{"id":768,"date":"2011-11-30T12:22:39","date_gmt":"2011-11-30T10:22:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=768"},"modified":"2011-11-30T12:26:50","modified_gmt":"2011-11-30T10:26:50","slug":"zur-euro-krise-sparen-oder-geld-drucken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2011\/11\/30\/zur-euro-krise-sparen-oder-geld-drucken\/","title":{"rendered":"Zur EURO-Krise: Sparen oder Geld drucken?"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich war mir eher danach, im Dezember besinnlichere Themen anzuschlagen. Mehr nach innen schauen, \u00fcber das Leben, das Gl\u00fcck und die Basics des Mensch-Seins schreiben, das Gemeinsame hinter allen Kontroversen suchen&#8230;<\/p>\n<p>Aber nix da! Was derzeit politisch und in Sachen Euro-Krisenmanagement geschieht, l\u00e4sst mich an der Oberfl\u00e4che haften: Rettungsschirme, Eurobonds, Elite-Bonds, EZB, Spardiktate, drohende Staatspleiten, m\u00f6glicher Eurozerfall &#8211; was ich da lese, l\u00e4sst mir so oft die Hutschnur hochgehen, dass  &#8222;Besinnlichkeit&#8220; einfach keine Chance hat.<\/p>\n<p>Was da tagt\u00e4glich von den Verhandlungstischen der Krisen-Politiker berichtet wird, macht nicht viel Hoffnung, dass es ihnen gelingen k\u00f6nnte, die Dinge in den Griff zu bekommen. Mal abgesehen von den Inhalten der jeweiligen Ideen und Initiativen, scheint alles stets nach demselben Muster abzulaufen: <!--more--><\/p>\n<ul>\n<li>Man sitzt zusammen, weil die Realit\u00e4t (steigende Zinsen bei der &#8222;Refinanzierung&#8220; von Staatsschulden) unabweisbar dr\u00fcckt.<\/li>\n<li>Man ringt um einen Plan, hat aber so verschiedene Interessen, dass das schier unm\u00f6glich scheint. <\/li>\n<li>Schlie\u00dflich findet sich ein Formelkompromiss, dessen konkrete Umsetzung im Unklaren bleibt, den man aber &#8222;den M\u00e4rkten&#8220; schon mal  als starke Entscheidung verk\u00fcndet. <\/li>\n<li>Im Folgenden interpretieren die Beteiligten jeder f\u00fcr sich die Entscheidung anders, verlangen jeweils andere Konkretisierungen. Parlamente und Aussch\u00fcsse stellen Bedingungen, einzelne Politiker stellen das Verabredete in Frage, die Presse schreibt, warum das alles so nicht klappen kann. <\/li>\n<li>Binnen Tagen zeigt sich, dass &#8222;die M\u00e4rkte&#8220; keinesfalls beruhigt sind und  die Situation sich schnell weiter verschlechtert. <\/li>\n<li>Und wieder setzt man sich zusammen, weil die Realit\u00e4t dazu dr\u00e4ngt&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dabei werden unter dem Druck der sich zuspitzenden Finanzierungskrise immer mehr Vorgehensweisen m\u00f6glich, die noch k\u00fcrzlich heftig abgelehnt wurden. Als Griechenland im ersten &#8222;Krisenschub&#8220; in Betracht zog, den IWF um Hilfe zu bitten, meinten alle noch, das gehe keinesfalls, Europa m\u00fcsse das selber regeln. Heute sind wir nun soweit, dass <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:schuldenkrise-der-hebel-zur-euro-rettung-klemmt\/60135920.html\">ganz Euroland um Hilfe bittet<\/a>: der IWF soll dem Rettungsschirm EFSF auf die Beine helfen, der trotz angedachter &#8222;Hebelung&#8220; bei weitem nicht ausreicht, um gro\u00dfe L\u00e4nder vor der Pleite zu &#8222;retten&#8220;. <\/p>\n<p>Der IWF ist allerdings nicht der neutrale Dritte, der zu mehr Einigkeit und geschlossenem Vorgehen zwingen k\u00f6nnte: die Gelder des IWF stellen die Staaten \u00fcber ihre nationalen Notenbanken bereit, in Europa \u00fcber die EZB. Es handelt sich also auch nur wieder um eine Art &#8222;Geld drucken&#8220;, nur dass es als IWF-Geld an die Staaten ausgereicht wird. <\/p>\n<p><strong>Mal ein Gedankenspiel:<\/strong> wie m\u00fcsste ein ernst gemeinter Volksentscheid quer durch die Euro-L\u00e4nder aussehen? Welche Frage m\u00fcsste man stellen, um der krisenhaften Entwicklung gerecht zu werden? Ohne dass jeder zum Finanzmarkt- und Wirtschaftsexperten werden m\u00fcsste, um sinnvoll antworten zu k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Die Frage m\u00fcsste abstrakt genug formuliert werden, um nicht von den Entwicklungen des Tages lange vor Abschluss des Entscheids \u00fcberholt zu werden, aber auch konkret genug, um wirklich handlungsleitend zu sein. <\/p>\n<p>L\u00e4sst man m\u00f6gliche Ausstiegs- und Aufl\u00f6sungsw\u00fcnsche au\u00dfen vor (damit sollen sich jene befassen, die das wollen, ich will diese Form des Desasters nicht), scheint es genau zwei Alternativen zu geben: <\/p>\n<ul>\n<li>Sparen und &#8222;durchregieren&#8220; (Institutionen f\u00fcr gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitk schaffen, die Haushalte \u00fcberwachen, Verwaltungsstrukturen, Gesetze und Steuern angleichen etc.) &#8211; oder<\/li>\n<li>Geld drucken und Inflation akzeptieren. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Das erstere ist eher der Merkel-Plan (schw\u00e4bische Hausfrau), der zweite eher auf Sarkozy-Linie. Eine Merkozy-L\u00f6sung kann es eigentlich nicht geben. Oder sehe ich das falsch?<\/p>\n<p>Ach ja, nur weil ich gerade dabei bin: W\u00fcrdet Ihr Ersparnisse auf ein Konto legen, wenn es keine 100%ige Einlagensicherung g\u00e4be, sondern nur eine 20%ige? Oder doch lieber nach einer Bank oder anderen Anlageform mit besseren Bedingungungen suchen? <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich war mir eher danach, im Dezember besinnlichere Themen anzuschlagen. Mehr nach innen schauen, \u00fcber das Leben, das Gl\u00fcck und die Basics des Mensch-Seins schreiben, das Gemeinsame hinter allen Kontroversen suchen&#8230; Aber nix da! 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