{"id":80,"date":"2007-07-21T00:07:58","date_gmt":"2007-07-20T22:07:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2007\/07\/21\/im-blogdesign-rausch-webwriting-magazin-wiedergeboren\/"},"modified":"2015-12-12T15:55:51","modified_gmt":"2015-12-12T14:55:51","slug":"im-blogdesign-rausch-webwriting-magazin-wiedergeboren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2007\/07\/21\/im-blogdesign-rausch-webwriting-magazin-wiedergeboren\/","title":{"rendered":"Im Blogdesign-Rausch: Webwriting-Magazin wiedergeboren"},"content":{"rendered":"<p>Seit Tagen sitze ich dran, jetzt ist es endlich &#8222;offen&#8220;: das Webwriting-Magazin erblickt als Blog zum zweiten Mal das Licht des Webs. Ich hab&#8216; lange nicht mehr mit solcher  Abenteuerlust und Begeisterung ein Projekt begonnen wie  dieses.  Der Einblick in die  Blogosph\u00e4re, den ich mir vom <a href=\"http:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\">Gartenblog<\/a> aus in teilnehmender Beobachtung verschaffte, hat mich uns\u00e4glich inspiriert &#8211; eben weil dies alles so heftig mit dem korrespondiert, was schon in den Kindertagen des Webs behauptet, verhandelt, gefordert, prophezeit, gef\u00fcrchtet, gefeiert und beschworen wurde. Damals, als ich noch Vollzeit-Netizen war und wir glaubten, die Dinge w\u00fcrden sich grundst\u00fcrzend \u00e4ndern, einfach deshalb, weil es technisch m\u00f6glich ist.<!--more--><\/p>\n<h2>Erst manisch, dann depressiv<\/h2>\n<p>Wer nicht ganz blind war, erkannte nat\u00fcrlich schon bald, dass es ja immer diesselben Menschen sind, die die Systeme am Laufen halten, dass also Grundst\u00fcrzendes kaum zu erwarten ist. Meine &#8222;begeisterte Phase&#8220; war mir stellenweise fast ein wenig peinlich: wie konnte ich so naiv sein und in vorger\u00fccktem Alter nochmal dem Glauben an die schubweise Weltverbesserung aufsitzen! ts, ts, ts&#8230;.<\/p>\n<p>Ohne nun wieder in Utopismus zu verfallen, denke ich mittlerweile, dass wir im Zuge der Ent-T\u00e4uschungen die M\u00e4ngel der Menschen \u00fcber- und die der Technik untersch\u00e4tzt haben. Trotz oder auch gerade wegen der Technik-Verliebtheit der Szene.<\/p>\n<p>Ich hab&#8216; z.B. erst langsam realisiert, dass eben nicht mehr jede\/r einfach so ins Web schreiben konnte, wie es in allen unseren Hymnen als Meilenstein und Startbasis jeglicher positiver Ver\u00e4nderungen vorausgesetzt wurde. HTML (&#8222;die Energie des Verstehens&#8220;) entwickelte sich in Windeseile und schon bald wurde der Lernaufwand, um technisch und \u00e4sthetisch mitzuhalten, zu gro\u00df f\u00fcr Neulinge, die durchaus gerne mitgeredet und mitgestaltet h\u00e4tten &#8211; aber extra Webdesignerin oder Programmierer werden will ja nicht jede\/r. Man blieb also Internet-Skeptiker oder wurde einfacher Nutzer: shoppen, googeln, chatten, Bilder gucken, Reisen organisieren&#8230; und aus war es mit den Visionen und f\u00fcr die nahe Zukunft prophezeiten gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen, die der erste Hype in Leuchtfarben an die virtuellen W\u00e4nde gemalt hatte.<\/p>\n<p>Mit den heute zur Verf\u00fcgung stehenden Techniken ist es jedoch wieder m\u00f6glich: ein Blog kann wirklich jeder aufmachen und zunehmend tun das auch Menschen, denen es nicht vordringlich ums dabei sein geht, sondern darum, ihre Interessen zu verfolgen und die Welt mitzugestalten. Das bringt eine ganz andere Brisanz ins Geschehen, die in den &#8222;Kindertagen des Webs&#8220; nicht ansatzweise vorhanden war, trotz aller transformatorischen Tr\u00e4ume. Das Web HAT heute Spielwiesen, es IST aber keine mehr wie  noch damals 1996, als die ZEIT in einem Wettbewerb die damaligen Web-Ureinwohner fragte, ob es &#8222;Internet-Literatur&#8220; gibt und was das wohl sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Mit dem <a href=\"http:\/\/www.webwriting-magazin.de\/webwriting-magazin-startet-neu\/\">Neustart des Webwriting-Magazins<\/a> kehre ich zur\u00fcck zu meinen virtuellen Wurzeln, denn auch mein allererstes &#8222;Cyberzine&#8220; handelte vom Web, vom &#8222;Publizieren und Kommunizieren im Internet&#8220; und allem, was das so bewirkt.  Nach langj\u00e4hrigem Landurlaub sitze ich nun wieder in der Kommandozentrale und schaue auf den gro\u00dfen Monitor, sehe unendliche Weiten und fl\u00fcstere: <em>Energie!<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Tagen sitze ich dran, jetzt ist es endlich &#8222;offen&#8220;: das Webwriting-Magazin erblickt als Blog zum zweiten Mal das Licht des Webs. Ich hab&#8216; lange nicht mehr mit solcher Abenteuerlust und Begeisterung ein Projekt begonnen wie dieses. 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