerlebens

Wer ab und an im Digital Diary liest, ist längere Artikel gewöhnt. Manchmal ergibt sich sogar eine lebendige Diskussion mit ebenfalls nicht ganz kurzen Kommentaren, was mich immer wieder sehr freut.

Zeigt es doch, dass eben doch nicht alle ausschließlich die Häppchen-Kost goutieren, die in unser schrecklich schnellen Zeit die dominierende Text-Form darstellt. Es gibt tatsächlich noch Menschen, die einem längeren Gedankenspiel folgen wollen. Schön!

Grafik Kunst des Alterns: alte Dame und mittelalter MannJetzt lade ich Euch alle ein, quasi „Level 2“ zu erleben:

Zur Kunst des Alterns – Warum es auch jungen Menschen vor dem Alter grauen kann.

Susanne (SuMuze) war so freundlich, meiner Einladung zu folgen und einen Gastbeitrag für mein neuestes Blog zu verfassen.
Ich habe darauf verzichtet, ihn in Fortsetzungen zu bringen, sondern auf mehrere Seiten verteilt.
Weil ich ihn GUT finde, wie er ist und man ihn AM STÜCK lesen sollte.

Womit nun also der längste Artikel, der je in einem Klinger-Blog erschienen ist, das Licht der Netzwelt erblickt hat. Wäre er deshalb anstrengend oder gar langweilig, hätte ich ihn so nicht gebracht. Aber lest selbst.

(Kommentare hierzu hab‘ ich geschlossen, denn die wünsche ich mir „drüben“).

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