{"id":93,"date":"2007-09-17T10:16:15","date_gmt":"2007-09-17T08:16:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2007\/09\/17\/kambodscha-reise-gebucht\/"},"modified":"2007-09-24T21:36:39","modified_gmt":"2007-09-24T19:36:39","slug":"kambodscha-reise-gebucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2007\/09\/17\/kambodscha-reise-gebucht\/","title":{"rendered":"Kambodscha-Reise gebucht"},"content":{"rendered":"<p>Nun steht es also fest: Am 13. Februar 2008 fliege ich wieder nach Kambodscha &#8211; mit demselben Liebsten an meiner Seite wie vor zwei Jahren, auch unser Gastgeber wird derselbe sein &#8211; ich freu&#8216; mich riesig! (Obwohl auch die <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2006\/02\/10\/angst-vorm-fliegen-die-reise-nach-kambodscha\/\">&#8222;Angst vorm Fliegen&#8220;<\/a> sich wieder meldet, doch das hab&#8216; ich  letztes Mal ja auch gut \u00fcberstanden).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Angkor Wat am Abend\" alt=\"Angkor Wat am Abend\" class=\"mitte\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/themes\/digidiary\/images\/angkorwat.jpg\" \/><\/p>\n<p>In Siem Reap werde ich dieses Mal mein Patenkind <strong>Khim Ponlen<\/strong> besuchen, das im House of Peace zur Schule geht:  ein Projekt der <a href=\"http:\/\/home.arcor.de\/dkg\/friedenshaus-kambodscha.htm\">Deutsch-Kambodschanischen Gesellschaft<\/a>, die diese Patenschaften in kleinem Rahmen vermittelt. Nach meiner R\u00fcckkehr im M\u00e4rz 2006 war ich so ber\u00fchrt und begeistert von diesem Land und den Menschen dort, dass ich mich entschloss, lieber den sprichw\u00f6rtlichen &#8222;Tropfen auf den hei\u00dfen Stein&#8220; beizutragen, anstatt wieder im Lamentieren \u00fcber all das, was dort getan werden k\u00f6nnte \/ sollte \/ m\u00fcsste, stecken zu bleiben.<!--more--><\/p>\n<h2>Deutsche (Miss-)Stimmungen<\/h2>\n<p>In der Ferne erkennt man das eigene besser: Nie zuvor war mir derart heftig aufgefallen, wie fr\u00f6hlich und gut gelaunt Menschen sein k\u00f6nnen, obwohl ihre Lebensbedingungen &#8211; mit unseren Augen betrachtet &#8211; hart, stressig und \u00e4rmlich sind. Dabei LIEBEN sie ihr Land aus ganzem Herzen, was angesichts des \u00fcblichen Sumpfs aus Korruption, Willk\u00fcr, Selbst-Bereicherung herrschender Gruppen und Kriegs-Altlasten kaum zu verstehen ist. Und es ist kein blo\u00df pflichtschuldig vorgezeigter Patriotismus:  Kambodschaner, die mitbekommen haben, dass wir nicht blo\u00df die \u00fcbliche Angkor-Wat-Besichtigung unternahmen, sondern mehrere Wochen im Land bleiben, waren schwer begeistert, die Hausdame unseres Gastgebers umarmte mich mit Tr\u00e4nen in den Augen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2006\/03\/10\/jetlag-und-deutsche-kaelte\/\">Zur\u00fcck in Deutschland<\/a> stie\u00df mir die allgemeine <strong>Miesepetrigkeit meiner Landsleute<\/strong> schwer auf. Vergleichsweise wie die Maden im Speck lebend, dominiert auf nahezu allen Ebenen das Jammern und Schimpfen: man beklagt die Verh\u00e4ltnisse, beschimpft &#8222;die Herrschenden&#8220;, sieht  \u00fcberall  die Haare in der Suppe, tr\u00e4gt Bedenken gegen\u00fcber quasi jeder positiven Initiative, suhlt sich im Zynismus der vermeintlich Machtlosen &#8211; und wenn mal die Sonne scheint, fragt man sich, wie lange das wohl anh\u00e4lt, denn ganz gewiss kommt ja schon bald wieder schlechtes Wetter!<\/p>\n<p>Ich bin selbst keinesfalls frei von diesem &#8222;Nationalcharakter&#8220;. Auf die Dauer w\u00fcrde mir z.B. das ewige &#8222;gut drauf sein&#8220; der Amerikaner auf den Senkel gehen, die Fr\u00f6hlichkeit der Kambodschaner trotz aller Widrigkeiten k\u00e4me mir &#8222;irgendwie falsch&#8220; und oberfl\u00e4chlich vor. Allenfalls f\u00fcr Italiener wirkt GUTE LAUNE als Grundhaltung passend, denn &#8222;bella Italia&#8220; mit seinen kulturellen, landschaftlichen und kulinarischen Vorz\u00fcgen kennen wir seit den 60gern als Ort des guten Lebens: da singt man &#8222;o sole mio&#8220;, tr\u00f6pfelt den teuersten Aceto Balsamico auf kurz blanchiertes Gem\u00fcse und alles ist gut!<\/p>\n<h2>Warum eigentlich so sesshaft?<\/h2>\n<p>Angesichts so eines Reisevorhabens wird mir wieder einmal bewusst, dass mich nichts mehr zwingt, an einem bestimmten physischen Ort zu verweilen. Meine Publikationen kann ich von \u00fcberall aus weiter f\u00fchren, wo es Zugang zum Netz gibt. Auch meinen Webdesign-Kunden ist es egal, ob ich ihre Seiten von Berlin, Phnom Pen oder Hintertupfingen aus betreue. Was h\u00e4lt mich also hier? Warum nicht zumindest zeitweise an anderen Orten leben und arbeiten? Mittlerweile reicht der regelm\u00e4\u00dfige Teil meines Einkommens aus, um die Berliner Festkosten zu decken &#8211; und die restlichen Lebenshaltungskosten sind ja vielerorts weit geringer als hier.<\/p>\n<p>Es ist wohl vor allem Tr\u00e4gheit, Angst vor der Fremde und die Tatsache, dass ich nie eine &#8222;Urlauberin&#8220; war, die regelm\u00e4\u00dfig dar\u00fcber nachdenkt, wohin man als n\u00e4chstes reisen k\u00f6nnte. Ich muss DORT auch etwas zu tun haben, einen realen Ankn\u00fcpfungspunkt \u00fcber blo\u00dfes touristisches Sightseeing hinaus finden, eben so, wie es sich f\u00fcr Kambodscha aus einer Mailfreundschaft ergeben hat.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Reise wird \u00fcbrigens ein wenig l\u00e4nger sein als die letzte. Mitte M\u00e4rz werden wir in den k\u00fchleren Norden Vietnams wechseln, denn dann wird es in Kambodscha richtig unangenehm hei\u00df. Ich freue mich auch drauf, eine liebe Bekannte wieder zu sehen, deren <a href=\"http:\/\/phnompenh.blogg.de\/\">Phnom Penh Tagebuch<\/a> ich immer gerne mitlese!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun steht es also fest: Am 13. Februar 2008 fliege ich wieder nach Kambodscha &#8211; mit demselben Liebsten an meiner Seite wie vor zwei Jahren, auch unser Gastgeber wird derselbe sein &#8211; ich freu&#8216; mich riesig! (Obwohl auch die &#8222;Angst vorm Fliegen&#8220; sich wieder meldet, doch das hab&#8216; ich letztes Mal ja auch gut \u00fcberstanden). 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