Claudia am 18. Juli 2006 —

Kraft zur Veränderung ?

Jeden Morgen öffne ich die Espressokanne, indem ich die obere Hälfte aus dem Gewinde drehe. Der Alu-Einsatz mit dem feuchten Kaffeesatz von gestern wird über dem Mülleimer ausgeklopft, dann ausgespült. Nun kommt Wasser in die untere Hälfte, dann mahle ich den Kaffe, fülle den Einsatz mit dem duftenden Pulver, streiche die Oberfläche glatt und schließe die Kanne wieder. Die Milch kommt in einen extra Topf, dann entzünde ich die Gasflammen. Gute fünf Minuten werden verstreichen, bis der Kaffe durch den entstehenden Dampfdruck in die obere Hälfte der Kanne gepresst wird und mittels eines röchelnden Geräusches signalisiert, dass er fertig ist. Wenn ich in dieser Zeit an den PC gehe und mich in die ersten Mails des Tages vertiefe, kann es gut sein, dass ich es überhöre, bzw. vergesse. Dann erinnert mich irgendwann der Kaffeeduft, ich springe auf und rette, was zu retten ist – die Milch ist schon mal übergekocht, hat sich aber auch wieder „beruhigt“. Nun gieße ich den Espresso aus der Kanne in den Milchtopf und dann in eine Tasse – der Tag kann starten!

Seit Jahren beginnen meine Tage mit diesem immer gleichen Ablauf. Es ist eine Routine, die mir „wie im Schlaf“ von der Hand geht, einschließlich der offenbar nicht ausrottbaren Fehler. Dass etwa jedes fünfte mal die Milch überkocht zeigt mir, wie unvollkommen ich bin, zeigt mir meine fehlende Wachheit und das Aufmerksamkeitsdefizit, dass ich bezüglich solch vermeintlich unwichtiger physischer Prozesse an den Tag lege. Längst könnte ich eine automatische Espressomaschine benutzen, könnte die Milch gefahrlos aufschäumen, doch zu einer solchen Veränderung hab‘ ich keine Lust: die Einfachheit der traditionellen Kanne gefällt mir und ich finde es in Ordnung, dass der Verlauf des Prozesses „Kaffee kochen“ mir etwas über mich, über mein aktuelles „in-der-Welt-sein“ zeigt – auch wenn das nicht gerade schmeichelhaft ist. Die derzeitige Kanne hat mal wieder keinen Henkel, der ist weggeschmolzen, als ich sie mal zu lange auf dem Herd stehen ließ. Also fasse ich sie mit einem nassen Lappen an und muss aufpassen, mir dabei nicht die Finger zu verbrennen. Vielleicht gönne ich mir zum Geburtstag eine neue und hoffe, dass ihr nicht das gleiche Schicksal wiederfahren möge – garantieren kann ich es nicht.

Routine und Gewohnheit

Mein Alltag funktioniert mittels Routine und Gewohnheit. Kaffee kochen, Emails lesen, den Kunden zuarbeiten, telefonieren, ins Web schreiben, ein kleiner Imbiss zwischendurch und alle zwei Tage mal einkaufen gehen. Zwar hab‘ ich ein recht kreatives Berufsleben, in dem ich oft etwas Neues mache, doch bei genauerem Hinsehen ist zumindest der Umgang mit den vielerlei Aufgaben eingefahrene Routine: die Art, wie ich die Arbeit in der endlos fortgeschriebenen To-Do-Liste erfasse, die mir niemals das Gefühl gibt, fertig zu sein; das lange Sitzen vor dem Monitor ohne gesundheitsfördernde Gymnastikpause; das Aufschieben eigener Projekte, weil immer etwas anderes wichtiger ist; die Trotzhaltung, die gelegentlich aufkommt, wenn der Berg vor mir schreit: „Arbeite! Konzentriere dich!“ und ich dann doch erst noch ein bisschen privat maile oder in einer Community schreibe. Auch die Haltung zum großen Thema „Geld verdienen“ ist ein Konglomerat aus inneren Gewohnheiten, aus eingefleischten Urteilen und Vorurteilen, die mein Verhalten bestimmen und dazu führen, dass ich immer mal wieder ins Minus rutsche. Dann werde ich unruhig, unternehme „dies und das“, um die Lage wieder zu wenden, doch sobald das gelungen ist, versacke ich wieder im üblichen Trott, mit dem ich gerade soviel Einkommen erziele, dass ich über die Runden komme: ohne Rücklagen, ohne Urlaub, ohne die Möglichkeit, wenigstens bei Krankheit einfach alle Viere grade sein zu lassen.

