{"id":877,"date":"2012-07-06T11:06:44","date_gmt":"2012-07-06T10:06:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=877"},"modified":"2012-07-06T11:39:36","modified_gmt":"2012-07-06T10:39:36","slug":"thema-entfuhrt-braucht-der-mensch-religion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2012\/07\/06\/thema-entfuhrt-braucht-der-mensch-religion\/","title":{"rendered":"Thema entf\u00fchrt: braucht der Mensch Religion?"},"content":{"rendered":"<p>Thinkabout schreibt t\u00e4glich einen Text. Ich lese fast alle diese Artikel gerne, oft inspirieren sie mich und ich hinterlasse einen Kommentar. L\u00e4ngere, ein Thema vertiefende Gespr\u00e4che entstehen dort aber meist nicht, denn die Energie des Schreibenden flie\u00dft jeden Tag in einen neuen Text, nicht in die Diskussion des ber\u00fchrenden Themas von vorgestern. <\/p>\n<p>Deshalb entf\u00fchre ich aus dem heutigen Eintrag <a href=\"http:\/\/thinkabout.ch\/article\/bienen-im-kopf\">&#8222;Bienen im Kopf&#8220;<\/a> einfach mal einen Passus hierher, der es in sich hat:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;&#8230;mich besch\u00e4ftigen seit Wochen die Unruhen zwischen den Religionen besonders stark \u2013 ein Thema, das mich immer wieder umgetrieben hat \u2013 und  ich frage mich, welche Antriebe uns Menschen bleiben, wenn wir uns selbst zu gen\u00fcgen beginnen? Was ist zwischen der qualvollen existenziellen Bed\u00fcrftigkeit und der antriebslosen Sattsamkeit anderes, als eine Wegstrecke, welche zwangsl\u00e4ufig vom einem zum andern f\u00fchrt, als eine Linie, an der es h\u00f6chstens Zwischenhalte, aber keinen Ausstieg gibt? Ich sehe einzelne Beispiele, als Gegenentw\u00fcrfe, sozusagen, aber ich sehe keine Gesellschaft, welche sich auf Dauer nicht entlang dieser Linie verliert. Die Entwicklung endet im materiellen Stumpfsinn. Am Schluss bleibt Technologie, und ein Mensch, der sie nicht sinnvoll anzuwenden weiss, weil ihm der Sinn f\u00fcr sein Dasein abhanden gekommen ist. &#8222;<\/p><\/blockquote>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/augegottes.jpg\" alt=\"Auge Gottes\" title=\"Auge Gottes\" width=\"101\" height=\"90\" class=\"links randlos size-full wp-image-880\" \/>Frage: braucht es Religion, damit Menschen einen &#8222;Sinn im Dasein&#8220; sehen? Derzeit sehe ich die Religionen der Welt eher als Ausl\u00f6ser f\u00fcr Ausgrenzungen, Streit und Krieg. Ich kann nicht begreifen, dass die jeweiligen Erz\u00e4hlungen von der Genesis der Welt \u00fcberhaupt noch von jemandem geglaubt werden: schlie\u00dflich zeigt uns die Wissenschaft eine andere Entstehungsgeschichte und beweist t\u00e4glich durch das auf diesem Weltbild basierende &#8222;Funktionieren der Ger\u00e4te&#8220; ihre Wahrheit. <!--more--><\/p>\n<p>Dass das nicht ALLES ist, stimmt auch f\u00fcr mich: es gibt im menschlichen Erleben so etwas wie eine <strong>spirituelle Dimension<\/strong>, eine innere Sicht, die mit dem wissenschaftlichen Messen und Rechnen nicht erfasst wird. Wie wir diese Erlebnisse aber beschreiben und welche Schl\u00fcsse wir daraus ziehen, verdankt sich der jeweiligen Kultur und Tradition, sowie pers\u00f6nlicher Geschichte und Interessen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/zenkreis.jpg\" alt=\"Zen-Kreis\" title=\"Zen-Kreis\" width=\"83\" height=\"80\" class=\"rechts randlos size-full wp-image-882\" \/>Sich dessen bewusst zu sein, bedeutet f\u00fcr mich <strong>AUFKL\u00c4RUNG!<\/strong> Sobald also aus urspr\u00fcnglich spirituellem Erleben verbindlich zu glaubende Weltentstehungsgeschichten, Nachtod- und Jenseits-Welten, Ge- und Verbote, sowie Andere feindselig ausgrenzende Clan-Bildungen entstehen, ist f\u00fcr mich die Grenze \u00fcberschritten, ab der das \u00dcbel beginnt. Es gibt dann keine &#8222;vern\u00fcnftige&#8220; Gespr\u00e4chsbasis mehr, denn dass ein Buch nur ein Buch und eine &#8222;Eingebung&#8220; oder innere Stimme kein Gottesbeweis ist, wollen viele Gl\u00e4ubige nicht sehen. Ohne diese Einsicht bleibt der Andersgl\u00e4ubige jedoch immer der Ungl\u00e4ubige &#8211; und vielfach dann eben auch &#8222;der Feind&#8220;. <\/p>\n<p><em>&#8222;Es geht gar nicht um die jeweiligen Erz\u00e4hlungen, sondern immer um Macht und Einfluss&#8220;<\/em>, wendet ein lieber Freund hier regelm\u00e4\u00dfig ein. In dieser Sicht der Dinge ist Religion &#8222;Opium f\u00fcrs Volk&#8220; und die jeweiligen Machthaber sind im Grunde dar\u00fcber hinaus, benutzen Religion nur, um die Bev\u00f6lkerungen zu manipulieren und ihre Macht zu erhalten. Dem kann ich nicht ganz folgen, denn WARUM sollten die Menschen in Zeiten des Internets (das einen Blick auf die gro\u00dfe Vielfalt der Weltanschauungen und Glaubenssysteme erm\u00f6glicht) solchen Lehren auf Dauer folgen? <\/p>\n<p>Abgesehen davon bleibt die Grundfrage: Kann eine Gesellschaft ohne Religion GUT sein? Dem Individuum eine Sinnperspektive jenseits blo\u00df  materieller Sattheit erm\u00f6glichen? <\/p>\n<p>***<\/p>\n<p><em>\u00dcber Politik und Religion soll man besser nicht bloggen, das gibt nur \u00c4rger!<\/em> Dieser Rat hat leider eine gewisse Berechtigung, doch haben wir hier &#8222;Politik&#8220; ja schon oft ganz MANIERLICH diskutieren k\u00f6nnen &#8211; ich hoffe, das geht auch mit &#8222;Religion&#8220;!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thinkabout schreibt t\u00e4glich einen Text. Ich lese fast alle diese Artikel gerne, oft inspirieren sie mich und ich hinterlasse einen Kommentar. 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