{"id":660,"date":"2011-04-12T10:42:03","date_gmt":"2011-04-12T08:42:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=660"},"modified":"2011-04-30T10:12:40","modified_gmt":"2011-04-30T08:12:40","slug":"wie-bloed-ist-eigentlich-das-volk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2011\/04\/12\/wie-bloed-ist-eigentlich-das-volk\/","title":{"rendered":"Wie bl\u00f6d ist eigentlich das Volk?"},"content":{"rendered":"<p>In einer fulminanten Brandrede <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/34\/34496\/1.html\">beklagt Hartwig B\u00f6geholz auf Telepolis<\/a> den Zustand der &#8222;politischen Klasse&#8220;, die prinzipienlos und inhaltsleer nurmehr hektisch auf Ereignisse reagiere, anstatt die Zukunft zu gestalten. <\/p>\n<p>Einzig DIE GR\u00dcNEN verf\u00fcgten noch dank ihrer drei\u00dfigj\u00e4hrigen klaren Haltung in Sachen Atomkraft und Umwelt \u00fcber einige Glaubw\u00fcrdigkeit, die aber im politischen Alltag in Baden W\u00fcrttemberg ebenfalls drohe, den Bach &#8218;runter zu gehen. W\u00fcrde das gr\u00fcne Programm n\u00e4mlich wirklich umgesetzt, g\u00e4be es Protestst\u00fcrme und die neuen W\u00e4hlerscharen w\u00fcrden sich schnell abwenden, wenn sie merken, dass ihr eigener Lebensstil zur Debatte steht. Denn alles solle so bleiben, wie es ist &#8211; dies sei der wahre Wunsch der meisten W\u00e4hler:<!--more--><\/p>\n<blockquote><p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/strommast.jpg\" alt=\"\" title=\"Strommast\" width=\"240\" height=\"320\" class=\"rechts size-full wp-image-661\" srcset=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/strommast.jpg 240w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/strommast-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><br \/>\nWeil sich jedoch nicht wirklich verdr\u00e4ngen l\u00e4sst, dass sich, selbst wenn alles so bleiben soll, vieles \u00e4ndern muss, hat sich eine Neigung ausgeformt, die allen politischen Kr\u00e4ften, die tats\u00e4chlich gestalten wollen, heftig entgegenschlagen wird. Wenn sich nicht vermeiden l\u00e4sst, dass etwas ver\u00e4ndert wird, dann bittesch\u00f6n woanders \u2013 aber nicht bei mir oder uns. So werden diejenigen, die im Lichte einer Katastrophe die Abschaltung der Atomkraftwerke bef\u00fcrworten, laut aufschreien, wenn neben dem eigenen Garten ein Strommast errichtet werden soll, der die dringend erforderlichen Leitungen f\u00fcr den Transport des Windstromes von Nord nach S\u00fcd tr\u00e4gt. Als Alternative werden sie darauf die unterirdische Verlegung der Stromkabel verlangen \u2013 und ebenso laut aufschreien, wenn diese wesentlich teureren Ma\u00dfnahmen auf die Strompreise umgelegt werden.<br \/>\n(<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/34\/34496\/1.html\">TP, 8.3.11<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Man kann den Gedanken locker noch weiter f\u00fchren: Nimmt die Regierung dann neue Schulden auf, um den Umbau nicht auf die Strompreise durchschlagen zu lassen, schreien wiederum alle auf, weil die Neuverschuldung steigt, die Handlungsspielr\u00e4ume weiter eingeschr\u00e4nkt werden und die Stabilit\u00e4t des Euro in Gefahr ger\u00e4t. Also: egal wie man&#8217;s macht, dem Wahlvolk wird es niemals recht sein! <\/p>\n<h2>Vom G\u00e4rtnern unter Stromleitungen<\/h2>\n<p>Das Bild stammt \u00fcbrigens aus meinem Garten. Als ich die ersten Fotos dieses Gartens im <a href=\"http:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\/2008\/08\/10\/befreiungs-und-verwilderungsmassnahmen\/\">wilden Gartenblog<\/a> zeigte, formulierten Kommentierer gleich <a href=\"http:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\/2008\/08\/10\/befreiungs-und-verwilderungsmassnahmen\/#comment-1654\">Bedenken<\/a>, weil er &#8222;direkt unter Hochspannungsleitungen&#8220; liegt. Ja, der Strommast steht recht nahe und in luftiger H\u00f6he kreuzen sich sogar zwei Trassen direkt \u00fcber dem Garten. Der Vorg\u00e4nger musste Jahre warten, um einen \u00dcbernehmer zu finden. Ich hab&#8216; mir die Pflanzen angeschaut und fand keinerlei Auff\u00e4lligkeiten &#8211; also hab ich beschlossen, dass es mich nicht st\u00f6rt. Bei feuchtem Wetter h\u00f6rt man ein interessantes Zirpen und Knistern, auf das ich mich gut konzentrieren kann, wenn ich zum &#8222;Meditieren&#8220; abliege. <\/p>\n<p>Die Industrie-Artefakte im Kontrast zu B\u00fcschen, B\u00e4umen und Pflanzen finde ich \u00e4sthetisch durchaus interessant. Genau wie ich meine, dass Windr\u00e4der eine Landschaft nicht zerst\u00f6ren, sondern \u00e0 la Land-Art versch\u00f6nern. <\/p>\n<p>Alles hat seinen Preis, auch der Umbau in Richtung erneuerbarer Energien. Dass viele nicht mal bereit sind, ihre \u00e4sthetischen Vorstellungen ein wenig den Erfordernissen anzupassen, ist genauso ein Mangel an Gemeinsinn, wie man ihn den ach so Lobby-h\u00f6rigen Politikern gerne vorwirft. <\/p>\n<p>&#8222;Das Volk&#8220; ist nicht wirklich so bl\u00f6d, gewisse Zusammenh\u00e4nge nicht zu kapieren. Aber in Teilen verdammt egoistisch, wenn&#8217;s darum geht, selber etwas zu den n\u00f6tigen Ver\u00e4nderungen beizutragen. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer fulminanten Brandrede beklagt Hartwig B\u00f6geholz auf Telepolis den Zustand der &#8222;politischen Klasse&#8220;, die prinzipienlos und inhaltsleer nurmehr hektisch auf Ereignisse reagiere, anstatt die Zukunft zu gestalten. 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