Dies ist beileibe KEINE Klage! Mir ist wohl bewusst, dass ich mit meinem Verhalten genau die Realität erzeuge, in der ich dann lebe – und dieses Leben ohne Sicherheiten und Luxus hat mich lange nicht gestört, im Gegenteil! Ich fühlte mich frei und ungebunden, legte auf Luxus keinen Wert und sehnte mich nicht nach Auszeiten, denn meine Arbeit befriedigte und erfüllte mich. Warum Urlaub, wenn ich doch da lebe, wo es mir gefällt? Warum Freizeit, gar Auszeit, wenn ich doch nichts lieber tue, als eine Website gestalten, einen Text schreiben, einen Schreibkurs leiten, ein neues Projekt voran treiben?

Wünsche – Wurzeln der Veränderung?

Nicht ohne Grund kippt diese Rede neuerdings tendenziell in die Vergangenheitsform. Dabei stimmt noch immer alles: die Arbeit macht Freude, immer wieder, immer neu. In meiner Wohnung in Berlin Friedrichshain fühl‘ ich mich sauwohl und wollte nirgendwo anders hin. Nach 18 Uhr hab‘ ich seit einigen Jahren eine Art „Feierabendgefühl“ und von Samstag Mittag bis Montag früh ist mir das freie Wochenende zur Gewohnheit geworden.
Und doch: es sollte sich etwas ändern! ICH möchte mich ändern, spüre deutlich, dass mir das, was ist, nicht mehr reicht. Es sollte mehr Leben geben neben der Arbeit, nicht bloße Erholung der Arbeitskraft im Rahmen des Nötigsten. Den Hauch von Freiheit und Abenteuer, der mich bei neuen Projekten inspiriert, will ich auch jenseits der Arbeit spüren. Die Reise nach Kambodscha im Februar, zu der mich ein besser verdienender Freund einlud, hat mir gezeigt, wie spannend die Welt „da draußen“ ist – gerne hätte ich MEHR davon! Aber mit meinem derzeitigen Einkommen ist an Rumreisen nicht zu denken! Es müsste um 50 bis 100 Prozent steigen, damit ich guten Gewissens mal ein paar Wochen aussteigen könnte.

Und neulich war ich krank: eine Zahngeschichte mit Fieber und heftigen Schmerzen, die mich so mitnahm, dass ich zum ersten Mal erlebte, wie es ist, weitgehend arbeitsunfähig zu sein – und dennoch weiter zu arbeiten, weil der Kunde ruft. Am Sonntag werde ich 52 und hab‘ in einem langen und nicht immer gesunden Leben allerlei „Gründe zum krank sein“ gesetzt, deren Wirkungen vermutlich nicht ausbleiben werden – was wird sein, wenn ich mal ernsthaft ausfalle? Mein finanzieller Horizont reicht immer gerade mal sechs bis acht Wochen, dann ist auch der Dispo ausgeschöpft – und dann? Dann muss mein Pfleger auch Sozialarbeiter sein und mich behördlich „verhartzen“ – was für eine ungute Perspektive!

auf Stralau - Berlin Friedrichshain Luxus? Brauch‘ ich immer noch nicht, aber ich sehne mich nach wirklich erholenden Aktivitäten: mal eine Woche Kur für den geplagten Bewegungsapparat, ein Yoga- oder TaiChi-Wochenende irgendwo im Grünen, ein Meditations-Retreat in der Stille. Eine Jahreskarte fürs Kieser-Training bei mir um die Ecke würde mich in Bewegung versetzen, mich kräftigen und das viele Sitzen ausgleichen, ohne dass ich gleich zwei drei Stunden unterbrechen muss. 30 Minuten Krafttraining morgens und abends – hey, das würde mein Leben gewaltig verbessern und mich vor allerlei Zipperlein bewahren, die in meinem Alter üblicherweise aufkommen! Und auch der Geist wäre beglückt, wenn ich mir ein paar Mal im Jahr eine heraus ragende Kulturveranstaltung gönnen könnte, auch wenn der Eintritt 20 bis 50 Euro kostet.

