{"id":739,"date":"2011-09-08T14:10:56","date_gmt":"2011-09-08T12:10:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=739"},"modified":"2011-09-19T11:51:27","modified_gmt":"2011-09-19T09:51:27","slug":"gartengedanken-glueckliche-arbeit-und-der-sinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2011\/09\/08\/gartengedanken-glueckliche-arbeit-und-der-sinn\/","title":{"rendered":"Gartengedanken: gl\u00fcckliche Arbeit und der Sinn"},"content":{"rendered":"<p>Ein Rundgang durch den Garten firmiert in meiner pers\u00f6nlichen Gartenkultur nicht als &#8222;Arbeit&#8220;. Hab&#8216; ich erstmal Kaffee getrunken und die Lage der Welt im Gespr\u00e4ch mit dem Liebsten ausreichend kommentiert, ist es Zeit, herum zu laufen und zu bewundern, was so ein &#8222;naturnaher&#8220; Garten Anfang September zu bieten hat. <\/p>\n<p>Als poetisch Unbegabte versuche ich mich jetzt nicht an einer Beschreibung, die dem Erleben nahe kommt, sondern komme zum Punkt, der mir als &#8222;Gartengedanke&#8220; festhaltenswert erscheint: <!--more--><\/p>\n<p>Mir ist aufgefallen, dass es fast nie gelingt, so einen absichtslos und blo\u00df neugierig-genie\u00dferisch begonnenen Gartenrundgang auch zu Ende zu bringen. Schon bald fange ich an, z.B. die verdorrten Stengel des verbl\u00fchten Sauerampfers zu pfl\u00fccken, ein Beet zu mulchen, den Streifen zum Nachbarn vom nachgewachsenen &#8222;Unkraut&#8220; zu befreien &#8211; und nichts von alledem hatte ich vorgehabt.  Regelm\u00e4\u00dfig &#8222;vergesse ich mich&#8220; bzw. die urspr\u00fcngliche Spaziergangsabsicht und folge dem Ruf der Gegebenheiten, widme mich den Erfordernissen, wie sie sich mir gerade aufdr\u00e4ngen. Komme dann fast unbemerkt vom &#8222;dr\u00fcber reden&#8220; ins Handeln, vom Bedenken der M\u00f6glichkeiten ins konkrete Tun. Und irgendwann sagt mein Gartengef\u00e4hrte, der auch seinerseits schnell Besch\u00e4ftigung fand: <em>Wir wollten doch nur einen Rundgang machen&#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Das Hineingleiten in Arbeit<\/strong>, wie ich es im Garten erlebe, geschieht  intuitiv und macht richtig gl\u00fccklich. Tun, was anliegt &#8211; in selbst gew\u00e4hlter Geschwindigkeit. Das passiert ganz ohne Stress, ohne erst so etwas wie ein Pflichtgef\u00fchl zu sp\u00fcren, was ja immer schon bedeutet, dass man &#8222;eigentlich&#8220; lieber etwas anderes t\u00e4te. <\/p>\n<p>Warum ist Arbeit in unserer Welt so selten von dieser Art? Wenn es dem Menschen eigen ist &#8211; woran ich nicht nur aufgrund dieser Gartenerfahrung glaube &#8211; sich spontan der Weltgestaltung zu widmen, warum sind unsere Ausbildungsysteme und Arbeitszusammenh\u00e4nge in aller Regel darauf aus, diese freudigen Arbeitsimpulse abzugew\u00f6hnen? Mit dem Erfolg, dass es die meisten f\u00fcr v\u00f6llig normal halten, einen ungeliebten Job anzutreten: Hauptsache Arbeit&#8230;<\/p>\n<p>Mark Zuckerberg, Milliard\u00e4r und Chef von Facebook, <a href=\"http:\/\/www.der-postillon.com\/2011\/09\/milliardar-mark-zuckerberg-gibt-zu-dass.html\">hat gerade beklagt<\/a>, dass er viel zu viel Zeit im sozialen Netzwerk verbringe. In der Zeit h\u00e4tte er mit &#8222;Sinnvollerem&#8220; glatt ein (weiteres?) Verm\u00f6gen machen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Ist der SINN wirklich im blo\u00dfen Geld verdienen zu finden? Wie sinnvoll ist das insbesondere dann, wenn man schon Unmengen (oder auch einfach nur genug) davon hat? <\/p>\n<p>Naja, das ist nun nicht exakt mein Problem&#8230;  :-)  Am gl\u00fccklichsten arbeite ich, wenn ich \u00fcber den Sinn gar nicht erst ins gr\u00fcbeln komme&#8230; so, wie im Garten eben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Rundgang durch den Garten firmiert in meiner pers\u00f6nlichen Gartenkultur nicht als &#8222;Arbeit&#8220;. Hab&#8216; ich erstmal Kaffee getrunken und die Lage der Welt im Gespr\u00e4ch mit dem Liebsten ausreichend kommentiert, ist es Zeit, herum zu laufen und zu bewundern, was so ein &#8222;naturnaher&#8220; Garten Anfang September zu bieten hat. 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