{"id":868,"date":"2012-06-12T07:51:39","date_gmt":"2012-06-12T06:51:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=868"},"modified":"2012-06-13T14:24:49","modified_gmt":"2012-06-13T13:24:49","slug":"kein-wachstum-ohne-staatsverschuldung-seltsam-oder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2012\/06\/12\/kein-wachstum-ohne-staatsverschuldung-seltsam-oder\/","title":{"rendered":"Kein Wachstum ohne Staatsverschuldung &#8211; seltsam, oder?"},"content":{"rendered":"<p>Heute morgen las ich in der Frankfurter Rundschau einen Artikel von Dierk Hirschel zum Fehlschlag der Sparpolitik. Da schreibt er: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Jetzt erkennen selbst hart gesottene Verfechter des Sparens, dass der Schrumpfkurs nicht zum Ziel f\u00fchrt. Deswegen lautet Merkels neue Zauberformel: \u201eSparen und Wachsen\u201c. Die Berliner Zauberformel kann nicht wirken, da das Spardiktat jegliches Wachstum im Keim erstickt. Im Euroland k\u00fcrzen die Kassenwarte bis 2013 rund 600 Milliarden Euro. Dadurch schrumpft das Sozialprodukt des gemeinsamen W\u00e4hrungsraums um ganze sieben Prozent, davon \u00fcber zwei Prozent allein im laufenden Jahr. In Griechenland zerst\u00f6rt die K\u00fcrzungspolitik ein Viertel des Sozialprodukts. In Spanien und Portugal kostet das Spardiktat ein Siebtel der Wirtschaftsleistung. Kurzum: Ohne einen Stopp der K\u00fcrzungspolitik kommt die europ\u00e4ische Wirtschaft nicht mehr auf die Beine.&#8220;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/spardiktat-spanien-griechenland--geisel-der-finanzmaerkte,1472602,16342064.html\">FR, 11.6.2012<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Grunde hei\u00dft das doch: Wachstum ohne staatliche Ausgaben bzw. mit weniger Ausgaben findet in Europa gar nicht mehr statt. Staatsausgaben sind doch aber immer Steuergelder plus geliehenes Geld. Da die Steuereinnahmen offenbar lange schon nicht reichen, wachsen die Schulden ins Unermessliche. Und wie wir heute wissen verlieren &#8222;die M\u00e4rkte&#8220; dann das Vertrauen in die Schuldner und die Zinsen auf Staatsanleihen wachsen ins Unbezahlbare. Dagegen etwas zu tun (Sparpolitik) soll nun aber auch falsch sein, weil dann nichts mehr w\u00e4chst. Wird aber NICHT gespaart, steigen die Schulden und Zinsen doch weiter und die Bonit\u00e4t der Staaten nimmt noch weiter ab. (Nach einer staatlichen Unabh\u00e4ngigkeit von privaten Geldgebern strebt anscheinend sowieso niemand, auch seltsam!) &#8222;Retten&#8220; die wenigen L\u00e4nder, die noch &#8222;Vertrauen&#8220; haben die anderen, verlieren auch sie perspektivisch das Vertrauen, denn dieses &#8222;Retten&#8220; ist ja doch auch nichts anderes als weiteres Verschulden. <\/p>\n<p>Also: Egal wie man es macht, es ist falsch.  <\/p>\n<p>Wie die unter dem <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2012\/06\/05\/ich-versteh-die-euro-gegner-nicht\/\">letzten Posting<\/a> andiskutierte L\u00f6sung &#8222;raus aus dem Euro&#8220; sich da wohl auswirken w\u00fcrde? Wenn ALLE zu nationalen W\u00e4hrungen zur\u00fcckkehrten, w\u00e4ren auch die jeweiligen Schulden wieder DM, Lire, Drachme etc. Alle Gl\u00e4ubiger der dann abwertenden &#8222;Schwachw\u00e4hrungen&#8220; h\u00e4tten massive Verluste &#8211; WER ist das heute noch? <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute morgen las ich in der Frankfurter Rundschau einen Artikel von Dierk Hirschel zum Fehlschlag der Sparpolitik. Da schreibt er: &#8222;Jetzt erkennen selbst hart gesottene Verfechter des Sparens, dass der Schrumpfkurs nicht zum Ziel f\u00fchrt. Deswegen lautet Merkels neue Zauberformel: \u201eSparen und Wachsen\u201c. 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