„Hier und jetzt“ ist nicht mehr ALLES

All das wird nur möglich werden, wenn mein Einkommen steigt, wenn ich mich also entsprechend verändere: Weniger „im Augenblick vegetieren“, um mich punktuell der Arbeit zu entziehen, sondern konsequenter und mit eingeplanten Pausen an konkreten Vorhaben arbeiten; mehr eigene Projekte entwickeln, die über das hinaus gehen, womit ich bisher mein Geld verdiene. Mit „Schreibimpulse.de“ hat das schließlich schon einmal geklappt: vier Kurse im Jahr würden dieses „Standbein“ verstetigen und ich könnte – daran angelagert – noch andere Dienste und Produkte rund ums Thema Schreiben & Selbsterfahrung anbieten. Und das ist nur eine Idee unter mehreren, die mir dazu einfallen.

An Ideen hat es mir allerdings noch nie gemangelt, auch nicht am Wissen oder den erforderlichen Fähigkeiten für deren Umsetzung. Das „Problem“ ist die Veränderung im Alltag, das Einüben neuer Gewohnheiten und Routinen, die zu einem auch finanziell erfolgreicheren Arbeiten gehören. Es gibt da ja eine ganze Palette bekannter Ratschläge, die allen Existenzgründern und expansionswilligen Selbständigen gerne gegeben werden: werde dir klar, was du erreichen willst! Formuliere deine Ziele und am besten auch gleich Zeiträume, in denen du sie erreichen willst! Finde Wege und Methoden und teile sie in einzelne Schritte auf, plane deine Arbeit entsprechend und kontrolliere stets, ob du dich mit dem, was du tust, dem Ziel annäherst!

Mir war das alles immer zu aufgesetzt, zu entlegen, zu sehr orientiert an einer abstrakten Zukunft, während wir doch stets in der Gegenwart leben. JETZT wollte ich glücklich sein und genießen, nicht irgendwann später. Wünsche hatte ich kaum je welche und wollte auch keine „entwickeln“, bloß um meine Arbeit zu effektivieren. Ja warum denn? Ist es nicht viel schöner, ganz entspannt im hier und jetzt spontanen Impulsen zu folgen?

Genau das hab‘ ich nun in einem Jahrzehnt Selbständigkeit ausgiebig getan und es lief nicht schlecht, gab mir genau das, was ich immer gewollt hatte: Freiheit in Form von Ungebundenheit, kein Besitz und damit kein Ballast, keine teuren Versicherungen, keine langfristigen Verbindlichkeiten, kein Korsett aus Pflichten und Erwartungen, die unter allen Umständen eingehalten werden müssen. Statt dessen kurzfristige Werkaufträge und Schreibkurse, immer wieder etwas Neues, dessen Aufbau mich reizt, wogegen die Mühen der Ebene, der Pflege des Bestehenden eher nicht mein Ding waren.

Wechselzeit

Mir scheint jetzt, dieses Leben wird sich noch einmal verändern bevor Schluss ist (toi toi toi!). Und zwar nicht allein wegen der oben genannten Sicherheits- und Luxusbedürfnisse, die mit 50plus naturgemäß wichtiger werden, sondern auch, weil sich meine Wünsche in Bezug auf die Arbeit verändern. Ich möchte den Wirkungsgrad meines Tuns erhöhen, nicht nur finanziell, möchte auch mal jemanden fördern und bleibende Projekte etablieren, die auch für andere Arbeit schaffen. Es würde mir gefallen, schöne Dinge zu produzieren und zu vermarkten, die man anfassen kann und nicht nur am Monitor wahrnehmen – und auch mal wieder etwas mit „sozialem Sinn“ unternehmen: aus der Fülle heraus, nicht aus Ressentiment, Kritik und Mangelgefühl!

