{"id":639,"date":"2011-02-16T11:17:38","date_gmt":"2011-02-16T09:17:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=639"},"modified":"2011-02-21T14:01:25","modified_gmt":"2011-02-21T12:01:25","slug":"fuenf-tage-offline","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2011\/02\/16\/fuenf-tage-offline\/","title":{"rendered":"F\u00fcnf Tage offline"},"content":{"rendered":"<p>Im Zug ist mir aufgefallen, wie viele Leunte mittlerweile ihren Notebook (plus Handy plus Headset) auf dem kleinen Klapptisch stehen haben und in den Monitor gucken. Ein weiteres gef\u00fchltes Drittel besch\u00e4ftigt sich mit dem Smartphone. Kaum einer schaut noch aus dem Fenster. <\/p>\n<p>Die aufger\u00e4umten Landschaften des ausgehenden Winters boten auch wahrhaftig nicht viel Reiz, also hatte ich mir ein Buch mitgenommen, den ersten dicken W\u00e4lzer seit l\u00e4ngerer Zeit. &#8222;Der Schwarm&#8220; fesselte mich bis zur letzten Seite, ein Erlebnis, das ich mir lange nicht geg\u00f6nnt hatte. In Reichweite des eigenen &#8222;Tors zur Welt&#8220;  ist die Verlockung meist zu gro\u00df, mich anderen, vermeintlich wichtigeren und irgendwie &#8222;kurzweiligeren&#8220; Dingen zu widmen.<!--more--><\/p>\n<p>Anders als auf fr\u00fcheren Reisen hab&#8216; ich diese f\u00fcnf Tage vollst\u00e4ndig auf Netzkontakte verzichtet. Alle, f\u00fcr die ich gerade arbeite, waren informiert, das musste reichen. Das Handy benutze ich sowieso nur zum Austausch der \u00fcblichen Stimmf\u00fchlungslaute bei realweltlichen Treffen. Es zu einem Netzterminal aufzupeppen, reizt mich nicht. So mobil bin ich nicht, dass sich das lohnen w\u00fcrde. (Und alles, was sich damit machen l\u00e4sst, kommt mir eh vor wie &#8222;Internet f\u00fcr Arme&#8220;). <\/p>\n<p>Um etwaigen Einbrechern keinen Anreiz zu geben, k\u00fcndige ich Reisen in meinen Blogs nicht an. Erst letzte Woche ist in der Wohnung unter mir eingebrochen worden. Bei mir ist zwar nichts zu holen, was sich lohnen w\u00fcrde, aber das wei\u00df der potenzielle Einbrecher ja nicht &#8211; und \u00e4rgerlich w\u00e4r&#8216; es allemal. Die Idee, man w\u00fcrde vermisst, wenn nicht im \u00fcblichen Abstand Neues erscheint, ist sowieso eine Ego-st\u00fctzende Illusion. Es gibt immer \u00fcbergenug andere Quellen, es f\u00e4llt nur den wenigsten auf, wenn ein paar Blogs mal ein bisschen &#8222;schweigen&#8220;.<\/p>\n<p>Entzugserscheinungen sp\u00fcrte ich nicht, was mich selbst ein wenig erstaunte. Die Tage waren gef\u00fcllt mit Gespr\u00e4chen &#8222;von Angesicht zu Angesicht&#8220;, kurzen Auto- und Bahnfahrten von hier nach da, Spazierg\u00e4ngen durchs schon viel w\u00e4rmere Rheinland und einem mehrst\u00fcndigen Messebesuch: die &#8222;Veggie-World&#8220; in meiner alten Heimatstadt Wiesbaden war einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die Reise gewesen. (Ein Bericht dazu erscheint bald auf <a href=\"http:\/\/www.unverbissen-vegetarisch.de\">unverbissen-vegetarisch<\/a>)<\/p>\n<p>Nicht mal dann, wenn meine Gastgeber &#8222;mal eben ins Internet&#8220; gingen, f\u00fchlte ich ein Bed\u00fcrfnis, selber online zu gehen und nach dem Rechten zu sehen. Was sollte schon geschehen, was nicht auch ein paar Tage Zeit h\u00e4tte?  Gleich werde ich mal die E-Mails checken und erfahren, ob dieser Eindruck  stimmt. <\/p>\n<p>Wenn ich dran denke, was ich fr\u00fcher alles mitnahm, um t\u00e4glich online gehen zu k\u00f6nnen: das eigene Mailprogramm mit allen Accounts, die Passwort-Datei, die Daten der laufenden Arbeiten, ein FTP-Programm &#8211; und \u00fcberall war mein erstes Interesse: WO kann ich ans Netz?<\/p>\n<p>Vorbei! Und es ist verdammt angenehm, sich mal ohne Entzugserscheinungen ein paar Tage vom Netzgeschehen abwenden zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Jetzt aber freue ich mich, wieder online zu sein &#8211; und wieder zu hause! Da, wo alles so ist, wie ich es gewohnt bin. Beginnend vom Espresso meiner Wahl bis zum &#8222;richtigen&#8220; Kopfkissen und der mir angenehmen Raumtemperatur. Ich halte mich ja f\u00fcr eher &#8222;verfroren&#8220;, war aber doch erstaunt, wie WARM meine Gastgeber ihre Wohnungen aufheizen. N\u00e4mlich so, dass man im T-Shirt rumlaufen muss, um sich wohl zu f\u00fchlen. Und das gleich durchg\u00e4ngig \u00fcber Wohnr\u00e4ume, Flure, K\u00fcche und Bad. Und ich dachte, ich w\u00e4r die Klima-Sau, weil ich mir oft 20 Grad im Arbeitsraum leiste! <em>(Liebe Freunde, Ihr wisst: ich &#8222;s\u00fcndige&#8220; an anderer Stelle.. ist also kein Vorwurf!)<\/em><\/p>\n<p>So, und jetzt schau&#8216; ich mal, was sich so getan hat&#8230;. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zug ist mir aufgefallen, wie viele Leunte mittlerweile ihren Notebook (plus Handy plus Headset) auf dem kleinen Klapptisch stehen haben und in den Monitor gucken. Ein weiteres gef\u00fchltes Drittel besch\u00e4ftigt sich mit dem Smartphone. Kaum einer schaut noch aus dem Fenster. 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