{"id":92,"date":"2007-09-13T08:00:24","date_gmt":"2007-09-13T06:00:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2007\/09\/13\/wie-viel-geld-ist-fuer-dich-genug\/"},"modified":"2014-02-03T23:01:05","modified_gmt":"2014-02-03T22:01:05","slug":"wie-viel-geld-ist-fuer-dich-genug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2007\/09\/13\/wie-viel-geld-ist-fuer-dich-genug\/","title":{"rendered":"Wie viel Geld ist f\u00fcr dich GENUG?"},"content":{"rendered":"<p class=\"small\">&#8230;diese Frage habe ich <strong>Bernd Franzen<\/strong> gestellt, dessen Entspannungsblog <a href=\"http:\/\/blog.imalltagleben.de\/\">&#8222;Im Alltag leben&#8220;<\/a> ich gerne lese. Ich freue mich, dass er sich zu einem <strong>Gastbeitrag<\/strong> zu diesem spannenden Thema hat hinreissen lassen!<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"rechts_or\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/themes\/digidiary\/images\/euro.jpg\" \/><\/p>\n<h2><em>Geld?<\/em><\/h2>\n<p>Als Claudia mich fragte ob ich zu dem Thema etwas schreiben wollte, war ich erst einmal \u00fcberfahren.<\/p>\n<p>Geld ist immer ein Thema &#8211; aber f\u00fcr mich eines mit Stolpersteinen, weil mir dazu der Bezug fehlt.<\/p>\n<p>Fr\u00fch stand ich auf mehr oder weniger eigenen F\u00fc\u00dfen. Das Studium habe ich alleine finanziert, bin also schon in jungen Jahren darauf angewiesen gewesen von dem zu leben, was ich erwirtschafte. Man sollte annehmen, dass man es dann lernt, Geld zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p><strong>Geld bestimmt unseren Status<\/strong>. Mit Geld sind wir Privatpatient beim Arzt, fahren erster Klasse &#8211; egal ob bei PKW, Bahn oder Flugzeug, haben ein dickes B\u00fcro ganz oben im Haus und in der Hierarchie. Mit Geld k\u00f6nnen wir uns das Leben bequem machen in dem wir andere f\u00fcr uns arbeiten lassen k\u00f6nnen und mit Geld haben wir viele Freunde. Jedenfalls wenn sie etwas von uns erwarten k\u00f6nnen. Geld ist Macht, Macht macht frei, weil wir selbst entscheiden k\u00f6nnen. Macht ist geil!<!--more--><\/p>\n<p>Es scheint ein Genfehler zu sein. Alle diese Verhei\u00dfungen des Geldes haben eines nie vermocht: Mich zu animieren mehr daf\u00fcr zu tun, als unbedingt n\u00f6tig. <strong>Kostspielige Statussymbole<\/strong> sind nicht mein Ding. Beruflich und famili\u00e4r bin ich auf ein Auto angewiesen, also habe ich eines. Sogar ein bequemes, weil ich Vielfahrer bin und die alten Leute in der Familie einen guten Einstieg brauchen. Es ist aber kein Stern dran und aus Bayern kommt es auch nicht. Wir nennen das Ding franz\u00f6sische Badewanne und es passen 7 Leute rein. Das ist praktisch und bequem. Und wenn eine Schramme dran ist, dann ist die eben dran.<\/p>\n<p>Die Einrichtung ist von einem schwedischen M\u00f6beldiscounter, weil niemand von uns B\u00f6cke hat, f\u00fcr einen Sessel tagelang durch die Gegend zu laufen. Zudem tut es der alte Sessel noch, wenn man eine Decke dr\u00fcber legt. Wenn ich in unserer Vorortstra\u00dfe, wo viel Wert auf Statussymbole gelegt wird, wahrgenommen werde, dann vermutlich als der Typ mit den vielen Pflanzen vor dem Haus, von dem niemand so richtig wei\u00df wie und wovon er lebt. Was &#8222;Richtiges&#8220; kann es jedenfalls nicht sein ;-)<\/p>\n<p>Es ist durchaus nicht so, als w\u00fcsste ich <strong>Luxus und Bequemlichkeit<\/strong> nicht zu sch\u00e4tzen. Selbst Macht haben oder die nach au\u00dfen gehende Darstellung von genug Geld (= genug Macht) ist mir keine besonders unangenehme Vorstellung. Die daf\u00fcr notwendige Geldmenge zu erwirtschaften w\u00fcrde aber bedeuten, dass diese Dinge in meinem Leben eine <em>zentrale<\/em> Stellung einnehmen w\u00fcrden. Und da liegt der Knackpunkt. Der Genfehler ist wohl ein Fehlen von Sehnsucht nach Machtsymbolen und die damit verbundenen falschen Freundschaften.<\/p>\n<p>Fr\u00fch &#8217;selbstst\u00e4ndig&#8216;, <strong>immer freiberuflich arbeitend<\/strong>, mit Kindern und Familie muss man lernen mit Geld umzugehen. Wenigstens der &#8222;Grundkurs&#8220; soziale Absicherung und &#8222;Wie ich meine Krankenkasse bezahle&#8220; sind Pflicht. Aber warum soll ich mich in die M\u00fchlen begeben um ganz besonders viel Geld verdienen zu wollen?