Was ist es, das uns die Kraft gibt, uns wirklich zu verändern?? Alleine aus dem Kopf heraus funktioniert es nicht, das hab‘ ich oft genug erfahren und versuche es erst gar nicht mehr.

Gerade ist ein lieber Mensch dabei, eine neue Software für die Schreibimpulse-Kurse zu programmieren. Den ersten Kurs, der Ende September in der neuen „Umgebung“ stattfindet, werde ich dieser Frage widmen (mehr in den nächsten Tagen auf Schreibimpulse.de). Irgendwo muss ich ja anfangen! Warum nicht im Reich des kreativen Schreibens der Frage nachspüren, was es ist, das uns verändert? In dieser Zeit vieler „zugemuteter“ Veränderungen ist das sowieso ein gutes Thema!

Jetzt ist die nächste Kanne Kaffee fällig – ich werde eine Pause machen, dann kocht auch bestimmt die Milch nicht über.

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Diskussion

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22 Kommentare zu „Kraft zur Veränderung ?“.

  1. Liebe Claudia,
    du mischt hier Themen, die fuer mich ganz unterschiedliche Bedeutungen, Wertigkeiten haben:
    – Routine, ok oder nicht
    – Achtsamkeit im Alltag, mit Dingen
    – wieviel Absicherung fuer die Zukunft braucht man
    – Sinn des Lebens und der Arbeit (Nachhaltigkeit, Nutzen fuer die Gesellschaft)
    Auch gehe ich diese Themen fuer mich ganz unterschiedlich an. Waehrend es Geschmacksache ist, wie viel Routine einem gut tut oder wie viel Achtsamkeit man leben moechte, ist es empfehlenswert, das Vorsorgethema sehr systematisch anzugehen – wenn es so weit ist (zum Beispiel Arbeitsunfaehgkeit), ist es zu spaet. Insbesondere, wenn dir deine Unabhaengigkeit wichtig ist, ist ein gewisses Polster ein guter Schutz. Und das ist dann auch kein Luxus, ein paar Ruecklagen zu haben, sondern Notwendigkeit.

    Wenn ich deine Darstellung in diesem Taxt dann in den Zusammenhang mit deiner Forderung nach einer Grundversorgung durch den Staat stelle, verstehe, warum dir ein soziales Netz (ohne Bedingungen) so wichtig ist.

  2. Ich schreibe hier halt keine Fachartikel, sondern darüber, was ich erlebe und was mir dabei so durch den Kopf geht. Natürlich ist mir klar, was Mensch alles „tun sollte“, was vernünftig und sinnvoll wäre – allerdings bin ich das eben nicht, bzw. nur partiell.

    Was speziell die Altersversorgung angeht, gehöre ich ganz allgemein zur „angeschmierten“ Generation der 50plus: als wir jung genug waren, um noch mit überschaubaren Beiträgen sinnvoll eine private „Säule“ aufbauen zu können, war davon nirgends die Rede! Und jetzt ist es lange schon „zu spät“! Jetzt hilft nur noch, mal ordentlich Schotter zu machen oder sich mit der bereits heute real existierenden Grundsicherung für mittellose Alte zu begnügen. (Das wiederum ist umso schmerzloser, je geringer die finanzielle Fallhöhe ist).
    Zum Glück fühle ich mich persönlich nicht beschissen, da ich auch ins gesetztliche System nicht lange und nicht viel eingezahlt habe. Für privates Sparen war eh nie Geld da, womit ich keinesfalls alleine stehe, wie ich weiß. Ich kenne genug Freiberufler und Unternehmer, die an Rücklagen nicht mal denken können, sondern im Gegenteil nur daran, wie sie die Banken noch bei Laune halten, damit es weiter gehen kann. Mir ist zum Glück KEIN Schuldenberg gewachsen in den bisher 10 Jahren – das sehe ich als Erfolg an.

    Thema Grundversorgung: Ich bin immer mal wieder ALG2-berechtigt (kann man auch als Selbständige beantragen, sobald man unter den Satz gerät) und könnte einen Antrag stellen, würde das aber immer mit aller Kraft vermeiden! Behörden und der Umgang mit ihnen ödet mich einfach zu sehr an und es lenkt extrem von der Arbeit ab.

