Claudia am 23. Juni 2010 — 9 Kommentare

Das Meer in mir: Film über das Recht auf selbstbestimmtes Sterben

Es war schon sehr spät. doch bei diesem Film bin ich dann doch hängen geblieben: „Das Meer in mir“ erzählt die Geschichte des Ramon Sampedro, der seit 26 Jahren vom Hals abwärts gelämt ist und für sein Recht auf ein selbst bestimmtes Sterben kämpft. Mit 25 hatte er einen Badeunfall, bei dem er – abgelenkt durch den Blick auf eine schöne Frau – kopfüber in allzu flaches Wasser sprang und sich dabei das Genick brach.

Die vielen Jahre seitdem gehörte Ramon ganz offensichtlich zu den glücklicheren Schwerbehinderten: die Familie seines Bruders kümmert sich aufopferungsvoll um ihn, er bekommt viel Besuch, schreibt mit einem Stift im Mund veröffentlichungsfähige Gedichte und ist – man staunt ein wenig! – meist ziemlich gut gelaunt. Dennoch empfindet er sein komplett von Anderen abhängiges Leben als würdelos und will es beenden, wofür er dann auch eine Anwältin engagiert, die sich (ebenfalls von einer tödlichen Krankheit betroffen) auf dem Rechtsweg für sein Anliegen einsetzt. Weiter → (Das Meer in mir: Film über das Recht auf selbstbestimmtes Sterben)

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Claudia am 19. Juni 2010 — 25 Kommentare

Vertrauen in der Liebe – eine schwindende Ressource?

Gelegentlich schaue ich nach, welche Digital Diary-Artikel den größten Anklang finden. Dabei steht lange schon der Beitrag „Vertrauen und Beziehung“ mit großem Abstand an erster Stelle. Der Beitrag hat sechs bis zehnmal so viele Leser wie der nachfolgende, und das dauerhaft!

Mich stimmt das nachdenklich: Vertrauen scheint ein großes Problem zu sein und ich frage mich, ob denn die Menschen heute weniger „vertrauenswürdig“ sind als früher? Oder – dazu neige ich eher – liegt es an den gestiegenen Erwartungen, die an eine Liebesbeziehung gestellt werden?

Aus allen Kanälen wird uns heute nahe gelegt, uns den Bedürfnissen der Wirtschaft anzupassen, hoch flexibel zu sein, lebenslang zu lernen, den Wohnort für eine Arbeit zu wechseln und unser gesamtes Auftreten dem jeweiligen Anlass entsprechend perfekt zu stylen. Als besonders erfolgreich gilt, wer „zur Marke wird“: die Kraft, das eigene Image zu gestalten scheint zwei unvereinbare Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Ressource für dieses Me-Styling ist ja immerhin die eigene Individualität, man verteidigt also einen Rest persönlicher Freiheit und macht damit sogar Kasse. Andrerseits ist so eine „Marke“ dann aber auch ein Hindernis: wer es mal geschafft hat, JEMAND zu sein, kann sich nicht mal eben so erlauben, morgen ganz anders zu werden – jedenfalls nicht ohne Verluste. Weiter → (Vertrauen in der Liebe – eine schwindende Ressource?)

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Claudia am 11. Juni 2010 — 6 Kommentare

Entfremdung – mal anders

Es liegt in der Macht eines Schreibenden, einem Wort eine neue, ureigene Bedeutung zu geben, die vom allgemeinen Verständnis deutlich abweicht. Thinkabout hatte sich so ganz eigene Tagebuchgedanken zur Entfremdung gemacht, woraufhin er zu einem Interview-Gespräch ‚rund um sein „fremdeln“ eingeladen wurde. Den ungeschnittenen Podcast hab‘ ich mir grade auf rebell.tv angehört.