<\/p>\n<h2>Lebensunterhalt: Nebenprodukt frei gew\u00e4hlter Arbeit<\/h2>\n<p>Ich arbeite viel. In einem Brotberuf, zus\u00e4tzlich als Yogalehrer und Entspannungstrainer und bin ehrenamtlich im Vorstand eines bundesweit t\u00e4tigen Verbandes der Gesundheitsselbsthilfe t\u00e4tig. Schon immer habe ich Dinge &#8222;gearbeitet&#8220; die mir etwas bedeutet haben. &#8222;Jobs&#8220; hatte ich nur in meiner Studienzeit, um Miete und Nahrungsmittel zu bezahlen. Danach ging es in so gut wie jeder T\u00e4tigkeit nicht mehr prim\u00e4r um den Lebensunterhalt: der ist sozusagen als <strong>Nebenprodukt<\/strong> abgefallen. Es waren immer Projekte oder T\u00e4tigkeiten die ich \u00fcbernommen oder angenommen hatte <em>bevor<\/em> ich wusste, ob man damit auch Geld verdienen kann. Ich habe mich auch nie um eine &#8222;Stelle&#8220; beworben, es waren immer andere, die auf mich zukamen und mir etwas Interessantes angeboten haben. Oder es wurden Ideen f\u00fcr Projekte gemeinsam entwickelt und dann auch durchgezogen.<\/p>\n<p>Da ich mir in den Kopf gesetzt habe in Zukunft <strong>mehr Entspannung zu unterrichten<\/strong>, stehe ich jetzt allerdings erstmals unter dem Zwang, Werbung f\u00fcr meine Kurse machen zu m\u00fcssen. Eine interessante Erfahrung, erstmals in meinem Leben um Arbeit, wenigstens ein wenig, buhlen zu m\u00fcssen. Aber auch hier ist es nicht das Geld, was mich treibt. Es ist wieder der brennende Wunsch, hier mehr zu machen. Geld im machtbringenden Umfang l\u00e4sst sich als Yogalehrer ohnehin nicht verdienen.<\/p>\n<h2>Also bedeutet mir Geld nichts?<\/h2>\n<p>Doch, Geld bedeutet mir etwas. Wohnung, Essen, soziale Absicherung sind mir wichtig. Und ich bin sehr dankbar, dass ich mir dar\u00fcber nicht mehr Sorgen machen muss als jeder andere, der einer Arbeit nachgeht. F\u00fcr diese Dinge reicht es im Moment, die Situation ist stabil. Zudem stehe ich nicht alleine da, denn meine Partnerin unterst\u00fctzt mich und die Absicherung der Familie betreiben wir als Familie, nicht als Einzelk\u00e4mpfer.<\/p>\n<h2>Und was ist mit Geld = Macht?<\/h2>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"rechts_or alt=\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/themes\/digidiary\/images\/daumen-hoch.jpg\" \/>Macht hat mindestens zwei Aspekte. Die Lust daran andere zu beherrschen auf der einen Seite und auf der anderen Seite das Bed\u00fcrfnis nach Anerkennung. Zum ersten Aspekt habe ich tats\u00e4chlich keine Beziehung. Beherrschen bringt mir keinen Lustgewinn, denn ich mag das Gespr\u00e4ch, den Austausch und die Liebe auf Augenh\u00f6he. Wollte ich beherrschen m\u00fcsste ich darauf verzichten.<\/p>\n<p>Bleibt die Anerkennung. Ja, die m\u00f6chte ich. Darauf lege ich Wert. Ich m\u00f6chte durch das, was ich tue, Wertsch\u00e4tzung erfahre. Durch mein Tun, meine Arbeit und die Art und Weise wie ich mit den Menschen umgehe. Das sind die Dinge die mir Anerkennung bringen.<\/p>\n<p>Das ist auch eine Aufgabe, denn die Menschen mit denen ich umgehe, sind empfindlich. Sie wollen ernst genommen werden und haben es verdient. Wenn ich ihnen mit Macht- und Imponiergehabe k\u00e4me, verl\u00f6re ich sie.<\/p>\n<p><strong>Mehr Geld w\u00fcrde mir nicht mehr Anerkennung geben oder mehr Zufriedenheit. Darum ist genug Geld da.<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"links\" alt=\"Bernd Franzen\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/themes\/digidiary\/images\/bernd_5842.jpg\" \/>Bernd Franzen.<br \/>\nFreiberuflicher Biologe und Entspannungstrainer.<br \/>\nBloggt vor allem zu Entspannungsthemen und Yoga unter <a href=\"http:\/\/blog.imalltagleben.de\">blog.imalltagleben.de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;diese Frage habe ich Bernd Franzen gestellt, dessen Entspannungsblog &#8222;Im Alltag leben&#8220; ich gerne lese. Ich freue mich, dass er sich zu einem Gastbeitrag zu diesem spannenden Thema hat hinreissen lassen! Geld? Als Claudia mich fragte ob ich zu dem Thema etwas schreiben wollte, war ich erst einmal \u00fcberfahren. 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