    Das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens für alle finde ich faszinierend, da es mit einem Schlag vieles extrem vereinfachen würde: keine Arbeitsämter und Agenturen mehr, keine Jobcenter und Beschäftigungsunternehmen, keine Maßnahme-Träger, keine Prüfer und Überwacher von „Bedarfsgemeinschaften“. Könnte man alles einsparen und würde zudem erreichen, dass die heute meist gehassten (=körperlich anstrengenden oder langweiligen) Arbeiten eine sehr gute Bezahlung bekämen – sonst würde sie ja niemand mehr tun! Wogegen alle Jobs mit hohem Selbtverwirklichungsfaktor eher wenig „zusätzlich“ einbrächten.. eine durchaus diskussionswürdige „Umwertung aller Werte“. :-) Damit entfiele auch der Neid der unerfüllt Arbeitenden auf die „versorgte“ Lage der gar-nicht-Arbeitendenden, der heute zu dieser Hetze auf die angeblich faulen Arbeitslosen führt.
    Aufgrund seiner Radikalität ist das Modell natürlich utopisch – drüber reden muss aber dennoch drin sein! In einer Variante, die z.B. halbtags soziale (sinnvolle!) Arbeit als Gegenleistung fordert, finde ich es richtig gut! Nicht weil ich Leute zum arbeiten zwingen will, sondern weil diese Arbeiten gebraucht werden, in der Zukunft eher mehr als weniger.

  3. Hallo Leute,

    ich möchte aber daran erinnern daß ich (zum Glück) Tag für Tag „meinen Job“ mache, mit allen Widrigkeiten kämpfe und vor allem darum kämpfe daß „der Job auch noch etwas Spaß macht“, sonst müßte ich aussteigen, kann es mir wegen des Mammons, sprich regelmäßiges Gehalt aber auch nicht recht vorstellen.
    Die Daumenschrauben sprich Arbeitsdruck die in meiner Firma in den letzten Jahren angelegt wurden sind enorm.
    Die Arbeitsbelastung ist bestimmt Faktor 2 oder 3 gegenüber vorher.
    Unterlagen pflegen, Fahrzeug reinigen, Laptop aktualisieren, Mails aufmerksam lesen, Druckertinte gibt es nicht mehr = alles in der Freizeit.

    Wem´s nicht passt kann gehen, seid doch alle freiwillig hier.

    Die jährliche Lohnsteuer beispielsweise liegt in der Höhe eines Kleinwagens.
    Ob ich in 27 Jahren noch etwas davon „zurückkriege“ sthet in den Sternen.

    Grundversorgung schön und gut. Aber so ganz umsonst ?

    Ein nettes Wahlkampfmotto irgendeiner unbedeutenden Partei lautete: Geld ist genug da, Arbeit ist genug da – nur die Verteilung stimmt nicht.

    Die Heuschrecken machen unser Land kaputt – und alle, zumindest viele machen mit.

  4. „Ich schreibe hier halt keine Fachartikel, sondern darüber, was ich erlebe und was mir dabei so durch den Kopf geht.“

    Dazu habe ich eine Frage Claudia – warum schreibst du? Um deine Webpage zu fuellen und somit deine technischen und kuensterlerischen Gestaltungsfaehigkeiten zu zeigen? Oder um eine Botschaft zu vermitteln? Oder um zu zeigen welche menschlichen Kompetenzen du hast und dich so als Auftragnehmer attraktiv zu machen? Oder als Therapie, zur oeffentlichen Diskussion deiner Gedanken, Aengste, Vorzuege? Oder …?

    Gruss, Martina

  5. Dazu hab ich mal einen Beitrag geschrieben – wenn du magst:

    * Reflexionen in der ersten Person:
    * Von sich schreiben – Webdiarys und mehr
    * https://www.claudia-klinger.de/digidiary/30_06_03.shtml

    Kurz gesagt: Es ist ein Schreiben ohne konkretes „um zu“ – und es macht große Freude, es einfach zu TUN: sich hinzusetzen, in sich selbst hinein zu spüren und zu schauen, was kommt, was für ein Thema sich konkretisiert und wie. Eine Art Selbstbesinnung, Pause vom zweckorientierten Dasein – und vieles mehr. Lies den Artikel – im Moment ruft mich die Arbeit!

