{"id":857,"date":"2012-05-13T11:54:22","date_gmt":"2012-05-13T10:54:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=857"},"modified":"2012-05-13T12:07:01","modified_gmt":"2012-05-13T11:07:01","slug":"mal-ein-paar-frei-kopierbare-texte-ohne-schopfungshohe-und-urheberrechtsstress","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2012\/05\/13\/mal-ein-paar-frei-kopierbare-texte-ohne-schopfungshohe-und-urheberrechtsstress\/","title":{"rendered":"Mal ein paar frei kopierbare Texte ohne Sch\u00f6pfungsh\u00f6he und Urheberrechtsstress"},"content":{"rendered":"<p>Alles Folgende ist frei kopierbar. MEHR DAVON gibt es <a href=\"http:\/\/die.hor.de\/notizen\/\">da<\/a>. Der Verfasser sichert der Welt zu: <em>&#8222;Alle Texte frei von Urheberrechten (mangels Sch\u00f6pfungsh\u00f6he)&#8220;. <\/em> Wir d\u00fcrfen uns also bedienen &#8211; hier eine kleine Auswahl: <!--more--><\/p>\n<p><strong>Abstottern<\/strong><\/p>\n<p>Die Augen schauen aus nach Instruktionen<br \/>\ndie Nasen schnuppern nach Gelegenheiten<br \/>\ndie Ohren wollen immer nur gehorchen<\/p>\n<p>Die Finger tasten nach dem Geld der andern<br \/>\nman braucht das Geld, man muss die Zinsen zahlen<br \/>\nf\u00fcr Tr\u00e4nen gilt es Taschent\u00fccher einzukaufen<\/p>\n<p>Empf\u00e4ngern ist das wieder mal zu wenig<br \/>\ndenn in der Schule lernen viele Kinder schreiben<br \/>\n<em>Der Stolz des Dieners ist das L\u00e4cheln seines Herrn<\/em><\/p>\n<p>Wer keinen Diener hat, der wird vergessen<br \/>\nman muss Empf\u00e4nger sein, sich zu erbrechen<br \/>\n<em>nur der Gefangene kann sich befreien<\/em><\/p>\n<p>*<\/p>\n<p><strong>Ich schreibe nur<\/strong><\/p>\n<p>Sie sind Autor?<br \/>\nNein, ich bin Texter.<br \/>\nWas ist der Unterschied?<br \/>\nIch hebe nicht ur.<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p><strong>Aus origineller Grille Kleineigentum<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Was da ist, das ist mein! h\u00e4tte er <span class=\"normal\">[Byron]<\/span> sagen sollen, und ob ich es aus dem Leben oder aus dem Buche genommen, das ist gleichviel, es kam blo\u00df darauf an, da\u00df ich es recht gebrauchte! Walter Scott benutzte eine Szene meines &#8218;Egmonts&#8216;, und er hatte ein Recht dazu, und weil es mit Verstand geschah, so ist er zu loben. So auch hat er den Charakter meiner Mignon in einem seiner Romane nachgebildet; ob aber mit ebensoviel Weisheit, ist eine andere Frage. Lord Byrons Verwandelter Teufel ist ein fortgesetzter Mephistopheles, und das ist recht! H\u00e4tte er aus origineller Grille ausweichen wollen, er h\u00e4tte es schlechter machen m\u00fcssen. So singt mein Mephistopheles ein Lied von Shakespeare, und warum sollte er das nicht? Warum sollte ich mir die M\u00fche geben, ein eigenes zu erfinden, wenn das von Shakespeare eben recht war und eben das sagte, was es sollte? Hat daher auch die Exposition meines &#8218;Faust&#8216; mit der des &#8218;Hiob&#8216; einige \u00c4hnlichkeit, so ist das wiederum ganz recht, und ich bin deswegen eher zu loben als zu tadeln.<br \/>\n<span class=\"normal\">Goethe a. 18.01.1825, n. Eckermann:<\/span> Gespr\u00e4che mit Goethe, 1848.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und dass die Jugend, \u00fcberhaupt schier alle Welt, sich nimmer um das Geigentum schere, das Urheberrecht an Akzeptanz verl\u00f6re vor dem Internet, die Sitten verfielen usw., das ist blo\u00df Unfug. Tats\u00e4chlich ist die Idee so neu, sind ihr Gesetz und ihre Zwangsmittel so ungewohnt, dass gar keine Sitte besteht, die verfallen k\u00f6nnte. Es soll vielmehr das sittenwidrige, unnat\u00fcrliche, unserer Tradition fremde Ansinnen eines Eigentums am Geiste erst eingeredet werden. Nicht wir sind vom rechten Weg abgekommen, sondern der Weg soll nicht mehr der rechte sein, der der momentanen, modernen, Praxis der Gewerbebetriebe nicht entspricht.<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p><strong>Demagogie<\/strong><\/p>\n<p>Kunst und Kultur basieren auf Eigentum.<br \/>\nDas geistige Eigentum sichert,<br \/>\ndass Kunst und Kultur<br \/>\nprofessionelle und authentische<br \/>\nPerformance des Eigentums sind.