{"id":906,"date":"2012-09-10T20:40:01","date_gmt":"2012-09-10T19:40:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=906"},"modified":"2012-09-14T11:34:20","modified_gmt":"2012-09-14T10:34:20","slug":"wir-sind-europa-und-wollen-es-auch-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2012\/09\/10\/wir-sind-europa-und-wollen-es-auch-bleiben\/","title":{"rendered":"Wir sind Europa! Und wollen es auch bleiben&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Als ich 1979 nach Berlin zog und in Kreuzberg meine neue Heimat fand, kursierte gerade das Mem <strong>&#8222;1 Berlin Kreta&#8220;<\/strong>. &#8222;1&#8220; stand f\u00fcr die erste Postleitzahl von Berlin, und das &#8222;Berlin Kreta&#8220; spielte auf &#8222;Berlin Kreuzberg&#8220; an &#8211; so wurden damals die Stadtteile Post-gerecht bezeichnet. KRETA war seit Jahren ein angesagter Urlaubsort f\u00fcr Non-Mainstream-Touris wie du und ich. Halb Berlin war sommers in Kreta. Selber war ich nicht dabei, denn aufgrund der Familienurlaube meiner Kindheit war ich eher italienisch sozialisiert. Aber kein Problem: Griechenland war \u00fcberall, Restaurants, Zaziki, Mussaka, Weinbl\u00e4tter mit Reis, Alexis Sorbas, Syrtaki, wunderbare Inseln und Landschaften &#8211; und niemand, wirklich NIEMAND hat sich beschwert, dass es bei den Griechen gem\u00fctlicher zuging mit dem Erwerbsleben. Ganz im Gegenteil, das machte einen gro\u00dfen Teil des Charmes aus!<!--more--><\/p>\n<p>Genau wie in BELLA ITALIA! Was war das doch f\u00fcr ein anderes, angenehmeres, gelasseneres und Lust-orientierteres &#8222;In-der-Welt-Sein&#8220;!!! Seit den 60gern reiste man als Germane dorthin, sparte ganzj\u00e4hrig, um ein paar Wochen dieses anderen Lebensgef\u00fchls mit besserem Essen genie\u00dfen zu d\u00fcrfen. Pizza, Melonen, Spaghetti, wundervolle Schnulzen, gro\u00dfe <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=oE9CrSJmSLc&#038;feature=player_embedded\">Romantik rund um den Sex<\/a>, tolle Altert\u00fcmer und Strandleben ohne Ende: Sommers machten alle Firmen gleichzeitig dicht! Zugunsten von FERIEN! In der hei\u00dfen Mittagszeit arbeitete niemand, anstatt dass man Klimanalagen einf\u00fchrte. <\/p>\n<p>Als ich meine Herkunftsfamilie dann verlie\u00df, bekam ich mit, wie ANGESAGT S\u00fcdfrankreich war; Wei\u00dfbrot, Rotwein und K\u00e4se, wilde Pferde in der Camargue! Hippie-Treff in Saintes-Maries de la Mer &#8211; und tolle Autos mit CHARAKTER! Ganz spontan nach Paris fahren war fast Pflicht! :-) <\/p>\n<p>Und Spanien! Wow, was f\u00fcr ein tolles Land! Letztes Jahr war ich in Barcelona und kam mir vor wie in einem mediterranen, gelasseneren und ausgelasseneren Berlin. Soviel Kunst, soviel Jugend, soviel zu sehen und zu erleben &#8211; und auf dem &#8222;Kudamm&#8220; von Barcelona gabs sogar ein kleines Hotelzimmer f\u00fcr 60 Euro!  Ich liebe auch Cadaques, die Heimat von Dali &#8211; der hat &#8222;Schuld&#8220; daran, dass dort keine Hotel-Bauten in den Himmel wachsen d\u00fcrfen wie in Loret de Mar, das mir mit 18 als der optimale Kontakthof f\u00fcr sommerliche Sex-Eskapaden bekannt gemacht wurde. (Hingefahren bin ich nicht, ich hatte in jungen Jahren genug Sex-Offerten, daf\u00fcr musste ich nicht extra reisen!),<\/p>\n<p>Portugal &#8211; mit 24 war ich mal dort &#8211; quer durchs Innere des Landes, abseits aller Touristenstr\u00f6me. Die Leute waren unglaublich gastfreundlich und interessiert, in den D\u00f6rfern gab es billige Gemeinschaftskantinen, f\u00fcr mich was ganz Neues! Die beeindruckenden Felsen an der Algarve und das meditarrane Lebensgef\u00fchl &#8211; wie wunderbar!<\/p>\n<p>Ich LIEBE diese L\u00e4nder und empfinde sie nicht als fremd, sondern als Teil meiner <strong>Heimat Europa<\/strong>. Die T\u00fcrkei ist \u00fcbrigens f\u00fcr mich gef\u00fchlt auch schon lange dabei! <\/p>\n<p>Und es KOTZT MICH UNS\u00c4GLICH AN, wenn die germanischen Gazetten um mich her anl\u00e4sslich der &#8222;Euro-Krise&#8220; die niedersten Instinkte bedienen: Geiz, \u00dcberheblichkeit, Arroganz, das Gegenteil von Solidarit\u00e4t &#8211; und am Schlimmsten all jene, die meinen, zur\u00fcck zur D-Mark zu wollen, zum rein deutschen Wesen, vor dem wir alle seit 50 Jahren in Nachbarl\u00e4nder fliehen, um uns ein wenig von dem damit verbundenen Stress zu erholen! <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich 1979 nach Berlin zog und in Kreuzberg meine neue Heimat fand, kursierte gerade das Mem &#8222;1 Berlin Kreta&#8220;. &#8222;1&#8220; stand f\u00fcr die erste Postleitzahl von Berlin, und das &#8222;Berlin Kreta&#8220; spielte auf &#8222;Berlin Kreuzberg&#8220; an &#8211; so wurden damals die Stadtteile Post-gerecht bezeichnet. 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