  6. Hallo Claudia,Hallo Martina.

    Claudia ich lese Deine texte gerne… ich versuche da auch nicht gross zu suchen ob du auf „kundenfang“ bist oder erzählen möchtest „wie toll“ du bist. Ich nehme sie als texte für die augenblickaufnahme, für dich und für andere. Nicht mehr und auch nicht weniger. Mir genügt es so und deshalb lese ich deine eben gerne.

    An Martina
    nimm die texte so wie sie sind….

    ps noch ein paar gedanken von mir:
    gegen den verfall der seele
    zu einem einfachen, großen flug
    für das leben

    Gute Zeit euch, warme tage
    Peter

  7. @Peter,

    na klar bin ich TOLL, aber Kunden fangen sich nicht HIER, sondern kommen allermeist auf Empfehlung vorhandener / gewesener Kunden! Deshalb gibts nicht mal ’ne „ordentliche“ aussagefähige Webwork-Seite – hab‘ ich seit Jahren vor, komme aber nicht dazu! :-)

    Die Hitze ist echt heavy! Fast wie in Kambodscha im Februar…

  8. doch noch mal kurz zum Inhalt…

    Liebe Claudia,

    Am Ende Deines Eintrags heißt es:

    Ich möchte den Wirkungsgrad meines Tuns erhöhen, nicht nur finanziell, möchte auch mal jemanden fördern und bleibende Projekte etablieren, die auch für andere Arbeit schaffen. Es würde mir gefallen, schöne Dinge zu produzieren und zu vermarkten, die man anfassen kann und nicht nur am Monitor wahrnehmen – und auch mal wieder etwas mit “sozialem Sinn” unternehmen: aus der Fülle heraus, nicht aus Ressentiment, Kritik und Mangelgefühl!

    Was ist es, das uns die Kraft gibt, uns wirklich zu verändern?? Alleine aus dem Kopf heraus funktioniert es nicht, das hab’ ich oft genug erfahren und versuche es erst gar nicht mehr.

    ~~~

    Selbst auf die Gefahr hin als Eso-Spinner empfunden zu werden, trau ich mich Deine zitierten Zeilen minimal zu ändern und lade Dich ein, einmal auf Deine Empfindungen zu achten, während Du die neue Version liest. Achte bitte besonders darauf, ob sich die Aussagen noch wahr anhören für Dich:
    ~~~~
    Ich erhöhe den Wirkungsgrad meines Tuns, nicht nur finanziell, ich werde auch mal jemanden fördern und bleibende Projekte etablieren, die auch für andere Arbeit schaffen. Es gefällt mir und ich nehme mir die Zeit dafür, schöne Dinge zu produzieren und zu vermarkten, die man anfassen kann und nicht nur am Monitor wahrnehmen – und auch werde ich mal wieder etwas mit “sozialem Sinn” unternehmen: aus der Fülle heraus, nicht aus Ressentiment, Kritik und Mangelgefühl!
    ~~~~
    Wie Du siehst, habe ich im Grunde genommen nur eine Barriere aus Deinen Wünschen und Vorstellungen genommen. Falls auch für Dich diese „Barriere“ nachhaltig verschwinden kann, verschwendest Du keine Energie mehr für die oft quälende Überwindung. Vertraue auf Deine Fähigkeiten. Du hast über Jahrzehnte bewiesen, dass Du Dinge, die Du umsetzen möchtest auch umsetzen kannst.

    Auf Deine Frage…
    „Was ist es, das uns die Kraft gibt, uns wirklich zu verändern?? Alleine aus dem Kopf heraus funktioniert es nicht, das hab’ ich oft genug erfahren und versuche es erst gar nicht mehr.“
    …habe ich nur die recht lapidar klingende Antwort: Unser Wissen um -, unser Vertrauen in unsere Fähigkeiten und ein wohlmeinendes Umfeld (auch das schaffe ich mir selbst!!) sind der Motor der Veränderungen. Je mehr geistige Barrieren bezüglich der Umsetzung verschwinden, um so effektiver kann mensch arbeiten.

    alles Gute, Hermann

  9. Hallo Claudia,

    während der lektüre fiel mir Gustav Heinemann ein:
    „Wer Veränderungen scheut, verliert was er hat“.

