{"id":754,"date":"2011-10-26T13:48:54","date_gmt":"2011-10-26T11:48:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=754"},"modified":"2011-10-27T10:17:25","modified_gmt":"2011-10-27T08:17:25","slug":"hat-nicht-interessiert-dann-kommts-halt-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2011\/10\/26\/hat-nicht-interessiert-dann-kommts-halt-weg\/","title":{"rendered":"Hat nicht interessiert? Dann kommts halt weg."},"content":{"rendered":"<p>Grade hab&#8216; ich den gestern hier erschienenen <a href=\"http:\/\/www.webwriting-magazin.de\/gibt-es-ein-recht-darauf-eigene-daten-an-facebook-senden-zu-lassen\/\">Beitrag zur aktuellen Datenschutz-Debatte<\/a> wieder &#8222;depubliziert&#8220;.  Nicht ganz vernichtet, nein, nur umgesetzt in ein anderes Blog, wo er thematisch besser passt.<\/p>\n<p>Hier im Diary hat n\u00e4mlich niemand etwas dazu gesagt. Obwohl es sich um eine durchaus &#8222;kantige Frage&#8220; handelte, auf die ich zumindest Widerspruch erwartet h\u00e4tte. Ja, ja, Erwartungen sind der Samen der Entt\u00e4uschungen, ich wei\u00df &#8211; aber wer kann schon von sich behaupten, niemals solche zu hegen! Ich nicht. <\/p>\n<p>Dass ich das Schweigen der Leser \u00fcberhaupt zum Thema mache, erkl\u00e4rt sich damit, dass es ja durchaus ein <a href=\"https:\/\/plus.google.com\/u\/0\/115023284387629053061\/posts\/c77iGvM8Mbc\">Kommentar-Gespr\u00e4ch \u00fcber den Artikel<\/a> gibt: Leider nicht &#8222;hier&#8220;, sondern auf GooglePlus. Was bedeutet: keiner der dort formulierten Gedanken landet im Blog, wo er andere Leser\/innen zu Beitr\u00e4gen inspirieren k\u00f6nnte &#8211; was je nach Thema binnen Tagen, Wochen, manchmal sogar nach Jahren noch passiert. <!--more--><\/p>\n<p>Wogegen ein Gespr\u00e4ch auf GooglePlus meist nach kurzer Zeit vergessen ist, raus aus dem sichtbaren &#8222;Stream&#8220;, verdr\u00e4ngt von schnell einflie\u00dfenden neuen Meldungen. Dem entsprechend sind die Gespr\u00e4che dort eher kurz und dringen selten in die Tiefe eines Themas. \u00dcblicher ist, dass Leute Einw\u00e4nde posten, die im ersten Absatz des verlinkten Artikels beantwortet werden. Geht man darauf ein, ist das regelrechter &#8222;Lebenszeit-Klau&#8220;!<\/p>\n<h2>Personen statt Themen<\/h2>\n<p>Dass es ist, wie es ist, liegt auch daran, dass in sozialen Netzwerken wie G+ und FB grunds\u00e4tzlich Personen vernetzt sind, nicht Themen. <\/p>\n<p><strong>Eva Schumann<\/strong> kritisiert genau das in ihrem Rundumschlag <a href=\"http:\/\/text-und-kommunikation.blogspot.com\/2011\/10\/das-internet-hat-auch-abgase.html\">&#8222;Das Internet hat auch Abgase&#8220;<\/a>: <\/p>\n<blockquote><p>Sowohl bei Facebook als auch bei Google+ muss ich mich mit allen \u00fcber alles auseinandersetzen. Wenn ich mit jemandem verkn\u00fcpft bin, dann kriege ich seine Statusmeldungen, egal zu welchem Thema. Aber will ich mich mit jemandem \u00fcber Politisches auseinandersetzen, weil ich mit der Person wegen Gartenfragen vernetzt bin? Nein.<br \/>\nWill ich bei einer Recherche f\u00fcr ein politisches Thema auf Seiten hingewiesen werden, die jemand gut findet, mit dem ich wegen der Begeisterung f\u00fcr rosa Duschhauben verkn\u00fcpft bin? Nein.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass sich die Webwelt dahin gehend \u00e4ndert, dass immer mehr Menschen immer h\u00e4ufiger Texte posten, die jedoch strukturell ihrer potenziellen Relevanz beraubt werden, ist ein mieser Trend. Wer bemerkt werden will, muss in hoher Frequenz Aufreger oder Witziges posten, dann steigt der Vernetzungsgrad und man kann sich auf die Schulter klopfen: Wow, offenbar trage ich erfolgreich zur Unterhaltung bei! <\/p>\n<p>Das ist es aber nicht, was mich interessiert. Nicht mehr. Ich will nicht unterhalten, sondern (ok, allermeist&#8230;) das teilen und besprechen, was mir inhaltlich wichtig ist. Unabh\u00e4ngig von meiner Person, die allenfalls (vielleicht&#8230;) ein gewisses Vertrauen genie\u00dft, dass sie nicht mutwillig irrelevanten Schrott verbreitet. <\/p>\n<p>Aber: Was &#8222;relevant&#8220; ist, bestimmen letztlich die Leser. Dass es da unterschiedliche Resonanz auf verschiedenen Kommunikationsebenen gibt, wundert nicht, doch spielt eben auch die Frequenz und Schnelligkeit eines Mediums eine zunehmend gro\u00dfe Rolle. W\u00e4ren Blogs noch von statischen Heimseiten umgeben, w\u00e4re ihre Postingfrequenz, ihr Grad an Beschleunigung das Ma\u00df der Dinge. <\/p>\n<p>Diese Zeiten sind lange vorbei. Was das f\u00fcr Konsequenzen hat, erleben wir gerade. Es wird trotzdem nicht zur Norm werden, dass ich Postings aufgrund mangelnder Resonanz &#8222;depubliziere: der <a href=\"http:\/\/www.webwriting-magazin.de\/gibt-es-ein-recht-darauf-eigene-daten-an-facebook-senden-zu-lassen\/\">Beitrag zum Facebook-Button<\/a> war f\u00fcrs Digital Diary tats\u00e4chlich etwas zu &#8222;nerdig&#8220;. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grade hab&#8216; ich den gestern hier erschienenen Beitrag zur aktuellen Datenschutz-Debatte wieder &#8222;depubliziert&#8220;. Nicht ganz vernichtet, nein, nur umgesetzt in ein anderes Blog, wo er thematisch besser passt. Hier im Diary hat n\u00e4mlich niemand etwas dazu gesagt. Obwohl es sich um eine durchaus &#8222;kantige Frage&#8220; handelte, auf die ich zumindest Widerspruch erwartet h\u00e4tte. 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