{"id":777,"date":"2012-01-01T16:05:18","date_gmt":"2012-01-01T14:05:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=777"},"modified":"2012-01-03T14:10:35","modified_gmt":"2012-01-03T12:10:35","slug":"kein-ordentlicher-jahreswechsel-text","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2012\/01\/01\/kein-ordentlicher-jahreswechsel-text\/","title":{"rendered":"Kein ordentlicher Jahreswechsel-Text"},"content":{"rendered":"<p>Keine zusammenfassende und bewertende R\u00fcckschau, keine Wunschliste 2012, nicht mal die \u00fcblichen Weihnachts- und Neujahrsgr\u00fc\u00dfe mit Postkartenmotiv &#8211; verdammt, was ist nur mit mir los?<\/p>\n<p>Fast neidisch lese ich beeindruckende Jahreswechselreden z.B. von <a href=\"http:\/\/thinkabout.ch\/article\/danke-fuer-ihr-fragen-und-erzaehlen\">Thinkabout<\/a> oder <a href=\"http:\/\/theintelligence.de\/index.php\/gesellschaft\/philosophie-religion\/3787-ein-etwas-anderer-neujahrsvorsatz.html\">TheIntelligence<\/a>, doch wollen sich meine Gedanken einfach nicht zu einem entsprechenden Posting verdichten. Der vorherrschende Eindruck ist <strong>Un\u00fcbersichtlichkeit<\/strong>, ein Gef\u00fchl des Unverm\u00f6gens. Ich quelle oft \u00fcber vor Ideen und Schreibvorhaben, doch hapert es dann an der Umsetzung. Allzu schnell kommen die Gedanken vom H\u00f6lzchen aufs St\u00f6ckchen, alles ist ja &#8222;irgendwie&#8220; mit allem verbunden. Die gebotene K\u00fcrze eines Blogbeitrags war sowieso niemals ausreichend, einem Thema wirklich gerecht zu werden, und sie wird immer k\u00fcrzer, denn wer will schon noch lange Texte lesen?<!--more--><\/p>\n<p>Im bald 13. Jahr des Digital Diarys stellt sich erneut die Sinnfrage: Blogs, die nicht zu themenzentrierten Medien werden, passen nicht mehr so richtig in die Zeit. Ein &#8222;Gemischtwarenladen&#8220; ist nicht das, was Suchmaschinen m\u00f6gen und so hat auch dieses Blog in 2011 Leser verloren. Daf\u00fcr hab&#8216; ich die Ende 2010 gestarteten Themenblogs <a href=\"http:\/\/www.unverbissen-vegetarisch.de\">unverbissen-vegetarisch<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.kunst-des-alterns.de\">Kunst des Alterns<\/a> weiter auf- und ausgebaut &#8211; von &#8222;professionell betrieben&#8220; sind sie dennoch weit entfernt. Diese Themen machen eben nur einen kleinen Teil MEINES Lebens aus. Mich allein zum Zweck m\u00f6glichen Geldverdienens mehr als diesem Anteil entsprechend auf sie zu konzentrieren, gelingt mir nicht. Weil ich es nicht wirklich will, solange ich nicht muss. <\/p>\n<p>Ein Teil von mir verweigert sich so immer schon der Kommerzialisierung in Gestalt 100%iger Professionalisierung. Gerne arbeite ich an Probleml\u00f6sungen mit, doch beginne ich zu leiden, wenn das konkrete Tun nurmehr aus Pflicht geschieht, gar allein des Geldes bzw. der m\u00f6glicherweise zu erringenden &#8222;Sicherheit&#8220; wegen.  In der Einzelbetrachtung erscheint das &#8211; bzw. dass ich dieses Leiden weitgehend vermeide &#8211;  als Nachteil.  In der Gesamtschau ist es vielleicht gerade das, was mich davor sch\u00fctzt, mich selbst als auch das gro\u00dfe Ganze (wieder mal) komplett zu vergessen. <\/p>\n<p>So starte ich das neue Jahr in einem gewissen Frieden mit meinem SoSein.  Gar nicht zufrieden bin ich jedoch mit dem Zustand der Welt, mit den sich zuspitzenden Mega-Problemen und der bisherigen Art, wie wir alle damit umgehen. &#8222;Das System&#8220; geht sichtbarlich an seinen eigenen Widerspr\u00fcchen zu Grunde, doch befinden wir uns uns in der bl\u00f6den Lage, eine mehrheitlich w\u00fcnschbare, konkrete (!) Alternative noch nicht einmal denken zu k\u00f6nnen. Als B\u00fcrger eines Noch-Nutznie\u00dfer-Staats haben wir zudem viel zu verlieren, es drohen Verm\u00f6gens- und Einkommensverluste, aber auch der Abbau von Sozialleistungen. Globale Fortschritte in Richtung einer gerechteren Verteilung w\u00fcrden uns schmerzlich treffen, es wundert also nicht, wenn der wahre Neujahrswunsch vieler lautet: es soll m\u00f6glichst alles so bleiben, wie es ist! <\/p>\n<p>Denn auch nolens volens sind wir Teil des Systems, indem wir fast alle Bereiche des Lebens dem Markt \u00fcberlassen haben. Wir kooperieren nicht mehr f\u00fcr unser Gl\u00fcck, sondern konkurrieren mittels immer mehr Waren und Dienstleistungen um die &#8222;bessere L\u00f6sung&#8220; bzw. den n\u00e4chsten Kauf-Klick. Ein &#8222;System&#8220;, das in einer Welt unbegrenzter Ressourcen und unendlicher Siedlungsgebiete materiell vielleicht &#8222;ewig&#8220; funktionieren k\u00f6nnte &#8211; auf unserem, von Jahr zu Jahr immer kleiner erscheinenden, schon weidlich ausgenommenen und verschmutzten Planeten ist es allerdings hochgradig absurd.  <\/p>\n<p>Dass dar\u00fcber im &#8222;Krisendiskurs&#8220; nicht mal geredet wird, zeigt allein schon, wie weit entfernt wir von einer anderen Idee sind. Wie &#8222;frei&#8220; d\u00fcrfen M\u00e4rkte noch sein, wenn man das &#8222;Raumschiff Erde&#8220; wirklich als solches begreift?<\/p>\n<p>2012 &#8211; das Jahr, in dem die Welt doch nicht unter geht, beginnt. Hoffnung machen die massiv erweiterten M\u00f6glichkeiten der vielen, mit den vielen ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Direktere Demokratie, Transparenz und Teilhabe: die &#8222;piratischen&#8220; Forderungen sind einerseits &#8222;alter Wein in neuen Schl\u00e4uchen&#8220;, andrerseits ist das Potenzial des Netzes, bzw. der &#8222;neuen Schl\u00e4uche&#8220; tats\u00e4chlich gigantisch!<\/p>\n<p>Bevor ich nun wieder ausufere, mach&#8216; ich hier lieber Schluss: <\/p>\n<p>Auf ein spannendes 2012! M\u00f6ge die Macht mit uns sein! :-)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine zusammenfassende und bewertende R\u00fcckschau, keine Wunschliste 2012, nicht mal die \u00fcblichen Weihnachts- und Neujahrsgr\u00fc\u00dfe mit Postkartenmotiv &#8211; verdammt, was ist nur mit mir los? Fast neidisch lese ich beeindruckende Jahreswechselreden z.B. von Thinkabout oder TheIntelligence, doch wollen sich meine Gedanken einfach nicht zu einem entsprechenden Posting verdichten. 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