    und noch einige Aussagen zu Reichtum und Geld:

    „Reich ist, wer Herr seiner Zeit ist“ Dr. Freddy Simmet

    „Mit Geld kann man vieles nicht kaufen, Freundschaft, Liebe,
    Vertrauen …. – aber eines kann man nur mit Geld kaufen, das
    ist Freiheit“ Kurt Bootz

    „Geld ist gemüntzte Freiheit“ Dosojewski

    „Was man kann, daß vermag man und nennt es Vermögen,
    ebenso wie man Vermögen auch Reichtum nennt und darunter
    auch Reichtum an Geld versteht, weil man mit Geld etwas
    erreichen kann, zu tun vermag, machen kann, Macht hat.“
    ( Unbekannt )

    „Geld verdient nur wer liefern kann, was andere haben wollen“
    ( Unbekannt )

    In diesem Sinne viel Glück und viel Erfolg wünscht

    Hanskarl

  10. Ich darf das vielleicht so kommentieren: Es gibt Menschen mit einer angeborenen Schwermut (ich mag den Begriff Depression nicht). Na und? Sie ist Teil des Lebens.

    Viele Menschen haben für viele Dinge Talente und Begabungen. Weshalb wird die Schwermut – oder positiv ausgedrückt die Melancholie als destruktiv dargestellt?
    Ich finde, wir sollten einmal grundsätzlich über diese Begrifflichkeiten uns unterhalten – denn sie sind quatsch.
    Was die Psycho-Welt einem mittlerweile einzureden versucht über die Normalität – können wir nicht kaufend nicht einfach darauf scheißen?

    Sorry für meine unanständigen Worte. Weiter so, Claudia!
    Und ja… das Leben braucht Kraft! Nicht nur für uns, für jedes Tier, jedes Insekt… Sei kraftvoll! Das wünsch ich dir.

    Viele Grüße

  11. @Georg,

    wie kommst du jetzt aufs Thema Schwermut????

  12. Hi Claudia,

    spannendes Thema, das mich auch beschäftigt. Vor etlichen Jahren hatte ich die „Kraft zur Veränderung“ meines Eßverhaltens. Ich stellte meine Ernährung langfristig um und konnte so 30 kg. abnehmen und halte das Gewicht bis heute. Heute fehlt mir die „einfache“ Kraft mich regelmäßig für 15 min. auf die Meditationsmatte zu setzen. Sind die Motivation bzw. das Motiv verschieden? unterschiedlicher Leidensdruck? Darf man Veränderung erzwingen oder muss man sie geschehen lassen? Ist es eine Frage des Types? der Stufen? (du kennst Wilber, oder?)
    fragend
    Christian

  13. witzig! Das diskutiere ich gerade in der Ken-Wilber-Mailingliste – wenn auch nicht mit viel „Wilber-Bezug“ :-)

    http://de.groups.yahoo.com/group/KenWilber-de/

  14. hallo claudia,

    aus der Wilberyahoogroup habe ich auch den Link hierher. deswegen hätte ich wohl besser hinter das „du kennst Wilber, oder?“ noch einen ;-) gesetzt. sorry!!
    wollte dort aber (erst mal) nicht in die Diskussion einsteigen. deswegen hier nur ein kurzer Kommentar.