ThinkaboutNormalerweise höre ich kaum Podcasts und schaue nur wenige Videos: einen Text kann ich viel schneller erfassen und meine Aufnahmegeschwindigkeit selbst bestimmen. Wogegen mich zuhören und zusehen dem Timing der Akteure ausliefert, wofür mir oft genug die nötige Hingabebereitschaft fehlt. Weiter → (Entfremdung – mal anders)

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Claudia am 10. Juni 2010 — 32 Kommentare

Schubumkehr: Vom Buchstabenglück zurück zum Sinn

„Vom Sinn des Lebens zum Buchstabenglück“ ist der Untertitel dieses, jetzt gut 11 Jahre alten Webdiarys. Der Titel bezog sich auf eines meiner ersten Themen im Web: „Sinn des Lebens“ war eine exemplarische Suchanfrage, an deren Ergebnissen entlang ich einen später recht erfolgreichen Artikel über Philosophie im Netz schrieb, zu Zeiten, als die breite Öffentlichkeit noch nicht ahnte, was sich da „online“ entwickelte. Dass ich 42 (!) Jahre alt war, als ich meine erste Homepage baute, spielte ebenfalls eine Rolle – und das „Buchstabenglück“ sollte aussagen, dass es mich glücklich macht, über alles zu schreiben und im Netz zu kommunizieren, was mich bewegt. Ganz unabhängig vom Thema und auch davon, was durch dieses Schreiben BEWIRKT wird.

Ich fühlte mich angekommen in meiner eigentlichen Profession: Schreiben, kommunizieren, Webprojekte entwickeln – für mich und für andere. Auch alle beruflichen Aktivitäten zuvor lagen schon auf dieser Linie, wenn auch noch ohne Netz. Fantasievolle Öffentlichkeitsarbeit war mein Beitrag zu den politischen Themen, für die ich in jungen Jahren kämpfte: es fiel mir leicht und machte riesigen Spass! Nebenbei hatte ich ein Studium zur Dipl-Kommunikationsdesignerin hinter mich gebracht, und später entwickelte ich Kampagnen zur Klima-Problematik, lange bevor das Thema richtig hochkochte. Das Netz entdeckte ich dann 1995 und schrieb ab 1996 Beiträge für Printmedien über „Internet und….“ – bis die kommerziellen Akteure das Web okkupierten und fortan nur noch „nützliche“ Themen gefragt waren (Arbeit finden, Shoppen, Technik, Erotik). Weiter → (Schubumkehr: Vom Buchstabenglück zurück zum Sinn)

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Claudia am 09. Juni 2010 — 5 Kommentare

Vom Guten im Schlechten: zum Sparpaket

Nun ist also Schluss mit „Freibier für alle“: Das Sparpaket der Koalition nimmt den Hartz4ern das Elterngeld und streicht den Rentenbeitrag – auf dass „künftige Generationen“ dann die Grundsicherung bezahlen, die nun mit größerer Wahrscheinlichkeit zum Rentenschicksal vieler wird. Auch Übergangszuschläge zu Hartz4 entfallen, genau wie Heizkostenzuschüsse für Wohngeldempfänger.

Auch die meisten anderen Sparmaßnahmen sind so geartet, dass nicht etwa die „starken Schultern“ mehr belastet werden, sondern die vielen Verbraucher, die bald bei Flugreisen und vermutlich auch bei Fahrten mit der Bahn tiefer in die Tasche greifen müssen. Dass der Arbeitgeberverband das Sparpaket begrüßt, spricht ja für sich genommen schon Bände: von „sozial ausgewogen“ kann nicht die Rede sein, man hat schlicht dort gespart, wo der geringste Widerstand zu erwarten ist. Wogegen die Vorhaben, die bezüglich Banken und Wirtschaft geplant sind, derzeit mehr Luftnummer und Hoffnung sind als reale Fakten. Ganz zu schweigen von der Unverschämtheit, mit der „durch die Hintertür“ die Verlängerung der AKW-Laufzeiten auf einmal zum Sachzwang für die Erreichung der Sparziele gemacht wird! Weiter → (Vom Guten im Schlechten: zum Sparpaket)

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