<\/p>\n<p>Kunst und Kultur sind bedroht<br \/>\nvon Computern und Internet<br \/>\nund von denen,<br \/>\ndie danach s\u00fcchtig sind.<\/p>\n<p>Wir appellieren an die Einsicht<br \/>\nund die Bef\u00e4higung<br \/>\ndes Konsumenten<br \/>\nzur \u00dcberwindung<br \/>\nstudentischer Kostenlosmentalit\u00e4t<br \/>\nund der damit verbundenen<br \/>\nunprofessionellen Wertverluste<br \/>\nim deutschen Wirtschaftsleben.<\/p>\n<p>Wir appellieren an die Einsicht<br \/>\nund die Bef\u00e4higung<br \/>\ndes Studenten<br \/>\nzu Integration und Karriere,<br \/>\nzu einer Elite des Eigentums,<br \/>\nausgestattet mit der Kraft<br \/>\nund aus dem Geist<br \/>\nunseres geistigen Eigentums.<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p><strong>Dr\u00e4ngende Fragen<\/strong><\/p>\n<p>Ist Klickbetrug ein Problem der Beziehungsebene?<br \/>\nWelche Rolle spielt die Intelligenz im Mobile Marketing?<br \/>\nWas bringen Sex-Wikis im Unternehmenseinsatz?<br \/>\nWelche Gefahren drohen durch Spyware bei Wikipedia?<br \/>\nErh\u00f6ht der Schaden durch Pishing die Lebenserwartung?<br \/>\nWas gilt der Identit\u00e4tsdiebstahl im Blogger-Wissen?<br \/>\nWie misst man die Bedeutung des Kleinhirns f\u00fcr Weblogs?<br \/>\nSenken Musik-Downloads aufs Handy die Heimkosten?<br \/>\n\u00dcber welche F\u00e4higkeiten verf\u00fcgt der Podcasting-Markt?<br \/>\nSind Wissenschaften das Manko der westlichen Kultur?<br \/>\nWelchen Wert hat das Internet als interaktives Medium?<br \/>\nSteigt die Terrorismusgefahr durch Zeitungsanzeigen?<br \/>\nWas lehrt die Theorie der verschmutzten Scheinwerfer?<br \/>\nWer sind die \u00dcbelt\u00e4ter der technischen Dokumentation?<br \/>\nWie schafft man Steueranreize f\u00fcr h\u00f6rgesch\u00e4digte M\u00e4dchen?<br \/>\nSetzt die Macht der Liebe auf personelle Synergien?<br \/>\nWo sind die neuen Getriebe f\u00fcr den Erfolgsfaktor Mensch?<\/p>\n<p>*<br \/>\n<strong><br \/>\nZitate: Preise den Promi<\/strong><\/p>\n<p>Es ist beim Reden von der Literatur wie bei jedem anderen Reden. Auch die netteste Banalit\u00e4t wird oft mit den Worten von Prominenten ausgedr\u00fcckt. Es gibt so viele davon. Und noch mehr Texte. Ein unersch\u00f6pflicher Vorrat, der bef\u00e4higt, alles zu sagen. Alles. Was immer man will. In den Worten eines Ber\u00fchmten. Aber man t\u00e4uscht sich: man sitzt nicht auf den Riesenschultern und man w\u00e4chst, so zitierend, auch nicht mit. Nur der Verehrte wird mit jeder Erw\u00e4hnung gr\u00f6\u00dfer &#8211; man selbst also kleiner und kleiner&#8230;<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p><strong>Verluste<\/strong><\/p>\n<p>Meinungen frage ich neuerdings, wie sie sich dazu verhalten, dass die, die sie \u00e4u\u00dfern, bald tot sind. Von den Geschichten will ich wissen, ob sie sich wie erz\u00e4hlt zugetragen haben. Und wenn einer ein trauriges Lied singt, sinne ich, was ihn wohl traurig macht.<\/p>\n<p>Die Dinge verblassen. Meine Augen werden schlechter, doch das ist es nicht. Sie sind ja da. Erst wenn ich genauer hinsehe, l\u00f6sen sie sich auf, verschwimmen und verschwinden dann. Vielleicht liegt es am Alter. Wie auch immer: es klafft zwischen den Botschaften und ihren Absichten ein Spalt, den ich kaum mehr \u00fcberbr\u00fccken kann. Die Br\u00fccken brechen weg und allm\u00e4hlich begreife ich, dass ich sie selber war. Aber nicht ich, sondern der ich sein sollte.<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p><strong>Korrespondenz<\/strong><br \/>\n<em><br \/>\n&#8222;Mit der Autorin, deren Rechte zu sch\u00fctzen Sie sich engagieren, bin ich verheiratet.<br \/>\nSetzen Sie doch bitte Ihre Frist aus, bis ich Gelegenheit hatte, Ihr Mandat zu pr\u00fcfen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>(Wer wird mich mahnen, wenn ich mich selbst zitiere?)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles Folgende ist frei kopierbar. MEHR DAVON gibt es da. Der Verfasser sichert der Welt zu: &#8222;Alle Texte frei von Urheberrechten (mangels Sch\u00f6pfungsh\u00f6he)&#8220;. 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