    liebe Grüße
    Christian

  15. an martina,
    was für projektionen hast du da am laufen, wieviel bullshit-sätze hast du da gespeichert, um sie auf claudia zu schleudern, verdammtnochmal.
    lies: ‚wer setzt sich da auf meine flügel‘ von ANGELIKA ALITI. ich stimme nicht mit allem überein, was sie denkt und schreibt, aber eines kann ich voll unterstützen und auch mir selbst immer wieder hinter die ohren schreiben:’WIR SOLLEN NICHT URTEILEN… gemeint ist, dass man die aktivitäten eines anderen nicht einschränken soll, sondern dass es gut wäre, sich auf eine weise zu verhalten, die die freiheit des anderen und der gemeinschaft vergrössert…‘
    einiges schreibt sie noch zu dieser ‚freiheit des anderen‘, dazu gehört für mich auch, dass du menschen, die anders leben als du, nicht aburteilst, weil du dich vielleicht so sehr darüber ärgerst, das du ‚arbeiten musst‘ und andere ‚herumsitzen‘, wie du meinst.
    schau doch einmal so, ich habe eine ähnliche passion -(freudscher verschreiber od. der wirklichkeit auf der spur) position wie claudia, bin um einiges älter und kann ein bisschen nachvollziehen, warum sie so lebt wie sie lebt und was vielleicht ihr auftrag sein könnte.
    achte ihre arbeit als arbeit und viel grössere anstrengung als einer von dir geschätzten arbeit nachzugehen – mit gehalt und steurabgaben undso. es bedarf einer ungleich grösseren willenskraft, sich tag für tag an eine arbeit zu machen, wo es keinen auftraggeber gibt, die du selbst iniziieren musst, als morgen für morgen an deine arbeitsstelle zu traben, die dir nicht wegläuft – und hoffentlich nie, da du ja sonst deine denkgewohnheiten ändern müsstest und vielleicht nicht einmal eine ausgeprägte kreativität zur verfügung hast, aus deren quellen du leben könntest. und weshalb menschen keiner geregelten arbeit nachgehen (können), ist dir sicher nicht umfassend bekannt. vielleicht sollten hier mal lebensläufe – aussergewöhnliche – erzählt werden, die dir die augen öffnen.

    warum liest du eigentlich claudias seiten? gibt sie dir nicht denkanstösse, vielleicht manchmal trost, und doch wenigstens einen unterbruch deiner denkgewohnheiten und sogar deiner arbeit und umfangreiche informationen?
    das ist doch schon mehr, als 10 euro die stunde verdientes.

    soweit erstmal. ich könnte stundenlang zu diesem thema was sagen. aber was solls, leuten wie dir, ist so nicht beizukommen. sie brauchen erst eine persönliche misere, damit sie mit anderen und dem leben und ihrem eigenen ACHTSAM umgehen und das leben als ein ganzes annehmen können. entschuldige diesen unachtsamen satz – immer gelingt es mir auch noch nicht…

    mit deinen anschuldigungen setzt du dich auch auf meine flügel!!!!!! geh runter da!

    rosadora

  16. @rosadora

    vermutlich wolltest du mich „verteidigen“, das ist lieb gemeint, aber nicht wirklich nötig! :-) Solche Postings sind doch eine gute Gelegenheit, hinzusehen, ob an den Unterstellungen was dran ist. Wer ist schon ganz frei von Ehrgeiz, vom Gefallen-wollen und all diesen allzu menschlichen Motivationen?

    Letztlich aber sagen die Art der Fragen, die gestellt werden, mehr über den Fragenden und sein/ihr Denken, Fühlen, Wünschen und Fürchten aus als über mich. Und deshalb fühl ich mich auch gar nicht angegriffen.

  17. an Claudia

    Liebe Claudia, ich habe diese Fragen nicht gestellt, um dich als Person zu disqualifizieren, sondern um deine Motivation und deine Gedanken besser zu verstehen. Ja, ich wollte dich auch etwas „challengen“ … aber in dem sicheren Glauben, dass du damit gut umgehen kannst und dich der Diskussion locker stellst. So war es dann ja auch, die Diskussion war insofern ok fuer mich und ich hoffe fuer dich auch.

    Gruss, Martina

    ——————–

    an Rosadora

    Ich weiss nicht, wer du bist und habe niemals Kontakt mit dir aufgenommen. Auch kenne ich dein „Fluegelprobleme“ nicht. Daher beziehe ich diese Anschuldigungen nicht auf mich – es kann nicht direkt mit mir zu tun haben. Ich moechte dich bitten, mir nicht weiter Gedanken und Handlungen zu unterstellen und mich auch nicht weiter anzugreifen.

    Gruss, Martina

  18. Liebe Claudia,
    probiere es doch mal mit einem trockenen Lappen. Hitze wird durch Nässe im Lappen viel schneller durch diesen hindurch geleitet…

  19. Deshalb macht man Nudeln ja auch in einem Topf mit Wasser und nicht in einem Tpof mit Luft warm-.-

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